Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 19

Hymne 19.38 Beruhigung, Gedeihen und Weberzauber

mābhi gāyaḥ śābaleyaṃ / śauṇeyaṃ sādhuvāhinam | / namas te bhadrayā kṛṇmo / 'vihvṛtā cakṣuṣā tvaṃ / śamakā śamayāti tvā ||

Bell nicht an [?] den Śābaleya, den Śauṇeya, den gut Ziehenden; Verehrung dir; wir machen dich mit gütigem, unverdrehtem Auge [freundlich]: die Śamakā (Beruhigerin) beruhigt dich.

tṛndhi vi kṣiṇīhi / peśaḥ kurvāṇikā tvam | / jāreṇa patyā jakṣatī / gṛhān gopāyamānikā / śamakā śamayāti tvā ||

Zerschmettere, zerstöre; du, die Gestalt annimmt, mit dem Buhlen als Gatten schmausend (oder scherzend), die Häuser hütend: die Śamakā beruhigt dich.

āṅkṣvābhyaṅkṣva- / -abhyaktā śamanaṃ gamaḥ | / atho pitṛbhyo gā iccha / vijñānena bhagena ca / śamakā śamayāti tvā ||

Salbe dich, salbe dich ein; als Gesalbte sollst du zur Beruhigung gehen; und suche für die Väter Kühe, mit Einsicht und Glück: die Śamakā beruhigt dich.

apehi manasas pāpa- / -apa krāma parastaram | / paro nirṛtyā ā cakṣur / bahutrā jīvato manaḥ ||

Weiche, Böses des Geistes, geh fort, ferner; fort zu Nirṛti; man sagt [?]: vielfach [schweift] der Geist des Lebenden.

bhadraṃ vai varaṃ vṛṇate / bhadraṃ yuñjanti dakṣiṇam | / bhadraṃ vaivasvataṃ cakṣur / bahutrā jīvato manaḥ ||

Glück wählen sie als Wahl, Glück schirren sie an, das rechte [Zugtier]; Glück [ist] das Auge des Vivasvat-Sohnes (Yama); vielfach [schweift] der Geist des Lebenden.

yan me chidraṃ manaso yac ca vācaḥ / sarasvatīṃ manyucittaṃ jagāma | / viśvais tad devaiḥ saha saṃvidānaḥ / saṃ dadhātu bṛhaspatiḥ ||

Was mir an Geist ein Riss ist und was an Rede, wohin zur Sarasvatī der zornerfüllte Sinn gegangen ist: das soll Bṛhaspati, mit allen Göttern einig, zusammenfügen.

sphirā sphirataraṃ / sphirā āttāraḥ | / śatahasta samāhara / sahasrahasta saṃ kira ||

Reichlich, Reicheres; die Reichen sind Nehmer [?]; Hunderthändiger, trage zusammen, Tausendhändiger, schütte zusammen.

ihaivā kira saṃ kira- / -ihaiva sphātim asphiram | / sphireyam astv oṣadhiḥ / samudrasyeva saṃsravaḥ ||

Gerade hier schütte, häufe an, gerade hier Gedeihen, [das] Ungeminderte [?]; diese Pflanze soll reich sein wie das Zusammenströmen des Meeres.

ut tirā ā gamann upa- / -ut tirāṇyāgaman | Bhatt. (maṃ ⟨ man) / vṛṣṭe śāpaṃ nadīr iva- / -iha sphātiṃ samāvahān ||

Die Ufer/Überschreitungen [?] sind herbeigekommen; wie Flüsse nach dem Regen [Schwemmgut?] haben sie hier Gedeihen zusammengetragen [?].

vi mayūkhā ā yacchantu / gardabhā iva duryujaḥ | / muhyantu sarve tantavo / vṛtā nāḍī vitantrike ||

Die Webpflöcke sollen sich ausstrecken wie schlecht angeschirrte Esel; alle Fäden sollen verwirrt werden; die Spule ist umwickelt in der Fadenlosen [?].

pra vām īṣve patatāṃ / pra taṭā pra niveṣṭanam | / muhyantu sarve tantavo / andhe vitatavāyyau ||

Fort soll euch beide [Deichseln/Webteile?] fliegen, fort der Rand, fort das Umwickeln; alle Fäden sollen verwirrt werden im Blinden, [im] Ausgespannten und Zu-Webenden [?].

āyavanī niveṣṭanaṃ / vratā tasaram īṣve | / muhyantu sarve tantavo / andhe vitata vāyyau ||

Die Einwindung, das Umwickeln, die Fäden [und] das Weberschiffchen [?] an der Deichsel; alle Fäden sollen verwirrt werden im Blinden, im Ausgespannten, Zu-Webenden.

mayārakārī prathamā- / -ūrṇavābhir atho śakā | / devānāṃ patnīḥ kṛttikā / imaṃ tantum amūmuhan || Bhatt. amūmuhaṃ (⟨ han)

Die Mayāra-Macherin [?] als Erste, dann mit den Spinnen die Śakā; die Kṛttikās, die Gattinnen der Götter, haben diesen Faden verwirrt.

agnir na etu prathamaḥ / puraetā bṛhaspatiḥ | / adhā bhaga pra ṇo yaccha / tvaṃ hi dhanadā asi ||

Agni soll uns zuerst kommen, Bṛhaspati als Vorangeher; dann, Bhaga, gib uns [Anteil]; denn du bist Reichtumsgeber.

pra ṇaḥ śūdra utāryaḥ / pra ṇo rājota vṛtrahā | / atho yat sarvam ātmanvat / pra ṇo yacchatu dakṣiṇām ||

Uns soll der Śūdra und der Ārya, uns der König und der Vṛtra-Töter [Gaben] darreichen; und alles, was beseelt ist, soll uns die Dakṣiṇā reichen.

kavir yajñasya vi tanoṣi panthām / ṛtasya pṛṣṭhe adhi dīdhyānaḥ | / yena havyaṃ vahasi deva dūta / itaḥ pracetā amuto vanīyān ||

Als Seher spannst du des Opfers Weg, über dem Rücken der Ordnung [ṛta] leuchtend; mit dem du das Opfergut trägst, göttlicher Bote: von hier aus kundig, von dort her [noch] hilfreicher.

madhuhasto madhujihvo / madhuvarṇo madhuvrataḥ | / atho madhupraśāsano / bhago mā varcasāvatu ||

Honighändig, honigzüngig, honigfarbig, mit Honig-Ordnung, und honig-gebietend: Bhaga soll mich mit Glanz fördern.