Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 19

Hymne 19.12 Männerzeugung, Schutz und Herrschaft (Śamī-Aśvattha, Takman)

śamīm aśvattha ārūḍhas / tatra puṃsavanaṃ kṛtam | / tad eva tasya bheṣajaṃ / yat strīṣv ā haranti tat || Bhatt. ya(ḥ) … tam

Auf der Śamī ist der Aśvattha hinaufgestiegen; / dort ist das Mittel zur Zeugung eines Sohnes (puṃsavana) bereitet. / Das ist eben dessen Heilmittel: / was man den Frauen zuführt, das.

puṃsi vai reto bhavati / tat striyām anu ṣicyate | / tad vai putrasya vedanaṃ / tat prajāpatir abravīt ||

Im Mann ist der Same; / der wird der Frau nachträglich eingegossen. / Das ist das Erlangen eines Sohnes; / das hat Prajāpati gesagt.

prajāpatir anv amaṃsta / sinīvāly acīkl̥pat | / straiṣūyam anyatra dadhat / pumāṃsam u dadhad iha || Bhatt. uta dadhad

Prajāpati stimmte zu; / Sinīvālī brachte es zustande: / das Weibliche-Gebärende anderswohin setzend, / den Mann aber hier einsetzend.

yā oṣadhayaḥ somarājñīr ity ekā PS 11.7.5 is repeated

(Die Kräuter, die Soma zum König haben …)

muñcantu mā śapathyād / atho varuṇyād uta | / atho yamasya paḍbīśād / viśvasmād devaduṣkṛtāt ||

Sie sollen mich lösen vom Fluch, / und vom Varuṇa-Zugehörigen, / und von Yamas Fußfessel, / von jedem Frevel gegen die Götter.

yac cakṣuṣā yan manasā / yac ca vācopārima / yaj jāgrato yat svapantaḥ | / somo mā tasmād enasaḥ / svadhayā punātu vidvān ||

Was wir mit dem Auge, was mit dem Geist, / was wir mit der Rede gefehlt haben, / im Wachen, was im Schlafen: / von dieser Verfehlung soll Soma mich mit der Svadhā reinigen, der Wissende.

abhibhūr yajño abhibhūr agnir astv / abhibhūḥ somo abhibhūr indro astu | / abhy ayaṃ viśvāḥ pṛtanā yathāsad / evā vidhemāgnihotrā idaṃ haviḥ ||

Überlegen sei das Opfer, überlegen Agni, / überlegen sei Soma, überlegen Indra; / damit dieser alle Heerscharen übertreffe, / so wollen wir ihm, dem Agnihotra-Darbringer, diese Opfergabe darbringen.

svadhāstu mitrāvaruṇā prajāvat / kṣatraṃ madhveha pinvatam | / bādhethāṃ dveṣo nirṛtiṃ parācair / asmai kṣatraṃ varca ā dhattam ojaḥ ||

Svadhā sei euch, Mitra und Varuṇa, kinderreich; / die Herrschaft laßt hier honigsüß schwellen. / Treibt Feindschaft und Nirṛti nach hinten weg; / dem hier verleiht Herrschaft, Glanz und Kraft.

imaṃ vīram ity ekā || PS 7.4.6 is repeated

(Diesen Helden …)

agner iva prasitir asya śuṣmiṇa / uteva matto vilapann apāyati | / tasmai te aruṇāya babhrave / tapurmaghāya namo 'stu takmane ||

Wie das Herabschießen Agnis ist sein [Takmans] Ansturm, des Ungestümen; / wie ein Berauschter irrt er redend davon. / Diesem rötlichen, braunen Takman, / dem Glut-Verleiher, sei Verehrung.

namo yamāya namo 'stu mṛtyave / namo rājñe varuṇāya tviṣīmate | / namaḥ kṣetrasya pataye namo dive / namaḥ pṛthivyai nama oṣadhībhyaḥ ||

Verehrung dem Yama, Verehrung sei dem Tod; / Verehrung dem König Varuṇa, dem glanzvollen; / Verehrung dem Herrn des Feldes (Kṣetrasya pati), Verehrung dem Himmel, / Verehrung der Erde, Verehrung den Kräutern.

ayaṃ yo janān haritān kṛṇoty / ucchocayann agninevābhidunvan | / adhā hi takmann araso hi bhūyā / athā nyaṅ adharaṅ vā parehi || Bhatt. athānvaṅ

Der da die Leute gelb macht, / sie ausdörrend, wie mit Feuer quälend: / so sei denn, Takman, saftlos; / oder geh abwärts, nach unten oder hinweg.

indro jayāti na parā jayātā / adhirājo rājasu rājayātai | / carkṛtya īḍyaḥ śaṃsyaś ca- Bhatt. saṃsya(⟨ śaṃsya)ś / -upasadyo namasyo bhaveha ||

Indra soll siegen, nicht soll er verlieren [oder: nicht soll ein anderer siegen]; / als Oberherrscher soll er unter den Fürsten herrschen. / Er, der zu Preisende, anzurufen, zu Lobende, / zu Verehrende, zu Grüßende, soll hier sein.

tvam indrādhirājaḥ śravasyus / tvaṃ bhavābhibhūtir janānām | / tvaṃ daivīr viśa imā vi rāja- / -āyuṣmat kṣatram ajaraṃ te astu ||

Du, Indra, Oberherrscher, ruhmbegierig, / du sei der Überwältiger der Leute; / du beherrsche diese göttlichen Stämme. / Lebenskräftige, alterslose Herrschaft sei dein.

prācyāṃ diśi tvam indrādhirājā- Bhatt. indrādhi rājodīcyāṃ / -odīcyāṃ diśi vṛtrahan dasyuhāsi | / yatra yanti śrotyās taj jitaṃ te / dakṣiṇato vṛṣabho 'si havyaḥ ||

In der östlichen Himmelsrichtung bist du, Indra, Oberherrscher, / in der nördlichen, Vṛtra-Töter, Dasyu-Töter; / wohin die Wege der Ströme gehen, das ist von dir erobert; / vom Süden her bist du der Stier, anzurufen.