Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 19

Hymne 19.19 Gegen Pāpman (Übel), Schutz, Eintracht, Aśvattha

ava mā pāpman sṛja / vaśī san mṛḍayāsi naḥ | / ā mā bhadreṣu dhāmasu / tvaṃ dhehy avihrutam ||

Laß mich frei, Pāpman; / [als] Herr sei uns gnädig. / Setze mich in gute Stätten, / unversehrt [oder: ohne Wanken].

yo mā pāpman na jahāsi / tam u tvā jahimo vayam | / anyatrāsman ny ucya / sahasrākṣāmartya ||

Wer du, Pāpman, mich nicht verläßt: / den verlassen wir dich. / Anderswo hafte, / tausendäugiger, Unsterblicher.

pathor vayaṃ vyāvartane / niṣpāpmānaṃ suvāmasi | / yo no dveṣṭi taṃ gaccha / yaṃ dviṣmas taṃ jahi ||

Auf dem Wegwechsel treiben wir / den Pāpman aus. / Wer uns haßt, zu dem geh; / wen wir hassen, den schlage.

śava ivāsi saṃnaddho / na bhogam avidaṃ tvayi | / śiro bhinadmi te pāpman / yathā na punar āyasi ||

Wie ein Leichnam bist du gebunden; / keinen Genuß fand ich an dir. / Deinen Kopf spalte ich, Pāpman, / damit du nicht wiederkommst.

indro asmān divā pātu / mṛtyoḥ pāśāt svastaye | / dyaur no madhyataḥ pātu / bhūmī rājñī svastaye ||

Indra schütze uns bei Tag / vor der Schlinge des Todes, zum Heil. / Der Himmel schütze uns in der Mitte, / die Erde, die Königin, zum Heil.

sūryo asmān divā pātu / mṛtyoḥ pāśāt svastaye | / vāto no madhyataḥ pātv / ahorātrī svastaye || Bhatt. ahārātrī

Die Sonne schütze uns bei Tag / vor der Schlinge des Todes, zum Heil. / Der Wind schütze uns in der Mitte, / Tag und Nacht zum Heil.

somo asmān divā pātu / mṛtyoḥ pāśāt svastaye | / āpo no madhyataḥ pāntu / mā no nirṛtir īśata ||

Soma schütze uns bei Tag / vor der Schlinge des Todes, zum Heil. / Die Wasser sollen uns in der Mitte schützen, / nicht soll Nirṛti über uns herrschen.

saṃ vāṃ cakṣuḥ saṃ hṛdayaṃ Bhatt. cakṣuṃ / manasāvīvanaṃ manaḥ | / asyāḥ sarūpavatsāyā / ghṛte homena sarpiṣā ||

Euer beider Auge, euer Herz zusammen, / der Geist, der Sinn, sind vereint; / bei dieser mit einem Kalb ähnlicher Gestalt, / im Schmalz durch Opfer, im Fett.

yat kakṣīvān saṃvananaṃ Bhatt. kakṣīvāṃ / putro aṅgirasām avet | / tena vām adya devāḥ / saṃ priyā sam avīvanan ||

Was Kakṣīvat als Einigung, / der Sohn der Aṅgirasen, erlangte: / damit haben euch beiden heute die Götter / das Liebe zusammengebracht.

saṃvananaṃ vāṃ manaso / atho saṃvananaṃ hṛdaḥ | / atho bhagasya yac chrāntaṃ / tena saṃ vānayāmi vām ||

Einigung eures Geistes, / und Einigung des Herzens; / und was von Bhaga ermüdet [erlangt] ist: / damit einige ich euch beide.

ahaṃ te manasā manaś / cakṣur gṛhṇāmi cakṣuṣā | / evā pari ṣvajasva mā / yathāsan mayi te manaḥ ||

Ich fasse deinen Geist mit dem Geist, / dein Auge mit dem Auge. / So umarme mich, / damit in mir dein Sinn sei.

ā rathasyeva cakre / abhi mā vartatām asau | / reṣmacchinnaṃ yathā tṛṇaṃ / veṣṭāsau manasā mayi ||

Wie zu den Rädern eines Wagens / soll sie mir zurollen, jene da. / Wie ein vom Reṣma abgeschnittenes Gras / sich um mich [windet], so [winde] jene sich mit dem Geist um mich.

pari tvā yātur asaraṃ / pari mātuḥ pari svasuḥ | / pari tvānyābhya strībhyo / 'nayauṣadhyāsaram ||

Vor dir, vor der Hexerei, habe ich umkreist, / vor Mutter, vor Schwester; / vor anderen Frauen: / mit dieser Pflanze habe ich dich umkreist.

ya indrasya sabhādhāno / yasmin samitim āsate | Bhatt. samatam / hiraṇyaṃ yasya parṇāni / tasmā aśvattha te namaḥ ||

Der du Indras Versammlungs-Sitz bist, / in dem sie sich zur Versammlung setzen, / dessen Blätter Gold sind: / dir, Aśvattha, Verehrung.

yaḥ śākhābhir antarikṣam / ā pūrayati niṣṭhayā | / chandāṃsi yasya parṇāni / tasmā aśvattha te namaḥ ||

Der mit den Zweigen den Luftraum / bis zum Ende füllt; / dessen Blätter die Versmaße sind: / dir, Aśvattha, Verehrung.

yaṃ mṛgo na samāpnoti / pakṣābhyāṃ śakuniṣ patan | / divaṃ yaḥ sarvāṃ stabhnāti / tasmā aśvattha te namaḥ ||

Den weder Wild noch ein Vogel / im Flug mit den Flügeln erreicht; / der den ganzen Himmel stützt: / dir, Aśvattha, Verehrung.