Quellen der Menschheit

Suśruta-Saṃhitā · Uttaratantra

Adhyāya 47: madātyayapratiṣedho Behandlung des Trinkexzesses (Madātyaya)

Das umfangreiche Kapitel über pānātyaya, den Trinkexzess, eröffnet mit einer ausführlichen Wesensbeschreibung des madya (berauschendes Getränk): heiß, scharf, fein, klärend, austrocknend und rasch wirkend, bei maßvollem Genuss lebensverlängernd und kraftspendend, bei falscher Anwendung jedoch Ursache des dreistufigen Rauschs (mada) bis hin zu Bewusstlosigkeit. Der Text unterscheidet doṣa-bedingte Formen des pānātyaya sowie die verwandten Zustände paramada, pānājīrṇa und das schwere pānavibhrama, benennt tödliche Warnzeichen und verordnet je nach Doṣa gewürzte, gesäuerte oder gesüßte Getränke, Fleischsäfte und Übergießungen. Ein auffällig breiter Abschnitt widmet sich der luxuriösen Kühltherapie bei Brennen (dāha) – Sandelholz, Lotusteiche, kühle Frauenbegleitung, Wasserfall-Pavillons –, bevor das Kapitel in die verwandten Zustände tṛṣṇā (Durst) und raktapitta übergeht, deren Grundbehandlung hier bereits vorweggenommen wird. Der Schluss rät, Rückfälle durch abruptes Wiederaufnehmen des Trinkens zu vermeiden.

FORMEN DES TRINKEXZESSES UND VERWANDTER ZUSTÄNDE (Vers 17–22)
ZustandKennzeichen
vātaja pānātyayaSteifheit, Gliederschmerzen, Beklemmung im Herzen, stechende Schmerzen, Zittern, Kopfschmerzen
pittaja pānātyayaSchweißausbruch, wirres Reden, Mundtrockenheit, Brennen, mūrcchā (Bewusstlosigkeit), Gelbfärbung von Gesicht und Augen
kaphaja pānātyayaErbrechen, Kälte, vermehrter Schleimfluss
sānnipātika pānātyayaalle Zeichen zugleich: Hitzeempfinden, Schwere der Glieder, Geschmacklosigkeit, Kapha-Übermaß, Appetitlosigkeit, Stuhl- und Harnverstopfung
paramadaDurst, Kopfschmerzen, Reißen in den Gelenken
pānājīrṇaBlähungen, Aufstoßen, saurer Geschmack, vidāha (Brennen)
pānavibhramastechende Schmerzen in Herz und Gliedern, Erbrechen, Fieber, Rauchgefühl im Hals, mūrcchā, Schleimabsonderung, Kopfschmerz, vidāha, Abneigung gegen surā und Speise
V22 nennt zusätzlich tödliche Warnzeichen (u. a. herabhängende Oberlippe, schwarz verfärbte Zunge, gelbe oder blutunterlaufene Augen), die hier nicht eigens tabelliert sind.

athātaḥ pānātyayapratiṣedhaṃ vyākhyāsyāmaḥ

Nun wollen wir die Behandlung des *pānātyaya* (Trinkexzesses, Alkoholvergiftung) erklären.

yathovāca bhagavān dhanvantariḥ

So, wie es der erhabene Dhanvantari verkündet hat.

madyamuṣṇaṃ tathā tīkṣṇaṃ sūkṣmaṃ viśadameva ca rūkṣamāśukaraṃ caiva vyavāyi ca vikāśi ca

*Madya* (Wein, berauschendes Getränk) ist heiß, scharf, fein, klärend und austrocknend; es wirkt schnell, ist *vyavāyī* (es durchdringt den ganzen Körper, noch bevor es verdaut ist) und *vikāśī* (es lockert und weitet die Gelenke).

auṣṇyācchītopacāraṃ tattaikṣṇyāddhanti manogatim viśatyavayavān saukṣmyādvaiśadyātkaphaśukranut

Wegen seiner Hitze erfordert es kühlende Gegenmaßnahmen; wegen seiner Schärfe zerstört es die Geistesgegenwart; wegen seiner Feinheit dringt es in alle Körperglieder ein; wegen seiner klärenden Wirkung vermindert es *kapha* (Schleim, einen der drei Körpersäfte) und den Samen.

mārutaṃ kopayedrau kṣyādāśutvāccāśukarmakṛt harṣadaṃ ca vyavāyitvādvikāśitvādvisarpati

Wegen seiner Austrocknung erregt es *vāta* (den Wind, einen der drei Körpersäfte); wegen seiner Raschheit wirkt es schnell; weil es *vyavāyī* ist, erzeugt es Erregung; und weil es *vikāśī* ist, breitet es sich im ganzen Körper aus.

tadamlaṃ rasataḥ proktaṃ laghu rocanadīpanam kecillavaṇavarjyāṃstu rasānatrādiśanti hi

Geschmacklich wird es als sauer bezeichnet, als leicht, appetitanregend und verdauungsfördernd; manche Gelehrte jedoch schreiben ihm hier alle Geschmacksrichtungen außer der salzigen zu.

snigdhaistadannairmāṃsaiśca bhakṣyaiśca saha sevitam bhavedāyuḥprakarṣāya balāyopacayāya ca

Mit öligen Speisen, mit Fleisch und mit anderen Genussmitteln zusammen genossen, dient es der Verlängerung des Lebens, der Kraft und dem Wachstum des Körpers.

kāmyatā manasastuṣṭirdhairyaṃ tejo'tivikramaḥ vidhivat sevyamāne tu madye sannihitā guṇāḥ

Begehrlichkeit, Zufriedenheit des Geistes, Standhaftigkeit, Tatkraft und großer Mut — dies sind die Eigenschaften, die dem *madya* innewohnen, wenn es vorschriftsmäßig genossen wird.

tadevānannamajñena sevyamānamamātrayā kāyāgninā hyagnisamaṃ sametya kurute madam

Eben dieses *madya* jedoch, ohne Speise dazu und in unangemessener Menge von einem Unwissenden genossen, verbindet sich mit dem *agni* (Verdauungsfeuer) des Körpers, gleich einem weiteren Feuer, und erzeugt den *mada* (Rausch).

madena karaṇānāṃ tu bhāvānyatve kṛte sati nigūḍhamapi bhāvaṃ svaṃ prakāśīkurute'vaśaḥ

Wenn der *mada* die Sinnesorgane in einen veränderten Zustand versetzt hat, offenbart der Mensch, seiner selbst nicht mehr mächtig, auch sein verborgenstes eigenes Wesen.

tryavasthaśca mado jñeyaḥ pūrvo madhyo'tha paścimaḥ pūrve vīryaratiprītiharṣabhāṣyādivardhanam

Man unterscheide drei Stadien des *mada*: das erste, das mittlere und das letzte. Im ersten Stadium nehmen Tatkraft, Lust, Freude, Erregung, Redseligkeit und Ähnliches zu.

pralāpo madhyame moho yuktāyuktakriyāstathā visaṃjñaḥ paścime śete naṣṭakarmakriyāguṇaḥ

Im mittleren Stadium treten wirres Reden, Verwirrung sowie angemessene und unangemessene Handlungen auf; im letzten Stadium liegt der Mensch besinnungslos da, und seine Fähigkeit zu zielgerichtetem Handeln ist verloren.

ślaiṣmikānalpapittāṃśca snigdhānmātropasevinaḥ pānaṃ na bādhate'tyarthaṃ viparītāṃstu bādhate

Menschen mit vorherrschendem *kapha*, mit wenig *pitta* (Gallensaft, dem Feuer-Doṣa) und öliger Konstitution, die maßvoll trinken, schadet der *pāna* (Alkoholgenuss) nicht übermäßig; Menschen entgegengesetzter Konstitution aber schadet er sehr.

nirbhaktamekāntata eva madyaṃ niṣevyamāṇaṃ manujena nityam utpādayet kaṣṭatamān vikārānāpādayeccāpi śarīrabhedam

Wird *madya* von einem Menschen ständig ohne Speise und ausschließlich als Alkohol genossen, so erzeugt es überaus schwere *vikāra* (Störungen) und kann sogar den Zerfall des Körpers herbeiführen.

kruddhena bhītena pipāsitena śokābhitaptena bubhukṣitena vyāyāmabhārādhvaparikṣatena vegāvarodhābhihatena cāpi

Ebenso schädlich ist es, wenn es von einem Zornigen, einem Verängstigten, einem Durstigen, einem von Kummer Erhitzten, einem Hungrigen, einem durch Anstrengung, Lasttragen oder einen langen Weg Erschöpften, oder auch von einem durch das Unterdrücken natürlicher Dranggefühle Geschädigten genossen wird —

atyamlabhakṣyāvatatodareṇa sājīrṇabhuktena tathā'balena uṣṇābhitaptena ca sevyamānaṃ karoti madyaṃ vividhān vikārān

— oder von einem, dessen Bauch von übermäßig sauren Speisen aufgebläht ist, von einem, der bei unverdauter vorheriger Mahlzeit isst, von einem Geschwächten oder von einem durch Hitze Erhitzten: in all diesen Fällen bewirkt der genossene *madya* mannigfaltige *vikāra*.

pānātyayaṃ paramadaṃ pānājīrṇamathāpi vā pānavibhramamugraṃ ca teṣāṃ vakṣyāmi lakṣaṇam

*Pānātyaya* (Trinkexzess), *paramada* (äußerster Rausch), *pānājīrṇa* (Verdauungsstörung durch Alkohol) sowie das schwere *pānavibhrama* (Trinkdelirium) — ihre Kennzeichen werde ich nun darlegen.

stambhāṅgamardahṛdayagrahatodakampāḥ pānātyaye'nilakṛte śiraso rujaśca svedapralāpamukhaśoṣaṇadāhamūrcchāḥ pittātmake vadanalocanapītatā ca

Beim durch *vāta* bedingten *pānātyaya* treten Steifheit, Gliederschmerzen, ein Beklemmungsgefühl im Herzen, stechende Schmerzen, Zittern sowie Kopfschmerzen auf; beim durch *pitta* bedingten treten Schweißausbruch, wirres Reden, Mundtrockenheit, Brennen, *mūrcchā* (Bewusstlosigkeit) sowie eine Gelbfärbung von Gesicht und Augen auf.

śleṣmātmake vamathuśītakaphaprasekāḥ sarvātmake bhavati sarvavikārasaṃpat ūṣmāṇamaṅgagurutāṃ virasānanatvaṃ śleṣmādhikatvamaruciṃ malamūtrasaṅgam

Beim durch *kapha* bedingten treten Erbrechen, Kälte sowie vermehrter Schleimfluss auf; beim durch alle drei zugleich bedingten zeigt sich die Gesamtheit aller genannten Störungen: Hitzeempfinden, Schwere der Glieder, Geschmacklosigkeit im Mund, ein Übermaß an *kapha*, Appetitlosigkeit sowie eine Verstopfung von Stuhl und Harn.

liṅgaṃ parasya tu madasya vadanti tajjñāstṛṣṇāṃ rujāṃ śirasi sandhiṣu cāpi bhedam ādhmānamudgiraṇamamlaraso vidāho'jīrṇasya pānajanitasya vadanti liṅgam

Als Kennzeichen des *paramada* nennen die Kenner: Durst, Kopfschmerzen sowie ein Reißen in den Gelenken; als Kennzeichen des durch Alkohol verursachten *pānājīrṇa* nennen sie Blähungen, Aufstoßen, sauren Geschmack und ein *vidāha* (Brennen).

jñeyāni tatra bhiṣajā suviniścitāni pittaprakopajanitāni ca kāraṇāni hṛdgātratodavamathujvarakaṇṭhadhūmamūrcchākaphasravaṇamūrdharujo vidāhaḥ

Der Arzt erkenne dabei sicher, dass die Ursachen des *pānavibhrama* in der Erregung des *pitta* liegen; seine Kennzeichen sind: stechende Schmerzen in Herz und Gliedern, Erbrechen, Fieber, ein Rauchgefühl im Hals, *mūrcchā*, Schleimabsonderung, Kopfschmerzen und *vidāha*.

dveṣaḥ surānnavikṛteṣu ca teṣu teṣu taṃ pānavibhramamuśantyakhilena dhīrāḥ hīnottarauṣṭhamatiśītamamandadāhaṃ tailaprabhāsyamatipānahataṃ vijahyāt

Ferner Abneigung gegen *surā* (Reisbier) und gegen gewöhnliche Speisen jeglicher Art — all dies zusammen nennen die Weisen *pānavibhrama*. Einen vom übermäßigen Trinken Geschädigten, dessen Oberlippe herabhängt, der übermäßig kalt ist, dessen Brennen nicht nachlässt und der im Gesicht wie mit Öl übergossen glänzt, gebe man verloren.

jihvauṣṭhadantamasitaṃ tvathavā'pi nīlaṃ pīte ca yasya nayane rudhiraprabhe ca hikkājvarau vamathuvepathupārśvaśūlāḥ kāsabhramāvapi ca pānahataṃ bhajante

Ebenso einen, dessen Zunge, Lippen und Zähne schwarz oder auch bläulich verfärbt sind, dessen Augen gelb oder blutunterlaufen glänzen, und der zugleich von Schluckauf, Fieber, Erbrechen, Zittern, Schmerzen in der Seite, Husten und Schwindel befallen ist — auch diesen ergreift der vom Trinken tödlich Geschädigte.

teṣāṃ nivāraṇamidaṃ hi mayocyamānaṃ vyaktābhidhānamakhilena vidhiṃ nibodha madyaṃ tu cukramaricārdra kadīpyakuṣṭhasauvarcalāyutamalaṃ pavanasya śāntyai

Vernimm nun die von mir dargelegte, deutlich benannte und vollständige Behandlungsweise zu ihrer Abwehr: *Madya*, versetzt mit *cukra* (Essig), *marica* (Pfeffer), frischem *ārdraka* (Ingwer), *dīpyaka*, *kuṣṭha* und *sauvarcala*-Salz, genügt zur Beruhigung des *vāta*.

pṛthvīkadīpyakamahauṣadhahiṅgubhirvā sauvarcalena ca yutaṃ vitaret sukhāya āmrātakāmraphaladāḍimamātuluṅgaiḥ kuryācchubhānyapi ca ṣāḍavapānakāni

Oder man reiche *madya*, versetzt mit *pṛthvīkā*, *dīpyaka*, *mahauṣadha* (Ingwer), *hiṅgu* (Asant) und *sauvarcala*-Salz, zur Linderung; auch bereite man wohltuende *ṣāḍava*-Getränke mit *āmrātaka*, Mango (*āmra*), *dāḍima* (Granatapfel) und *mātuluṅga* (Zitrone).

seveta vā phalarasopahitān rasādīnānūpavargapiśitānyapi gandhavanti pittātmake madhuravargakaṣāyamiśraṃ madyaṃ hitaṃ samadhuśarkaramiṣṭagandham

Oder man nehme mit Fruchtsäften angereicherte Fleischsäfte sowie wohlriechendes Fleisch von Sumpf- und Wassertieren (*ānūpa*) zu sich; beim durch *pitta* bedingten *pānātyaya* ist *madya* zuträglich, das mit einem *kaṣāya* (Absud) der süßen Kräutergruppe vermischt und mit Honig, Zucker sowie wohlriechenden Zutaten versetzt ist.

pītvā ca madyamapi cekṣurasapragāḍhaṃ niḥśeṣataḥ kṣaṇamavasthitamullikhecca lāvaiṇatittirirasāṃśca pibedanamlān maudgān sukhāya saghṛtān sasitāṃśca yūṣān

Und nachdem man *madya*, stark mit Zuckerrohrsaft versetzt, vollständig getrunken hat, lasse man es einen Augenblick wirken und errege dann Erbrechen; man trinke ferner Fleischsäfte von *lāva*-Wachteln, Antilopen und Rebhühnern sowie zur Linderung nicht-saure Mungbohnensuppen (*yūṣa*) mit *ghṛta* (geklärter Butter) und Zucker.

pānātyaye kaphakṛte kaphamullikhecca madyena bimbividulodakasaṃyutena seveta tiktakaṭukāṃśca rasānudārān yūṣāṃśca tiktakaṭukopahitān hitāya

Beim durch *kapha* bedingten *pānātyaya* errege man Erbrechen des *kapha* mittels *madya*, versetzt mit dem Wasser von *bimba* und *vidula*; zur Linderung nehme man bittere und scharfe, kräftige Fleischsäfte sowie mit Bitterem und Scharfem versetzte *yūṣa* zu sich.

pathyaṃ yavānnavikṛtāni ca jāṅgalāni śleṣmaghnamanyadapi yacca niratyayaṃ syāt kuryācca sarvamatha sarvabhave vidhānaṃ dvandvodbhave dvayamavekṣya yathāpradhānam

Bekömmlich sind ferner Zubereitungen aus *yava* (Gerste) sowie das Fleisch von Wildtieren (*jāṅgala*) und was sonst noch *kapha* bekämpft und unbedenklich ist. Bei der durch alle drei zugleich verursachten Störung wende man die gesamte Behandlung an, bei der durch das Zusammenwirken zweier *doṣas* verursachten aber beide entsprechenden Behandlungen, je nach ihrer Vorherrschaft.

sāmānyamanyadapi yacca samagramagryaṃ vakṣyāmi yacca manaso madakṛt sukhaṃ ca tvaṅgāgapuṣpamagadhailamadhūkadhānyaiḥ ślakṣṇairajājimaricaiśca kṛtaṃ samāṃśaiḥ

Auch will ich nun die übrige, allen Formen gemeinsame und vorzüglichste Behandlung vollständig darlegen, die dem Geist inmitten des *mada* Wohlbefinden schenkt: Man bereite ein Getränk aus feinem *tvac* (Zimtrinde), Blüten, *magadha* (Langpfeffer), *elā* (Kardamom), *madhūka*, *dhānya* (Koriander), zu gleichen Teilen mit *ajājī* (Kreuzkümmel) und *marica* vermengt.

pānaṃ kapittharasavāriparūṣakāḍhyaṃ pānātyayeṣu vidhivatsrutamambarānte hrīverapadmaparipelavasaṃprayuktaiḥ puṣpairvilipya karavīrajalodbhavaiśca

Ein *pāna*, reich an dem Saft von *kapittha* (Holzapfel), Wasser und *parūṣaka*, lasse man bei *pānātyaya* vorschriftsmäßig über Nacht im Freien durchziehen, nachdem man das Gefäß mit den zarten Blüten von *hrīvera* und *padma* (Lotus) sowie mit im Wasser gewachsenem *karavīra* bestrichen hat.

piṣṭaiḥ sapadmakayutairapi sārivādyaiḥ sekaṃ jalaiśca vitaredamalaiḥ suśītaiḥ tvakpatracocamaricailabhujaṅgapuṣpaśleṣmātakaprasavavalkaguḍairupetam

Auch reiche man Übergießungen mit reinem, sehr kühlem Wasser, das mit zu Paste zerriebenen Kräutern wie *padmaka*, *sārivā* und anderen versetzt ist; ein weiteres Getränk sei versetzt mit *tvac*, *patra* (Zimtblatt), *coca*, *marica*, *elā*, *bhujaṅgapuṣpa* (Gewürznelke), den Blüten des *śleṣmātaka*-Baumes, Baumrinde und *guḍa* (Rohzucker).

drā kṣāyutaṃ hṛtamalaṃ madirāmayārtaistatpānakaṃ śuci sugandhi narairniṣevyam piṣṭvā pibecca madhukaṃ kaṭurohiṇīṃ ca drā kṣāṃ ca mūlamasakṛt trapuṣībhavaṃ yat

Dieses reine und wohlriechende *pāna*, mit *drākṣā* (Weintrauben) versetzt und von allen Trübstoffen befreit, sei von den an *pānātyaya* Leidenden zu genießen. Man zerreibe ferner *madhuka* (Süßholz), *kaṭurohiṇī* und *drākṣā* sowie wiederholt die Wurzel der *trapuṣī* (Gurkenpflanze) und trinke den Absud.

kārpāsinīmatha ca nāgabalāṃ ca tulyāṃ pītvā sukhī bhavati sādhu suvarcalāṃ ca kāśmaryadāruviḍadāḍimapippalīṣu drā kṣānvitāsu kṛtamambuni pānakaṃ yat

Wer *kārpāsinī*, *nāgabalā* und *suvarcalā* zu gleichen Teilen trinkt, wird auf treffliche Weise wohlbefindlich; ebenso das Getränk, das aus *kāśmarya*, *dāru* (Zeder), *viḍa*-Salz, *dāḍima* und *pippalī* (Langpfeffer), zusammen mit *drākṣā*, in Wasser bereitet wird.

tadbījapūrakarasāyutamāśu pītaṃ śāntiṃ parāṃ paramade tvacirāt karoti drā kṣāsitāmadhukajīrakadhānyakṛṣṇāsvevaṃ kṛtaṃ trivṛtayā ca pibettathaiva

Dieses Getränk, mit dem Saft der *bījapūraka*-Frucht (Zitrone) versetzt und rasch getrunken, bringt beim *paramada* in kurzer Zeit höchste Beruhigung; ebenso trinke man ein auf gleiche Weise aus *drākṣā*, Zucker, *madhuka*, *jīraka* (Kreuzkümmel), *dhānya* und *kṛṣṇā* (Langpfeffer) bereitetes Getränk, auch zusammen mit *trivṛt*.

sauvarcalāyutamudārarasaṃ phalāmlaṃ bhārgīśṛtena ca jalena hito'vasekaḥ

Zuträglich ist ferner eine Übergießung mit einem kräftigen, sauren Fruchtgetränk, versetzt mit *sauvarcala*-Salz, sowie mit Wasser, das mit *bhārgī* gekocht wurde.

ikṣvākudhāmārgavavṛkṣakāṇi kākāhvayodumbarikāśca dugdhe vipācya tasyāñjalinā vameddhi madyaṃ pibeccāhni gate tvajīrṇe

Man koche *ikṣvāku*, *dhāmārgava*, *vṛkṣaka*, *kākāhva* und *udumbarikā* in Milch und errege mit einer Handvoll davon Erbrechen; ist aber der getrunkene *madya* bei fortgeschrittenem Tag noch unverdaut, so trinke man erneut etwas *madya*.

tvakpippalībhujagapuṣpaviḍairupetaṃ seveta hiṅgumaricailayutaṃ phalāmlam uṣṇāmbusaindhavayutāstvathavā viḍatvakcavyailahiṅgumagadhāphalamūlaśuṇṭhīḥ

Man nehme ein saures Fruchtgetränk zu sich, das mit *tvac*, *pippalī*, *bhujaṅgapuṣpa* und *viḍa*-Salz sowie mit *hiṅgu*, *marica* und *elā* versetzt ist; oder aber *viḍa*-Salz, *tvac*, *cavya*, *elā*, *hiṅgu*, die Frucht von *magadhā* (Langpfeffer), sowie Wurzel und *śuṇṭhī* (Trockenginger), zusammen mit warmem Wasser und *saindhava* (Steinsalz).

hṛdyaiḥ khaḍairapi ca bhojanamatra śastaṃ drā kṣākapitthaphaladāḍimapānakaṃ yat tat pānavibhramaharaṃ madhuśarkarāḍhyamāmrātakolarasapānakameva cāpi

Auch eine Mahlzeit mit herzstärkenden *khaḍa*-Gerichten ist hierbei zu empfehlen, ebenso das Getränk aus *drākṣā*, *kapittha* und *dāḍima*, das reich an Honig und Zucker ist und das *pānavibhrama* beseitigt, sowie das Getränk aus dem Saft von *āmrātaka* und *kola* (Brustbeere).

kharjūravetrakakarīraparūṣakeṣu drā kṣātrivṛtsu ca kṛtaṃ sasitaṃ himaṃ vā śrīparṇiyuktamathavā tu pibedimāni yaṣṭyāhvayotpalahimāmbuvimiśritāni

Man trinke ferner ein mit Zucker versetztes, kühles Getränk, bereitet aus *kharjūra* (Dattel), *vetraka*, *karīra*, *parūṣaka*, *drākṣā* und *trivṛt*, oder eines, das mit *śrīparṇī* versetzt ist, oder auch eines, vermischt mit *yaṣṭī* (Süßholz), *utpala* (blauem Lotus) und kaltem Wasser.

kṣīripravālabisajīrakanāgapuṣpapatrailavālusitasārivapadmakāni āmrātabhavyakaramardakapitthakolavṛkṣāmlavetraphalajīrakadāḍimāni

Man verwende *kṣīri*, *pravāla*, *bisa*, *jīraka*, *nāgapuṣpa* (Nāgakeśara-Blüte), *patra*, *elā*, *vālu*, Zucker, *sārivā* und *padmaka*, sowie die Früchte von *āmrātaka*, *bhavya*, *karamarda*, *kapittha*, *kola*, *vṛkṣāmla*, *vetra*, *jīraka* und *dāḍima*.

seveta vā maricajīrakanāgapuṣpatvakpatraviśvacavikailayutān rasāṃśca sūkṣmāmbarasrutahimāṃśca sugandhigandhān pānodbhavānnudati saptagadānaśeṣān

Oder man nehme Fruchtsäfte zu sich, die mit *marica*, *jīraka*, *nāgapuṣpa*, *tvac*, *patra*, *viśva* (Trockenginger), *cavya* und *elā* versetzt sind, sowie feine, im Freien über Nacht abgekühlte, wohlriechende Getränke — dies vertreibt sämtliche sieben durch das *pāna* entstandenen Leiden vollständig.

pañcendri yārthaviṣayā mṛdupānayogā hṛdyāḥ sukhāśca manasaḥ satataṃ niṣevyāḥ pānātyayeṣu vikaṭorunitambavatyaḥ pīnonnatastanabharānatamadhyadeśāḥ

Was den fünf Sinnen angenehm ist, in Verbindung mit milden *pāna*, was dem Herzen zuträglich und dem Geist eine Freude ist, sei stets zu nutzen. Bei *pānātyaya* sind Frauen mit vollen, breiten Hüften und mit vollen, erhabenen Brüsten, unter deren Last die Taille sich neigt —

prauḍhāḥ striyo'bhinavayauvanapīnagātryaḥ sevyāśca pañcaviṣayātiśayasvabhāvāḥ

— reife Frauen von jugendlicher, voller Gestalt, die in ihrem Wesen alle fünf Sinnesfreuden in höchstem Maße vereinen, dem Kranken beizugesellen.

pibedra saṃ puṣpaphalodbhavaṃ vā sitāmadhūkatrisugandhiyuktam saṃcūrṇya saṃyojya ca nāgapuṣpairajājikṛṣṇāmaricaiśca tulyaiḥ

Man trinke einen aus Blüten und Früchten gewonnenen Saft, versetzt mit Zucker, *madhūka* und den drei Wohlgerüchen (*trisugandhi*: Zimt, Zimtblatt und Kardamom), fein zermahlen und vermischt mit *nāgapuṣpa*, *ajājī* und *kṛṣṇā*-Pfeffer zu gleichen Teilen.

varṣābhūyaṣṭyāhvamadhūkalākṣātvakkarbudārāṅkurajīrakāṇi drā kṣāṃ ca kṛṣṇāmatha keśaraṃ ca kṣīre samāloḍya pibet sukhepsuḥ

Wer nach Wohlbefinden strebt, verrühre *varṣābhū*, *yaṣṭī*, *madhūka*, *lākṣā*, *tvac*, die Sprossen des *karbudāra*, *jīraka*, *drākṣā*, *kṛṣṇā*-Pfeffer und *keśara* (Safran) in Milch und trinke es.

bhavecca madyena tu yena pātitaḥ prakāmapītena surāsavādinā tadeva tasmai vidhivat pradāpayedviparyaye bhraṃśamavaśyamṛcchati

Wurde jemand durch einen bestimmten, im Übermaß genossenen *madya* — *surā*, *āsava* (fermentierten Auszug) oder dergleichen — zu Fall gebracht, so reiche man ihm vorschriftsmäßig eben dieses gleiche Getränk in kleiner Menge; verfährt man umgekehrt, so gerät er unweigerlich in einen Rückfall.

yathā narendro pahatasya kasyacidbhavet prasādastata eva nānyataḥ dhruvaṃ tathā madyahatasya dehino bhavet prasādastata eva nānyataḥ

So, wie die Gnade für einen, der von einem König in Ungnade gefallen ist, nur eben von diesem König selbst kommen kann und von keinem anderen, so kommt gewiss auch für einen vom Wein Geschädigten die Genesung nur von eben diesem und von keinem anderen.

vicchinnamadyaḥ sahasā yo'timadyaṃ niṣevate tasya pānātyayoddiṣṭā vikārāḥ saṃbhavanti hi

Wer, nachdem er das Trinken abrupt unterbrochen hatte, plötzlich wieder übermäßig *madya* zu sich nimmt, bei dem entstehen die für den *pānātyaya* beschriebenen *vikāra*.

madyasyāgneyavāyavyau guṇāvambuvahāni tu srotāṃsi śoṣayeyātāṃ tena tṛṣṇopajāyate

Die feurige und die luftige Eigenschaft des *madya* trocknen die wasserführenden *srotas* (Körperkanäle) aus; dadurch entsteht *tṛṣṇā* (Durst).

pāṭalotpalakandeṣu mudgaparṇyāṃ ca sādhitam pibenmāgadhikonmiśraṃ tatrāmbho himaśītalam

Dabei trinke man kühles, eisgekühltes Wasser, gekocht mit *pāṭalā*, *utpala*, ihren Wurzelknollen und *mudgaparṇī*, vermischt mit *māgadhikā* (Langpfeffer).

sarpistailavasāmajjadadhibhṛṅgarasairyutam kvāthena bilvayavayoḥ sarvagandhaiśca peṣitaiḥ

Man bereite eine Salbe aus *sarpis* (Ghee), Öl, *vasā* (Fett), Knochenmark, Dickmilch und dem Saft von *bhṛṅgarāja*, versetzt mit einem *kvātha* (Absud) aus *bilva* und Gerste sowie mit allerlei fein zerriebenen Wohlgerüchen.

pakvamabhyañjane śreṣṭhaṃ seke kvāthaśca śītalaḥ rasavanti ca bhojyāni yathāsvamavacārayet

Diese gekochte Zubereitung ist zur Einreibung vorzüglich; zur Übergießung diene ein kühler *kvātha*; und schmackhafte Speisen wende man je nach Bedarf an.

pānakāni suśītāni hṛdyāni surabhīṇi ca tvacaṃ prāptastu pānoṣmā pittaraktābhimūrcchitaḥ dāhaṃ prakurute ghoraṃ pittavattatra bheṣajam

Man reiche sehr kühle, herzstärkende und wohlriechende *pāna*. Hat aber die Hitze des Alkohols (*pānoṣman*) die Haut erreicht und sich mit *pitta* und Blut verbunden, so erzeugt sie ein furchtbares *dāha* (Brennen); dann ist die Behandlung wie bei einem *pitta*-Leiden anzuwenden.

śītaṃ vidhānamata ūrdhvamahaṃ pravakṣye dāhapraśāntikaramṛddhimatāṃ narāṇām tatrādito malayajena hitaḥ pradehaścandrāṃśuhāratuhinodakaśītalena

Nun will ich im Folgenden die kühlende Behandlung darlegen, die das *dāha* stillt, für wohlhabende Menschen. Zunächst dort eine wohltuende *pradeha* (Salbenauflage) aus *malayaja* (Sandelholz), kühl wie Mondlicht, Perlenketten und Schneewasser.

śītāmbuśītalataraiśca śayānamenaṃ hārairmṛṇālavalayairabalāḥ spṛśeyuḥ bhinnotpalojjvalahime śayane śayīta patreṣu vā sajalabinduṣu padminīnām

Während er daliegt, sollen Frauen ihn mit Ketten und Lotusfaser-Armreifen berühren, die noch kühler sind als kaltes Wasser; er liege auf einem Lager aus schimmerndem Eis, mit aufgeschnittenen Lotusblüten bestreut, oder auf den taubetropften Blättern von Lotuspflanzen.

āsādayan pavanamāhṛtamaṅganābhiḥ kahlārapadmadalaśaivalasaṃcayeṣu kāntairvanāntapavanaiḥ parimṛśyamānaḥ śaktaścaredbhavanakānanadīrghikāsu

Er nehme den von Frauen zugefächelten Wind wahr, gebettet auf Haufen von Blättern der *kahlāra*- und Lotuspflanze sowie von *śaivala* (Wasserpflanzen); von den lieblichen Winden des Waldrands gestreichelt, mag er, wenn er dazu in der Lage ist, in den Gärten, Wäldchen und Teichen des Hauses umherwandeln.

dāhabhibhūtamathavā pariṣecayettu lāmajjakāmburuhacandanatoyatoyaiḥ visrāvitāṃ hṛtamalāṃ navavāripūrṇāṃ padmotpalākulajalāmadhivāsitāmbum

Oder man übergieße den vom *dāha* Überwältigten mit Wasser, durchtränkt mit *lāmajjaka*, Lotus und Sandelholz, sowie mit einem Teichwasser, das abgelassen, von allem Schmutz befreit und neu mit frischem Wasser gefüllt ist, dessen Oberfläche von Lotusblüten bedeckt und wohlriechend gemacht ist.

vāpīṃ bhajeta haricandanabhūṣitāṅgaḥ kāntākaraspṛśanakarkaśaromakūpaḥ tatrainamamburuhapatrasamaiḥ spṛśantyaḥ śītaiḥ karoruvadanaiḥ kaṭhinaiḥ stanaiśca

Er begebe sich, den Körper mit gelbem Sandelholz geschmückt, in einen Wasserteich, seine Härchen von der Berührung der Hände geliebter Frauen aufgerichtet; dort sollen ihn Frauen berühren, mit Händen, Schenkeln, Gesichtern und festen Brüsten, die kühl sind wie Lotusblätter.

toyāvagāhakuśalā madhurasvabhāvāḥ saṃharṣayeyurabalāḥ sukalaiḥ pralāpaiḥ dhārāgṛhe pragalitodakadurdinābhe klāntaḥ śayīta salilānilaśītakukṣau

Im Baden erfahrene, von süßem Wesen erfüllte Frauen sollen ihn mit lieblichem Geplauder erfreuen; erschöpft möge er in einem *dhārāgṛha* (Wasserfall-Pavillon), das wie ein regnerischer, wassertriefender Tag wirkt, ruhen, in dessen Innerem Wasser und Luft für Kühle sorgen.

gandhodakaiḥ sakusumairupasiktabhūmau patrāmbucandanarasairupaliptakuḍye jātyutpalapriyakakeśarapuṇḍarīkapunnāganāgakaravīrakṛtopacāre

Er ruhe in einem Gemach, dessen Boden mit duftendem, blütenversetztem Wasser besprengt ist, dessen Wände mit einer Paste aus Blättern, Wasser und Sandelholz bestrichen sind, und das mit *jāti*, *utpala*, *priyaka*, *keśara*, *puṇḍarīka*, *punnāga*, *nāga* und *karavīra* geschmückt ist —

tasmin gṛhe kamalareṇvaruṇe śayīta yatnāhṛtānilavikampitapuṣpadāmni hemantavindhyahimavanmalayācalānāṃ śītāmbhasāṃ sakadalīharitadrumāṇām

— in diesem Gemach, das vom Blütenstaub der Lotusblume rötlich gefärbt ist und dessen Blütengirlanden von sorgsam herbeigeführtem Wind sanft bewegt werden, möge er ruhen, umgeben von den kühlen Gewässern des Vindhya-, Himālaya- und Malaya-Gebirges im Winter, sowie von grünen Bananenstauden und anderen grünen Bäumen,

udbhinnanīlanalināmburuhākarāṇāṃ candro dayasya ca kathāḥ śṛṇuyānmanojñāḥ mlānaṃ pratāntamanasaṃ manaso'nukūlāḥ pīnastanorujaghanā haricandanāṅgyaḥ

— von aufblühenden, blauen Lotusteichen und Wasserteichen, und er vernehme liebliche Erzählungen vom Mondaufgang. Ihn, dessen Geist ermattet und erschöpft ist, sollen dem Geist zuträgliche Frauen mit vollen Brüsten, breiten Hüften und mit gelbem Sandelholz gesalbten Gliedern erfreuen.

tā enamārdra vasanāḥ saha saṃviśeyuḥ śliṣṭvā'valāḥ śithilamekhalahārayaṣṭyaḥ

Diese Frauen, in feuchten Gewändern, mit gelockerten Gürteln und Halsketten, sollen sich an ihn schmiegen und sich zu ihm legen.

harṣayeyurnaraṃ nāryaḥ svaguṇai rahasi sthitāḥ tāḥ śaityācchamayeyuśca pittapānātyayāntaram

Im Verborgenen weilend, sollen die Frauen mit ihren eigenen Vorzügen den Mann erfreuen; durch ihre Kühle sollen sie zugleich die zwischenzeitlichen Beschwerden des durch *pitta* bedingten *pānātyaya* lindern.

tṛḍdāharaktapitteṣu kāryo'yaṃ bheṣajakramaḥ sāmānyato viśeṣaṃ tu śṛṇu dāheṣvaśeṣataḥ

Diese Behandlungsreihenfolge ist bei *tṛṣṇā*, *dāha* und *rakta-pitta* (Blutungsleiden) anzuwenden, wie sie im Allgemeinen gilt; vernimm nun im Besonderen die vollständige Behandlung der *dāha*-Zustände.

hṛtsnadehānugaṃ raktamudri ktaṃ dahati hyati saṃcūṣyate dahyate ca tāmrābhastāmralocanaḥ

Das im Herzen und im ganzen Körper befindliche Blut, übermäßig vermehrt, brennt heftig; der Kranke wird gleichsam ausgetrocknet und verbrannt, seine Haut kupferfarben, seine Augen kupferrot.

lohagandhāṅgavadano vahninevāvakīryate taṃ vilaṅghya vidhānena saṃsṛṣṭāhāramācaret

Sein Körper und sein Gesicht riechen nach Eisen, als wäre er von Feuer übergossen. Nachdem man ihn vorschriftsmäßig hat fasten lassen, gebe man ihm gemischte Kost.

apraśāmyati dāhe ca rasaistṛptasya jāṅgalaiḥ śākhāśrayā yathānyāyaṃ rohiṇīrvyadhayet sirāḥ

Lässt sich das *dāha* bei einem, der mit Fleischsäften von Wildtieren gesättigt wurde, nicht stillen, so eröffne man vorschriftsmäßig die in den Gliedmaßen gelegenen *rohiṇī*-*sirā* (Adern) zum Aderlass.

pittajvarasamaḥ pittāt sa cāpyasya vidhirhitaḥ tṛṣṇānirodhādabdhātau kṣīṇe tejaḥ samuddhatam

Die für ihn zuträgliche Behandlung entspricht derjenigen bei *pitta*-bedingtem Fieber. Wird durch die Unterdrückung des Durstes das Wasser-Element (*ab-dhātu*) im Körper vermindert, so lodert das Feuer-Element *tejas* übermäßig auf.

sabāhyābhyantaraṃ dehaṃ dahedvai mandacetasaḥ saṃśuṣkagalatālvoṣṭho jihvāṃ niṣkṛṣya ceṣṭate

Es verbrennt dann den ganzen Körper, innen wie außen, während der Kranke benommen ist; mit ausgetrockneter Kehle, Gaumen und Lippen streckt er die Zunge heraus und windet sich.

tatropaśamayettejastvabdhātuṃ ca vivardhayet pāyayet kāmamambhaśca śarkarāḍhyaṃ payo'pi vā

Dabei beruhige man das *tejas* und vermehre den *ab-dhātu*; man lasse ihn nach Belieben Wasser trinken, mit Zucker versetzte Milch —

śītamikṣurasaṃ manthaṃ vitarecceritaṃ vidhim asṛjā pūrṇakoṣṭhasya dāho bhavati duḥsahaḥ

— sowie kühlen Zuckerrohrsaft und geschlagene Buttermilch (*mantha*), nach der genannten Vorschrift zubereitet. Bei einem, dessen Bauchraum von Blut übervoll ist, wird das *dāha* unerträglich.

vidhiḥ sadyovraṇīyoktastasya lakṣaṇameva ca dhātukṣayokto yo dāhastena mūrcchātṛṣānvitaḥ

Für diesen Fall gilt die im Kapitel über frische Wunden (*sadyovraṇa*) genannte Behandlung sowie deren dort beschriebene Kennzeichen. Wer von dem durch *dhātukṣaya* (Gewebeschwund) verursachten *dāha* befallen ist, leidet zugleich unter *mūrcchā* und *tṛṣṇā*.

kṣāmasvaraḥ kriyāhīno bhṛśaṃ sīdati pīḍitaḥ raktapittavidhistasya hitaḥ snigdho'nilāpahaḥ

Seine Stimme ist matt, er ist zu keiner Tätigkeit fähig, und er sinkt schwer gequält dahin. Für ihn ist die Behandlung des *rakta-pitta* zuträglich, eine ölige, *vāta* beseitigende.

kṣatajenāśnataścānyaḥ śocato vā'pyanekadhā tenāntardahyate'tyarthaṃ tṛṣṇāmūrcchāpralāpavān

Ein anderer wiederum, der Speisen zu sich nimmt, während er durch eine Verletzung Blut verliert, oder der auf vielfache Weise trauert, wird dadurch innerlich übermäßig verbrannt und leidet an *tṛṣṇā*, *mūrcchā* und wirrem Reden.

tamiṣṭaviṣayopetaṃ suhṛdbhirabhisaṃvṛtam kṣīramāṃsarasāhāraṃ vidhinoktena sādhayet

Ihn, umgeben von angenehmen Dingen und von Freunden umsorgt, behandle man mit einer aus Milch und Fleischsäften bestehenden Diät, nach der genannten Vorschrift.

marmābhighātajo'pyasti sa cāsādhyatamaḥ smṛtaḥ sarva eva ca varjyāḥ syuḥ śītagātreṣu dehiṣu

Es gibt auch eine Form, die durch die Verletzung eines *marman* (lebenswichtigen Punktes) entsteht; diese gilt als überaus schwer heilbar. Und alle genannten Formen zusammen sind bei Kranken mit erkalteten Gliedern als unheilbar aufzugeben.

evaṃvidho bhavedyastu madirāmayapīḍitaḥ praśāntopadra ve cāpi śodhanaṃ prāptamācaret

Wer aber, in dieser Weise durch die *madirāmaya* (Alkoholkrankheit) leidend, seine Begleitsymptome zur Ruhe gebracht hat, bei dem wende man die angezeigte *śodhana* (reinigende Behandlung) an.

sajīrakāṇyārdra kaśṛṅgaverasauvarcalānyardhajalaplutāni madyāni hṛdyānyatha gandhavanti pītāni sadyaḥ śamayanti tṛṣṇām

Herzstärkende, wohlriechende *madya*, versetzt mit *jīraka*, frischem *ārdraka* (*śṛṅgavera*) und *sauvarcala*-Salz, zur Hälfte mit Wasser verdünnt und getrunken, stillen sogleich den Durst.

jalaplutaścandanabhūṣitāṅgaḥ sragvī sabhaktāṃ piśitopadaṃśām piban surāṃ naiva labheta rogān manonuvighnaṃ ca madaṃ na yāti

Wer, mit Wasser besprengt, den Körper mit Sandelholz geschmückt und mit Blumengirlanden bekränzt, *surā* zusammen mit einer Mahlzeit und Fleisch als Beilage trinkt, erleidet keinerlei Krankheiten und verfällt auch keinem Rausch, der den Geist beeinträchtigt.

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