Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 19

Hymne 19.44 Der Opfertopf, Schutzsprüche und Segen um Gedeihen

syūtā devebhir amṛtair na āgann / ukhā svasāram adhi me dimasthāt | Bhatt. me (⟨ ve) / satyaṃ pūrvā ṛṣayaś cākṛpānā Bhatt. pūrvaṃ / yajñapateḥ su pra tirantv āyuḥ ||

Zusammengenäht mit den unsterblichen Göttern ist [er] zu uns gekommen, / der Topf (ukhā) hat sich zur Schwester über mich [gesetzt] [?]; / wahrhaftig [haben] die früheren Seher, [uns] zugetan (cākṛpānāḥ), / des Opferherrn Leben wohl hinübergeführt.

ukhāṃ sravantīm agadām akarma / tvaṣṭā vāyuḥ pṛthivy antarikṣam | / yata ścutad dhutam agnau tad astu / na tat prāpnoti nirṛtiḥ parastāt ||

Den Topf, den tropfenden, haben wir heil gemacht: / Tvaṣṭar, Vāyu, Erde, Luftraum. / Woraus es getropft ist, das im Feuer Geopferte, das soll [gelten]; / das erreicht Nirṛti nicht von jenseits.

antar agnāv aścutat stoka eṣa Bhatt. aścuta(t) / nainaṃ suvātai nirṛtiḥ parastāt | / viśvāvasor haviṣo vāvṛdhāno / 'yaṃ yajñaḥ sukṛtām etu lokam ||

Im Feuer ist dieser Tropfen herabgeträufelt; / diesen [erreicht] Nirṛti nicht von jenseits durch gute Winde [?]; / erstarkend durch die Opfergabe des Viśvāvasu / soll dieses Opfer zur Welt der Rechtschaffenen gehen.

śyeno 'si gāyatracchandā anu tvā rabhe / svasti mā saṃ pāraya ||

Ein Falke bist du, Gāyatrī-Metrum: ich fasse dich an; / führe mich wohlbehalten hinüber.

samrāḍ asi triṣṭupchandā anu tvā rabhe / svasti mā saṃ pāraya ||

Ein Samrāj (Oberherrscher) bist du, Triṣṭubh-Metrum: ich fasse dich an; / führe mich wohlbehalten hinüber.

svaro 'si gayo 'si jagacchandā anu tvā rabhe / svasti mā saṃpāraya ||

Klang (svara) bist du, Haus (gaya) bist du, Jagatī-Metrum: ich fasse dich an; / führe mich wohlbehalten hinüber.

trāyamāṇe sarvavide mā pari dehi | / sarvavid dvipāc ca sarvaṃ / rakṣa catuṣpād yac ca naḥ svam ||

Trāyamāṇā, gib mich dem Allwissenden anheim. / Allwissender, schütze das Zweifüßige und alles, / was uns an Vierfüßigem als Eigentum gehört.

sarvavid viśvavide mā pari dehi | / viśvavid dvipāc ca sarvaṃ / rakṣa catuṣpād yac ca naḥ svam ||

Allwissender, gib mich dem Alleswissenden (Viśvavid) anheim. / Viśvavid, schütze das Zweifüßige und alles, / was uns an Vierfüßigem als Eigentum gehört.

viśvavit kalyāṇyai mā pari dehi | / kalyāṇi dvipāc ca sarvaṃ / rakṣa catuṣpād yac ca naḥ svam ||

Viśvavid, gib mich der Heilvollen (Kalyāṇī) anheim. / Kalyāṇī, schütze das Zweifüßige und alles, / was uns an Vierfüßigem als Eigentum gehört.

kalyāṇi trāyaṃāṇāyai mā pari dehi | / trāyamāṇe dvipāc ca sarvaṃ / rakṣa catuṣpād yac ca naḥ svam ||

Kalyāṇī, gib mich der Trāyamāṇā anheim. / Trāyamāṇā, schütze das Zweifüßige und alles, / was uns an Vierfüßigem als Eigentum gehört.

vi khana vi ruja vi jahy / atraivānākṛtaś cara | / sam aham āyuṣā saṃ mayāyuḥ ||

Grabe auf, zerbrich, zerschlage; / genau hier wandle [du], ohne etwas getan zu haben (anākṛta) [?]. / Ich verbinde mich mit Lebensdauer, mit mir die Lebensdauer.

vi khana vi ruja vi jahy / atraivānākṛtaś cara | / sam ahaṃ varcasā saṃ mayā varcaḥ ||

Grabe auf, zerbrich, zerschlage; / genau hier wandle [du], ohne etwas getan zu haben. / Ich verbinde mich mit Glanz, mit mir der Glanz.

vi khana vi ruja vi jahy / atraivānākṛtaś cara | / sam ahaṃ tejasā saṃ mayā tejaḥ ||

Grabe auf, zerbrich, zerschlage; / genau hier wandle [du], ohne etwas getan zu haben. / Ich verbinde mich mit Feuerkraft (tejas), mit mir die Feuerkraft.

vi khana vi ruja vi jahy / atraivānākṛtaś cara | / sam ahaṃ prajayā saṃ mayā prajā ||

Grabe auf, zerbrich, zerschlage; / genau hier wandle [du], ohne etwas getan zu haben. / Ich verbinde mich mit Nachkommenschaft, mit mir die Nachkommenschaft.

vi khana vi ruja vi jahy / atraivānākṛtaś cara | / sam ahaṃ paśubhiḥ saṃ mayā paśavaḥ ||

Grabe auf, zerbrich, zerschlage; / genau hier wandle [du], ohne etwas getan zu haben. / Ich verbinde mich mit Vieh, mit mir das Vieh.

divo reto 'si pṛthivyā nabhyam | / nabhyam asi nabhyaṃ mā kṛṇu ||

Des Himmels Same bist du, der Erde Nabel. / Nabel bist du: mache mich zum Nabel.

divo reto 'si pṛthivyāḥ śaktiḥ | / śaktir asi śaktaye te vidheyam ||

Des Himmels Same bist du, der Erde Kraft. / Kraft bist du: zur Kraft hin ist dir zu dienen (vidheyam).

divo reto 'si pṛthivyā vittiḥ | / vittir asi vittaye te vidheyam ||

Des Himmels Same bist du, der Erde Erlangung (vitti). / Erlangung bist du: zur Erlangung hin ist dir zu dienen.

divo reto 'si pṛthivyāḥ puṣṭiḥ | / puṣṭir asi puṣṭaye te vidheyam ||

Des Himmels Same bist du, der Erde Gedeihen (puṣṭi). / Gedeihen bist du: zum Gedeihen hin ist dir zu dienen.

divo reto 'si pṛthivyā bhūtiḥ | / bhūtir asi bhūtaye te vidheyaṃ / bhūtir asi bhūtāsi bhūyāsam ||

Des Himmels Same bist du, der Erde Wohlstand (bhūti). / Wohlstand bist du: zum Wohlstand hin ist dir zu dienen. / Wohlstand bist du, Gewordene [Wohlstand] bist du: möchte ich werden.

śukro 'si bhrājo 'si | / sa yathā tvaṃ bhrājato bhrājo 'sy / evāhaṃ bhrājato bhrājyāsam ||

Hell bist du, glänzend bist du. / Wie du, der Glänzende, glänzend bist, / so möchte ich, der Glänzende, glänzen.

sāyaṃsāyaṃ gṛhapatir no agniḥ / prātaḥprātaḥ saumanasasya dātā | / vasorvasor vasudhāna edhi / vayaṃ tvendhānās tanvaṃ puṣema ||

Abend für Abend ist Agni unser Hausherr, / Morgen für Morgen Geber des Wohlwollens; / Reichtum um Reichtum, Reichtumsbewahrer, sei [uns]; / wir, dich entzündend, möchten unseren Leib gedeihen lassen.

prātaḥprātar gṛhapatir no agniḥ / sāyaṃsāyaṃ saumanasasya dātā | / vasorvasor vasudhāna edhi- / -indhānās tvā śataṃ himā ṛdhema ||

Morgen für Morgen ist Agni unser Hausherr, / Abend für Abend Geber des Wohlwollens; / Reichtum um Reichtum, Reichtumsbewahrer, sei [uns]; / dich entzündend möchten wir hundert Winter gedeihen.

yo na āviḥ śapati yaś ca stāyad / yadi cittyā manyunā yat sapatnaḥ | Bhatt. stāyadicityo (⟨ dyadacittyā) / agniṣ ṭān pāśān pra mumoktu devo / yāvayatu śapathām̐ varuṇo dhṛtavrataḥ ||

Wer uns offen verflucht und wer stiehlt, / sei es aus Absicht, aus Zorn, oder als Nebenbuhler (sapatna): / jene Schlingen soll Agni, der Gott, lösen, / die Flüche soll Varuṇa, der Gelübde-Feste, entfernen.