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Suśruta-Saṃhitā · Uttaratantra

Adhyāya 35: mukhamaṇḍikāpratiṣedho Abwehr der Mukhamaṇḍikā

Das 35. Kapitel behandelt die Abwehr der Mukhamaṇḍikā, eines weiteren Kinderdämons. Zur Besprengung dienen Kapittha, Bilva und Gandharvahastaka, zur Einreibung ein aus Bhṛṅgarāja-, Ajā- und Harigandhā-Säften bereitetes Öl-Fett-Gemisch, als Ghṛta-Zusatz Madhūlikā und das kleine Pañcamūla. Ungewöhnlich ist das Amulett: Es besteht aus den Zungen des Cāṣa-Vogels, des Cīralli-Vogels und von Schlangen. Die Opfergabe – Farbpulver, duftendes Pulver, Girlanden, Augensalbe, Quecksilber und Realgar – wird inmitten des Rinderpferchs dargebracht, ergänzt um Milchreis und Opferkuchen sowie ein mit Mantras geweihtes Reinigungsbad am selben Ort. Der Schlussvers zeichnet Mukhamaṇḍikā als geschmückte, anmutige, gestaltwandelnde Göttin, die sich mit Freude im Rinderpferch aufhält – eine auffällige Verbindung des Dämons mit dem Ort der Viehhaltung, die sich auch in der Wahl des Opferplatzes niederschlägt.

Abwehrritual gegen die Mukhamaṇḍikā (Vers 3–8)
SchrittMittel
Besprengung (pariṣecana)Kapittha, Bilva, Tarkārī, Vāṃśī, Gandharvahastaka, Kuberākṣī
Einreibung (abhyañjana)Öl und Fett mit den Säften von Bhṛṅgarāja, Ajā und Harigandhā
GheeMadhūlikā, Milch, Tugākṣīrī, süße Drogengruppe, kleines Pañcamūla
Räucherung (uddhūpana)Vacā, Sarjarasa, Kuṣṭha, geklärte Butter
AmulettZungen von Cāṣa, Cīralli und Schlangen
Opfergabe (bali)Farbpulver, duftendes Pulver, Girlanden, Augensalbe, Quecksilber, Manaḥśilā, Milchreis und Opferkuchen – im Rinderpferch dargebracht

athāto mukhamaṇḍikāpratiṣedhaṃ vyākhyāsyāmaḥ

Nun wollen wir die Abwehr der mukhamaṇḍikā (eines Kinderdämons) erläutern.

yathovāca bhagavān dhanvantariḥ

So wie es der erhabene Dhanvantari (der Gott der Heilkunde) verkündet hat.

kapitthabilvatarkārīvāṃśīgandharvahastakāḥ kuberākṣī ca yojyāḥ syurbālānāṃ pariṣecane

Kapittha, Bilva, Tarkārī, Vāṃśī, Gandharvahastaka und Kuberākṣī sind zum Besprengen (pariṣecana) der Kinder zu verwenden.

svarasairbhṛṅgavṛkṣāṇāṃ tathā'jaharigandhayoḥ tailaṃ vasāṃ ca saṃyojya pacedabhyañjane śiśoḥ

Mit den ausgepressten Säften (svarasa) von Bhṛṅgarāja-Bäumen sowie von Aja- und Harigandhā versetzt, soll man Öl (taila) und Fett (vasā) zusammen kochen zur Einreibung (abhyañjana) des Säuglings.

madhūlikāyāṃ payasi tugākṣīryāṃ gaṇe tathā madhure pañcamūle ca kanīyasi ghṛtaṃ pacet

In Madhūlikā, in Milch, in Tugākṣīrī, in der süß wirkenden Drogengruppe und im kleinen Pañcamūla soll man Ghṛta kochen.

vacā sarjarasaḥ kuṣṭhaṃ sarpiścoddhūpanaṃ hitam dhārayedapi jihvāśca cāṣacīrallisarpajāḥ

Vacā, Sarjarasa (Harz), Kuṣṭha und geklärte Butter (sarpis) sind zur Räucherung (uddhūpana) heilsam; auch die Zungen von Cāṣa, Cīralli und Schlangen soll man als Amulett tragen lassen.

varṇakaṃ cūrṇakaṃ mālyamañjanaṃ pāradaṃ tathā manaḥśilāṃ copaharedgoṣṭhamadhye bali tathā

Farbpulver (varṇaka), duftendes Pulver (cūrṇaka), Girlanden, Augensalbe (añjana), Quecksilber (pārada) und Manaḥśilā (Realgar) soll man inmitten des Rinderpferchs (goṣṭha) als Opfergabe (bali) darbringen.

pāyasaṃ sapuroḍāśaṃ balyarthamupasaṃharet mantrapūtābhiradbhiśca tatraiva snapanaṃ hitam

Milchreis (pāyasa) samt Opferkuchen (puroḍāśa) soll man für die Opfergabe zusammentragen; eben dort ist die Waschung (snapana) mit durch Zaubersprüche (mantra) geweihtem Wasser heilsam.

alaṅkṛtā rūpavatī subhagā kāmarūpiṇī goṣṭhamadhyālayaratā pātu tvāṃ mukhamaṇḍikā

Geschmückt, von schöner Gestalt, anmutig, nach Belieben ihre Gestalt wandelnd, mit Freude inmitten des Rinderpferchs hausend – sie, Mukhamaṇḍikā, möge dich beschützen.

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