Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 19

Hymne 19.7 Eintracht, Heilung, Reinigung, gegen Eifersucht

saṃsam id yuvase vṛṣann / agne viśvāny arya ā | / iḍas pade sam idhyase / sa no vasūny ā bhara ||

Zusammen vereinigst du, Stier Agni, alle [Güter] beim Herrn [?]; / auf der Stätte der Iḍā wirst du entzündet; / bringe du uns Güter her.

saṃ jānīdhvaṃ saṃ pṛcyadhvaṃ / saṃ vo manāṃsi jānatām | / devā bhāgaṃ yathā pūrve / saṃjānānā upāsate ||

Kommt zusammen, einigt euch; / eure Sinne sollen einträchtig sein; / wie die alten Götter, einträchtig, / [zu ihrem] Anteil sich setzen.

samāno mantraḥ samitiḥ samānī / samānaṃ cittaṃ saha vo manāṃsi | / samānena vo haviṣā juhomi / yathā saṃmanaso 'satha ||

Gemeinsam sei der Spruch, gemeinsam die Versammlung, / gemeinsam der Sinn, samt euren Gedanken; / mit gemeinsamer Opfergabe opfere ich für euch, / damit ihr einmütig seid.

ut sūryo diva eti / puro viśvāni yo 'ruhat | Bhatt. joruvat / ādityaḥ parvatāṅ ati Bhatt. parvatāṃ / viśvadṛṣṭo adṛṣṭahā ||

Empor geht die Sonne vom Himmel, / die vorn alles bestiegen hat; / der Āditya, über die Berge hinweg, / der Allsehende, der Töter der Unsichtbaren.

āyurvidaṃ vipaścitaṃ / śrutāṃ kaṇvasya vīrudham | / āhārṣaṃ viśvabheṣajīm / asyādṛṣṭān ni śamaya ||

Die lebenfindende, weise, / berühmte Pflanze des Kaṇva, / die Allheilerin habe ich geholt; / bringe die Unsichtbaren bei diesem [Menschen] zur Ruhe.

ni gāvo goṣṭhe asadan / ni mṛgāso avikṣata | / ni ketavo janānāṃ / ny adṛṣṭā alipsata ||

Nieder ließen sich die Kühe im Kuhstall, / nieder legten sich die Wildtiere; / nieder die Banner der Menschen; / nieder haben sich die Unsichtbaren [gelegt] [?].

himavataḥ pra sravatha / tāḥ sindhum upa gacchatha | / āpo gha mahyaṃ tad devīr / dadan hṛddyotabheṣajam || Bhatt. dadaṃ

Vom Himavat strömt ihr hervor, / zum Sindhu geht ihr; / die göttlichen Wasser sollen mir, ja wahrlich, / das Heilmittel gegen Herzbrennen geben.

yad akṣībhyām ādidyota / pārṣṇibhyāṃ hṛdayena ca | / āpas tat sarvaṃ niṣ karan Bhatt. karaṃ / tvaṣṭā riṣṭam ivānasaḥ ||

Was mit den Augen, mit den Fersen / und mit dem Herzen aufgeleuchtet [gebrannt] hat: / das alles sollen die Wasser in Ordnung bringen, / wie Tvaṣṭar den Schaden am Wagen.

sindhurājñīḥ sindhupatnīḥ / sarvā yā nadya sthana | / dattā nas tasya bheṣajaṃ / tena vo bhunajāmahai ||

Ihr Königinnen des Sindhu, Frauen des Sindhu, / all ihr Flüsse, die ihr seid: / gebt uns das Heilmittel dagegen; / damit wollen wir euch nutzen.

punantu mā devajanāḥ / punantu manavo dhiyā | / punantu viśvā bhūtāni / pavamānaḥ punātu mā ||

Reinigen sollen mich die Götterleute, / reinigen die Menschen mit Bedacht; / reinigen sollen [mich] alle Wesen; / der Klärende [Pavamāna] soll mich reinigen.

punātu mā pavamānaḥ / kratve dakṣāya jīvase | / jyok ca sūryāya dṛśe ||

Reinigen soll mich Pavamāna / zu Einsicht, zu Tüchtigkeit, zum Leben; / und lange, um die Sonne zu sehen.

ubhābhyāṃ deva savitaḥ / pavitreṇa savena ca | / asmān punīhi cakṣase ||

Mit beiden, Gott Savitar, / mit Seihtuch und mit Antrieb / reinige uns zum Sehen.

īrṣyāyā dhrājiṃ prathamām / adhamām uttamām uta | / manyuṃ hṛdayyaṃ śokaṃ / taṃ te nir mantrayāmahe ||

Der Eifersucht ersten, untersten / und obersten Ansturm, / den Grimm im Herzen, den Kummer: / den beschwören wir dir weg.

etad yat te hṛdi śritaṃ / manaskaṃ patayiṣṇukam | / tatas ta īrṣyāṃ muñcāmi / nir ūṣmāṇaṃ dṛter iva ||

Dies, was dir im Herzen sitzt, / im Gemüt, das Flatternde: / daraus löse ich dir die Eifersucht, / wie die Hitze aus einem Schlauch.

yathā bhūmir mṛtamanā / mṛtān mṛtamanastarā | / yathota mamruṣo mana Bhatt. yathottamaṃmṛto / everṣyor mṛtaṃ manaḥ ||

Wie die Erde gedankenlos-tot, / toter im Sinn noch als die Toten; / und wie der Sinn eines Gestorbenen: / so ist der Eifersüchtigen Sinn tot.