Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 19

Hymne 19.35 Opferveredelung, Agni Vaiśvānara, Kṣetriya-Heilmittel und Liebeszauber

viśve devā idaṃ havir / ādityāsaḥ saparyata | / asmin yajñe mā vyathiṣy / amṛtāya haviṣ kṛtam ||

Allgötter, Ādityas, dient diesem Opfergut; in diesem Opfer möchte ich nicht straucheln; zur Unsterblichkeit ist das Opfergut bereitet.

avyasaś ca vyacasaś ca / bilaṃ vi ṣyāmi māyayā | / tābhyām udbhṛtya vedam / atha karmāṇi kṛṇmahe ||

Von Avyasa und Vyacasa aus öffne ich durch Zauberkraft die Höhle; aus diesen beiden den Veda emporgeholt, vollziehen wir dann die Riten.

yasmāt kośād udabharāma vedaṃ / tasminn antar ava dadhma enam | / kṛtam iṣṭaṃ brahmaṇo vīryeṇa / tena mā devās tapasāvateha ||

Aus der Schatzkammer, aus der wir den Veda emporgeholt haben, in diese legen wir ihn hinein; das Vollbrachte, Geopferte durch die Kraft des Brahman: damit sollen mich, ihr Götter, durch die Askese (tapas) hier behüten.

vaiśvānaro ajījanad / agnir no navyāṃ sumatim | / kṣmayā vṛdhāna ojasā ||

Vaiśvānara Agni hat uns eine neue Gunst erzeugt, [er] der auf Erden durch Kraft wächst.

sa naḥ pāvaka dīhihy / agne vaiśvānara dyumat | / jamadagnibhir āhutaḥ ||

Du, Reiniger, leuchte für uns, Agni Vaiśvānara, glänzend, von den Jamadagnis angerufen.

divas pṛṣṭho arocathā / agnir vaiśvānaro bṛhan | / jyotiṣā bādhate tamaḥ ||

Vom Rücken des Himmels her hast du geleuchtet, Agni Vaiśvānara, der Große; mit Licht vertreibt er die Finsternis.

hariṇasya patatriṇaḥ / śīrṣṇo bheṣajam ābhṛtam | / tan nīlavad vi lokavat Bhatt. vi(⟨ dyu?) / tad u kṣetriyanāśanam ||

Vom Kopf des gelbgrünen (hariṇa; auch: Hirsch) Vogels ist ein Heilmittel herbeigebracht worden; das [ist] das mit Blauem, mit [?] ‚Weltlicht‘ [?] – und das ist der Vernichter des Kṣetriya (erbliches Leiden).

anvamaṃstānumatir / anvaṃaṃsta vṛṣāyavaḥ | / kīnāśā anvamaṃsata- / -anu gāvo amaṃsata ||

Angestimmt hat Anumati, angestimmt haben die Stier-Begehrenden, die Pflüger haben angestimmt, die Kühe haben zugestimmt.

namo astv āyāmibhyo / nīvibhyo hṛdayāya ca | / namaḥ kṣetrasya pataye / namaḥ kṣetrasya patnyai ||

Verehrung den sich Spannenden [Sehnen?] [?], den Nīvi-Bändern (Unterleib?) und dem Herzen; Verehrung dem Herrn des Feldes, Verehrung der Herrin des Feldes.

ut te hārdiṃ śocayāmi / hastenābhimarīmṛśat | / keśin vṛṣaṇyayā tava Bhatt. (⟨ vṛṣṇyā?) / muṣkau mūrdhā na śuṣyatām ||

Ich lasse dein Herzweh aufglühen, [dich] mit der Hand unablässig berührend; Langhaariger, durch Manneskraft sollen deine Hoden [und] dein Kopf [nicht?] vertrocknen [?].

agniṣ ṭvā tapatu / sūryas tvā tapatu / vātas tvā yuṅktāṃ / marutaś ca yuñjatām | / mṛgān marīcīr apy etu te manaḥ ||

Agni soll dich erhitzen, Sūrya soll dich erhitzen, Vāta soll dich anspannen, und die Maruts sollen [dich] anspannen: zu den Wildtieren, den Flimmerstrahlen soll dein Sinn gehen.

ut tvā hanmi nipadanād / ut tvā hanmi gṛhebhyaḥ | / mā spṛkṣathā niṣadanāya sādhava / ut tiṣṭha prehi sabhām ||

Ich schlage dich aus dem Sitz hoch, ich schlage dich aus den Häusern hoch; berühre nicht den Sitzplatz, du Guter; steh auf, geh zur Versammlung.

ut tuda śimidāvaty / atho ulkāvatīṃ kuru | / patye ca śvaśurāya ca ||

Stich [sie] auf, die Śimidā-Haltige [?], und mache sie fackel-haltig, für den Gatten und den Schwiegervater.

vibarhaṃ harāṃsayo rasaṃ / jñānam ati bhruvoḥ | / sākam ṛṣe vi nāśaya ||

[Textverderbnis:] Vibarha [?], Harāṃsa [?], Saft, Wissen über den Brauen: zugleich, Seher, lass [es] verschwinden.

sākaṃ vātasya dhrājyā / sākaṃ sūryasya raśmibhiḥ | / sākaṃ sūryeṇodyatā / sapatnīṃ nāśayāmasi ||

Zugleich mit dem Sturmstoß des Windes, zugleich mit den Strahlen der Sonne, zugleich mit der aufgehenden Sonne lassen wir die Nebenfrau verschwinden.