athātaḥ skandhagrahapratiṣedhaṃ vyākhyāsyāmaḥ
Nun wollen wir die Abwehr des skandagraha (des Kinderdämons Skanda) erläutern.
Suśruta-Saṃhitā · Uttaratantra
Das 28. Kapitel des Uttaratantra eröffnet die Reihe der neun Kindergrahas mit der Abwehr des Skandagraha, des nach dem Gott Skanda benannten Dämons, der Säuglinge befällt; wie in den folgenden acht Kapiteln wird die Lehre Dhanvantari in den Mund gelegt. Nach einem festen Schema folgen Besprengung mit einem Absud windvertreibender Baumblätter, eine Einreibung mit Wurzelöl und wohlriechenden Drogen (sarvagandha), ein mit Devadāru und Rāsnā gekochtes Ghṛta als Trank, eine Räucherung aus Senf, Schlangenhaut und Tierhaaren sowie ein Amulett aus Somavallī, Indravallī und Bilva-Dornen. Es folgen Opfergaben in Rot – Girlanden, Fähnchen, ein Hahn – an Kreuzungen und ein Reinigungsbad unter Rezitation der Vyāhṛtis. Den Abschluss bilden Schutzsprüche, die Skanda unter seinen Beinamen Guha und Krauñcasūdana als rotgewandete, glanzvolle Gottheit anrufen und um Gnade für das Kind bitten.
| Schritt | Mittel |
|---|---|
| Besprengung (pariṣecana) | Absud aus Blättern windvertreibender Bäume |
| Einreibung (abhyañjana) | Wurzelöl derselben Bäume, sarvagandha, Hefeschaum der surā, Kaiḍarya-Kraut |
| Trank | ghṛta gekocht mit Devadāru und Rāsnā, mit Milch versetzt |
| Räucherung (uddhūpana) | Senfkörner, abgestreifte Schlangenhaut, Vacā, Kākādanī, Ghee, Haare von Kamel, Ziege, Schaf und Rind |
| Amulett | Somavallī, Indravallī, Śamī, Bilva-Dornen, Wurzeln der Mṛgādanī |
| Opfergabe (bali) | rote Blütengirlanden, rote Fähnchen, rote Räucherstoffe, mancherlei Speisen, eine Glocke, ein Hahn |
| Bad | drei Nächte an Kreuzungen, Umgebung mit Śāli-Reis und Gerste, mit Gāyatrī geweihtes Wasser, Feuer mit den Vyāhṛtis entzündet |
athātaḥ skandhagrahapratiṣedhaṃ vyākhyāsyāmaḥ
Nun wollen wir die Abwehr des skandagraha (des Kinderdämons Skanda) erläutern.
yathovāca bhagavān dhanvantariḥ
So wie es der erhabene Dhanvantari (der Gott der Heilkunde) verkündet hat.
skandagrahopasṛṣṭānāṃ kumārāṇāṃ praśasyate vātaghnadrumapatrāṇāṃ niṣkvāthaḥ pariṣecane
Für Knaben (kumāra), die vom skandagraha befallen sind, wird zum Besprengen (pariṣecana) ein Absud (niṣkvātha) aus den Blättern windvertreibender (vātaghna) Bäume empfohlen.
teṣāṃ mūleṣu siddhaṃ ca tailamabhyañjane hitam sarvagandhasurāmaṇḍakaiḍaryāvāpamiṣyate
Ein aus den Wurzeln eben dieser Bäume gekochtes Öl (taila) ist zur Einreibung (abhyañjana) heilsam; man setzt ihm sarvagandha (wohlriechende Wurzeldrogen), Hefeschaum der surā (Reisbier) und Kaiḍarya-Kraut zu.
devadāruṇi rāsnāyāṃ madhureṣu drumeṣu ca siddhaṃ sarpiśca sakṣīraṃ pānamasmai prayojayet
Auch geklärte Butter (ghṛta), in Devadāru, Rāsnā und den süß wirkenden Bäumen gekocht und mit Milch versetzt, soll man ihm als Trank verabreichen.
sarṣapāḥ sarpanirmoko vacā kākādanī ghṛtam uṣṭrājāvigavāṃ caiva romāṇyuddhūpanaṃ śiśoḥ
Senfkörner, abgestreifte Schlangenhaut, Vacā, Kākādanī und Ghṛta sowie die Haare von Kamel, Ziege, Schaf und Rind – all dies dient dem Säugling zur Räucherung (uddhūpana).
somavallīmindra vallīṃ śamīṃ bilvasya kaṇṭakān mṛgādanyāśca mūlāni grathitānyeva dhārayet
Somavallī, Indravallī, Śamī, die Dornen des Bilva-Baumes sowie die Wurzeln der Mṛgādanī soll man, zu einer Schnur geflochten, dem Kind als Amulett umbinden.
raktāni mālyāni tathā patākā raktāśca gandhā vividhāśca bhakṣyāḥ ghaṇṭā ca devāya balirnivedyaḥ sukukkuṭaḥ skandagrahe hitāya
Rote Blütengirlanden, rote Fähnchen, rote Räucherstoffe, mancherlei Speisen und eine Glocke – dies alles soll man dem Gott als Opfergabe (bali) darbringen, dazu einen stattlichen Hahn, zum Wohle bei skandagraha.
snānaṃ trirātraṃ niśi catvareṣu kuryāt puraṃ śāliyavairnavaistu adbhiśca gāyatryabhimantritābhiḥ prajvālanaṃ vyāhṛtibhiśca vahneḥ
Drei Nächte lang soll man an Kreuzungen ein Bad vollziehen und die Stadt mit frischem Śāli-Reis und Gerste umgeben, mit Wasser, das durch die Gāyatrī geweiht wurde, und man soll das Feuer unter Rezitation der Vyāhṛtis (der heiligen Silben bhūr bhuvaḥ svaḥ) entzünden.
rakṣāmataḥ pravakṣyāmi bālānāṃ pāpanāśinīm ahanyahani kartavyā yā bhiṣagbhiratandri taiḥ
Nun will ich den Schutzspruch (rakṣā) für die Kinder verkünden, der alles Böse vernichtet und den unermüdliche Ärzte (bhiṣaj) Tag für Tag sprechen sollen.
tapasāṃ tejasāṃ caiva yaśasāṃ vapuṣāṃ tathā nidhānaṃ yo'vyayo devaḥ sa te skandaḥ prasīdatu
Er, der unvergängliche Gott, der die Schatzkammer aller Askese (tapas), alles Glanzes (tejas), allen Ruhmes und aller schönen Gestalt ist – er, Skanda, sei dir gnädig.
grahasenāpatirdevo devasenāpatirvibhuḥ devasenāripuharaḥ pātu tvāṃ bhagavān guhaḥ
Der Gott, der Feldherr der Grahas, der mächtige Feldherr des Götterheeres, der Vernichter der Feinde des Götterheeres – er, der erhabene Guha (Beiname Skandas, „der Verborgene“), möge dich beschützen.
devadevasya mahataḥ pāvakasya ca yaḥ sutaḥ gaṅgomākṛttikānāṃ ca sa te śarma prayacchatu
Er, der Sohn des höchsten Gottes der Götter und des Feuers (Pāvaka), der Sohn der Gaṅgā, der Umā und der Kṛttikās – er gewähre dir Geborgenheit (śarman).
raktamālyāmbaraḥ śrīmān raktacandanabhūṣitaḥ raktadivyavapurdevaḥ pātu tvāṃ krauñcasūdanaḥ
Mit roter Girlande und rotem Gewand geschmückt, glanzvoll, mit rotem Sandel gesalbt, von roter, göttlicher Gestalt – der Gott Krauñcasūdana (Beiname Skandas, „Bezwinger des Berges Krauñca“) möge dich beschützen.