Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 19

Hymne 19.20 Jyeṣṭhaghnī-Geburt, Ungeziefer, Heuschrecken, Harnverhaltung

jyeṣṭhaghnyāṃ jāto vicṛtor yamasya / māyaṃ hiṃsīḥ pitarau vardhamānaḥ | / syonau vyāghrā uta te śivau stām / ati neṣaṃ duritāni viśvā ||

Der in Jyeṣṭhaghnī Geborene, in Yamas Vicṛt [Sternbild]: / verletze nicht als Wachsender die Eltern. / Gnädig und freundlich seien dir [beide] Tiger-artige; / möge er alle Unheile überwinden.

vyāghre ahny ajaniṣṭa vīro / nakṣatrajāḥ sarvavīraḥ suvīraḥ | / sa mā hiṃsīḥ pitarau vardhamānas tasya / te devāḥ prati gṛhṇantu homam ||

Am Tag des Tigers [Nakṣatra] wurde der Held geboren, / sternen-geboren, allmännlich, tüchtig. / Er soll die wachsenden Eltern nicht schädigen; dessen / Opfer sollen die Götter annehmen.

yā rohiṇīr devapatyā / pra dhenur iva pinvate | / tatra tisro vyaṣṭakāḥ sarvām̐ adhi / bruvantu prajāyai jagate ca vām ||

Die Rohiṇīs, die Gattinnen der Götter, / die wie Kühe schwellen: / dort sollen die drei Vyaṣṭakā-Nächte / alles verkünden für eure Nachkommenschaft und die Welt.

yad ārdrābhyām araṇibhyāṃ devāḥ / śakrā amanthaṃ puruṣeṇa puruṣam | / atrāpuṣyataṃ mithunā sayonī / jīvāṃ prajāṃ jaradaṣṭiṃ sutejasā ||

Als ihr Götter mit den feuchten Reibhölzern, / mächtig, mit dem Mann den Mann entzündet habt: / da gediehet ihr als Paar, gleichen Schoßes, / lebende Nachkommenschaft, alternd, mit Glanz.

hataṃ pataṅgam uta tardam ākhum aśvinā / bhintaṃ śiro mṛṇataṃ hanū dataḥ | / yathā naḥ sasyaṃ na ghasaṃ vyadvarā / evābhayaṃ kṛṇutaṃ dhānyāya naḥ ||

Erschlagt den Flieger, auch den Bohrer, die Maus, ihr Aśvins; / spaltet den Kopf, zermalmt die Kiefer, ihr Zähne. / Damit sie uns die Saat nicht fressen, ihr Schädlinge: / so macht Furchtlosigkeit für unser Korn.

tarda hai pataṅga hai / jabhya hā upakvasa | / anadanta idaṃ dhānyam / ahiṃsanto apodita ||

Tarda, ha, Pataṅga, ha, / Jabhya, ha, Upakvasa: / nicht fressend dieses Korn, / ohne Schaden, geht hinweg.

tardapate vaghāpate / tṛṣṭadaṃśmā śṛṇota naḥ | / hotrevāprāśitaṃ havir / vṛkṇajihvā upādhvam ||

Herr der Tardas, Herr der Zerstörer, / mit gewetzten Zähnen, hört uns; / wie der Hotar eine nicht gegessene Opfergabe [meidet]: / mit abgeschnittener Zunge, geht weg!

tarda jabhyāpijihvayā / ya imaṃ divyaṃ pīyūṣaṃ / prathamas titṛpsāt | / taṃ pratyañcam arciṣā vidhya marman ||

Tarda, du Zerkauer mit Zungenschnitt [?], / der als erster diesen göttlichen Pīyūṣa [Biestmilch/Trank] / zu trinken begehrt: / den durchbohre ins Herz, gegen ihn, mit Glut.

ye abhrajā ye vātajā / ye divas pari jajñire | / marīcyāḥ putrāṇāṃ vayam / api nahyāma āsyam ||

Die aus den Wolken, die aus dem Wind geboren, / die vom Himmel her entstanden sind: / wir binden den Mund / der Söhne der Marīcī zu.

ye arjunā ye haritā / ye kṛṣṇā ye ca rohitāḥ | / kabandhasya praśāsane / śalabhyāñ jambhayāmasi ||

Die weißen, die gelben, / die schwarzen und die roten: / unter Kabandhas Gebot / lassen wir die Heuschrecken zermalmen.

antarikṣeṇa patata / mā sasyam abhi paddhvam | / girīṇāṃ sānuṣu sīdata / tṛṇaṃ kapālam attana / śalabhās tad viśām iva ||

Fliegt durch den Luftraum, / stürzt euch nicht auf das Korn. / Setzt euch auf die Kämme der Berge; / Gras und Scherben fresst ihr, / Heuschrecken, so wie [Fürsten] Untertanen [fressen].

yathāśvāso yathā dhuraṃ / yuktā vahanti sādhuyā | / evā mūtra pra bhidyasva / vi vaster āsyaṃ sṛja ||

Wie Rosse, wie an der Deichsel gejocht / sie gut ziehen: / so, Harn, brich hervor; / löse die Öffnung der Blase.

viṣitaṃ te vastibilaṃ / samudrasyodadher iva | / pra te bhinadmi mehanaṃ / vartraṃ veśantyā iva ||

Geöffnet ist deine Blasenöffnung, / wie beim Meer, dem Behälter des Wassers. / Ich spalte dir den Harngang, / wie den Riemen einer Eintretenden.

yāḥ samudrād uccaranti / jaratīr upajihvikāḥ | / pramehaṇasya tā vidur / ubhayor mehanasya ca ||

Die aus dem Meer aufsteigenden Alten, / die Upajihvikās (Ameisen): / diese kennen den Harnfluß / beider [Öffnungen] und des Gliedes.

śīrṣṇo valīr āsno valīr / aṅgādaṅgān mukhād valīḥ | / sarvās tā indrāṇī valīr / apa mārṣṭv adhi tvacaḥ || Bhatt. mārṣṭra(ṣṭrya)dhi

Die Falten am Kopf, am Mund, / an Gliedern, an jedem Glied, im Gesicht: / alle diese Falten soll Indrāṇī / von deiner Haut abwischen.

yās tvaci valayo jātā / yā jātās tanvas pari | / sarvās tā indrāṇī valīḥ / śamīśākhāsv ā sajāt ||

Die Falten, die auf der Haut entstanden sind, / die auf dem Körper ringsum entstanden sind: / alle diese Falten hat Indrāṇī / auf die Zweige der Śamī gehängt.

ā śamīṃ māmakī valī / rurohāti jahāti mām | / etām indrasya jāyā / validhānīm akṛṇvata ||

Zur Śamī ist meine Falte / hinaufgestiegen und verläßt mich. / Diese hat Indras Gattin / zur Falten-Aufnahme gemacht.