Kapitel 38: ṛgvede 2.38 · udu ṣya devaḥ savitā savāya śaśvattamaṃ tadapā vahnirasthāt
Lied an Savitṛ, den Antreiber
Preis des Savitṛ, der Tag und Nacht regelt, Tätigkeit weckt und beendet und dessen Gebote (vratā) selbst Götter nicht brechen. Mehrere Verse (3, 4, 8) sind sprachlich dunkel.
udu ṣya devaḥ savitā savāya śaśvattamaṃ tadapā vahnirasthāt / nūnaṃ devebhyo vi hi dhāti ratnamathābhajad vītihotraṃ svastau
Dort hat sich der Gott Savitṛ zur Antreibung erhoben, das Beständigste, der Wagenzieher, der Werktätige; / jetzt teilt er den Göttern Kleinodien zu, dann hat er dem Vītihotra Anteil gewährt in Wohlergehen.
viśvasya hi śruṣṭaye deva ūrdhvaḥ pra bāhavā pṛthupāṇiḥ sisarti / āpaścidasya vrata ā nimṛgrā ayaṃ cid vāto ramate parijman
Denn zum Vernehmen für alle steht der Gott aufrecht da; er streckt beide Arme aus, breithändig. / Selbst die Wasser sind in seinem Gebot zur Ruhe gekommen; auch dieser Wind ruht (nach seinem Gebot) im Umlauf.
Auch die (Tiere), die er mit schnellen (Rossen) loslässt [?], hat er jetzt zum Ruhen gebracht, sogar den Nichtmüden, damit er gehen kann; / auch von den Schlangen hat er (einiges) herabgeführt [?]; dem Gebot Savitṛs folgend ist die Befreiung eingetreten [Anm.: Vers sehr dunkel; Deutung von ahyarṣūṇām / aviṣyām unsicher].
punaḥ samavyad vitataṃ vayantī madhyā kartornyadhācchakma dhīraḥ / ut saṃhāyāsthād vy ṛtūṃ adardhararamatiḥsavitā deva āgāt
Wieder hat sie (die Weberin) das Gewebe zusammengelegt, das ausgespannte weiter webend; mitten im Werk hat der Kundige den Kunstfertigen [Schaffenskraft?] niedergelegt; / Er hat sich aufgerichtet, (alles) verlassend, hat die Zeiten auseinander gehalten; Aramati Savitṛ, der Gott, ist gekommen [Anm.: Bild vom Weben = Tagwerk, das bei Einbruch der Nacht wieder ruht (plausibel)].
In verschiedenen Häusern (Wohnstätten) haben sich Türen und das ganze Leben ausgebreitet; die Flamme des Feuers ist hervorgetreten. / Die Mutter hat dem Sohn den ältesten Anteil hingelegt; dem Willen dessen folgend, wie von Savitṛ angetrieben [Anm.: "Mutter/Sohn" möglicherweise Erde/Feuer, unsicher].
Es hat sich wieder zusammengezogen, auseinandergetreten, siegbegierig, der Wunsch der Umherziehenden ist rasch entstanden. / Alles Getane hat er verlassen und ist gekommen; dem Gebot des göttlichen Savitṛ folgend [Anm.: Vers nach dem Bild der Nachtruhe: wer tätig war, stellt Wirken ein].
Wort für Wort
sam-āvavarti
hat sich zusammengerollt/wendet sich zurück (Perf. 3. Sg.)
Von dir eingesetzt ist den Wassern ihr Anteil, die Steppenbewohner, die Wildtiere haben sich verteilt. / Die Wälder gehören den Vögeln; niemand verletzt diese Gebote des Gottes Savitṛ.
Was Varuṇa als annehmbaren, zu erlangenden Schoß im Wasser [?] (bestimmt), (im Augenblick) bei unverstelltem Blinzeln, (zu) jammernd [?]; / alles Lebende Sterbliche [Vogelbrut?], die Herde, jedes Vieh ist heimgekehrt; überall hat Savitṛ (die Ordnung) aufgestellt [Anm.: Vers sehr dunkel; Text möglicherweise verderbt; Deutung mit vielen Ergänzungen].
na yasyendro varuṇo na mitro vratamaryamā na minanti rudraḥ / nārātayastamidaṃ svasti huve devaṃ savitāraṃ namobhiḥ
Dessen Gebot weder Indra, noch Varuṇa, noch Mitra, weder Aryaman noch Rudra verletzen, noch die Missgünstigen, / ihn hier, den Gott Savitṛ, rufe ich mit Verbeugungen zum Wohlergehen.
Bhaga, das Denken, das Beute-Verlangende, Purandhi, Narāśaṃsa, den Herrn der Frauen [Gnāspati]: möge er uns beschützen. / Wir möchten in der Zuteilung und im Zusammentreffen der Güter Lieblinge des Gottes Savitṛ sein [Anm.: Satzbau der ersten Hälfte unsicher; āaye vāmasya sangathe "beim Zusammentreffen des Schönen"].
Dieses uns von dir aus dem Himmel, aus den Wassern, von der Erde gegebene, begehrenswerte Gut möge zu uns kommen, / welches dem Sänger, dem Verwandten, Heil bringt, (dem) weithin Preisenden, Savitṛ.