Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 19

Hymne 19.50 Pfeilspitze, Pautudru-Amulett, Sohnerzeugung und Indras Sieg

pra dyauḥ pra pṛthivī / prāntarikṣaṃ svam arhat | / pretaḥ samudriyā āpaḥ / śalyam acucyavuḥ ||

Voran der Himmel, voran die Erde, voran der Luftraum, [je] ihr Eigenes vermögend [?]; / von hier fort haben die Meereswasser / den Pfeilstachel (śalya) fortgetrieben.

pra tvā vātaś cyāvayatu / pra bhūmiḥ sahasā saha | / pretaḥ samudriyā āpaḥ / śalyam acucyavuḥ ||

Dich soll der Wind fortbewegen, / fort die Erde mit Kraft; / von hier fort haben die Meereswasser / den Pfeilstachel fortgetrieben.

pra tvā sūryaś cyāvayatu / nakṣatraiḥ saha medibhiḥ | / pretaḥ samudriyā āpaḥ / śalyam acucyavuḥ ||

Dich soll die Sonne fortbewegen, / mit den Sternen, den wohlgesinnten (medin) [?]; / von hier fort haben die Meereswasser / den Pfeilstachel fortgetrieben.

yo mā pautudruvo maṇir Bhatt. om. yo mā / viśvabheṣaja āgamat | / so asmat sarvaṃ duṣvapnyam / apa hantu tamaś ca yat ||

Der Pautudru-Maṇi (Amulett), / der All-Heilmittel, zu mir gekommen ist: / der soll von uns alles schlechte Traumzeug / wegschlagen, und auch die Finsternis.

apāsmat sarvaṃ duṣvapnyam / apa pāpīṃ ca lakṣmyam | / adhā hiraṇyavarcasaṃ / sarvadā mā maṇe kṛdhi ||

Weg von uns alles schlechte Traumzeug, / weg das böse Unglückszeichen (lakṣmī); / dann mache mich, Maṇi, / allezeit goldglänzend.

sarvadaivāhaṃ bhagavān / indriyāvān viṣāsahiḥ | / yo mā pautudruvo maṇir / draviṇena sahāruhad / indreṇa sahāruhat ||

Allezeit möchte ich glückhaft, / kraftvoll, überwindend sein; / der Pautudru-Maṇi, der mit Reichtum / zu mir emporgestiegen ist, mit Indra emporgestiegen ist.

pumān aśvo dhanaṃ vittiṃ / pumān niṣko hiraṇyayaḥ | / pumāṃsaṃ putram oṣadhe / 'syā ā dhehi nāryai ||

Männlich [sei] das Ross, Reichtum, Habe; / männlich der goldene Halsschmuck (niṣka); / einen männlichen Sohn, Pflanze, / lege in diese Frau.

yathānandāḥ puṃsi jāte / na vravastīti kaś cana | / evā tvaṃ putram oṣadhe / 'syā ā dhehi nāryai ||

Wie [alle] froh sind, wenn ein Knabe geboren ist, / und keiner [sagt] „na vravasti“ [?]: / so, Pflanze, lege einen Sohn / in diese Frau.

aśvena riṣyena gavā Bhatt. riṣyena (⟨ ṛṣyena) / krītāsy oṣadhe | Bhatt. om. | (found in K) / aśvaḥ śveto dhanaṃ tava / hiraṇyaṃ haritaṃ tava | / dattā somena rājñeha / puṃsavanaṃ bhava ||

Mit Ross, mit Antilopenbock, mit Rind / bist du erkauft, Pflanze. / Das weiße Ross ist dein Reichtum, / das gelbliche Gold ist dein; / gegeben vom König Soma hier, / werde Sohnerzeugung (puṃsavana).

yan me nṛmṇaṃ draviṇaṃ brāhmaṇaṃ ca / yac ca śrutaṃ yac ca ratnaṃ bibharmi | / etan no atra nidhipānu pātu / yāvad aimi strīyaṇamajmā vyajya ||

Was ich an Manneskraft, Besitz, Brahmanentum, / was ich an Gehörtem (Gelehrtem) und was ich an Kleinod trage: / dies soll uns hier der Schatzhüter nachhüten, / solange ich [den Frauen-]Weg [?] durchmessend gehe [?].

yan me nṛmṇaṃ draviṇaṃ brāhmaṇaṃ ca / ye agnayo dhṛṣṇiyāso mayīme | / hariścandro rakṣatu tan no atra / yāvad aimi paro grāmaṃ caritvā ||

Was ich an Manneskraft, Besitz, Brahmanentum [trage], / und diese kühnen Feuer in mir: / Hariścandra soll uns dies hier hüten, / solange ich jenseits des Dorfes umherwandernd gehe.

eṣa aimi paro grāmaṃ caritvā- / -accha nṛmṇaṃ draviṇaṃ brāhmaṇaṃ ca | / yad atrāpi tve śuci- / -idaṃ tad aham ā dade ||

Dieser [ich] gehe, jenseits des Dorfes umhergezogen, / hin zu Manneskraft, Besitz, Brahmanentum; / was hier auch bei dir rein ist: / dies nehme ich mir.

ā sūryo hi prathamaṃ dasyuhatyāya / śakra hārī yuñjāno maghavan sahasram | / dāsaṃ varṇaṃ randhayann āryāya / yuñjāno bāhū puruhūta vajram ||

Denn Sūrya [kam] zuerst herbei zur Tötung der Dasyus [?]; / Śakra, die beiden Falben anspannend, Maghavan, tausend[fach]; / den dunklen Stand dem Ārya unterwerfend, / die Arme, den Vajra anspannend, Vielgerufener.

āhṛḍate dasyuhatyāya / tūrṇa dṛḍhāni parvā śṛṇīhīndra | / tīvrāśraddho bahulāny eṣām / ayujvano arpaya saṃ vadhena ||

Für den Herzhaften [?] zur Dasyu-Tötung / rasch zerbrich die festen Gelenke, Indra; / die stark Ungläubigen, viele von ihnen, / die nicht Angeschirrten (Nicht-Opfernden), liefere mit dem Schlag [dem Verderben] aus.

darśan nu citrapāvānam indraṃ / bahu sākaṃ śarām̐ iva patyamānān | / ye no ghṛṣviṃ maghavānaṃ pṛtanyān / abhīru teṣu kavayo vavṛtyuḥ ||

Ich möchte doch den vielfarbig-läuternden [?] Indra schauen, / viele zugleich, wie Pfeile fliegend/herrschend [?]; / die uns, den Rüstigen, den Freigebigen, bekämpfen: / gegen diese sollen die Dichter Furchtlosigkeit (abhīru?) wenden [?].