Kapitel 32: ṛgvede 2.32 · asya me dyāvāpṛthivī ṛtāyato bhūtamavitrī vacasaḥ siṣāsataḥ
Anruf an Himmel und Erde, dann an Rākā und Sinīvālī um Nachkommenschaft
Vers 1-3 rufen Himmel und Erde und einen (nicht genannten) Gott an, ab Vers 4 folgt der Zauber um Rākā (Vollmondgöttin) und Sinīvālī um Kindersegen; Vers 3 (Anrede "puruhūta") und 4d (śatadāyam) sind syntaktisch dicht, der Sprecherwechsel in 1-3 ist unsicher.
asya me dyāvāpṛthivī ṛtāyato bhūtamavitrī vacasaḥ siṣāsataḥ / yayorāyaḥ prataraṃ te idaṃ pura upastute vasūyurvāṃ maho dadhe
Dieses mein (Lied) sollt ihr beiden, Himmel und Erde, als Helferinnen für den nach dem Rechten Strebenden, nach Rede Verlangenden sein [?] / ihr beiden, deren Lebenskraft (die) vorzüglichere (ist) - dieses (Lied) vor euch, ihr Gepriesenen: nach Gütern verlangend nehme ich euch, den Großen, (es) auf [?] [Anm.: Zeile 1 und 2 syntaktisch unsicher; te idam / vām mahaḥ überliefert ohne klare Beziehung].
mā no guhyā ripa āyorahan dabhan mā na ābhyo rīradho duchunābhyaḥ / mā no vi yauḥ sakhyā viddhi tasya naḥ sumnāyatā manasā tat tvemahe
Nicht soll uns der verborgene Feind, Nachkomme des Āyu [?], schlagen oder schädigen; nicht (sollst du) uns diesen Fluchbeladenen, Hässlichen preisgeben. / Nicht sollst du uns auseinanderbringen von der Freundschaft; merke dir das für uns; mit wohlwollendem Sinn bitten wir dich darum [Anm.: āyoḥ ripaḥ oder "Feind des Lebenden/Menschen" möglich; ducchunā unsicher, "Unheil".].
Mit ungezürntem Sinn bringe die Erhörung herbei, die Kuh, die milchend, strotzend, unversiegbar (ist); / (dich), den mit Füßen Schnellen und mit der Rede Beutebringenden, dich, den vielfach Gerufenen, treibe ich an, jeden Tag [Anm.: "Kuh" wohl Bildrede für die gewährte Gabe/Rede; hinomi 1. Sg., Anrede puruhūta].
Rākā rufe ich, die Gutgerufene, mit Lobpreis, (beide) zusammen; sie, die Glückreiche, soll hören und von selbst darauf achten. / Sie nähe das Werk mit unzerbrechlicher Nadel; sie gebe einen Helden, hundertfach schenkend, preisenswert [Anm.: Nähen = Bildrede für das Vollbringen/Weben des Werkes].
Deine Gesinnungen, Rākā, die gutgestalteten, mit denen du dem Verehrer Güter gibst, / mit diesen komm uns heute wohlgesinnt herbei, Glückreiche, (uns) tausendfache Fülle schenkend.
Sinīvālī, Breitgeflochtene, die du der Götter Schwester bist, / genieße die dargebrachte Gabe, Göttin, und lass uns Nachkommenschaft glänzen [Anm.: pṛthuṣṭukā = "mit breitem Haarknoten/Zopf" (plausibel)].
Die schönarmige, schönfingrige, gutgebärende, vielgebärende - / ihr, der Herrin der Sippe, der Sinīvālī, opfert (bringt dar) die Gabe [Anm.: juhotana = "gießt/opfert ins Feuer", hier Darbringung im Feuer, Kontext verlangt Darbringung].