Quellen der Menschheit

Suśruta-Saṃhitā · Uttaratantra

Adhyāya 45: raktapittapratiṣedho Behandlung der Blutungskrankheit (Raktapitta)

Das Kapitel über raktapitta, die Blutungskrankheit, behandelt das durch erhitztes Pitta „versengte“ und nach oben, unten oder in beide Richtungen austretende Blut. Der Text unterscheidet die Sitze āmāśaya und pakvāśaya, stuft die Prognose danach ab – nach oben austretendes Blut gilt als heilbar, nach unten als nur beherrschbar, beidseitiges als unheilbar – und listet detaillierte Verfärbungs- und Geruchszeichen, an denen unheilbare Formen zu erkennen sind. Therapeutisch folgt er dem Grundsatz, aufsteigendes Blut mit Brechmitteln, absteigendes mit Abführmitteln zu behandeln, ergänzt um eine ausführliche kühlende, süße Diätetik aus Milch, Wildfleischsäften, Āmalakī und Granatapfel sowie zahlreiche Rezepturen mit Drākṣā, Madhuka, Utpala und Rodhra. Eigene Abschnitte widmen sich Klistierarten (āsthāpana, anuvāsana, uttarabasti) und der ausdrücklichen Übertragung der Behandlung auf Frauen mit asṛgdara sowie auf übermäßige Blutung nach chirurgischen Eingriffen.

athāto raktapittapratiṣedhaṃ vyākhyāsyāmaḥ

Nun werden wir die Behandlung des *raktapitta* (der Blutungskrankheit, wörtlich 'Blut-*pitta*') erklären.

yathovāca bhagavān dhanvantariḥ

So wie es der erhabene Dhanvantari sprach:

krodhaśokabhayāyāsaviruddhānnātapānalān kaṭvamlalavaṇakṣāratīkṣṇoṣṇātividāhinaḥ

Durch Zorn, Kummer, Furcht, Anstrengung, einander widersprechende Speisen, übermäßige Sonnenhitze sowie durch scharfe, saure, salzige, ätzende, stechend-heiße und stark brennende Stoffe —

nityamabhyasato duṣṭo rasaḥ pittaṃ prakopayet vidagdhaṃ svaguṇaiḥ pittaṃ vidahatyāśu śoṇitam

— wird bei ständigem Genuss der *rasa* (Speisesaft) verdorben und erregt das *pitta*; das so erhitzte *pitta* versengt mit seinen eigenen Eigenschaften rasch das Blut.

tataḥ pravartate raktamūrdhvaṃ cādho dvidhā'pi vā āmāśayādvrajedūrdhvamadhaḥ pakvāśayādvrajet

Danach tritt das Blut hervor, nach oben, nach unten oder auch auf beiden Wegen zugleich: nach oben geht es vom *āmāśaya* (dem Sitz der unverdauten Nahrung im oberen Magen) aus, nach unten vom *pakvāśaya* (dem Sitz der verdauten Nahrung im Dickdarm).

vidagdhayordvayoścāpi dvidhābhāgaṃ pravartate kecit sayakṛtaḥ plīhnaḥ pravadantyasṛjo gatim

Sind beide *āśaya* betroffen, so verteilt sich der Austritt zweifach; manche lehren, dass das Blut auch von Leber und Milz seinen Ausgang nehme.

ūrdhvaṃ sādhyamadhoyāpyamasādhyaṃ yugapadgatam sadanaṃ śītakāmitvaṃ kaṇṭhadhūmāyanaṃ vamiḥ

Die nach oben austretende Form ist heilbar (*sādhya*), die nach unten austretende nur beherrschbar (*yāpya*), die gleichzeitig nach beiden Richtungen austretende unheilbar (*asādhya*). Erschöpfung, Verlangen nach Kälte, ein Gefühl von Rauch in der Kehle und Erbrechen —

lohagandhiśca niḥśvāso bhavatyasmin bhaviṣyati bāhyāsṛglakṣaṇaistasya saṅkhyādoṣocchritīrviduḥ

— sowie ein nach Eisen riechender Atem treten bei dieser bevorstehenden Krankheit auf; anhand ihrer äußeren Blut-Merkmale erkennt man die Zahl und das Übermaß der beteiligten *doṣa* (Körpersäfte).

daurbalyaśvāsakāsajvaravamathumadāstandri tādāhamūrcchā bhukte cānne vidāhastvadhṛtirapi sadā hṛdyatulyā ca pīḍā tṛṣṇā kaṇṭhasya bhedaḥ śirasi ca davanaṃ pūtiniṣṭhīvanaṃ ca dveṣo bhakte'vipāko viratirapi rate raktapittopasargāḥ

Schwäche, Atemnot, Husten, Fieber, Brechreiz, Rauschgefühl, Schläfrigkeit, Brennen, Ohnmacht, ein Brennen der gegessenen Speise im Magen, ständige Ruhelosigkeit, ein herzähnlicher quälender Schmerz, Durst, ein Reißen in der Kehle, ein Brennen im Kopf, übelriechender Auswurf, Abneigung gegen Nahrung, Verdauungsschwäche und selbst Erlöschen der Fortpflanzungslust — dies sind die Begleitsymptome (*upadrava*) des *raktapitta*.

māṃsaprakṣālanābhaṃ kvathitamiva ca yat kardamāmbhonibhaṃ vā medaḥpūyāsrakalpaṃ yakṛdiva yadi vā pakvajambūphalābham yat kṛṣṇaṃ yacca nīlaṃ bhṛśamatikuṇapaṃ yatra coktā vikārāstadvarjyaṃ raktapittaṃ surapatidhanuṣā yacca tulyaṃ vibhāti

Blut, das aussieht wie Fleisch-Waschwasser, wie gekocht, wie schlammiges Wasser, wie eine Mischung aus Fett und Eiter, wie eine Leber, wie eine reife Jambū-Frucht, das schwarz oder blau ist, das stark nach Verwesung riecht, bei dem die genannten krankhaften Veränderungen auftreten, oder das in den Farben des Regenbogens ('Indras Bogen') schillert — solches *raktapitta* ist als unheilbar zu meiden.

nādau saṃgrāhyamudri ktaṃ yadasṛgbalino'śnataḥ tat pāṇḍugrahaṇīkuṣṭhaplīhagulmajvarāvaham

Das zu Beginn austretende, im Übermaß vorhandene Blut eines kräftigen, gut essenden Menschen sollte man zurückhalten; wird es nicht rechtzeitig ausgeleitet, führt es zu Blässe-Krankheit, *grahaṇī* (Verdauungsstörung), Hautkrankheit, Milzleiden, *gulma* (Geschwulst) und Fieber.

adhaḥpravṛttaṃ vamanairūrdhvagaṃ ca virecanaiḥ jayedanyataradvā'pi kṣīṇasya śamanairasṛk

Das nach unten austretende Blut bekämpfe man mit Brechmitteln (*vamana*), das nach oben austretende mit Abführmitteln (*virecana*) — oder auch mit dem jeweils anderen Mittel; bei einem geschwächten Kranken besänftige man den Blutfluss mit besänftigenden Mitteln (*śamana*).

atipravṛddhadoṣasya pūrvaṃ lohitapittinaḥ akṣīṇabalamāṃsāgneḥ kartavyamapatarpaṇam

Bei einem an *raktapitta* Leidenden, dessen *doṣa* übermäßig vermehrt sind, dessen Kraft, Fleisch und Verdauungsfeuer aber noch nicht geschwächt sind, ist zunächst eine Reduktionstherapie (*apatarpaṇa*) angezeigt.

laṅghitasya tataḥ peyāṃ vidadhyāt svalpataṇḍulām rasayūṣau pradātavyau surabhisnehasaṃskṛtau tarpaṇaṃ pācanaṃ lehān sarpīṃṣi vividhāni ca

Danach verordne man dem Fastenden (*laṅghita*) einen dünnen Reisschleim (*peyā*) mit wenig Reis; Fleischsaft und Hülsenfrüchte-Suppe, mit wohlriechendem Öl zubereitet, seien zu geben, ebenso Stärkungsmittel (*tarpaṇa*), verdauungsförderende Mittel (*pācana*), Latwergen (*leha*) und verschiedene Arten von *ghṛta*.

drā kṣāmadhukakāśmaryasitāyuktaṃ virecanam yaṣṭīmadhukayuktaṃ ca sakṣaudraṃ vamanaṃ hitam

Als Abführmittel dient eine Zubereitung aus Drākṣā, Madhuka, Kāśmarya und Zucker; als Brechmittel ist eine mit Yaṣṭīmadhu und Honig versetzte Zubereitung zuträglich.

payāṃsi śītāni rasāśca jāṅgalāḥ satīnayūṣāśca saśāliṣaṣṭikāḥ paṭolaśelūsuniṣaṇṇayūthikāvaṭātimuktāṅkurasinduvārajam

Kalte Milch, Fleischsäfte von Wildtieren, Linsensuppen mit Śāli- und Ṣaṣṭika-Reis sowie Gemüse aus Paṭola, Selu, Suniṣaṇṇa, Yūthikā, den Trieben des Vaṭa und des Atimukta sowie aus Sinduvāra —

hitaṃ ca śākaṃ ghṛtasaṃskṛtaṃ sadā tathaiva dhātrīphaladāḍimānvitam rasāśca pārāvataśaṅkhakūrmajāstathā yavāgvo vihitā ghṛtottarāḥ

— stets mit *ghṛta* zubereitet, sind zuträglich, ebenso solches mit Āmalakī-Frucht und Granatapfel; auch Fleischsäfte von Taube, Muscheltier und Schildkröte sowie Gerstenbrei, reich an *ghṛta* bereitet, sind vorgeschrieben.

santānikāścotpalavargasādhite kṣīre praśastā madhuśarkarottarāḥ himāḥ pradehā madhurā gaṇāśca ye ghṛtāni pathyāni ca raktapittinām

Santānikā, in mit der Utpala-Gruppe zubereiteter Milch gekocht und reich an Honig und Zucker, ist gerühmt; kühlende, süße Salben und süße Kräutergruppen sowie *ghṛta*-Zubereitungen sind für die an *raktapitta* Leidenden zuträglich.

madhūkaśobhāñjanakovidārajaiḥ priyaṅgukāyāḥ kusumaiśca cūrṇitaiḥ bhiṣagvidadhyāccaturaḥ samākṣikān hitāya lehānasṛjaḥ praśāntaye

Aus den gepulverten Blüten von Madhūka, Śobhāñjana, Kovidāra und Priyaṅgu bereite der Arzt vier mit Honig versetzte Latwergen, um dem Kranken zu nützen und den Blutfluss zu besänftigen.

lihyācca dūrvāvaṭajāṃśca pallavān madhudvitīyān sitakarṇikasya ca hitaṃ ca kharjūraphalaṃ samākṣikaṃ phalāni cānyānyapi tadguṇānyatha

Man lecke die Sprossen von Dūrvā und Vaṭaja, mit Honig versetzt, sowie die des Sitakarṇikā-Baums; auch die Dattelfrucht mit Honig sowie andere Früchte gleicher Wirkung sind zuträglich.

raktātisāraproktāṃśca yogānatrāpi yojayet śuddhekṣukāṇḍamāpothya nave kumbhe himāmbhasā

Auch die bei blutigem Durchfall genannten Rezepturen wende man hier an. Man zerstoße gereinigtes Zuckerrohr und lege es mit kaltem Wasser in einen neuen Krug,

yojayitvā kṣipedrā trāvākāśe sotpalaṃ tu tat prātaḥ srutaṃ kṣaudra yutaṃ pibecchoṇitapittavān

— stelle es nachts unter freiem Himmel auf, versetzt mit Utpala-Blüten; den davon am Morgen abgetropften Saft, mit Honig versetzt, trinke der an *raktapitta* Leidende.

pibecchītakaṣāyaṃ vā jambvāmrārjunasaṃbhavam udumbaraphalaṃ piṣṭvā pibettadra sameva vā

Oder er trinke einen kalten Absud aus Jambū, Āmra und Arjuna; oder er zerstoße die Udumbara-Frucht und trinke deren Saft.

trapuṣīmūlakalkaṃ vā sakṣaudraṃ taṇḍulāmbunā pibedakṣasamaṃ kalkaṃ yaṣṭīmadhukameva vā

Oder er trinke eine Paste (*kalka*) aus der Wurzel der Trapuṣī, mit Honig versetzt, in Reiswasser, im Maß eines *akṣa*; oder ebenso eine Paste aus Yaṣṭīmadhu.

candanaṃ madhukaṃ rodhramevameva samaṃ pibet karañjabījamevaṃ vā sitākṣaudra yutaṃ pibet

Ebenso trinke er zu gleichen Teilen Candana, Madhuka und Rodhra; oder er trinke den Samen des Karañja, mit Zucker und Honig versetzt.

majjānamiṅgudasyaivaṃ pibenmadhukasaṃyutam sukhoṣṇaṃ lavaṇaṃ bījaṃ kārañjaṃ dadhimastunā

Ebenso trinke er das Mark des Iṅgudī-Samens mit Madhuka, angenehm warm, oder den Karañja-Samen mit Salz und Buttermilchwasser.

pibedvā'pi tryahaṃ martyo raktapittābhipīḍitaḥ raktapittaharāḥ śastāḥ ṣaḍete yogasattamāḥ

Der von *raktapitta* geplagte Mensch trinke dies auch drei Tage lang; diese sechs vorzüglichen Rezepturen sind als *raktapitta*-vertreibend gerühmt.

pathyāścaivāvapīḍeṣu ghrāṇataḥ prasrute'sṛji atinisrutarakto vā kṣaudra yuktaṃ pibedasṛk yakṛdvā bhakṣayedājamāmaṃ pittasamāyutam

Auch als Nasentropfen sind zuträgliche Mittel bei aus der Nase austretendem Blut anzuwenden; wer allzu stark Blut verliert, trinke mit Honig versetztes Blut, oder esse rohe Ziegenleber, mit ihrer Galle vermischt.

palāśavṛkṣasvarase vipakvaṃ sarpiḥ pibet kṣaudra yutaṃ suśītam vanaspatīnāṃ svarasaiḥ kṛtaṃ vā saśarkaraṃ kṣīraghṛtaṃ pibedvā

Man trinke im Saft des Palāśa-Baumes gekochtes *ghṛta*, mit Honig versetzt, gut gekühlt; oder man trinke mit Baumsäften bereitetes, mit Zucker versetztes *ghṛta* zusammen mit Milch.

drā kṣāmuśīrāṇyatha padmakaṃ sitā pṛthakpalāṃśānyudake samāvapet sthitaṃ niśāṃ tadrudhirāmayaṃ jayet pītaṃ payo vā'mbusamaṃ hitāśinaḥ

Man gebe Drākṣā, Uśīra, Padmaka und Zucker, je im Gewicht eines *pala*, gemeinsam in Wasser; nach einer Nacht des Stehens besiegt dieser getrunkene Trank die Blutkrankheit; auch Milch, mit gleicher Menge Wasser vermischt, ist dem zuträglich lebenden Kranken zuträglich.

turaṅgavarcaḥsvarasaṃ samākṣikaṃ pibet sitākṣaudra yutaṃ vṛṣasya vā lihettathā vāstukabījacūrṇaṃ kṣaudrā nvitaṃ taṇḍulasāhvayaṃ vā

Man trinke den mit Honig versetzten Saft von Pferdemist, oder mit Zucker und Honig versetzten Saft von Vṛṣa; ebenso lecke man gepulverten Vāstuka-Samen mit Honig, oder den *taṇḍulīya* genannten Samen.

lihyācca lājāñjanacūrṇamekamevaṃ sitākṣaudra yutāṃ tugākhyām drā kṣāṃ sitāṃ tiktakarohiṇīṃ ca himāmbunā vā madhukena yuktām

Man lecke ebenso ein einziges Pulver aus geröstetem Reis und *añjana*; ebenso die *tugā* genannte Bambusmanna mit Zucker und Honig, oder Drākṣā, Zucker und Tiktarohiṇī, mit kaltem Wasser oder mit Madhuka versetzt.

pathyāmahiṃsrāṃ rajanīṃ ghṛtaṃ ca lihyāttathā śoṇitapittarogī vāsākaṣāyotpalamṛtpriyaṅgurodhrāñjanāmbhoruhakeśarāṇi

Der an *raktapitta* Erkrankte lecke ebenso Pathyā, Ahiṃsrā, Rajanī und *ghṛta*; ebenso den Absud von Vāsā, mit Utpala, Erde, Priyaṅgu, Rodhra, *añjana* und den Staubfäden des Lotos —

pītvā sitākṣaudra yutāni jahyāt pittāsṛjo vegamudīrṇamāśu gāyatrijambvarjunakovidāraśirīṣarodhrāśanaśālmalīnām

— mit Zucker und Honig versetzt getrunken, vertreibt er rasch den aufgewühlten Ansturm des *raktapitta*. Ebenso die Blüten von Gāyatrī, Jambū, Arjuna, Kovidāra, Śirīṣa, Rodhra, Aśana und Śālmalī

puṣpāṇi śigrośca vicūrṇya leho madhvanvitaḥ śoṇitapittaroge sakṣaudra mindīvarabhasmavāri karañjabījaṃ madhusarpiṣī ca

— sowie die Blüten des Śigru, zu Pulver zerrieben und mit Honig zu einer Latwerge bereitet, wirken bei *raktapitta*; ebenso mit Honig versetztes Indīvara-Asche-Wasser, der Samen des Karañja sowie Honig und *ghṛta*,

jambvarjunāmrakvathitaṃ ca toyaṃ ghnanti trayaḥ pittamasṛk ca yogāḥ mūlāni puṣpāṇi ca mātuluṅgyāḥ piṣṭvā pibettaṇḍuladhāvanena

— und mit Jambū, Arjuna und Āmra gekochtes Wasser: diese drei Rezepturen vertreiben *pitta* und den Blutfluss zugleich. Man zerstoße Wurzeln und Blüten der Mātuluṅgī und trinke sie mit Reiswaschwasser.

ghrāṇapravṛtte jalamāśu deyaṃ saśarkaraṃ nāsikayā payo vā drā kṣārasaṃ kṣīraghṛtaṃ pibedvā saśarkaraṃ cekṣurasaṃ himaṃ vā

Bei aus der Nase austretendem Blut gebe man sogleich Wasser oder Milch, mit Zucker versetzt, durch die Nase ein; man trinke Drākṣā-Saft mit Milch und *ghṛta*, oder gekühlten, mit Zucker versetzten Zuckerrohrsaft.

śītopacāraṃ madhuraṃ ca kuryādviśeṣataḥ śoṇitapittaroge drā kṣāghṛtakṣaudra sitāyutena vidārigandhādivipācitena

Bei *raktapitta* wende man besonders kühlende und süße Behandlungen an, so mit einem aus Drākṣā, *ghṛta*, Honig und Zucker bereiteten, mit Vidārigandha und ähnlichen Mitteln gekochten Präparat,

kṣīreṇa cāsthāpanamagryamuktaṃ hitaṃ ghṛtaṃ cāpyanuvāsanārtham priyaṅgurodhrāñjanagairikotpalaiḥ suvarṇakālīyakaraktacandanaiḥ

— sowie mit Milch als vorzüglichem *āsthāpana*-Klistier (durchspülendem Kräuterklistier), wie gelehrt; auch *ghṛta* ist zum Zweck des *anuvāsana*-Klistiers (ölenden Nachklistiers) zuträglich, bereitet mit Priyaṅgu, Rodhra, *añjana*, Gairika, Utpala, Suvarṇa, Kālīyaka und Raktacandana,

sitāśvagandhāmbudayaṣṭikāhvayairmṛṇālasaugandhikatulyapeṣitaiḥ nirūhya cainaṃ payasā samākṣikairghṛtaplutaiḥ śītajalāvasecitam

— mit Zucker, Aśvagandhā, Ambuda, Yaṣṭī sowie mit zu gleichen Teilen zerriebenem Mṛṇāla und Saugandhika-Lotos; man führe damit ein *nirūha*-Klistier (kräftiges Reinigungsklistier) durch, mit Milch, Honig und *ghṛta* versetzt und mit kaltem Wasser begossen.

kṣīraudanaṃ bhuktamathānuvāsayeddhṛtena yaṣṭīmadhusādhitena ca adhovahaṃ śoṇitameṣa nāśayettathā'tisāraṃ rudhirasya dustaram

Nachdem der Kranke Milchreis gegessen hat, verabreiche man ein *anuvāsana*-Klistier mit *ghṛta*, das mit Yaṣṭīmadhu bereitet wurde; dies vertreibt das nach unten fließende Blut sowie den schwer zu bewältigenden blutigen Durchfall.

virekayoge tvati caiva śasyate vāmyaśca rakte vijite balānvitaḥ

Beim Einsatz von Abführmitteln ist besondere Zurückhaltung geboten; ist das Blut(-übel) aber überwunden, ist bei einem kräftigen Kranken auch ein Brechmittel angezeigt.

evaṃvidhā uttarabastayaśca mūtrāśayasthe rudhire vidheyāḥ pravṛttarakteṣu ca pāyujeṣu kuryādvidhānaṃ khalu raktapaittam

Ebensolche *uttarabasti*-Klistiere (durch die Harnröhre verabreichte Klistiere) sind anzuwenden, wenn sich Blut in der Harnblase befindet; bei aus dem After austretendem Blut wende man eben die für *raktapitta* vorgeschriebene Behandlung an.

vidhiścāsṛgdare'pyeṣa strīṇāṃ kāryo vijānatā śastrakarmaṇi raktaṃ ca yasyātīva pravartate

Diese Behandlung soll der kundige Arzt auch bei *asṛgdara* (übermäßigem Menstruationsblutfluss) der Frauen anwenden, sowie bei demjenigen, bei dem nach einem chirurgischen Eingriff (*śastrakarman*) übermäßig Blut fließt.

trayāṇāmapi doṣāṇāṃ śoṇite'pi ca sarvaśaḥ liṅgānyālokya kartavyaṃ cikitsitamanantaram

Nachdem man die Zeichen aller drei *doṣa*, auch soweit sie sich im Blut zeigen, in jeder Hinsicht betrachtet hat, ist die Behandlung dementsprechend durchzuführen.

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