Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 19

Hymne 19.46 Stärkung des Herrschers, Opferanteile, Traumabwehr

dhruvo 'si dharuṇo 'stṛto / viśvakarmaṇā sudhṛtaḥ | / mā tvā samudra ud vadhīn mā suparṇo / 'vyathamāna imaṃ dṛṃha ||

Fest bist du, tragend, unbezwungen, / von Viśvakarman wohlgehalten; / das Meer soll dich nicht niederschlagen, nicht der Suparṇa; / unerschüttert festige diesen.

āṣāḍho 'si sahamānaḥ sahasva- / -ārātiṃ sahasva pṛtanāyataḥ | / sahasravīryo 'si sa imaṃ jinva ||

Unbesiegbar bist du, überwältigend: überwältige / die Missgunst, überwältige die Kämpfe-Suchenden; / tausendkräftig bist du; als solcher belebe diesen.

adbhyaḥ saṃbhūto 'si pṛthivyā rasāc ca / viśvakarmaṇaḥ samavartathā adhi | / tasya tvaṣṭā vidadhad eti rūpaṃ / vidvān tat te devam ājānam agre || Bhatt. om. vidvān

Aus den Wassern bist du entstanden und aus dem Saft der Erde; / von Viśvakarman her bist du hervorgetreten. / Dessen Gestalt fügend geht Tvaṣṭar heran; / [ich,] der Wissende, [kenne] jene deine göttliche Herkunft am Anfang.

ṣaṣṭiś cādhvaryo navatiś ca pāśā / hotāram agnim antarā vicṛttāḥ | / sinanti pākam ati dhīra ety / ṛtasya panthām anv eti vidvān ||

Sechzig und neunzig Schlingen sind / zwischen [dem Adhvaryu und] dem Hotar Agni gelöst/ausgelegt [?]; / sie binden den Unreifen (pāka); der Weise geht darüber hinweg, / der Wissende folgt dem Pfad des Ṛta.

yo adhvaryuḥ sapta hotrāṇi vidvān / pūrvo hotur yajata ājigharti | / ūrdhvaṃ sa yajñam adhvaraṃ kṛṇoti / ya īṃ ciketa haviṣo vibhāge ||

Der Adhvaryu, der die sieben Hotra-Spenden kennt, / dem Hotar vorangehend opfert und [Schmalz] aufträufelt: / der macht das Opfer aufwärts/ungebrochen, / der dies bei der Zuteilung der Opfergabe beachtet.

atro vibhaktari haviṣo vibhāge / mā nir bhākṣīd bhāginaṃ mopahaty | / mo abhāgo vidita yo mumoha ||

Hier bei dem Zuteiler, bei der Zuteilung der Opfergabe / soll er den Anteilsberechtigten nicht ausschließen, noch [ihn] schädigen; / und nicht der Anteillose soll als der Erkannte [gelten?], der sich verwirrt hat [?].

vāta ā vātu bheṣajaṃ / śambhu mayobhu no hṛde | / pra ṇa āyūṃṣi tāriṣat ||

Wind, wehe herbei das Heilmittel, / das heilsame, wohltuende, in unser Herz; / verlängere unsere Lebenszeiten.

uta vāta pitāsi na / uta bhrātota naḥ sakhā | / sa no jīvātave kṛdhi ||

Und, Wind, du bist unser Vater, / und Bruder, und unser Freund; / als solcher mache uns zum Leben.

yad ado vāta te gṛhe / nihitaṃ bheṣajaṃ guhā | / tasya no dehi jīvase ||

Was dort, Wind, in deinem Haus / an Heilmittel im Verborgenen niedergelegt ist: / davon gib uns, damit wir leben.

yo na jīvo 'si na mṛto / devānām amṛtagarbho 'si svapna | / varuṇaṇī te mātā yamaḥ pitā ||

Der du weder lebendig noch tot bist, / der Götter unsterblicher Keim, Schlaf/Traum (Svapna): / Varuṇānī ist deine Mutter, Yama dein Vater.

yathā kalāṃ yathā śaphaṃ / yatha rṇaṃ saṃnayanti | / evāha duṣvapnyaṃ sarvam Bhatt. duḥsvapnyaṃ / apriye saṃ nayāmasi ||

Wie man Kalā, wie Śapha, / wie Schuld zusammenrechnet, / so rechnen wir jedes schlechte Traumzeug / dem Ungeliebten (Feind) zusammen zu.

ararur nāmāsi taṃ tvā svapna tathā vidma / sa naḥ svapna susvapnyatāṃ dhehi ||

Ararus ist dein Name; dich, Traum, kennen wir so. / Du, Traum, gib uns guten Traum.

naitasyāgre havir adanti devā / nirbhakta eṣa sukṛtasya lokāt | / pāpīṃ dhiyaṃ jujuṣa ātmanaiṣa / sa hi duṣkṛn manuṣyeṣv antaḥ ||

Nicht vor diesem essen die Götter die Opfergabe; / ausgeschlossen ist dieser aus der Welt des Guten; / böse Gesinnung hat er selbst gern gehabt; / denn er ist der Übeltäter unter den Menschen.

yo mātṛhā pitṛhā / svasṛhā ye ca duṣkṛtaḥ | / vidhiṣau te amṛkṣata / malaṃ manuṣyā iva ||

Wer Muttermörder, Vatermörder, / Schwestermörder ist, und die Übeltäter: / [sie] haben [vidhiṣau?] [?] wie Menschen / Schmutz abgewischt.

etad evaitaṃ nirarṣur devā / bhrūṇaghnyā lokam apy ety eṣaḥ | / na te cṛtye haviṣā nāthitasya rāṣṭram / ete śakrā vi cṛtanti pāśam ||

Eben diesen haben die Götter hinweggeschafft; / zur Welt der Embryo-Mörderin geht dieser; / nicht durch die Opfergabe des Bittenden [ist] dein Reich, Kṛtyā [?]; / diese Mächtigen lösen die Fessel [?].