Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 19

Hymne 19.52 Milch, Ghee und Fülle (Wohlstandsspruch)

divo nabhaḥ śukraṃ payo duhānā- / -rtasya nābhir amṛtaṃ vi caṣṭe ||

Die leuchtende Milch, den Nabel des Himmels, melkend, / [schaut] der Nabel des Ṛta das Unsterbliche.

ghṛtaṃ duhānā viśvataḥ prapītām / ūrjaṃ duhānā anapasphurantīm | / upāsatāṃ sukṛtaḥ svadhābhiḥ ||

Ghee melkend, von allen Seiten [mit Milch] gefüllt, / Kraft melkend, die nicht ausschlagende [Kuh], / sollen die Rechtschaffenen mit ihren Svadhā-Kräften aufwarten.

ghṛtam iccha pinvamānām Bhatt. (⟨ ghṛtam utsaṃ) / imāṃ yonim upādhvam | / svadhā yāś cakṛṣe jīvan Bhatt. jīvaṃ (⟨ n) / tās te santu madhuścutaḥ ||

Suche das schwellende Ghee; / diesem Schoß nähert euch [?]. / Die Svadhā, die du dir lebend geschaffen hast, / die sollen dir honigtriefend sein.

saṃ rasā oṣadhīnāṃ / sam ākūtīr namantu me | / ūrjasvantaṃ payasvantaṃ / pṛthivyā hastam anv agām ||

Zusammenkommen sollen die Säfte der Pflanzen, / zusammen sich mir zuneigen die Absichten. / Kraftvoll, milchreich / bin ich der Hand der Erde entgegengegangen.

pariṇītir asi hastasya / pathaḥ pariṇītir asi | / evā ha duṣvapnyaṃ sarvaṃ / stambe pari ṇayāmasi ||

Ein Umführen bist du der Hand, / ein Umführen des Weges bist du. / So führen wir jeden bösen Traum / am Pfosten [Büschel?] herum [von uns weg].

payasvan me kṣetram astu / payasvad uta dhānyam | / kṛṣiḥ payasvatī mama- / -ahaṃ payasvān bhūyāsam ||

Milchreich sei mein Feld, / milchreich auch das Korn; / milchreich [sei] mein Ackerbau: / ich möge milchreich werden.

vṛṣṇe bṛhate svarvide / 'gnaye śuklaṃ harāmi tviṣīmate | / sa na sthirān balavataḥ kṛṇotu Bhatt. sa naḥ / jyok ca no jīvātave dadhātu ||

Dem Stier, dem Großen, dem Himmelsfinder, / dem Agni, dem Glanzvollen, bringe ich das Leuchtende dar. / Er soll uns fest und kraftvoll machen / und uns dauerhaft zum Leben geben.

veda vai te 'gne nāma- / -adbhir nāmāsi trivarūthaḥ | / trayaḥ poṣās trivṛd asmān yajñaḥ sacatām ||

Wahrlich, ich kenne deinen Namen, Agni: / durch die Wasser bist du „Dreifachschutz“. / Drei Nährungen, das dreifache Opfer / sollen uns begleiten.

prajāpateḥ payasā vāvṛdhānā Bhatt. vāvṛdhānāv (⟨ ā) / āyuṣmanto varcasvinaḥ | / jyog jīvanta upa tvā sadema ||

Durch die Milch des Prajāpati gewachsen, / langlebig, glanzvoll, / lange lebend wollen wir bei dir sitzen [dir aufwarten].

urūṇasāv asutṛpā udumbalau / yamasya dūtau carato janām̐ anu | / vedāhaṃ veda sūryaḥ / kim etau kiṃ kariṣyataḥ ||

Die beiden Weitnasigen, Lebenshungrigen, Braunen [?], / Yamas Boten, wandeln unter den Menschen. / Ich kenne [sie], Sūrya kennt [sie]: / Was werden diese beiden [mir] tun?

na mā dadambha dabhasādabhīyaṃ / na pāko asmi januṣā na śiṣyaḥ | / abhīṣāḍ asmi viśvāṣāṭ pṛtanāṣāṭ svarvid / yad idaṃ viśvaṃ bhuvanaṃ so asmi ||

Nicht hat mich [der] Schädiger [?] geschädigt; / nicht bin ich ein Einfältiger von Geburt, nicht ein [noch] zu Belehrender. / Ich bin Überwältiger, Allüberwältiger, Heeresüberwältiger, himmelskundig: / Was dieses ganze Wesen [Weltall] ist, das bin ich.

āsthād ud asthād ajaniṣṭa vipro / 'mimīta varimāṇaṃ pṛthivyāḥ | / āsīdat saṃrāḍ bhuvanāni viśvā / sa icchā veda varuṇasya vratāni || Bhatt. (icchā ⟨ itthād)

Er hat sich aufgestellt, ist aufgestanden, der Weise wurde geboren; / er maß die Weite der Erde aus. / Er setzte sich als Allherrscher über alle Wesen; / er [so] kennt die Gebote Varuṇas.

prajāpatiḥ prajāvān / sa mā prajāvān prajāvantaṃ kṛṇotu ||

Prajāpati ist kinderreich; / er, der Kinderreiche, soll mich zu einem Kinderreichen machen.

sūryo varcasvān / sa mā varcasvān varcasvantaṃ kṛṇotu ||

Sūrya ist glanzvoll; / er, der Glanzvolle, soll mich zu einem Glanzvollen machen.

somaḥ payasvān / sa mā payasvān payasvantaṃ kṛṇotu ||

Soma ist milchreich; / er, der Milchreiche, soll mich zu einem Milchreichen machen.

triṃśan muṣkāḥ kābavasya / daśa muṣkā ulūkyāḥ | / catvāras tava kardama ||

Dreißig Hoden hat der Kābava, / zehn Hoden die Eule, / vier hast du, Kardama.

tāṃs tvam ugrakāśini / mūle api kṛntatāt | / āsuro 'si janmanā / taṃ tveto nāśayāmasi ||

Diese schneide du, furchtbar Aussehende, / an der Wurzel ab. / Ein Asura bist du von Geburt: / den treiben wir von hier fort.

indrajā asi somajās / taṃ tveto niṣ pra hiṇmasi | Bhatt. tan / urvā matsyo madhūdakaṃ / tasya pāsy atyayam / anāsrāvam arogaṇam ||

Indra-geboren bist du, Soma-geboren: / den schicken wir von hier fort. / [Ein] weiter [?] Fisch [ist] das Honigwasser; / dessen Vergehen/Übermaß trinkst du – / ohne Abfluss, ohne Krankheitsschwarm [?].