Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 19

Hymne 19.54 Liebeszauber und Schar-Segen; Gegengift

bodhayainaṃ pra bodhaya / svaptave mānu manyathāḥ | / ūrdhvas tiṣṭhān mamādhyā / nānyāsāṃ kīrtayāś cana ||

Wecke ihn, wecke ihn auf; / denke nicht daran zu schlafen. / Aufrecht stehend gedenke meiner; / nenne keine der anderen [Frauen] auch nur.

ā vartaya ni vartaya- / -abhy ā vartayā kuru | / idam asya sarvā cittāni / smareṇa pra jayāmasi ||

Wende [ihn] her, wende [ihn] zurück, / wende [ihn] mir zu, mach [es so]. / Alle Gedanken von diesem / gewinnen wir durch Liebesverlangen (smara).

smaraṃ tapanti marutaḥ / samiddhe jātavedasi | / ud asya patatāṃ manas / tad asya ramatāṃ mayi ||

Das Verlangen erhitzen die Marut / im entzündeten Jātavedas. / Fliegen soll sein Sinn auf; / der soll sich an mir erfreuen.

gaṇapate gaṇapatiṃ mā kṛṇu / tasmān mā yavam ||

Herr der Schar, mach mich zum Herrn einer Schar; / von ihm möge ich nicht getrennt werden [?].

apigaṇāpigaṇaṃ mā kṛṇu / tasmān mā chitsi ||

Zur Schar Hinzugehöriger, mach mich zum Schar-Angehörigen; / von ihm möge ich nicht abgeschnitten werden.

sagaṇa sagaṇaṃ mā kṛṇu / tasmān mā naśam ||

Mit-der-Schar-Seiender, mach mich zum Schar-Angehörigen; / von ihm möge ich nicht verloren gehen.

gaṇavardhana gaṇaṃ me vardhaya / gavām aśvānāṃ puruṣāṇāṃ brahmacāriṇāṃ bhūtyā annādyasya ||

Scharmehrer, mehre mir die Schar / an Rindern, Rossen, Männern und Brahmacārins, durch Gedeihen, an Nahrungsfülle.

gaṇābhivardhana gaṇaṃ me 'bhi vardhaya / gavām (…) annādyasya || see 7b

Schar-Vermehrer, vermehre mir die Schar / (an Rindern, Rossen, Männern und Brahmacārins, durch Gedeihen, an Nahrungsfülle).

gaṇapravardhana gaṇaṃ me pra vardhaya / gavām aśvānāṃ puruṣāṇāṃ brahmacāriṇām bhūtyā annādyasya ||

Scharförderer, fördere mir die Schar / an Rindern, Rossen, Männern und Brahmacārins, durch Gedeihen, an Nahrungsfülle.

yac ca khātaṃ yac cākhātaṃ / sarvaṃ tad arasaṃ viṣam ||

Was gegraben und was nicht gegraben ist, / all das ist saftlos [wirkungslos] – das Gift.

yac ca piṣṭaṃ yac cāpiṣṭaṃ / sarvaṃ tad arasaṃ viṣam ||

Was zerstoßen und was nicht zerstoßen ist, / all das ist saftlos – das Gift.

yac ca digdhaṃ yac cādigdhaṃ / sarvaṃ tad arasaṃ viṣam ||

Was bestrichen und was nicht bestrichen ist, / all das ist saftlos – das Gift.

yathā vṛkī jagdhaputrā / vyāghrī vālalā bhavet | / evā tvam alalā bhava- / -ādhībhiḥ preṣito mama ||

Wie eine Wölfin, der die Söhne gefressen wurden, / oder eine Tigerin wehklagend (alalā) sein mag, / so sei du wehklagend, / von meinen Sorgen [Sehnsüchten] gesandt.

yathā dīptaṃ śaratūlam / agninālalā bhavet | / evā tvam alalā bhava- / -ādhībhiḥ preṣito mama ||

Wie ein brennender Schilfrohr-Flaum / durch Feuer prasselnd/wehklagend [alalā] sein mag, / so sei du wehklagend, / von meinen Sorgen gesandt.

ā krandayālalā bhava Bhatt. krandaya lalā / dasya kāmena śuṣya ca | Bhatt. hasya / ādhībhiḥ preṣito mama ||

Schrei auf, sei wehklagend, / und verdorre vor Verlangen [?]. / Von meinen Sorgen gesandt.