athātaḥ skandāpasmārapratiṣedhaṃ vyākhyāsyāmaḥ
Nun wollen wir die Abwehr des skandāpasmāra (des Krampf-Dämons im Gefolge Skandas) erläutern.
Suśruta-Saṃhitā · Uttaratantra
Das 29. Kapitel behandelt die Abwehr des Skandāpasmāra, eines von Agni geschaffenen, Skanda freundschaftlich verbundenen Dämons (auch Viśākha genannt), der bei Kindern krampfartige, epilepsieähnliche Anfälle auslöst. Dem gleichen Aufbau wie im Vorkapitel folgend, werden Bilva, Śirīṣa und Golomī zur Besprengung, ein mit sarvagandha und Milchbäumen gekochtes Öl zur Einreibung sowie eine Vacā-Hiṅgu-Paste empfohlen; zur Räucherung dienen Kot von Geier und Eule sowie Stierhaare, als Amulett Anantā, Kukkuṭī und Bimbī. Bemerkenswert ist die Opferspeise: rohes wie gegartes Fleisch, Branntwein, Blut und Milch sowie ein eigens benannter fleischversetzter Reisbrei (bhūtaudana) werden dem Dämon dargebracht, das Bad des Kindes an einer Grube oder Kreuzung vollzogen. Der Schlussvers beschreibt den Skandāpasmāra mit entstelltem Antlitz und bittet ihn um Gnade – ein typisches Beispiel für die enge Verzahnung von Pharmakologie und apotropäischem Ritual in der klassischen Kaumārabhṛtya.
| Schritt | Mittel |
|---|---|
| Besprengung (pariṣeka) | Bilva, Śirīṣa, Golomī, Surasā-Gruppe |
| Einreibung (abhyañjana) | Öl mit sarvagandha, im Sud der Milchbäume (kṣīravṛkṣa) und der Kākolī-Gruppe |
| Trank / Paste | ghṛta darin gekocht, mit Milch; Einreibpaste (utsādana) aus Vacā und Hiṅgu |
| Räucherung (uddhūpana) | Kot von Geier und Eule, Deśā-Kraut, Elefantenkrallen, Ghee, Stierhaare |
| Amulett | Anantā, Kukkuṭī, Bimbī, Markaṭī |
| Opfergabe | gegartes und ungegartes Fleisch, geklärter Branntwein (prasannā), Blut, Milch, Fleisch-Reisbrei (bhūtaudana) |
| Bad | an einer Grube oder an einer Kreuzung |
athātaḥ skandāpasmārapratiṣedhaṃ vyākhyāsyāmaḥ
Nun wollen wir die Abwehr des skandāpasmāra (des Krampf-Dämons im Gefolge Skandas) erläutern.
yathovāca bhagavān dhanvantariḥ
So wie es der erhabene Dhanvantari (der Gott der Heilkunde) verkündet hat.
bilvaḥ śirīṣo golomī surasādiśca yo gaṇaḥ pariṣeke prayoktavyaḥ skandāpasmāraśāntaye
Bilva, Śirīṣa, Golomī und die mit Surasā beginnende Drogengruppe (gaṇa) sind zum Besprengen (pariṣeka) zu verwenden, um den skandāpasmāra zu besänftigen.
sarvagandhavipakvaṃ tu tailamabhyañjane hitam kṣīravṛkṣakaṣāye ca kākolyādau gaṇe tathā
Ein mit sarvagandha (wohlriechenden Wurzeldrogen) gekochtes Öl (taila) ist zur Einreibung (abhyañjana) heilsam, ebenso eines, das im Sud der Milchbäume (kṣīravṛkṣa) und in der mit Kākolī beginnenden Drogengruppe gekocht wurde.
vipaktavyaṃ ghṛtaṃ cāpi pānīyaṃ payasā saha utsādanaṃ vacāhiṅguyuktaṃ skandagrahe hitam
Auch geklärte Butter (ghṛta) soll darin gekocht und mit Milch als Trank gegeben werden; eine Einreibpaste (utsādana) aus Vacā und Hiṅgu ist bei skandagraha heilsam.
gṛdhrolūkapurīṣāṇi deśā hastinakhā ghṛtam vṛṣabhasya ca romāṇi yojyānyuddhūpane'pi ca
Kot von Geier und Eule, Deśā-Kraut, Elefantenkrallen, Ghṛta und die Haare eines Stieres sind ebenfalls zur Räucherung (uddhūpana) zu verwenden.
anantāṃ kukkuṭīṃ bimbīṃ markaṭīṃ cāpi dhārayet pakvāpakvāni māṃsāni prasannā rudhiraṃ payaḥ
Anantā, Kukkuṭī, Bimbī und Markaṭī soll man als Amulett tragen lassen; gegartes und ungegartes Fleisch, geklärter Branntwein (prasannā), Blut und Milch soll man darbringen.
bhūtaudano nivedyaśca skandāpasmāriṇe'vaṭe catuṣpathe ca kartavyaṃ snānamasya yatātmanā
Ein mit Fleisch versetzter Reisbrei (bhūtaudana) ist dem skandāpasmāra darzubringen; achtsam und gesammelt soll man das Bad des Kindes an einer Grube oder an einer Kreuzung vollziehen.
skandāpasmārasaṃjño yaḥ skandasya dayitaḥ sakhā viśākhasaṃjñaśca śiśoḥ śivo'stu vikṛtānanaḥ
Er, der skandāpasmāra genannt wird, der geliebte Freund Skandas, auch Viśākha genannt, mit seinem entstellten Antlitz – er sei dem Kind gnädig gesinnt.