Kapitel 34: ṛgvede 2.34 · dhārāvarā maruto dhṛṣṇvojaso mṛgā na bhīmāstaviṣībhirarcinaḥ
Lied an die Marut, die Sturmgötter
Preis der Marut als glänzende, wilde, gabenreiche Schar Rudras und der Pṛśni; ab V. 9 Bitte um Schutz vor dem Feind und um Gaben. Schwierig sind V. 10 (Anspielung auf Trita/Nide) und V. 14 (Trita und die fünf Rufer).
dhārāvarā maruto dhṛṣṇvojaso mṛgā na bhīmāstaviṣībhirarcinaḥ / agnayo na śuśucānā ṛjīṣiṇo bhṛmiṃ dhamantoapa gā avṛṇvata
Die Stromtragenden, die Marut, kühn an Kraft, furchtbar wie wilde Tiere, strahlend an Macht, / wie Feuer lodernd, Sänger [?], haben den Wirbelwind anblasend die Kühe [Wasser?] aufgedeckt [Anm.: dhārāvarāḥ = wohl "Wasserstrahl-Wirkende"; gāḥ = Kühe, Bild für Regenwolken/Wasser (plausibel); bhṛmi = "Wirbel(wind)"].
dyāvo na stṛbhiścitayanta khādino vyabhriyā na dyutayantavṛṣṭayaḥ / rudro yad vo maruto rukmavakṣaso vṛṣājani pṛśnyāḥ śukra ūdhani
Wie Himmel mit Sternen zeigen sich die Fressenden [?]; wie Wolkenregen blitzen sie, die Regner. / Wenn, ihr Marut, Rudra mit goldener Brust euch als Stier gezeugt wurde - im glänzenden Euter der Pṛśni.
Sie besprengen die Rosse wie Renner bei Wettläufen, sie eilen mit schnellen (Rossen) zum Schall der Woge [?]. / Goldhelmige Marut, Schüttler, ihr fahrt mit den Tüpfelstuten zur Fülle, gleichzürnend [Anm.: nadasya karṇaiḥ wörtlich "mit den Ohren des Rufers/Brüllers" - Sinn unklar].
pṛkṣe tā viśvā bhuvanā vavakṣire mitrāya vā sadamā jīradānavaḥ / pṛṣadaśvāso anavabhrarādhasa ṛjipyāso na vayuneṣu dhūrṣadaḥ
In der Fülle haben sie all diese Wesen getragen, oder sie sitzen stets für Mitra da, lebensspendend; / mit gefleckten Rossen, unbegrenzter Gabe, wie Gerade-Wandelnde beim Wissen Deichselsitzende [?] [Anm.: zweite Hälfte unsicher].
Mit Anfeuernden, mit Milchkühen, mit strotzendem Euter, mit unversehrten Wegen, glänzend an Speeren, / kommt her wie Schwäne zu eurem Aufenthalt, Marut, gleichzürnend, zum Rausch des Honigs.
ā no brahmāṇi marutaḥ samanyavo narāṃ na śaṃsaḥ savanāni gantana / aśvāmiva pipyata dhenumūdhani kartā dhiyaṃ jaritre vājapeśasam
Kommt zu unseren Gebeten, gleichzürnende Marut, zu den Pressungen wie zum Lob von Männern. / Wie Stuten die Kuh am Euter, so schwellt sie, macht dem Sänger einen Gedanken, der Beute-schön [Kraft-schön] ist [Anm.: vājapeśasam "schön an Beute/Kraftgewinn"].
Diesen gebt uns, Marut, den Kräftigen auf dem Wagen, den (uns) Zugreifenden [?]; das Gebet soll Tag für Tag erwecken. / Labung den Sängern in den Kämpfen, dem Dichter Gewinn, Verstand, unversehrte, schwer zu überwindende Kraft.
Wenn die goldbrüstigen Marut die Rosse an die Wagen schirren, die guten Geber, dem Bhaga zu (?), / wie eine Kuh dem Jungen an den Wohnorten strömen sie dem Menschen, der Gaben dargebracht hat, große Labung [Anm.: bhaga ā unklar; ā mit bhage "beim Anteil/zur Gabe"].
yo no maruto vṛkatāti martyo ripurdadhe vasavo rakṣatā riṣaḥ / vartayata tapuṣā cakriyābhi tamava rudrā aśaso hantanā vadhaḥ
Welcher Sterbliche uns, Marut, wie ein Wolf nachstellt, der Feind, der (uns) Schaden zufügt - Vasus, bewahrt uns vor Schädigung; / wälzt ihn mit (eurer) Glut nieder, wie ihr es getan habt, Rudras, schlagt den Nicht-Lobenden mit der Waffe nieder [Anm.: vapuṣā im PP; "mit Gestalt/Wunderkraft"; cakriyā unklar].
citraṃ tad vo maruto yāma cekite pṛśnyā yadūdharapyāpayo duhuḥ / yad vā nide navamānasya rudriyāstritaṃ jarāyajuratāmadābhyāḥ
Wunderbar ist dies euer Kommen, Marut, es ist bekannt geworden, dass die Genossen aus dem Euter der Pṛśni molken, / oder dass Trita, ihr Rudras, Unbetrügbare, den Spott des Alternden [?] ... [Anm.: zweite Hälfte kaum verständlich; nide navamānasya jarāya juratām wörtlich "Spott dem sich Neigenden - Alter, der Vergreisung"; spekulativ].
Diese euch, große Marut, die eilig Fahrenden, rufen wir beim Hervorbringen des Viṣṇu, des Eilenden; / die Goldfarbenen, Buckligen [Hochsitzenden?], mit gehobenen Schöpflöffeln, fromm sinnend bitten wir um preiswürdige Gabe [Anm.: kakuh = "hochragend, hoch"; eṣasya prabhṛthe unklar, wohl "beim Darbringen der Speise des Eilers"].
te daśagvāḥ prathamā yajñamūhire te no hinvantūṣaso vyuṣṭiṣu / uṣā na rāmīraruṇairaporṇute maho jyotiṣāśucatā goarṇasā
Sie, die Zehnerschaft, die ersten (Menschen), haben die Weihehandlung geführt; sie sollen uns bei den Morgenröten antreiben. / Wie Uṣas die Rötlichen mit Rotem aufdeckt, (so) mit großem, leuchtendem Licht, dem Kuhbewegenden [Anm.: gó-arṇas = "kuhbewegend/Rinderfülle" (plausibel)].
Sie, die Rudras, wuchsen in den Sitzen des Ṛta durch rote Erdengeborene wie durch Salben [?]; / sie hüllten sich (schnell) in Wolken, mit Rossmacht, und legten eine schöne glänzende Farbe an [Anm.: kṣoṇī "Erde/Flüsse" unsicher].
Sie, um Schutz kommend, preisen wir hier mit dieser Verbeugung, den Schutz, Großen, / die Trita wie fünf Rufer zum Ziel hin wandte, ... [Anm.: Zeile 2 kaum sicher; avarān cakriyā avase "die Geringeren (uns) für Hilfe machend"; spekulativ].
Mit dem Beistand, mit dem ihr den Bedrängten über die Not hinweg bringt, mit dem ihr den Sänger aus Schmähung befreit, / diese soll zu uns hergewendet, Marut, eure Hilfe sein; sie soll gut, wie eine Rufende, [zu uns] als Gunst kommen.