Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 19

Hymne 19.28 Langes Leben, Wasser, Einsicht; gegen Yakṣma

yasyedam ā rajo yujas / tuje janaṃ vanaṃ svaḥ | / indrasya nādhṛṣe śavaḥ ||

Dessen [Indras] ist dieser Raum, [dessen] Gespanne [?]; / zur Förderung [gehören] Volk, Wald, Licht; / Indras Kraft ist nicht zu bezwingen.

dhṛṣāṇaṃ dhṛṣataḥ śavaḥ / purā yathāyatiṣṭhan | / indrasya rantyaṃ mahat ||

Den Kühnen, des Kühnen Kraft, / wie einst [sie] standen [?]; / Indras große Wonne.

sa no dadhātu taṃ rayiṃ / puruṃ piśaṅgapeśasam | / indraḥ patis tuviṣṭamo janeṣv ā ||

Der soll uns dieses Gut geben, / reichlich, von rotgelber Gestalt; / Indra, der Herr, der Stärkste unter den Leuten.

āyur agna ihā vaha / jātavedas tanūvaśin | / yathāhaṃ jyog ihāsāni / prajānām adhipā vaśī ||

Lebensdauer, Agni, bring hierher, / Jātavedas, der du den Körper beherrschst; / damit ich lange hier sei, / der Geschöpfe Oberherr, Gebieter.

āyur indro dadhātu ma / āyur devo bṛhaspatiḥ | / āyur me viśve devā / ahorātre ca cakratuḥ ||

Lebensdauer soll Indra mir geben, / Lebensdauer Gott Bṛhaspati; / Lebensdauer haben mir die Allgötter / und Tag und Nacht gemacht.

āyur āyuṣyā pavatāṃ / prāṇaṃ prāṇo dadhātu me | / devā yac cakrur devebhyaḥ / svar yanto yathāyatham ||

Lebensdauer! Lebenskräftige, sie soll rein strömen; / Atem soll der Atem mir setzen; / was die Götter für die Götter machten, / zum Himmel gehend, der Reihe nach.

utpatantu nabhasvatīḥ / samudrād adhi ghoṣiṇīḥ | / utsyāḥ samudriyā apas / tābhiṣ ṭvā tarpayāmasi ||

Aufsteigen sollen die wolkenreichen [Wasser], / aus dem Meer, brausend; / die quellenden Meereswasser [?] / – mit ihnen sättigen wir dich.

yā āpo divyā / yā vātāt parijajñire | / indro marutvāṃs tṛptātmā / tābhiṣ ṭvā tarpayāmasi ||

Die himmlischen Wasser, / die aus dem Wind ringsum entstanden: / Indra, von den Maruts begleitet, ist gesättigt in seiner Seele – / mit ihnen sättigen wir dich.

yāḥ śuṣkā yā hariṇīr / yā bhūmim anuvāvṛdhuḥ | / sarvāḥ samagrā oṣadhīs / tābhiṣ ṭvā tarpayāmasi ||

Die trockenen, die grünen [Kräuter], / die auf der Erde nachgewachsen sind, / alle vollständigen Kräuter – / mit ihnen sättigen wir dich.

ā no medhā sumatir viśvarūpā / giro bṛhatīr āveśayantī | / ṛco me bahvīr ny anaktu gā iva / yathāsāma bhuvaneṣu karṇinaḥ ||

Zu uns [soll kommen] Einsicht, Wohlwollen, vielgestaltig, / hohe Lieder einführend; / mir soll sie viele Ṛc-Verse einsalben wie Kühe; / damit wir unter den Wesen gehört [Ohrenträger?] seien.

dīkṣā tapo manaso mātariśvā / bṛhaspatir vāco asyāḥ sa yoniḥ | / vedāṃsi vidyā mayi santu bahvīr / agnīṣomā yaśo asmāsu dhattam ||

Weihe, Askese, Geist, Mātariśvan, / Bṛhaspati: er ist der Ursprung dieser Rede; / Wissen und Erkenntnis sollen in mir viel sein; / Agni und Soma, gebt uns Ruhm.

yad agne tapasā tapa / upaprekṣāmahe vayam | / priyāḥ śrutasya bhūyāsma- Bhatt. priyā(ḥ) / -āyuṣmantaḥ sumedhasaḥ ||

Wenn du, Agni, mit Askese-Glut erhitzt [?], / [und] wir [dabei] zuschauen: / mögen wir dem Überlieferten lieb sein, / langlebig, mit guter Einsicht.

yas tvā mātur uta vā pituḥ / parijāyamānam abhisaṃbabhūva | / taṃ tvad yakṣmam adhi nāśayāmaḥ / so 'nyasmiṃ chrayātai praviṣṭaḥ ||

Der dich, den von Mutter oder Vater her Geborenwerdenden, / befallen hat: / diesen Yakṣma vertreiben wir von dir; / er ist in einen anderen eingegangen, um sich [dort] festzusetzen.

yas te yakṣmo hṛdayeṣṭho / nābhiṣṭhā udaraṃgamaḥ | / atho yaḥ śiśriye parau / taṃ tvad yakṣmam adhi nāśayāmaḥ / so 'nyasmiṃ chrayātai praviṣṭaḥ ||

Dein Yakṣma, der im Herzen sitzt, / der im Nabel sitzt, der zum Bauch geht, / und der sich am Gelenk [?] festgesetzt hat: / diesen Yakṣma vertreiben wir von dir; / er ist in einen anderen eingegangen, um sich [dort] festzusetzen.

śīrṣarogam aṅgarogaṃ / snāvabṛham abhiśāciṃ visalpakam | / yas te yakṣmo majjasu paruḥsu yo gudāsu / taṃ tvad yakṣmam adhi nāśayāmaḥ / so 'nyasmiṃ chrayātai praviṣṭaḥ ||

Kopfleiden, Gliederleiden, Sehnenschwellung [?], / Abhiśāci (Bedränger), Visalpaka (Ausbreitendes, Hautleiden); / dein Yakṣma, der im Mark, in den Gelenken, in den Gedärmen [sitzt]: / diesen Yakṣma vertreiben wir von dir; / er ist in einen anderen eingegangen, um sich [dort] festzusetzen.