Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 19

Hymne 19.33 Schutz, Besänftigung des Zorns und Sündenabwaschung

somo rājā savitā ca rājā / bhavo rājā bhuvanaṃ ca rājā | / śarvo rājā śarma ca rājā / ta u naḥ śarma yacchantu devāḥ ||

Soma ist König, Savitar ist König, Bhava ist König, die Welt ist König; Śarva ist König, der Schutz (śarma) ist König: diese Götter sollen uns Schutz gewähren.

ādityair no bṛhaspatir / bhagaḥ somena naḥ saha | / viśve devā urv antarikṣaṃ / ta u naḥ śarma yacchantu devāḥ ||

Mit den Ādityas [zusammen] Bṛhaspati für uns, Bhaga mit Soma für uns, die Allgötter, der weite Luftraum: diese Götter sollen uns Schutz gewähren.

utāviddhāṃ niṣkhidata- / -atho śrathnīthāyatām | / mā no viśve devā / maruto hetim asthata ||

Und die Unverwundete presst heraus (?), und ihr Gelösten [?] lockert euch [?] – nicht sollt ihr, Allgötter, Maruts, uns das Geschoss entgegenstellen.

apām idaṃ nyayanaṃ / samudrasya niveśanam | / madhye hradasya no gṛhāḥ / parācīnā mukhā kṛdhi ||

Dies ist der Abstieg der Wasser, die Wohnstätte des Meeres: mitten im Teich [seien] unsere Häuser; mache [die Gesichter der Gegner] abgewandt [?].

āyane te parāyaṇe / dūrvā rohatu puṣpiṇī | / utso vātra jāyatāṃ / hrado vā puṇḍarīkavān ||

Auf deinem Kommen und Gehen soll Dūrvā-Gras blühend wachsen; oder eine Quelle soll hier entstehen, oder ein Teich mit Lotosblumen.

himasya tvā jarāyuṇā / śāle pari vyayāmasi | / śītahradāya no bhuvo / 'gnir dadātu bheṣajam ||

Mit der Hülle (jarāyu) des Schnees umhüllen wir dich rundum in der Halle; werde uns zum kühlen Teich; Agni soll [dir] Heilmittel geben.

ayaṃ darbho vimanyukaḥ / svāya cāraṇāya ca | / manyor vimanyuko / manyuśamano astu te ||

Dieser Darbha-Halm ist zornlos (vimanyuka) für den Eigenen und für den Fremden; vom Zorn zornlos [gemacht], soll er dir Zornbesänftiger sein.

ayaṃ yo bhūrimūlaḥ / samudram avagacchati | / darbhaḥ pṛthivyāṃ niṣṭhitaḥ / sa te astu vimanyukaḥ ||

Dieser hier, der vielwurzelige, der zum Meer hinabreicht, der Darbha, der auf der Erde feststeht: er soll dir zornlösend (vimanyuka) sein.

vi te hanavyāṃ śaraṇiṃ / vi te mukhyāṃ nayāmasi | / yathāvaśo na vādiṣo / mama cittam upāsāsai ||

Wir führen dir die Kinnlade [?], die Śaraṇi [?] auseinander, wir führen dir den Mund auseinander, damit du nicht nach Belieben widerredest [und] meinem Sinn dienst.

yebhiḥ pāśaiḥ parivitto vibaddhaḥ / parauparāv ārpito aṅgeaṅge | / vi te cṛtyantāṃ vicṛto hi santi / bhrūṇaghni pūsan duritāni mṛṣṭām || read mṛṣṭā || (?)

Mit welchen Fesseln du umschlungen, gebunden, [an] Fernem und Nahem, an jedes Glied geheftet bist: sie sollen dir gelöst werden, denn sie sind gelöst. Pūṣan, wische die Übel am Embryotöter ab.

trite devā amṛjataina etat / trita enan manuṣyeṣv amṛṣṭa | / tato yadi tvā madhye na ārat / tad ahaṃ tvad brahmaṇāpā karomi || Bhatt. tad (⟨ tvad)

Bei Trita haben die Götter dieses [Übel] abgewischt, Trita hat es unter den Menschen abgewischt. Wenn dich daraus in unserer Mitte etwas erreicht hat, so nehme ich das mit der heiligen Formel (brahman) von dir weg.

marīcīr dhūmaṃ pra viśānu vātam / udārān gacchota vā nīhāram | / nadīnāṃ phenam anu tad vi naśyatu / bhrūṇaghni pūṣan duritāni mṛṣṭām || Bhatt. (⟨ ṣṭā)

Gehe in die Lichtstrahlen, in den Rauch, dem Wind nach; geh in die Höhen oder in den Nebel; dem Schaum der Flüsse nach soll das vergehen. Pūṣan, wische die Übel am Embryotöter ab.

agne rakṣaḥ prati daha / yat kumbhyābhir ābhṛtam | / anādhṛṣyaḥ sa yāsyaty / abhūj jīvātave ayam ||

Agni, verbrenne den Rakṣas, das durch die Kumbhīs (Krug[-Dämoninnen?]) herbeigebracht wurde. Unangreifbar wird dieser hier weitergehen; er ist zum Leben geworden.

yan nakhavad yac chaphavat / prasūmat kiṃ ca puṣpavat | / urvā matsyo madhūlakaṃ / tasya pāsyaty ayam / anāsrāvam arogaṇam ||

Was Krallen hat, was Hufe hat, was Sprossen hat und was immer Blüten hat – die Urvā [?], der Fisch, das Madhūlaka: davon soll dieser trinken, frei von Ausfluss, frei von Krankheitsschar.

yāḥ samudrāt prasravanti / devīr himavatas pari | / āpo yā viśvaśambhuvas / tā ihā yantu bheṣajīḥ ||

Die Göttinnen, die vom Meer herabströmen, vom Himavat herab, die Wasser, die allbeglückend sind: sie sollen hierher kommen als Heilmittel.