Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 19

Hymne 19.4 Gegen Schlangengift; Wasser, Schwangerschaft, Blutstillung

ṛtāvānaṃ vaiśvānaram / ṛtasya jyotiṣas patim | / ajasraṃ gharmam īmahe ||

Den Wahrhaftigen, Vaiśvānara, / den Herrn des Lichtes der Wahrheit: / den nie versiegenden Gharma [Glut/heißen Trank] erflehen wir.

sa idaṃ prati paprathad / yajñasya svar uttiran | / ṛtūn ut sṛjate vaśī || Bhatt. ṛtūṃr ut

Er hat dies hier ausgebreitet, / des Opfers Himmelslicht hinüberführend; / die Jahreszeiten entlässt er als Gebieter.

agniḥ priyeṣu dhāmasu / kāmo bhūtasya bhavyasya | / samrāḍ eko vi rājati ||

Agni ist in [seinen] lieben Stätten der Wunsch / des Gewesenen und des Künftigen; / als Alleinherrscher strahlt er allein.

pari dyām iva sūryo / ahīnāṃ janim āgamam | Bhatt. 'hīnāṃ / rātrī jagad ivānyad dhaṃsād / avārīr imaṃ viṣam || Bhatt. amaṃ

Wie die Sonne den Himmel umkreist, / so bin ich zur Herkunft der Schlangen gekommen; / wie die Nacht [die] andere Welt [?] ... [?] / hast du dieses Gift abgehalten.

yad brahmabhir yad ṛṣibhir / yad devair uditaṃ purā | / yad bhūtaṃ bhavyam āsanvat / tena te vāraye viṣam ||

Was von Brahmanen, was von Ṛṣis, / was von Göttern einst gesprochen wurde, / was Gewesenes und Künftiges umfasst [?]: / damit wehre ich dir das Gift ab.

madhunāpṛkṣi nadyaḥ / parvatā girayo madhu | / madhu paruṣṇī śīpālā / śam āsne astu śaṃ hṛde || Bhatt. sam, ŚS 6.12.3d śam

Mit Honig sind die Flüsse vermengt, / die Berge, die Hügel [sind] Honig; / Honig [ist] die Paruṣṇī, die Śīpālā; / Heil dem Mund, Heil dem Herzen.

yatheyam urvī pṛthivī / dādhāra viṣṭhitaṃ jagat | / evā te dhriyatāṃ garbho / anu sūtuṃ savitave || Bhatt. sūtaṃ

Wie diese weite Erde / die auseinandergestellte Welt trägt, / so soll dir die Leibesfrucht gehalten werden, / bis zur Geburt, um zu gebären.

(…) see 7a / dādhāremān vanaspatīn | / (…) || see 7cd

([Wie diese weite Erde die auseinandergestellte Welt trägt,]) / [so] trägt sie diese Bäume; / ([so soll dir die Leibesfrucht gehalten werden, bis zur Geburt, um zu gebären.])

yatheyam urvī pṛthivī / dādhāra parvatān apaḥ | Bhatt. parvatām̐ / evā te dhriyatāṃ garbho / anu sūtuṃ suvitave || Bhatt. sūtaṃ

Wie diese weite Erde / die Berge [und] die Wasser trägt, / so soll dir die Leibesfrucht gehalten werden, / bis zur Geburt, um zu gebären.

sasruṣīs tad apaso / divā naktaṃ ca sasruṣīḥ | / vareṇyakratur aham / apo devīr upa bruve ||

Fließend [waren sie], die Wasser, / die Tag und Nacht Fließenden, die Tätigen; / ich, dessen Wille erwünscht ist, / rufe die göttlichen Wasser an.

oktā āpaḥ karmaṇyā / muñcantv itaḥ praṇītaye | Bhatt. praṇītayaḥ / sadyo bhavantv etave ||

Benetzend sind die Wasser, wirkkräftig; / sie sollen von hier loslassen, zum Fortleiten; / sogleich sollen sie zum Gehen bereit sein.

devasya savituḥ save / karma kṛṇvanti mānuṣāḥ | / śaṃ no bhavantv apa oṣadhīr imāḥ ||

Unter des Gottes Savitar Antrieb / verrichten die Menschen das Werk; / Heil sollen uns die Wasser, diese Kräuter sein.

śatasya te dhamanīnāṃ / sahasrasya hirāṇām | / asthur in madhyamā yāḥ Bhatt. asthur madhyamā / sākam antā araṃsata ||

Deiner hundert Adern, / deiner tausend Gefäße: / die mittleren sind stehen geblieben; / zugleich sind die Enden zur Ruhe gekommen.

pari vaḥ sikatāmayīr / dhanūs tiraś cid asthiran | / tiṣṭhatelayatā su kam ||

Um euch [herum] haben sich sandige [Wälle ?] / [und] ein Bogen quer gestellt; / steht still, ruht: [so ist es] gut.

amūr yā yanti jāmayaḥ / sarvā lohitavāsasaḥ | / abhrātara iva yoṣās / tiṣṭhanti hatavarcasaḥ ||

Jene Schwestern, die dort gehen, / alle in rote Gewänder gehüllt: / wie Frauen ohne Bruder / stehen sie da, ihres Glanzes beraubt.

tiṣṭhāvare tiṣṭha para / uta tvaṃ tiṣṭha madhyame | / kaṇiṣṭhikā ca tiṣṭhāti Bhatt. tiṣṭhāt / tiṣṭhād id dhamanir mahī ||

Steh still, du Untere; steh, du Ferne; / und du, steh, du Mittlere; / auch die Kleinste soll stehen; / stehen soll die große Ader.