Kapitel 5: ṛgvede 2.5 · hotājaniṣṭa cetanaḥ pitā pitṛbhya ūtaye
Agni als Rufer, Führer der Weihehandlung und Priester
Kurzes, sehr dunkles Lied (Metrum Anuṣṭubh) über Agni als Rufer, den Führer der Weihehandlung, mit den sieben Strahlen und dem achten göttlichen [Teil]. Viele Stellen sind kaum sicher zu deuten (v. 3 dadhanve, v. 5 Kühe/Schwestern, v. 7 svaḥ svāya dhāyase); die Übersetzung ist an diesen Stellen vorläufig.
Der Rufer wurde geboren, der Wache, Vater für die Väter, zur Hilfe. / Wenn wir [ihm] den edlen Gewinn darbringen, mögen wir, die Kraftreichen, Yama [Zügel / Zwilling?] vermögen. [Anm.: yamam ist mehrdeutig (Zügel / Zwilling / Yama); prayakṣan Partizip von √yaj „darbringend, verehrend“.]
In dem sieben Strahlen ausgespannt sind, an dem Führer der Weihehandlung, [da] treibt der Reiniger [potṛ], wie bei Manu, das Göttliche, das achte, alles an. [Anm.: „sieben Strahlen“ und „das achte“ sind wohl Bilder für Flammen/Zungen bzw. Ämter; Belegstärke plausibel, nicht fest.]
dadhanve vā yadīmanu vocad brahmāṇi veru tat / pari viśvāni kāvyā nemiścakramivābhavat
Er hat sich [Hochreden] zu eigen gemacht [?], oder wenn er [sie] ihm nachsprach, die Hochreden: er wird sie erfassen [?]. / Über alle Dichtungen hin wurde er wie die Felge um das Rad. [Anm.: sehr unsicher; dadhanve vā yad īm anu vocat gegen die Padaformen; die Felge um das Rad als Bild für „umfassen“ ist plausibel.]
Wort für Wort
dadhanve
er hat sich zu eigen gemacht/gesetzt (Perf. 3. Sg. Med.) [?]
Zugleich mit dem Reinen ist der Reine, der Anweiser, durch [seinen] Willen geboren; / der Kundige wächst wie Zweige nach seinen festen Geboten empor. [Anm.: vrata = „Gebot, Bereich der Wirksamkeit“.]
tā asya varṇamāyuvo neṣṭuḥ sacanta dhenavaḥ / kuvit tisṛbhya ā varaṃ svasāro yā idaṃ yayuḥ
Diese Milchkühe folgen der Farbe des Führers, [den] Zusammengesellten [?]; ob nicht [er] hin zu den dreien die Auswahl [trifft], die Schwestern, die hierher gegangen sind? [Anm.: Kühe und Schwestern wohl Bild für Ströme/Flammen/Milchspenden; unsicher, Deutung rituell oder kosmisch möglich.]
Wenn die Schwester in der Nähe der Mutter Schmalz bringend sich hingestellt hat, / bei ihrer Ankunft freut sich der Adhvaryu wie die Gerste über den Regen. [Anm.: „Mutter“ und „Schwester“ wohl Bild für Feuerholz/Gefäße; unsicher.]
Das Licht soll der Priester für den eigenen Träger [?] zu einem Priester machen; / Lobgesang und Weihehandlung wollen wir dann genügend gewinnen, wir wollen schenken. [Anm.: svaḥ svāya dhāyase unklar; dhāyas „Trank/Träger/Nahrung“.]
Wort für Wort
svaḥ
Licht, Sonne (Nom./Akk. Sg.)
svāya
für den eigenen (Dat. Sg.)
dhāyase
für den Träger/Erhalter, zur Nahrung (Dat. Sg.) [?]