Quellen der Menschheit

Suśruta-Saṃhitā · Uttaratantra

Adhyāya 1: aupadraviko Die Begleitkrankheiten des Auges

Das Eröffnungskapitel des Uttaratantra, des umfangreichen Ergänzungsbuches der Suśruta-Saṃhitā, das nun der Heilkunde von Kopf und Sinnesorganen (śālākya), den Kinderkrankheiten und weiteren Themen gewidmet ist, beginnt mit einem Rückblick auf die 120 vorangegangenen Kapitel und der mythologischen Verortung der Lehre bei Dhanvantari. Im Zentrum steht eine detaillierte Anatomie des Auges: Größe und Form der „Augenblase“, ihre Entstehung aus den fünf Elementen, die Gliederung in fünf Kreise (maṇḍala), sechs Verbindungsstellen (sandhi) und sechs Schichten (paṭala), darunter jene vier, in denen sich das gefürchtete timira (die trübende Sehschwäche) bildet. Anschließend werden die Ursachen von Augenkrankheiten – von Überanstrengung der Augen bis zu ungeeigneter Ernährung – sowie eine systematische Zählung von insgesamt sechsundsiebzig Augenkrankheiten nach den drei doṣas Vāta, Pitta und Kapha, nach Blut und nach äußeren Ursachen dargelegt, mit Angaben zu Heilbarkeit und Sitz im Auge. Das Kapitel liefert damit den anatomisch-nosologischen Rahmen für die gesamte augenheilkundliche Abteilung des Uttaratantra.

Aufbau des Auges: Kreise, Verbindungsstellen und Schichten (Vers 13–19)
StrukturAnzahlEinzelteile
maṇḍala5Wimpern, Augenlid, das Weiße, das Schwarze, Pupille
sandhi6Wimpern–Lid, Lid–Weißes, Weißes–Schwarzes, Schwarzes–Pupille, innerer Augenwinkel (kanīnaka), äußerer Augenwinkel (apāṅga)
paṭala62 Schichten am Augenlid; 4 am Auge selbst – beruhend auf Feuer/Wasser, Fleisch, Fett und Knochen
In den vier äußeren paṭala entsteht das timira, die trübende Sehschwäche.

athāta aupadravikamadhyāyaṃ vyākhyāsyāmaḥ

Nun wollen wir das Kapitel über die Begleitkrankheiten (*aupadravika*, die sekundären Leiden des Auges) erläutern.

yathovāca bhagavān dhanvantariḥ

So, wie es der erhabene Dhanvantari verkündet hat.

adhyāyānāṃ śate viṃśe yaduktamasakṛnmayā vakṣyāmi bahudhā samyaguttare'thānimāniti

In den einhundertzwanzig vorangegangenen Kapiteln habe ich wiederholt gesagt: „Dies werde ich später, im nachfolgenden Uttara[tantra], ausführlich und in rechter Weise auf vielerlei Art darlegen.“

idānīṃ tat pravakṣyāmi tantramuttaramuttamam nikhilenopadiśyante yatra rogāḥ pṛthagvidhāḥ

Jetzt will ich jenes vorzügliche Uttara-Tantra (den Nachtrags-Lehrtext) vortragen, in dem die verschiedenartigen Krankheiten vollständig gelehrt werden,

śālākyatantrābhihitā videhādhipakīrtitāḥ ye ca vistarato dṛṣṭāḥ kumārābādhahetavaḥ

die in der *śālākya*-Lehre (der Heilkunde von Kopf und Sinnesorganen) genannt und vom Herrscher von Videha verkündet wurden, sowie jene, deren Ursachen ausführlich als Kinderkrankheiten betrachtet wurden,

ṣaṭsu kāyacikitsāsu ye coktāḥ paramarṣibhiḥ upasargādayo rogā ye cāpyāgantavaḥ smṛtāḥ

die in den sechs Abschnitten der Körpertherapie von den großen Weisen genannt wurden, die Begleiterkrankungen und dergleichen, sowie die als „zufällig entstanden“ (*āgantu*, äußerlich verursacht) bekannten Krankheiten,

triṣaṣṭī rasasaṃsargāḥ svasthavṛttaṃ tathaiva ca yuktārthā yuktayaścaiva doṣabhedāstathaiva ca

die dreiundsechzig Kombinationen der Geschmacksstoffe, ebenso die Regeln der Gesunderhaltung, die sinnvollen Zusammenhänge und Methoden sowie die Unterscheidungen der *doṣa* (der Körpersäfte Wind, Galle und Schleim) —

yatroktā vividhā arthā rogasādhanahetavaḥ mahatastasya tantrasya durgādhasyāmbudheriva

all die verschiedenen Gegenstände, die als Ursachen der Krankheitsbehandlung in jenem großen Lehrwerk genannt wurden, das einem unergründlichen Ozean gleicht.

ādāvevottamāṅgasthān rogānabhidadhāmyaham saṅkhyayā lakṣaṇaiścāpi sādhyāsādhyakrameṇa ca

Zuerst werde ich die Krankheiten behandeln, die im obersten Körperteil sitzen, nach ihrer Anzahl, ihren Merkmalen sowie der Reihenfolge von heilbaren und unheilbaren Fällen.

vidyāddyaṅgulabāhulyaṃ svāṅguṣṭhodarasaṃmitam dvyaṅgulaṃ sarvataḥ sārdhaṃ bhiṣaṅnayanabudbudam

Der Arzt soll wissen: Die „Augenblase“ (der Augapfel) misst an Umfang zwei *aṅgula* (Fingerbreiten), ist so groß wie die Wölbung des eigenen Daumens und misst rundum zweieinhalb *aṅgula*.

suvṛttaṃ gostanākāraṃ sarvabhūtaguṇodbhavam palaṃ bhuvo'gnito raktaṃ vātāt kṛṣṇaṃ sitaṃ jalāt

Sie ist wohlgerundet, von der Form eines Kuheuters, und entsteht aus den Eigenschaften aller Elemente: das Fleisch stammt von der Erde, das Rote vom Feuer, das Schwarze vom Wind, das Weiße vom Wasser,

ākāśādaśrumārgāśca jāyante netrabudbude dṛṣṭiṃ cātra tathā vakṣye yathā brūyādviśāradaḥ

und die Tränenkanäle entstehen aus dem Äther — so bildet sich die Augenblase. Und ich werde nun auch die Pupille (*dṛṣṭi*, die Sehkraft) so beschreiben, wie ein Kundiger es darlegen würde.

netrāyāmatribhāgaṃ tu kṛṣṇamaṇḍalamucyate kṛṣṇāt saptamamicchanti dṛṣṭiṃ dṛṣṭiviśāradāḥ

Ein Drittel der Länge des Auges wird als der schwarze Kreis (*kṛṣṇamaṇḍala*, Hornhaut und Iris) bezeichnet; von diesem Schwarzen wiederum gilt ein Siebtel als die Pupille, so sagen die im Sehen Kundigen.

maṇḍalāni ca sandhīṃśca paṭalāni ca locane yathākramaṃ vijānīyāt pañca ṣaṭ ca ṣaḍeva ca

Man soll am Auge der Reihe nach die Kreise (*maṇḍala*), die Verbindungsstellen (*sandhi*) und die Schichten (*paṭala*) kennen: fünf, sechs und wiederum sechs an der Zahl.

pakṣmavartmaśvetakṛṣṇadṛṣṭīnāṃ maṇḍalāni tu anupūrvaṃ tu te madhyāścatvāro'ntyā yathottaram

Die fünf Kreise gehören der Reihe nach zu Wimpern, Augenlid, dem Weißen, dem Schwarzen und der Pupille; die vier mittleren Verbindungsstellen folgen ebenso, eine nach der anderen, wie zuvor genannt.

pakṣmavartmagataḥ sandhirvartmaśuklagato'paraḥ śuklakṛṣṇagatastvanyaḥ kṛṣṇadṛṣṭigato'paraḥ tataḥ kanīnakagataḥ ṣaṣṭhaścāpāṅgagaḥ smṛtaḥ

Die sechs Verbindungsstellen sind: die zwischen Wimpern und Lid, die zwischen Lid und dem Weißen, die zwischen dem Weißen und dem Schwarzen, die zwischen dem Schwarzen und der Pupille, dann die am inneren Augenwinkel (*kanīnaka*) gelegene, und als sechste gilt die am äußeren Augenwinkel (*apāṅga*).

dve vartmapaṭale vidyāccatvāryanyāni cākṣiṇi jāyate timiraṃ yeṣu vyādhiḥ paramadāruṇaḥ

Man soll wissen: Zwei Schichten gehören zum Augenlid, vier weitere zum Auge selbst; in diesen entsteht das *timira* (die trübende Sehschwäche), ein überaus schwerwiegendes Leiden.

tejojalāśritaṃ bāhyaṃ teṣvanyat piśitāśritam medastṛtīyaṃ paṭalamāśritaṃ tvasthi cāparam

Von diesen vier Schichten beruht die äußere auf Feuer und Wasser, die nächste auf dem Fleisch, die dritte auf dem Fett, und die vierte auf dem Knochen.

pañcamāṃśasamaṃ dṛṣṭesteṣāṃ bāhulyamiṣyate sirāṇāṃ kaṇḍarāṇāṃ ca medasaḥ kālakasya ca

Ihre jeweilige Ausdehnung gilt als gleich einem Fünftel der Pupille, ebenso die der Venen (*sirā*), der Sehnen und des Fetts sowie der schwarzen Substanz (*kālaka*).

guṇāḥ kālāt paraḥ śleṣmā bandhane'kṣṇo sirāyutaḥ sirānusāribhirdoṣairviguṇairūrdhvamāgataiḥ

Über dem Kālaka liegt der Schleim, verbunden mit den Venen, zur Festigung des Auges dienend. Wenn die *doṣa*, die den Venen entlang aufsteigen, aus dem Gleichgewicht geraten,

jāyante netrabhāgeṣu rogāḥ paramadāruṇāḥ tatrāvilaṃ sasaṃrambhamaśrukaṇḍūpadehavat

entstehen in den Teilen des Auges überaus schwerwiegende Krankheiten. Dabei zeigt sich das Auge getrübt, gereizt, von Tränenfluss, Juckreiz und Verklebung begleitet,

gurūṣātodarāgādyairjuṣṭaṃ cāvyaktalakṣaṇaiḥ saśūlaṃ vartmakoṣeṣu śūkapūrṇābhameva ca

begleitet von Schweregefühl, Brennen, stechendem Schmerz, Rötung und weiteren, noch unklaren Anzeichen; mit Stechen in den Lidfalten, wie mit Grannenhaaren gefüllt erscheinend,

vihanyamānaṃ rūpe vā kriyāsvakṣi yathā purā dṛṣṭvaiva dhīmān budhyeta doṣeṇādhiṣṭhitaṃ tu tat

und beeinträchtigt in Aussehen oder Funktion, so dass das Auge nicht mehr wie zuvor sieht. Allein durch Betrachtung soll der kluge Arzt erkennen, von welchem *doṣa* es befallen ist.

tatra saṃbhavamāsādya yathādoṣaṃ bhiṣagjitam vidadhyānnetrajā rogā balavantaḥ syuranyathā

Dabei soll der erfahrene Arzt entsprechend dem Entstehungsgrund und dem jeweiligen *doṣa* die Behandlung anordnen; sonst würden die im Auge entstehenden Krankheiten übermächtig werden.

saṅkṣepataḥ kriyāyogo nidānaparivarjanam vātādīnāṃ pratīghātaḥ prokto vistarataḥ punaḥ

Kurz zusammengefasst besteht die Behandlung im Meiden der Krankheitsursachen und in der Gegenwirkung gegen *vāta* (den Wind-*doṣa*) und die übrigen *doṣa*; ausführlich wird dies weiter unten dargelegt.

uṣṇābhitaptasya jalapraveśāddūrekṣaṇāt svapnaviparyayācca prasaktasaṃrodanakopaśokakleśābhighātādatimaithunācca

Die *doṣa* erzeugen Störungen am Auge durch das Eintauchen ins Wasser, wenn man von Hitze erhitzt ist, durch das Betrachten weit entfernter Dinge, durch gestörten Schlaf, durch anhaltendes Weinen, Zorn, Kummer, Erschöpfung, Verletzung und übermäßigen Geschlechtsverkehr,

śuktāranālāmlakulatthamāṣaniṣevaṇādvegavinigrahācca svedādatho dhūmaniṣevaṇācca chardervighātādvamanātiyogāt bāṣpagrahāt sūkṣmanirīkṣaṇācca netre vikārān janayanti doṣāḥ

durch den Genuss von saurem Reisschleim, saurem Ranala, sauren Speisen, Kulattha- und Urad-Bohnen, durch das Unterdrücken natürlicher Bedürfnisse, durch Schwitzen, durch Rauchinhalation, durch das Zurückhalten von Erbrechen, durch übermäßiges Erbrechen, durch das Zurückhalten von Tränen und durch das Betrachten winziger Dinge.

vātāddaśa tathā pittāt kaphāccaiva trayodaśa raktāt ṣoḍaśa vijñeyāḥ sarvajāḥ pañcaviṃśatiḥ

Von *vāta* entstehen zehn Krankheiten, ebenso von *pitta* (der Galle) zehn, von *kapha* (dem Schleim) dreizehn, von Blut sechzehn, und man soll wissen: von allen *doṣa* gemeinsam entstehen fünfundzwanzig.

tathā bāhyau punardvau ca rogāḥ ṣaṭsaptatiḥ smṛtāḥ hatādhimantho nimiṣo dṛṣṭirgambhīrikā ca yā

Dazu kommen zwei äußerlich verursachte Krankheiten — so gelten insgesamt sechsundsiebzig Krankheiten als überliefert. Zu ihnen zählen „hatādhimantha“ (die geschädigte Augenentzündung), „nimiṣa“ (das unwillkürliche Blinzeln) sowie jene Pupille, die eingesunken ist,

yacca vātahataṃ vartma na te sidhyanti vātajāḥ yāpyo'thatanmayaḥ kācaḥ sādhyāḥ syuḥ sānyamārutāḥ

und das vom Wind befallene Augenlid — diese rein durch *vāta* verursachten Krankheiten sind nicht heilbar; der davon entstehende graue Star gilt als langwierig behandelbar, während die übrigen, mit anderen *doṣa* vermischten, heilbar sind.

śuṣkākṣipākādhīmanthasyandamārutaparyayāḥ asādhyo hrasvajāḍyo yo jalasrāvaśca paittikaḥ

Zu den zehn Vāta-Krankheiten zählen die trockene Augenentzündung, „adhimantha“ (die starke Augenentzündung), „syanda“ (der Augenausfluss) und „mārutaparyaya“ (die Wind-Umkehrung). Unheilbar sind ferner unter den Pitta-Krankheiten die Kurzsichtigkeit mit Erstarrung sowie der von *pitta* verursachte wässrige Tränenfluss,

parimlāyī ca nīlaśca yāpyaḥ kāco'tha tanmayaḥ abhiṣyando'dhimantho'mlādhyuṣitaṃ śuktikā ca yā

ebenso das Verblassen des Auges und dessen bläuliche Verfärbung; langwierig behandelbar ist der davon entstehende graue Star, sowie „abhiṣyanda“ (die Bindehautentzündung), „adhimantha“, die Säureüberhitzung und die muschelfleckartige Trübung,

dṛṣṭiḥ pittavidagdhā ca dhūmadarśī ca sidhyati asādhyaḥ kaphajaḥ srāvo yāpyaḥ kācaśca tanmayaḥ

sowie die von *pitta* verbrannte Pupille und das „Rauchsehen“ — diese sind heilbar. Unter den Kapha-Krankheiten ist der von *kapha* verursachte Ausfluss unheilbar, während der davon entstehende graue Star als langwierig behandelbar gilt,

abhiṣyando'dhimanthaśca balāsagrathitaṃ ca yat dṛṣṭiḥ śleṣmavidagdhā ca pothakyo lagaṇaśca yaḥ

ebenso „abhiṣyanda“, „adhimantha“, die Schleim-Verklumpung, die von Schleim verdorbene Pupille, die knötchenartige Wucherung und der wulstige Auswuchs,

krimigranthipariklinnavartmaśuklārmapiṣṭakāḥ śleṣmopanāhaḥ sādhyāstu kathitāḥ śleṣmajeṣu tu

der Wurmknoten, das durchnässte Augenlid, die Sklera-Wucherung und die Körnchenbildung sowie die schleimige Lidumhüllung — diese gelten als heilbar unter den Kapha-bedingten Krankheiten.

raktasrāvo'jakājātaṃ śoṇitārśovraṇānvitam śukraṃ na sādhyaṃ kācaśca yāpyastajjaḥ prakīrtitaḥ

Unter den blutbedingten Krankheiten sind der Blutausfluss, das ziegenkotartige Geschwür, die blutige, geschwürige Hämorrhoidenwucherung und die weiße Trübung nicht heilbar; der davon entstandene graue Star gilt als langwierig behandelbar,

manthasyandau kliṣṭavartma harṣotpātau tathaiva ca sirājātā'ñjanākhyā ca sirājālaṃ ca yat smṛtam

ebenso „mantha“ und „syanda“, das entzündete Augenlid, „harṣa“ und „utpāta“, sowie die aus Venen entstandene Salbentrübung und das als Venennetz bekannte Leiden,

parvaṇyathāvraṇaṃ śukraṃ śoṇitārmārjunaśca yaḥ ete sādhyā vikāreṣu raktajeṣu bhavanti hi

das Geschwür am Lidgelenk, die weiße Trübung, das blutige *arma* (die fleischige Wucherung) und das rötliche Fleckchen — diese gelten als heilbar unter den blutbedingten Störungen.

pūyāsrāvo nākulāndhyamakṣipākātyayo'lajī asādhyāḥ sarvajā yāpyaḥ kācaḥ kopaśca pakṣmaṇaḥ

Unter den durch alle *doṣa* gemeinsam verursachten Krankheiten sind der Eiterausfluss, die Nachtblindheit, das schwere „akṣipākātyaya“ und das gerstenkornartige Leiden unheilbar; der davon entstandene graue Star gilt als langwierig behandelbar, ebenso die Wimpernstörung,

vartmāvabandho yo vyādhiḥ sirāsu piḍakā ca yā prastāryarmādhimāṃsārma snāyvarmotsaṅginī ca yā

die Lidverklebung, die Bläschen an den Venen, das ausgebreitete *arma*, das *arma* mit Wucherfleisch, das Sehnen-*arma* und die nach innen wuchernde Bildung,

pūyālasaścārbudaṃ ca śyāvakardamavartmanī tathā'śovartma śuṣkārśaḥ śarkarāvartma yacca vai

die eiterträge Entzündung und die tumorartige Wucherung, das bräunliche und das kotartig verklebte Lidleiden, ebenso das „aśovartma“, das trockene Hämorrhoiden-Lid und das sandkornartige Lid,

saśophaścāpyaśophaśca pāko bahalavartma ca aklinnavartma kumbhīkā bisavartma ca sidhyati

die geschwollene und die ungeschwollene Form der Lidentzündung, das verdickte Lid, das trockene Lid, die höckerartige Bildung und das lotoswurzelartige Löcher-Lid — all diese sind heilbar.

sanimitto'nimittaśca dvāvasādhyau tu bāhyajau ṣaṭsaptatirvikārāṇāmeṣāṃ saṅgrahakīrtitā

Die beiden äußerlich verursachten Krankheiten, mit erkennbarer und ohne erkennbare Ursache, sind hingegen unheilbar. So wurde die Gesamtzahl dieser sechsundsiebzig Krankheiten zusammenfassend dargelegt.

nava sandhyāśrayāsteṣu vartmajāstvekaviṃśatiḥ śuklabhāge daṃśaikaśca catvāraḥ kṛṣṇabhāgajāḥ

Von diesen sitzen neun an den Verbindungsstellen, einundzwanzig entstehen am Augenlid, elf am Weißen des Auges, und vier entstehen am Schwarzen des Auges,

sarvāśrayāḥ saptadaśa dṛṣṭijā dvādaśaiva tu bāhyajau dvau samākhyātau rogau paramadāruṇau bhūya etān pravakṣyāmi saṅkhyārūpacikitsitaiḥ

siebzehn betreffen das gesamte Auge, zwölf entstehen an der Pupille, und zwei überaus schwerwiegende Krankheiten wurden als äußerlich verursacht bezeichnet. All diese werde ich nun weiter nach Anzahl, Erscheinungsform und Behandlung darlegen.

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