athātaḥ kriyākalpaṃ vyākhyāsyāmaḥ
Nun werden wir die *kriyākalpa* (die Behandlungsmethoden für die Augen) erklären.
Suśruta-Saṃhitā · Uttaratantra
Das achtzehnte Kapitel, eingebettet in eine Lehrerzählung des weisen Herrschers von Kāśī an den Sohn des Viśvāmitra, stellt systematisch die fünf grundlegenden Behandlungsmethoden (kriyākalpa) der Augenheilkunde vor: tarpaṇa (das sättigende Augenbad mit Ghee), puṭapāka (die im Blätterbeutel gegarte Augenkompresse, in ölender, schabender und heilender Variante), seka (die Übergießung), āścyotana (die Betropfung) und añjana (die Augensalbe). Für jedes Verfahren werden genaue Zeitmaße in vākśata-Einheiten je nach doṣa, Zubereitungsweisen sowie ausführliche Zeichen für richtige, zu geringe und zu starke Anwendung angegeben, ergänzt um den Kopf-basti (mūrdhatailika, eine Ölbehandlung des Kopfes) und differenzierte Regeln für schabende, heilende und klärende añjana-Arten samt geeigneter Instrumente und Gefäßmaterialien. Den Abschluss bilden aufwendige, tausendfach gegarte Augensalben-Rezepturen aus Metallen, Edelsteinen und zahlreichen Pflanzen, darunter die als „Bhadrodaya“ bezeichnete, für Herrscher empfohlene Salbe. Das Kapitel bildet damit das methodische Rückgrat der gesamten augenheilkundlichen Lokaltherapie des Uttaratantra.
| Verfahren | Beschreibung | Anwendungshinweise |
|---|---|---|
| Tarpaṇa | sättigendes Augenbad mit Ghee, in einem Wall aus Mungbohnenmehl um die Augen gehalten | Dauer je nach Doṣa: 5 (gesund), 6 (kapha), 8 (pitta), bis 10 vākśata (vāta/Pupillenerkrankung) |
| Puṭapāka | im Blätterbeutel gegarte Augenkompresse, deren Saft geträufelt wird | dreifach: ölend (bei Trockenheit), schabend (bei Öligkeit), heilend/vernarbend (zur Stärkung der Sehkraft) |
| Seka | Übergießung der Augen | kräftiger wirkend als āścyotana, doppelte Dauer des puṭapāka |
| Āścyotana | Betropfung der Augen | 7–8 Tropfen bei schabender, 10 bei ölender, 12 bei heilender Anwendung |
| Añjana | Augensalbe/Kollyrium | drei Formen (guṭikā, rasa, cūrṇa) und drei Funktionen (schabend, heilend, klärend) |
athātaḥ kriyākalpaṃ vyākhyāsyāmaḥ
Nun werden wir die *kriyākalpa* (die Behandlungsmethoden für die Augen) erklären.
yathovāca bhagavān dhanvantariḥ
So wie es der erhabene Dhanvantari es einst dargelegt hat.
sarvaśāstrārthatattvajñastapodṛṣṭirudāradhīḥ vaiśvāmitraṃ śaśāsātha śiṣyaṃ kāśipatirmuniḥ
Der Herr von Kāśī, ein Weiser, der die Wahrheit aller Lehren kannte, dessen Sehkraft durch Askese geschärft war und der von erhabenem Geist war, unterwies daraufhin seinen Schüler, den Sohn des Viśvāmitra.
tarpaṇaṃ puṭapākaśca seka āścyotanāñjane tatra tatropadiṣṭāni teṣāṃ vyāsaṃ nibodha me
*Tarpaṇa* (das sättigende Augenbad), *puṭapāka* (die im Blätterbeutel gegarte Augenkompresse), *seka* (die Augenspülung), *āścyotana* (das Beträufeln der Augen) und *añjana* (das Kollyrium) – dies sind die dort gelehrten Verfahren; vernimm von mir ihre ausführliche Darstellung.
saṃśuddhadehaśiraso jīrṇānnasya śubhe dine pūrvāhṇe vā'parāhṇe vā kāryamakṣṇostu tarpaṇam
Bei einem Menschen, dessen Körper und Kopf gereinigt sind und dessen Speise verdaut ist, soll an einem günstigen Tag, am Vormittag oder am Nachmittag, das *tarpaṇa* der Augen durchgeführt werden.
vātātaparajohīne veśmanyuttānaśāyinaḥ ādhārau māṣacūrṇena klinnena parimaṇḍalau
In einem Raum, der frei von Wind, Sonnenhitze und Staub ist, lege man den auf dem Rücken liegenden Patienten hin und forme aus angefeuchtetem Mungbohnenmehl zwei runde Wälle.
samau dṛḍhāvasaṃbādhau kartavyau netrakośayoḥ pūrayedghṛtamaṇḍasya vilīnasya sukhodake
Diese sollen gleichmäßig, fest und nicht beengend um die Augenhöhlen herum angelegt werden; man fülle sie mit geschmolzenem, in angenehm temperiertem Wasser aufgelöstem *ghṛta* (geklärter Butter).
āpakṣmāgrāttataḥ sthāpyaṃ pañca tadvākśatāni tu svasthe kaphe ṣaṭ pitte'ṣṭau daśa vāte taduttamam
Man lasse es bis zu den Wimpernspitzen stehen: bei einem Gesunden für fünf *vākśata* (Zeiteinheiten von je hundert gesprochenen Silben), bei *kapha* (Schleim-*doṣa*) sechs, bei *pitta* (Gallen-*doṣa*) acht, und bei *vāta* (Wind-*doṣa*) höchstens zehn.
rogasthānaviśeṣeṇa kecit kālaṃ pracakṣate yathākramopadiṣṭeṣu trīṇyekaṃ pañca sapta ca
Je nach Sitz der Krankheit nennen manche Gelehrte abweichende Zeitdauern; der Reihe nach werden dabei drei, eins, fünf und sieben *vākśata* angegeben.
daśa dṛṣṭyāmathāṣṭau ca vākśatāni vibhāvayet tataścāpāṅgataḥ snehaṃ srāvayitvā'kṣi śodhayet
Bei einer Erkrankung der Pupille (*dṛṣṭi*) setze man zehn, sonst acht *vākśata* an; danach lasse man das Öl vom äußeren Augenwinkel abfließen und reinige das Auge.
svinnena yavapiṣṭena snehavīryeritaṃ tataḥ yathāsvaṃ dhūmapānena kaphamasya viśodhayet
Mit gedämpftem Gerstenmehl, dessen Wirkung durch das Öl verstärkt ist, reinige man danach je nach Bedarf mittels *dhūma* (medizinischem Rauch, den man einatmet) den *kapha* des Patienten.
ekāhaṃ vā tryahaṃ vā'pi pañcāhaṃ ceṣyate param tarpaṇe tṛptiliṅgāni netrasyemāni lakṣayet
Ein Tag, drei Tage oder höchstens fünf Tage gelten als angemessene Dauer für das *tarpaṇa*; folgende Zeichen kennzeichnen die Sättigung des Auges:
sukhasvapnāvabodhatvaṃ vaiśadyaṃ varṇapāṭavam nivṛtirvyādhividhvaṃsaḥ kriyālāghavameva ca
Angenehmer Schlaf und müheloses Erwachen, Klarheit, frische Farbe, Nachlassen der Beschwerden, Verschwinden der Krankheit sowie Leichtigkeit bei den Augenbewegungen.
gurvāvilamatisnigdhamaśrukaṇḍūpadehavat jñeyaṃ doṣasamutkliṣṭaṃ netramatyarthatarpitam
Ein Auge, das sich schwer, trüb und übermäßig ölig anfühlt, mit Tränenfluss, Juckreiz und einem Belag versehen ist, gilt als übersättigt – dabei sind die *doṣas* (die krankheitsverursachenden Körperprinzipien) aufgewühlt worden.
rūkṣamāvilamasrāḍhyamasahaṃ rūpadarśane vyādhivṛddhiśca tajjñeyaṃ hīnatarpitamakṣi ca
Ein trockenes, trübes, stark tränendes Auge, das das Betrachten von Formen nicht erträgt, sowie ein Fortschreiten der Krankheit – daran erkennt man ein unzureichend gesättigtes Auge.
anayordoṣabāhulyāt prayateta cikitsite dhūmanasyāñjanaiḥ sekai rūkṣaiḥ snigdhaiśca yogavit
Wegen des Übermaßes an *doṣa* bemühe sich bei diesen beiden Zuständen der kundige Arzt um Behandlung mit *dhūma*, *nasya* (Nasentherapie), *añjana* sowie mit trocknenden und ölenden *seka*-Anwendungen.
tāmyatyativiśuṣkaṃ yadrū kṣaṃ yaccātidāruṇam śīrṇapakṣmāvilaṃ jihmaṃ rogakliṣṭaṃ ca yadbhṛśam
Ein Auge, das leidet, übermäßig ausgetrocknet, rau, sehr schmerzhaft ist, dessen Wimpern ausfallen, das trüb, schief und von Krankheit stark gequält ist –
tadakṣi tarpaṇādeva labhetorjāmasaṃśayam durdinātyuṣṇaśīteṣu cintāyāsabhrameṣu ca
ein solches Auge gewinnt durch *tarpaṇa* zweifellos neue Kraft. Bei schlechtem Wetter, bei großer Hitze oder Kälte, bei Sorge, Erschöpfung oder Schwindel jedoch,
aśāntopadra ve cākṣṇi tarpaṇaṃ na praśasyate puṭapākastathaiteṣu nasyaṃ yeṣu ca garhitam
sowie bei einem Auge mit ungestillten Begleitbeschwerden ist *tarpaṇa* nicht ratsam; ebenso ist *puṭapāka* in diesen Fällen unangebracht, und auch *nasya* ist zu meiden, wo es kontraindiziert ist.
tarpaṇārhā na ye proktāḥ snehapānākṣamāśca ye tataḥ praśāntadoṣeṣu puṭapākakṣameṣu ca
Für jene, die als für *tarpaṇa* ungeeignet gelten, und für jene, die keine Ölaufnahme vertragen, gilt: Sobald ihre *doṣas* beruhigt und sie für *puṭapāka* geeignet sind,
puṭapākaḥ prayoktavyo netreṣu bhiṣajā bhavet snehano lekhanīyaśca ropaṇīyaśca sa tridhā
soll der Arzt an den Augen *puṭapāka* anwenden. Dieser ist dreifach: ölend, schabend (*lekhana*) und heilend beziehungsweise vernarbend (*ropaṇa*).
hitaḥ snigdho'tirūkṣasya snigdhasyāpi ca lekhanaḥ dṛṣṭerbalārthamaparaḥ pittāsṛgvraṇavātanut
Der ölende ist heilsam für den übermäßig Trockenen, der schabende auch für den bereits Öligen; der dritte dient der Stärkung der Sehkraft und beseitigt *pitta*, Blutstauung, Wunden und *vāta*.
snehamāṃsavasāmajjamedaḥsvādvauṣadhaiḥ kṛtaḥ snehanaḥ puṭapākastu dhāryo dve vākśate tu saḥ
Der ölende *puṭapāka* wird aus Öl, Fleisch, Fett, Knochenmark, Talg und süßen Heilkräutern bereitet, und er soll für die Dauer von zwei *vākśata* gehalten werden.
jāṅgalānāṃ yakṛnmāṃsairlekhanadra vyasaṃbhṛtaiḥ kṛṣṇaloharajastāmraśaṅkhavidrumasindhujaiḥ
Der schabende wird aus der Leber und dem Fleisch von Wildtieren des trockenen Landes bereitet, versetzt mit schabenden Substanzen – mit Eisenpulver, Kupfer, Muschelschale, Koralle, Steinsalz,
samudra phenakāsīsasrotojadadhimastubhiḥ lekhano vākśataṃ tasya paraṃ dhāraṇamucyate
Meerschaum, Vitriol (*kāsīsa*), Stalaktitengestein und saurer Molke; für den schabenden gilt ein einziges *vākśata* als höchste Verweildauer.
stanyajāṅgalamadhvājyatiktadra vyavipācitaḥ lekhanāttriguṇaṃ dhāryaḥ puṭapākastu ropaṇaḥ
Der heilende *puṭapāka*, gekocht mit Muttermilch, Wildfleisch, Honig, Ghee und bitteren Substanzen, soll dreimal so lange wie der schabende gehalten werden.
vitarettarpaṇoktaṃ tu dhūmaṃ hitvā tu ropaṇam snehasvedau dvayoḥ kāryau kāryo naiva ca ropaṇe
Man verabreiche danach den bei *tarpaṇa* genannten *dhūma*, außer nach dem heilenden *puṭapāka*. Bei den beiden anderen sollen Ölung und Schwitzung erfolgen, beim heilenden jedoch nicht.
ekāhaṃ vā dvayahaṃ vā'pi tryahaṃ vā'pyavacāraṇam yantraṇā tu kriyākālāddviguṇaṃ kālamiṣyate
Die Anwendung erstreckt sich über einen, zwei oder drei Tage; die Schonzeit danach hingegen soll die doppelte Dauer der eigentlichen Behandlungszeit betragen.
tejāṃsyanilamākāśamādarśaṃ bhāsvarāṇi ca nekṣeta tarpite netre puṭapākakṛte tathā
Nach durchgeführtem *tarpaṇa* oder *puṭapāka* soll man weder Feuer noch Wind, weder den Himmel noch einen Spiegel oder glänzende Gegenstände betrachten.
mithyopacārādanayoryo vyādhirupajāyate añjanāścyotanasvedairyathāsvaṃ tamupācaret
Entsteht durch fehlerhafte Anwendung dieser beiden eine Krankheit, so behandle man sie je nach Bedarf mit *añjana*, *āścyotana* und Schwitzung.
prasannavarṇaṃ viśadaṃ vātātapasahaṃ laghu sukhasvapnāvabodhyakṣi puṭapākaguṇānvitam
Ein klarfarbiges, reines, gegenüber Wind und Sonne widerstandsfähiges, leichtes Auge, das angenehmen Schlaf und müheloses Erwachen ermöglicht – das sind die Zeichen eines durch *puṭapāka* richtig behandelten Auges.
atiyogādrujaḥ śophaḥ piḍakāstimirodgamaḥ pāko'śru harṣaṇaṃ cāpi hīne doṣodgamastathā
Bei Überdosierung entstehen Schmerzen, Schwellung, Pusteln und beginnendes *timira* (Nachtblindheit), Entzündung, Tränenfluss und Kribbeln; bei Unterdosierung hingegen ein erneutes Aufsteigen der *doṣas*.
ata ūrdhvaṃ pravakṣyāmi puṭapākaprasādhanam dvau bilvamātrau ślakṣṇasya piṇḍau māṃsasya peṣitau
Nun werde ich im Weiteren die Zubereitung des *puṭapāka* darlegen: Man nehme zwei feine, zu Kugeln von der Größe einer *bilva*-Frucht geformte Klumpen aus zerstoßenem Fleisch,
dra vyāṇāṃ bilvamātraṃ tu dra vāṇāṃ kuḍavo mataḥ tadaikadhyaṃ samāloḍya patraiḥ supariveṣṭitam
dazu feste Zutaten von der Größe einer *bilva*-Frucht und flüssige im Maß eines *kuḍava*; dies vermenge man gründlich miteinander und wickle es sorgfältig in Blätter ein.
kāśmarīkumudairaṇḍapadminīkadalībhavaiḥ mṛdāvaliptamaṅgāraiḥ khādirairavakūlayet
Mit Blättern von Kāśmarī, Seerose, Rizinus, Lotos oder Banane umhülle man es, bestreiche es mit Lehm und lasse es in Khadira-Holzkohle garen –
katakāśmantakairaṇḍapāṭalāvṛṣabādaraiḥ sakṣīradrumakāṣṭhairvā gomayairvā'pi yuktitaḥ
oder auch mit Holz von Kataka, Aśmantaka, Rizinus, Pāṭalā, Vṛṣa oder Badara, mit dem Holz milchsafthaltiger Bäume, oder passend mit Kuhdung.
svinnamuddhṛtya niṣpīḍya rasamādāya taṃ nṛṇām tarpaṇoktena vidhinā yathāvadavacārayet
Nachdem es gegart ist, nehme man es heraus, presse es aus und gewinne den Saft daraus; diesen wende man nach der bei *tarpaṇa* beschriebenen Methode ordnungsgemäß bei den Patienten an.
kanīnake niṣecyaḥ syānnityamuttānaśāyinaḥ rakte pitte ca tau śītau koṣṇau vātakaphāpahau
Er soll stets in den inneren Augenwinkel des auf dem Rücken liegenden Patienten geträufelt werden; bei Blut- und *pitta*-Erkrankungen kalt, bei *vāta*- und *kapha*-Erkrankungen lauwarm.
atyuṣṇatīkṣṇau satataṃ dāhapākakarau smṛtau aplutau śītalau cāśrustambharuggharṣakārakau
Ist er stets übermäßig heiß und scharf, so verursacht er bekanntlich Brennen und Entzündung; ist er unzureichend zubereitet und kalt, so verursacht er Tränenfluss, Steifheit, Schmerz und Reibegefühl.
atimātrau kaṣāyatvasaṅkocasphuraṇāvahau hīnapramāṇau doṣāṇāmutkleśajananau bhṛśam
In übermäßiger Menge bringt er Zusammenziehung, Verengung und Zucken hervor; in zu geringer Menge verursacht er ein starkes Wiederaufsteigen der *doṣas*.
yuktau kṛtau dāhaśopharuggharṣasrāvanāśanau kaṇḍūpadehadūṣīkāraktarājivināśanau
Richtig zubereitet und angewendet, beseitigen die beiden Mittel Brennen, Schwellung, Schmerz, Reibegefühl und Ausfluss sowie Juckreiz, Belag, eitrigen Ausfluss und blutige Streifen.
tasmāt pariharan doṣān vidadhyāttau sukhāvahau vyāpadaśca yathādoṣaṃ nasyadhūmāñjanairjayet
Deshalb soll man sie unter Vermeidung überschießender *doṣas* so anwenden, dass sie wohltuend wirken; auftretende Komplikationen behebe man je nach *doṣa* mit *nasya*, *dhūma* und *añjana*.
ādyantayoścāpyanayoḥ sveda uṣṇāmbucailikaḥ tathā hito'vasāne ca dhūmaḥ śleṣmasamucchritau
Am Anfang und Ende dieser beiden Verfahren ist eine Schwitzung mit warmem Wasser und Tuch heilsam; ebenso ist am Ende, bei erhöhtem *kapha*, *dhūma* angezeigt.
yathādoṣopayuktaṃ tu nātiprabalamojasā rogamāścyotanaṃ hanti sekastu balavattaram
Passend zum *doṣa* angewendet, jedoch nicht zu kräftig, beseitigt *āścyotana* die Krankheit; *seka* wirkt dabei kräftiger.
tau tridhaivopayujyete rogeṣu puṭapākavat lekhane sapta cāṣṭau vā bindavaḥ snaihike daśa
Beide werden bei Krankheiten ebenso dreifach angewendet wie *puṭapāka*: beim schabenden sieben oder acht Tropfen, beim ölenden zehn,
āścyotane prayoktavyā dvādaśaiva tu ropaṇe sekasya dviguṇaḥ kālaḥ puṭapākāt paro mataḥ
bei *āścyotana* anzuwenden, beim heilenden jedoch zwölf. Die Dauer von *seka* gilt als doppelt so lang wie die des *puṭapāka*.
athavā kāryanirvṛtterupayogo yathākramam pūrvāparāhṇe madhyāhne rujākāleṣu cobhayoḥ
Oder aber die Anwendung richtet sich nach dem Eintreten der Wirkung; der Reihe nach am Vor- und Nachmittag, zur Mittagszeit, und bei beiden auch zu den Zeiten des Schmerzes.
yogāyogāt snehaseke tarpaṇoktān pracakṣate rogāñchirasi saṃbhūtān hatvā'tiprabalān guṇān
Je nachdem, ob Öl-*seka* richtig oder unrichtig angewendet wird, nennt man die bei *tarpaṇa* genannten Sättigungs- beziehungsweise Übersättigungszeichen. Nachdem er die im Kopf entstandenen Krankheiten mitsamt ihren übermächtigen Symptomen beseitigt hat,
karoti śiraso bastiruktā ye mūrdhatailikāḥ śuddhadehasya sāyāhne yathāvyādhyaśitasya tu
bewirkt dies der Kopf-*basti* (die Ölbehandlung des Kopfes), der auch als *mūrdhatailika* bezeichnet wird – anzuwenden am Abend bei einem Menschen mit gereinigtem Körper, der entsprechend seiner Krankheit gegessen hat.
ṛjvāsīnasya badhnīyādbastikośaṃ tato dṛḍham yathāvyādhiśṛtasnehapūrṇaṃ saṃyamya dhārayet
Bei aufrecht sitzendem Patienten binde man fest den *bastikośa* (Ölbeutel) um, gefüllt mit dem der Krankheit entsprechend gekochten Öl, und halte ihn fest verschlossen.
tarpaṇoktaṃ daśaguṇaṃ yathādoṣaṃ vidhānavit vyaktarūpeṣu doṣeṣu śuddhakāyasya kevale
Der Kenner der Methode lasse ihn für die zehnfache, bei *tarpaṇa* genannte Dauer wirken, entsprechend dem *doṣa* – bei deutlich erkennbaren *doṣas* jedoch nur bei einem Menschen mit gereinigtem Körper.
netra eva sthite doṣe prāptamañjanamācaret lekhanaṃ ropaṇaṃ cāpi prasādanamathāpi vā
Sitzt der *doṣa* allein im Auge, so wende man das angemessene *añjana* an – sei es schabend, heilend oder auch klärend (*prasādana*).
tatra pañca rasān vyastānādyaikarasavarjitān pañcadhā lekhanaṃ yuñjyādyathādoṣamatandri taḥ
Dabei setze man die fünf Geschmacksrichtungen, einzeln verwendet und mit Ausnahme der süßen, unermüdlich in fünffacher Weise als schabendes Mittel ein, je nach *doṣa*.
netravartmasirākośasrotaḥśṛṅgāṭakāśritam mukhanāsākṣibhirdoṣamojasā srāvayettu tat
So lasse man den *doṣa*, der im Augenlid, in den Blutgefäßen, in der Augenhöhle, in den Körperkanälen und am *śṛṅgāṭaka* (dem Kreuzungspunkt der Kanäle) sitzt, durch Mund, Nase und Augen mit Kraft abfließen.
kaṣāyaṃ tiktakaṃ vā'pi sasnehaṃ ropaṇaṃ matam tatsnehaśaityādvarṇyaṃ syāddṛṣṭeśca balavardhanam
Als heilendes Mittel gilt ein herbes oder bitteres, mit Öl versetztes *añjana*; durch seine ölige Kühle verleiht es der Hautfarbe Glanz und stärkt die Sehkraft.
madhuraṃ snehasaṃpannamañjanaṃ tu prasādanam dṛṣṭidoṣaprasādārthaṃ snehanārthaṃ ca taddhitam
Ein süßes, mit Öl angereichertes *añjana* hingegen ist das klärende Mittel; es dient der Klärung von Sehstörungen und der Ölung und ist dafür heilsam.
yathādoṣaṃ prayojyāni tāni rogaviśāradaiḥ añjanāni yathoktāni prāhṇasāyāhnarātriṣu
Diese zuvor genannten *añjana* sollen von krankheitskundigen Ärzten je nach *doṣa* am Vormittag, am Abend oder in der Nacht angewendet werden.
guṭikārasacūrṇāni trividhānyañjanāni tu yathāpūrvaṃ balaṃ teṣāṃ śreṣṭhamāhurmanīṣiṇaḥ
Die *añjana* gibt es in dreierlei Form: als *guṭikā* (Pille), als *rasa* (Flüssigextrakt) und als *cūrṇa* (Pulver); ihre Wirkkraft, so sagen die Weisen, nimmt in dieser Reihenfolge ab, wobei die erstgenannte als die stärkste gilt.
hareṇumātrā vartiḥ syāllekhanasya pramāṇataḥ prasādanasya cādhyardhā dviguṇā ropaṇasya ca
Die Maßeinheit für den schabenden *vartī* (Kollyriumstift) beträgt ein *hareṇu* (Senfkorngröße); für den klärenden das Anderthalbfache, für den heilenden das Doppelte.
rasāñjanasya mātrā tu yathāvartimitā matā dvitricatuḥśalākāśca cūrṇasyāpyanupūrvaśaḥ
Die Dosis des flüssigen *añjana* gilt als ebenso bemessen wie die des *vartī*; beim Pulver hingegen entsprechend zwei, drei oder vier *śalākā* (Sondenmengen), der Reihe nach.
teṣāṃ tulyaguṇānyeva vidadhyādbhājanānyapi sauvarṇaṃ rājataṃ śārṅgaṃ tāmraṃ vaidūryakāṃsyajam
Für sie verwende man Gefäße von gleichwertiger Beschaffenheit: aus Gold, Silber, Horn, Kupfer, Beryll oder Bronze,
āyasāni ca yojyāni śalākāśca yathākramam vaktrayormukulākārā kalāyaparimaṇḍalā
auch aus Eisen sind sie zu verwenden; ebenso die *śalākā*, der Reihe nach – an beiden Enden knospenförmig, in der Mitte rund wie eine Erbse,
aṣṭāṅgulā tanurmadhye sukṛtā sādhunigrahā audumbaryaśmajā vā'pi śārīrī vā hitā bhavet
acht Fingerbreiten lang, in der Mitte dünn, gut gearbeitet und leicht zu greifen; sie sollen heilsam aus Feigenholz, Stein oder Knochen gefertigt sein.
vāmenākṣi vinirbhujya hastena susamāhitaḥ śalākayā dakṣiṇena kṣipet kānīnamañjanam
Mit der linken Hand halte man das Auge sanft geöffnet, und konzentriert führe man mit der rechten Hand mittels der *śalākā* das *añjana* in den inneren Augenwinkel ein.
āpāṅgyaṃ vā yathāyogaṃ kuryāccāpi gatāgatam vartmopalepi vā yattadaṅgulyaiva prayojayet
Oder, je nach Bedarf, führe man es mit hin- und hergehender Bewegung zum äußeren Augenwinkel; ein Mittel, das die Lider bestreichen soll, trage man hingegen mit dem Finger auf.
akṣi nātyantayorañjyādbādhamāno'pi vā bhiṣak na cānirvāntadoṣe'kṣṇi dhāvanaṃ saṃprayojayet
Der Arzt soll das Auge nicht bis in die äußersten Winkel bestreichen, auch wenn der Patient drängt; und solange der *doṣa* nicht ausgetreten ist, soll er am Auge kein Auswaschen vornehmen.
doṣaḥ pratinivṛttaḥ san hanyād dṛṣṭerbalaṃ tathā gatadoṣamapetāśru paśyedyat samyagambhasā
Denn ein zurückgedrängter *doṣa* würde die Kraft der Sehkraft schädigen. Sieht man, dass der *doṣa* abgegangen und der Tränenfluss vorüber ist,
prakṣālyākṣi yathādoṣaṃ kāryaṃ pratyañjanaṃ tataḥ śramodāvartaruditamadyakrodhabhayajvaraiḥ
so wasche man das Auge angemessen aus und wende dann ein entsprechendes Gegen-*añjana* an. Bei Erschöpfung, *udāvarta* (Stuhl- und Windverhaltung mit Aufwärtsdrang), Weinen, Rausch, Zorn, Angst und Fieber,
vegāghātaśirodoṣaiścārtānāṃ neṣyate'ñjanam rāgaruktimirāsrāvaśūlasaṃrambhasaṃbhavāt
bei Unterdrückung natürlicher Bedürfnisse, bei Traumata und bei von Kopf-*doṣas* Leidenden ist *añjana* nicht angezeigt, da es sonst Rötung, Schmerz, *timira*, Ausfluss, Stechen und Entzündung hervorruft.
nidrā kṣaye kriyāśaktiṃ pravāte dṛgbalakṣayam rajodhūmahate rāgasrāvādhīmanthasaṃbhavam
Bei Schlafmangel schwächt es die Handlungsfähigkeit, im Wind mindert es die Sehkraft, bei Staub- oder Rauchbelastung verursacht es Rötung, Ausfluss und *adhimantha* (heftiges Augenreißen, eine glaukomartige Erkrankung),
saṃrambhaśūlau nasyānte śiroruji śirorujam śiraḥsnāte'tiśīte ca ravāvanudite'pi ca
nach *nasya* Entzündung und Schmerz, bei Kopfschmerz eine Verstärkung des Kopfschmerzes, nach einer Kopfwäsche, bei großer Kälte und auch, wenn die Sonne noch nicht aufgegangen ist,
doṣasthairyādapārthaṃ syāddoṣotkleśaṃ karoti ca ajīrṇe'pyevameva syāt srotomārgāvarodhanāt
bleibt es wegen der Beharrlichkeit des *doṣa* wirkungslos und verursacht sogar ein Wiederaufsteigen des *doṣa*; ebenso verhält es sich bei Verdauungsstörung, wegen der Verstopfung der Körperkanäle.
doṣavegodaye dattaṃ kuryāttāṃstānupadra vān tasmāt pariharan doṣānañjanaṃ sādhu yojayet
Wird es beim Aufsteigen eines *doṣa*-Drangs verabreicht, so verursacht es eben diese Begleitbeschwerden. Deshalb wende man *añjana*, unter Vermeidung solcher *doṣa*-Zustände, sachgerecht an.
lekhanasya viśeṣeṇa kāla eṣa prakīrtitaḥ vyāpadaśca jayedetāḥ sekāścyotanalepanaiḥ
Dies ist insbesondere die für das schabende Mittel genannte rechte Zeit. Diese Komplikationen behebe man mit *seka*, *āścyotana* und Auflagen,
yathāsvaṃ dhūmakavalairnasyaiścāpi samutthitāḥ viśadaṃ laghvanāsrāvi kriyāpaṭu sunirmalam
je nach Bedarf auch mit *dhūma*, Mundspülungen und *nasya*, wenn sie entstanden sind. Ein reines, leichtes, nicht tränendes, in seinen Bewegungen geschmeidiges und ganz klares Auge –
saṃśāntopadra vaṃ netraṃ viriktaṃ samyagādiśet jihmaṃ dāruṇadurvarṇaṃ srastaṃ rūkṣamatīva ca
ein Auge mit beruhigten Begleitbeschwerden gilt als richtig ausgeleitet. Ein schiefes, hartes, verfärbtes, herabhängendes und übermäßig trockenes Auge hingegen –
netraṃ virekātiyoge syandate cātimātraśaḥ tatra saṃtarpaṇaṃ kāryaṃ vidhānaṃ cānilāpaham
ein solches Auge tränt bei Überdosierung der Ausleitung übermäßig stark; dann muss erneut *tarpaṇa* durchgeführt werden sowie eine Behandlung, die *vāta* beseitigt.
akṣi mandaviriktaṃ syādudagrataradoṣavat dhūmanasyāñjanaistatra hitaṃ doṣāvasecanam
Ist das Auge nur unzureichend ausgeleitet, so bleibt der *doṣa* umso heftiger bestehen; dann ist es heilsam, mit *dhūma*, *nasya* und *añjana* den *doṣa* vollständig abfließen zu lassen.
snehavarṇabalopetaṃ prasannaṃ doṣavarjitam jñeyaṃ prasādane samyagupayukte'kṣi nirvṛtam
Ein Auge, das öligen Glanz, gute Farbe und Kraft besitzt, klar und frei von *doṣa* ist, gilt bei richtiger Anwendung des klärenden Mittels als zufriedenstellend behandelt.
kiñciddhīnavikāraṃ syāttarpaṇāddhi kṛtādati tatra doṣaharaṃ rūkṣaṃ bheṣajaṃ śasyate mṛdu
Zeigt sich eine leichte krankhafte Abweichung, so ist dies auf ein übermäßig durchgeführtes *tarpaṇa* zurückzuführen; dann wird ein mildes, trocknendes, *doṣa*-beseitigendes Heilmittel empfohlen.
sādhāraṇamapi jñeyamevaṃ ropaṇalakṣaṇam prasādanavadācaṣṭe tasmin yukte'tibheṣajam
Ebenso ist auch die allgemeine Kennzeichnung eines richtig geheilten Auges zu verstehen, wie beim klärenden Mittel beschrieben; ist dieses Mittel korrekt angewendet, erübrigt sich weitere Arzneigabe.
snehanaṃ ropaṇaṃ vā'pi hīnayuktamapārthakam kartavyaṃ mātrayā tasmādañjanaṃ siddhimicchatā
Ob ölend oder heilend – bei zu geringer oder zu starker Dosierung bleibt die Anwendung wirkungslos; deshalb soll, wer Erfolg wünscht, das *añjana* in der richtigen Menge anwenden.
puṭapākakriyādyāsu kriyāsveṣaiva kalpanā sahasraśaścāñjaneṣu bījenoktena pūjitāḥ
Bei den mit *puṭapāka* beginnenden Verfahren gilt eben diese Art der Zubereitung; auch unter den tausendfachen *añjana*-Rezepturen sind sie durch das genannte Grundprinzip bestimmt und geehrt.
dṛṣṭerbalavivṛrddhythaṃ yāpyarogakṣayāya ca rājārhānyañjanāgryāṇi nibodhemānyataḥ param
Zur Stärkung der Sehkraft und zur Beseitigung chronischer und schwer heilbarer Augenkrankheiten vernimm nun im Folgenden diese vorzüglichen, königswürdigen *añjana*-Rezepturen.
aṣṭau bhāgānañjanasya nīlotpalasamatviṣaḥ audumbaraṃ śātakumbhaṃ rājataṃ ca samāsataḥ
Acht Teile eines *añjana* von der Farbe des blauen Lotos, dazu kurz gefasst Feigenholzasche, Gold und Silber –
ekādaśaitān bhāgāṃstu yojayet kuśalo bhiṣak mūṣākṣiptaṃ tadādhmātamāvṛtaṃ jātavedasi
diese elf Teile vermenge der kundige Arzt; in einen Schmelztiegel gegeben, werde die Mischung erhitzt und im Feuer eingehüllt,
khadirāśmantakāṅgārairgośakṛdbhirathāpi vā gavāṃ śakṛdra se mūtre dadhni sarpiṣi mākṣike
mit Khadira- oder Aśmantaka-Holzkohle, oder auch mit Kuhdung befeuert; danach tauche man sie ab – in Kuhdungsaft, in Kuhurin, in Joghurt, in Ghee, in Honig,
tailamadyavasākajjasarvagandhodakeṣu ca drā kṣārasekṣutriphalāraseṣu suhimeṣu ca
in Öl, in alkoholischem Getränk, in Fett, in Rußwasser, in mit allen Wohlgerüchen versetztem Wasser, in Traubensaft, in Zuckerrohrsaft, in *triphalā*-Absud, sowie in gut gekühlten Flüssigkeiten,
sārivādikaṣāye ca kaṣāye cotpalādike niṣecayet pṛthak cainaṃ dhmātaṃ dhmātaṃ punaḥ punaḥ
im Absud der Sārivā-Gruppe und im Absud der Utpala-Gruppe tauche man sie jeweils einzeln, immer wieder erneut erhitzt und getaucht.
tato'ntarīkṣe saptāhaṃ plotabaddhaṃ sthitaṃ jale viśoṣya cūrṇayenmuktāṃ sphaṭikaṃ vidrumaṃ tathā
Danach lasse man sie sieben Tage lang, in ein Tuch gebunden, im Freien im Wasser liegen; anschließend trockne man sie und pulverisiere sie zusammen mit Perle, Bergkristall und Koralle.
kālānusārivāṃ cāpi śucirāvāpya yogataḥ etaccūrṇāñjanaṃ śreṣṭhaṃ nihitaṃ bhājane śubhe
Auch Kālānusārivā mische man rein und methodisch bei; dieses Pulver-*añjana* gilt als das beste, aufbewahrt in einem guten Gefäß –
dantasphaṭikavaidūryaśaṅkhaśailāsanodbhave śātakumbhe'tha śārṅge vā rājate vā susaṃskṛte sahasrapākavat pūjāṃ kṛtvā rājñaḥ prayojayet
aus Elfenbein, Bergkristall, Beryll, Muschel, Stein oder Asana-Holz gefertigt, oder aus Gold, Horn oder gut verarbeitetem Silber. Nach Verehrung wie bei einer tausendfach gegarten Zubereitung wende man es beim König an.
tenāñjitākṣo nṛpatirbhavet sarvajanapriyaḥ adhṛṣyaḥ sarvabhūtānāṃ dṛṣṭirogavivarjitaḥ
Damit die Augen gesalbt, wird der König von allen Menschen geliebt, unangreifbar für alle Wesen und frei von Augenkrankheiten.
kuṣṭhaṃ candanamelāśca patraṃ madhukamañjanam meṣaśṛṅgasya puṣpāṇi vakraṃ ratnāni sapta ca
Kuṣṭha, Sandelholz, Elā, Tejapatra, Madhuka, Añjana (Antimon), die Blüten der Meṣaśṛṅgī, Vakra und die sieben Edelsteine –
utpalasya bṛhatyośca padmasyāpi ca keśaram nāgapuṣpamuśīrāṇi pippalī tutthamuttamam
der Blütenstaub des Utpala, der beiden Bṛhatī-Arten und des Lotos, Nāgapuṣpa, Uśīra, Pippalī und feinstes Tuttha (Kupfersulfat) –
kukkuṭāṇḍakapālāni dārvīṃ pathyāṃ sarocanām maricānyakṣamajjānaṃ tulyāṃ ca gṛhagopikām
Eierschalen vom Haushuhn, Dārvī, Pathyā mitsamt Rocanā, Pfeffer, Akṣa-Kernmark sowie zu gleichen Teilen Gṛhagopikā –
kṛtvā sūkṣmaṃ tataścūrṇaṃ nyasedabhyarcya pūrvavat etadbhadro dayaṃ nāma sadaivārhati bhūmipaḥ
all dies fein pulverisiert, bewahre man wie zuvor nach gebührender Verehrung auf; dieses Mittel namens Bhadrodaya soll ein Herrscher stets verwenden.
vakraṃ samaricaṃ caiva māṃsīṃ śaileyameva ca tulyāṃśāni samānaistaiḥ samagraiśca manaḥśilā
Vakra zusammen mit Pfeffer, Māṃsī und Śaileya, in gleichen Teilen mit ihnen allen zusammen, dazu Manaḥśilā (Realgar) –
patrasya bhāgāścatvāro dviguṇaṃ sarvato'ñjanam tāvacca yaṣṭīmadhukaṃ pūrvavaccaitadañjanam
vier Teile Tejapatra, die doppelte Menge Añjana im Verhältnis zu allen übrigen, und ebenso viel Yaṣṭīmadhu – dies bereite man wie zuvor als *añjana*.
manaḥśilāṃ devakāṣṭhaṃ rajanyau triphaloṣaṇam lākṣālaśunamañjiṣṭhāsaindhavailāḥ samākṣikāḥ
Manaḥśilā, Devakāṣṭha, die beiden Rajanī, *triphalā*, die drei Scharfstoffe, Lākṣā, Knoblauch, Mañjiṣṭhā, Steinsalz und Elā, versetzt mit Honig –
rodhraṃ sāvarakaṃ cūrṇamāyasaṃ tāṃmrameva ca kālānusārivāṃ caiva kukkuṭāṇḍadalāni ca
Rodhra, Sāvaraka-Pulver, Eisenpulver, Kupferpulver, Kālānusārivā sowie Hühnereischalen –
tulyāni payasā piṣṭvā guṭikāṃ kārayedbudhaḥ kaṇḍūtimiraśuklārmaraktarājyupaśāntaye
all dies zu gleichen Teilen mit Milch verrieben, forme der Kundige daraus *guṭikā*, zur Linderung von Juckreiz, *timira*, weißem Star, *arma* (Bindehautwucherung) und blutigen Streifen.
kāṃsyāpamārjanamasī madhukaṃ saindhavaṃ tathā eraṇḍamūlaṃ ca samaṃ bṛhatyaṃśadvayānvitam
Der Abschabruß von Bronzegefäßen, Ruß, Süßholz, ebenso Steinsalz und Rizinuswurzel zu gleichen Teilen, versetzt mit der doppelten Menge Bṛhatī –
ājena payasā piṣṭvā tāmrapātraṃ pralepayet saptakṛtvastu tā vartyaśchāyāśuṣkā rujāpahāḥ
mit Ziegenmilch verrieben, bestreiche man damit ein Kupfergefäß; siebenmal wiederholt und im Schatten getrocknet, ergeben sich daraus schmerzlindernde *vartī*.
pathyātutthakayaṣṭyāhvaistulyairmaricaṣoḍaśā pathyā sarvavikāreṣu vartiḥ śītāmbupeṣitā
Aus zu gleichen Teilen genommenem Pathyā, Tuttha und Yaṣṭī, dazu der sechzehnfachen Menge Pfeffer, entsteht, mit kaltem Wasser verrieben, ein bei allen Störungen heilsamer *vartī*.
rasakriyāvidhānena yathoktavidhikovidaḥ piṇḍāñjanāni kurvīta yathāyogamatandri taḥ
Nach der Methode der *rasakriyā* (der halbfesten Dekoktzubereitung) soll der in den genannten Verfahren erfahrene Arzt unermüdlich und den Umständen entsprechend feste *añjana*-Klumpen (*piṇḍāñjana*) herstellen.