Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 19

Hymne 19.8 Königsweihe, Ruhm, Besänftigung des Grimms, Kuṣṭha

dyauś ca mā pṛthivī ca pracetasau / śukro bṛhan dakṣiṇā mā pipartu | / anu svadhā cikitāṃ somo agnir / vāyur mā yātu savitā bhagaś ca ||

Himmel und Erde, ihr beiden Einsichtigen; / der Helle, der Große [und] die Opfergabe sollen mich hinüberbringen; / dazu die Svadhā, die wissende [?]: / Soma, Agni, Vāyu, Savitar und Bhaga sollen zu mir kommen.

punar manaḥ punar āyur na āgan / punaś cakṣuḥ punar ākūtir āgan | / vaiśvānaro no adabdhas tanūpā / antas tiṣṭhāti duritād avadyāt ||

Wieder soll Sinn, wieder Lebensdauer zu uns gekommen sein; / wieder Sehkraft, wieder Vorsatz ist gekommen; / Vaiśvānara, der unbetrügbare Leibschützer, / steht im Innern [wachend] vor Unheil und Schande.

saṃ varcasā payasā saṃ tanūbhir / aganmahi manasā saṃ śivena | / tvaṣṭā sudatro varivaḥ kṛṇotv / anūnas tāṣṭu tanvo viriṣṭam || Bhatt. anu nas

Mit Glanz, mit Milch, mit Leibern / sind wir zusammengekommen, mit freundlichem Sinn; / Tvaṣṭar, der Gabenreiche, soll Raum schaffen; / der Vollkommene soll zurechtzimmern, was an unseren Leibern verletzt ist.

idaṃ tad yuja uttaraṃ / yenendraṃ śumbhāmy aṣṭaye | / asya kṣatraṃ śriyaṃ mahīṃ / vṛṣṭir iva vardhayā tṛṇam ||

Dies ist jenes höhere [Mittel] gegenüber dem Gefährten, / womit ich Indra zum Erlangen schmücke; / seine Herrschaft, [seinen] Glanz, [seine] Größe / lass wachsen wie Regen das Gras.

asya kṣatram agnīṣomāv / asya vardhayataṃ rayim | / atho rāṣṭrasyābhīvarge / kṛṇutaṃ yuja uttaram ||

Seine Herrschaft, Agni und Soma, / seinen Reichtum lasst wachsen; / und bei der Überwältigung des Reiches / macht ihn zum Höheren gegenüber dem Gefährten.

sabandhuś cāsabandhuś ca / yo jāto yaś ca niṣṭiyaḥ | Bhatt. niṣṭyaḥ / yajamānāya sunvate / sarvaṃ taṃ rīradhāsi naḥ ||

Der Verwandte und der Nichtverwandte, / wer [hier] geboren ist und wer ein Fremder ist: / dem Opferherrn, der Soma presst, / alle diese unterwirf uns.

yaśo bṛhad vardhatām indrajūtaṃ / sahasrabhṛṣṭi sukṛtaṃ sahasvat | / prasarsrāṇam anu dīrghāya jīvase / haviṣmantaṃ vardhaya sarvatātaye ||

Großer Ruhm soll wachsen, von Indra getrieben, / tausendspitzig, wohlgetan, kraftvoll; / ausgebreitet nach vorn, zu langem Leben: / den Opfergabenreichen lass wachsen zur Vollständigkeit.

yaśā indro yaśā agnir / yaśāḥ somo ajāyata | / yaśā viśvasya bhūtasya- / -aham asmi yaśastamaḥ ||

Ruhmreich ist Indra, ruhmreich Agni, / ruhmreich wurde Soma geboren; / des ganzen Wesens / bin ich der Ruhmreichste.

vayaṃ te agne yaśaso yaśobhir / yaśasvino haviṣainā vidhema | / sa no dhehi rāṣṭram indrajūtaṃ / tava trātre adhivāke syāma ||

Wir, Agni, deine Ruhmreichen, / mit Ruhmestaten ruhmvoll, / wollen dir mit dieser Opfergabe dienen; / gib uns das von Indra getriebene Reich; / in deinem Schutz, in deiner Fürsprache wollen wir sein.

ava jyām iva dhanvano / manyuṃ tanomi te hṛdaḥ | / adhā saṃmanasau bhūtvā / sakhikeva sacāvahai ||

Wie von einem Bogen die Sehne / spanne ich deinen Groll aus dem Herzen ab; / dann, einträchtig geworden, / wollen wir wie zwei Gefährten zusammengehen.

vi te manyuṃ nayāmasi / sakhikeva sacāvahai | / adhas te aśmanā manyuṃ / guruṇābhi ni dadhmasi ||

Wir führen deinen Groll hinweg; / wie zwei Gefährten wollen wir zusammenhalten; / unten drücken wir deinen Groll / mit schwerem Stein nieder.

abhi tiṣṭhāmi te manyuṃ / pārṣṇibhyāṃ prapadābhyām | / parā te daṇḍyaṃ vadhaṃ / parā manyuṃ suvāmi te ||

Ich trete auf deinen Groll / mit den Fersen, mit den Zehen; / weg [von dir] deinen strafenden Schlag, / weg treibe ich deinen Groll von dir.

hiraṇyayaḥ panthā āsīd / aritrāṇi hiraṇyayā | / nāvo hiraṇyayīr āsan Bhatt. hiraṇyyīr* / yābhiḥ kuṣṭhaṃ nirāvaham || Bhatt. nirāvahan*

Golden war der Weg, / golden die Ruder, / goldene Schiffe waren es, / mit denen ich den Kuṣṭha herabbrachte.

suparṇasuvane girau / jātaṃ himavatas pari | / dhanair abhi śrutaṃ yanti / kuṣṭhehi takmanāśanaḥ || Bhatt. kuṣṭho hi

Auf dem Berg Suparṇasuvana, / oberhalb des Himavat geboren: / mit Gütern gehen sie zu dem Berühmten hin; / komm her, Kuṣṭha, Takman-Vertilger.

yo giriṣu jāyase / vīrudhāṃ balavattamaḥ | / kuṣṭhehi takmanāśana / takmānaṃ nāśayann itaḥ ||

Der du in den Bergen geboren wirst, / der kräftigste der Pflanzen: / komm her, Kuṣṭha, Takman-Vertilger, / den Takman von hier vertreibend.