athāto'ndhapūtanāpratiṣedhaṃ vyākhyāsyāmaḥ
Nun wollen wir die Abwehr der andhapūtanā („blinden Pūtanā“, eines Kinderdämons) erläutern.
Suśruta-Saṃhitā · Uttaratantra
Das 33. Kapitel behandelt die Abwehr der Andhapūtanā, der „blinden Pūtanā“, eines weiteren Kinderdämons aus der Pūtanā-Gruppe. Zur Besprengung dient ein Absud aus bitter schmeckenden Baumblättern zusammen mit Reisbier (surā) und Gerstensauer (Sauvīraka), zur Ölbereitung Sarjarasa, als Ghṛta-Zusatz Pippalī und die beiden Bṛhatī-Arten; bemerkenswert ist eine kühlende sarvagandha-Salbe, die sowohl auf den Körper als auch auf die Augen des Kindes aufgetragen werden soll – ein Hinweis auf begleitende Augensymptome. Zur Räucherung dienen unter anderem Hühnerkot und ein abgetragenes Bettelmönchsgewand, als Amulett Kukkuṭī und Markaṭī; rohes und gegartes Fleisch samt Blut wird an einer Kreuzung wie auch im Haus selbst dargebracht. Der Schlussvers beschreibt die Göttin mit klaffendem Maul, braungelber Hautfarbe, kahlem Kopf und ockerfarbenem Gewand. Wie die Nachbarkapitel folgt der Text streng dem Schema aus Besprengung, Einreibung, Trank, Räucherung, Amulett, Opfergabe und Bad.
| Schritt | Mittel |
|---|---|
| Besprengung (avasecana) | Absud bitterer Baumblätter, surā, Sauvīraka, Kuṣṭha, Haritāla, Manaḥśilā |
| Öl | Sarjarasa |
| Ghee | Pippalī, Pippalīmūla, süße Drogengruppe (madhuraka), Honig, Śālaparṇī, beide Bṛhatī-Arten |
| Salbe (pradeha) | kühlende sarvagandha-Salbe für Körper und Augen |
| Räucherung (dhūmana) | Hühnerkot, Haare, Tierhaut, abgestreifte Schlangenhaut, abgetragenes Bettelmönchsgewand |
| Amulett | Kukkuṭī, Markaṭī, Śimbī, Anantā |
| Opfergabe | rohes und gegartes Fleisch samt Blut, an einer Kreuzung und im Haus dargebracht |
athāto'ndhapūtanāpratiṣedhaṃ vyākhyāsyāmaḥ
Nun wollen wir die Abwehr der andhapūtanā („blinden Pūtanā“, eines Kinderdämons) erläutern.
yathovāca bhagavān dhanvantariḥ
So wie es der erhabene Dhanvantari (der Gott der Heilkunde) verkündet hat.
tiktakadrumapatrāṇāṃ kāryaḥ kvātho'vasecane surā sauvīrakaṃ kuṣṭhaṃ haritālaṃ manaḥśilāḥ
Aus den Blättern bitter schmeckender (tikta) Bäume ist zum Besprengen (avasecana) ein Absud (kvātha) zu bereiten; surā (Reisbier), Sauvīraka (Gerstensauer), Kuṣṭha, Haritāla (Gelbarsenik) und Manaḥśilā (Realgar) sind ebenfalls anzuwenden.
tathā sarjarasaścaiva tailārthamupadiśyate pippalyaḥ pippalīmūlaṃ vargo madhurako madhu
Auch Sarjarasa (Harz) wird für die Bereitung des Öls (taila) angegeben; Pippalī, Pippalīmūla, die süß wirkende Drogengruppe (madhuraka) und Honig,
śālaparṇī bṛhatyau ca ghṛtārthamupadiśyate sarvagandhaiḥ pradehaśca gātreṣvakṣṇośca śītalaiḥ
Śālaparṇī und die beiden Bṛhatī werden für die Bereitung des Ghṛta angegeben; eine kühlende Salbe (pradeha) aus sarvagandha (wohlriechenden Wurzeldrogen) soll auf den Körper und die Augen aufgetragen werden.
purīṣaṃ kaukkuṭaṃ keśāṃścarma sarpatvacaṃ tathā jīrṇāṃ ca bhikṣusaṃghāṭīṃ dhūmanāyopakalpayet
Hühnerkot, Haare, Tierhaut, abgestreifte Schlangenhaut sowie ein abgetragenes Bettelmönchsgewand (bhikṣusaṃghāṭī) soll man zur Räucherung (dhūmana) bereitstellen.
kukkuṭīṃ markaṭīṃ śimbīmanantāṃ cāpi dhārayet māṃsamāmaṃ tathā pakvaṃ śoṇitaṃ ca catuṣpathe
Kukkuṭī, Markaṭī, Śimbī und Anantā soll man als Amulett tragen lassen; rohes und gegartes Fleisch sowie Blut soll man an einer Kreuzung darbringen.
nivedyamantaśca gṛhe śiśo rakṣānimittataḥ śiśośca snapanaṃ kuryāt sarvagandhodakaiḥ śubhaiḥ
Auch im Innern des Hauses ist dem Säugling zu seinem Schutz eine Gabe darzubringen; die Waschung (snapana) des Säuglings soll mit gutem, mit sarvagandha versetztem Wasser vorgenommen werden.
karālā piṅgalā muṇḍā kaṣāyāmbaravāsinī devī bālamimaṃ prītā saṃrakṣatvandhapūtanā
Mit klaffendem Maul, braungelb, kahlköpfig, in ockerfarbenes Gewand gekleidet – die Göttin Andhapūtanā möge, ihm wohlgesinnt, dieses Kind beschützen.