Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 19

Hymne 19.24 Guggulu, Haarwuchs, Glanz und Śakadhūma

na taṃ yakṣmā arundhate / nainaṃ śapatho aśnute | / yaṃ bheṣajasya gulguloḥ / surabhir gandho aśnute ||

Nicht halten den Yakṣmas zurück, / nicht erreicht ihn der Fluch, / den der wohlriechende Duft / des Guggulu-Heilmittels erreicht.

yaṃ gulgulor bheṣajasya / surabhir gandho aśnute | / viṣvañcas tasmād yakṣmā Bhatt. viśva(⟨ ṣva*)ñcas / mṛgā iṣvā iverate ||

Den der wohlriechende Duft des Guggulu-Heilmittels erreicht: / von dem weichen die Yakṣmas nach allen Seiten aus, / wie Wild, das von Pfeilen [aufgescheucht] hin und her eilt.

yad gulgulu saindhavaṃ / yad vā ghāsi samudriyam | / ubhayor agrabhaṃ nāma- / -asmā ariṣṭatātaye ||

Sei es das Guggulu aus dem Indus-Land, / sei es das ghāsi [?] genannte vom Meer: / beider Namen habe ich ergriffen / diesem zur Unversehrtheit.

devā etaṃ madhunā saṃyutaṃ yavaṃ / sarasvatyām adhi maṇāv acarkṛṣuḥ | / indra āsīt sīrapatiḥ śatakratuḥ / kīnāśā āsan marutaḥ sudānavaḥ ||

Die Götter haben diese mit Honig vermischte Gerste / an der Sarasvatī auf dem Maṇi [?] gepflügt; / Indra war der Herr der Pflugschar, hundertfach mächtig, / Pflüger waren die Maruts, die guten Geber.

bṛhatpalāśe subhaga / ūrdhvasvapna ṛtāvari | / māteva putrebhyo mṛḍa / keśebhyo naḥ śami ||

Du mit großen Blättern, glückliche, / du mit aufwärts[gerichtetem] Schlaf [?], recht[schaffene]: / wie eine Mutter ihren Söhnen sei gnädig, / Heil für unsere Haare.

yas te mado +'vakeśo yo vikeśo Bhatt. vi(⟨ va?) / yenābhihasyaṃ puruṣaṃ kṛṇoṣi | / bhrūṇaghnovirivārā(c) cara tvaṃ / tasya te prajāyāḥ suvāmi keśān ||

Dein Rausch, der Haarloses [?] macht, der Haarausfall bringt, / durch den du den Mann lächerlich machst: / wie [ein] Embryonen-Mörder [?] geh du fort; / von dessen Nachkommenschaft lasse ich die Haare hervorsprießen [?].

ākūtiṃ devīṃ subhagāṃ puro dadhe / cittasya mātā suhavā no astu | / yām āśām emi kevalī sā me astu / videyam enāṃ manasi praviṣṭām ||

Die Absicht (ākūti), die göttliche, glückliche, stelle ich voran; / sie, die Mutter des Denkens, soll uns gut anrufbar sein; / den Wunsch, dem ich als Alleiniger nachgehe, der soll mir [erfüllt] sein; / möge ich ihn finden, in meinen Geist eingegangen.

ākūtyā no bṛhaspata / ākūtyā na upā gahi | / atho bhagasya no dhehy / atho naḥ suhavo bhava ||

Mit Absicht [komm] zu uns, Bṛhaspati, / mit Absicht komm zu uns heran; / dann gib uns Anteil an Bhaga; / dann sei uns gut anrufbar.

bṛhaspatir ma ākūtim āṅgirasaḥ / prati jānātu vācam etām | / yasya devā devatāḥ sambabhūvuḥ / suṣupraṇīḥ kāmo anv etv asmān ||

Bṛhaspati soll meine Absicht erkennen, / der Aṅgirase, diese Rede; / [er,] durch den die Götter zu Gottheiten wurden: / der gut führende Kāma soll uns folgen.

mano nv āhvāmahi / nārāśaṃsena stomena | / pitṝṇāṃ ca manmabhiḥ ||

Den Geist rufen wir nun an / mit dem Nārāśaṃsa-Preislied / und mit den Gedanken der Väter.

ā na etu manaḥ punaḥ / kratve dakṣāya jīvase | / jyok ca sūryāya dṛśe ||

Zu uns soll der Geist wieder kommen / zu Tatkraft, zu Geschick, zum Leben, / und lange, um die Sonne zu sehen.

punar naḥ pitaro mano / dadātu daivyo janaḥ | / jīvaṃ vrātaṃ sacemahi ||

Wieder soll uns den Geist, ihr Väter, / das göttliche Volk geben; / zur lebendigen Schar wollen wir gelangen.

vayaṃ soma vrate tava / manas tanūṣu bibhrataḥ | / prajāvantaḥ sacemahi ||

Wir, Soma, in deinem Gebot, / den Geist in den Körpern tragend, / mit Nachkommen versehen, wollen [dir] verbunden bleiben.

varco me mitrāvaruṇā / varco devī sarasvatī | / varco me aśvinobhā / dhattaṃ puṣkarasrajā ||

Glanz [gebt] mir, Mitra und Varuṇa; / Glanz die göttliche Sarasvatī; / Glanz mir beide Aśvins: / verleiht [ihn], ihr Lotoskranz-Träger.

yac ca varco yajamāne / yac ca yajñe 'dhy āhitam | / surāyāṃ babhru yad varcas / tasya bhakṣīya varcasaḥ ||

Welcher Glanz im Opferer ist / und was im Opfer niedergelegt ist, / und was in der Surā [an] braunem Glanz [ist]: / an diesem Glanz möchte ich Anteil haben.

yā utsebhyaḥ prasravanti / divo dhārā nadībhyaḥ | / tāsāṃ tvā sarvāsām apām / abhi ṣiñcāmi varcasā ||

Die Ströme, die aus Quellen hervorströmen, / die Ströme vom Himmel, aus den Flüssen: / mit dem Glanz all dieser Wasser / besprenge ich dich.

yad rājānaṃ śakadhūmaṃ / nakṣatrāṇy akṛṇvata | / bhadrāham asmai prāyacchan / tato rāṣṭram ajāyata ||

Als die Sterne Śakadhūma („Dungrauch“) zum König machten, / gaben sie ihm einen guten Tag; / daraus wurde das Königtum geboren.

bhadrāham astu naḥ sāyaṃ / bhadrāhaṃ prātar astu naḥ | / bhadrāham asmabhyaṃ tvaṃ / śakadhūma sadā kṛṇu ||

Ein guter Tag sei uns am Abend, / ein guter Tag sei uns am Morgen; / einen guten Tag mache du uns, / Śakadhūma, allezeit.

yo no bhadrāham akaraḥ / sāyaṃ prātar atho divā | / tasmai te nakṣatrarāja / śakadhūma sadā namaḥ ||

Der du uns einen guten Tag gemacht hast, / abends, morgens und am Tag: / dir, König der Sterne, / Śakadhūma, allezeit Verehrung.

yad āhuḥ śakadhūmāhaṃ nakṣatrāṇāṃ / prathamajaṃ jyotir agre | / tan naḥ saniṃ madhumatīṃ kṛṇotu / rayiṃ ca naḥ sarvavīraṃ ni yacchāt ||

Was man den Śakadhūma-Tag nennt, / das erstgeborene Licht der Sterne, am Anfang: / das soll uns honigreichen Gewinn machen, / und Reichtum mit allen Männern soll er uns verleihen.