dhṛtarāṣṭra uvāca śaṃtanuḥ pālayām āsa yathāvat pṛthivīm imām tathā vicitravīryaś ca bhīṣmeṇa paripālitaḥ pālayām āsa vas tāto viditaṃ vo nasaṃśayaḥ
Dhṛtarāṣṭra sprach: „Śaṃtanu beherrschte diese Erde, wie es sich gehörte; und ebenso beherrschte Vicitravīrya, von Bhīṣma umsorgt, euch als euer Vater – dies ist euch bekannt, ohne Zweifel.
mayā ca bhavatāṃ samyak chuśrūṣā yā kṛtānaghāḥ asamyag vā mahābhāgās tat kṣantavyam atandritaiḥ
Und was ich für euch getan habe an Dienst, sei es recht gewesen oder unrecht, ihr Untadeligen, ihr Hochbeglückten – das sollt ihr, die ihr stets wachsam seid, vergeben.
Wort für Wort
samyak chuśrūṣā kṛtā
der recht geleistete Dienst (Nom.)
kṣantavyam atandritaiḥ
zu vergeben von den stets Wachsamen (Ger. + Instr.)
Doch aus seinem Vergehen, dem des Toren von schlechtem Verstand, aus dem Hochmut, und aus dem von mir begangenen Unrecht entstand die gewaltige Vernichtung der Herrscher der Erde.
Wort für Wort
tasyāparādhād abhimānāt
aus seinem Vergehen, aus dem Hochmut (Abl.)
mahīkṣitāṃ vimardaḥ sumahān
die gewaltige Vernichtung der Herrscher der Erde (Gen. + Nom.)
In dem Gedanken, dass ich alt bin, meiner Söhne beraubt, leidend, der Herrscher der Menschen, und der Sohn früherer Könige – so bedenkend, gewährt mir eure Erlaubnis.
iyaṃ ca kṛpaṇā vṛddhā hataputrā tapasvinī gāndhārī putraśokārtā tulyaṃ yācati vo mayā
Und diese hier, die Bejammernswerte, Alte, ihrer Söhne Beraubte, Büßerin, Gāndhārī, vom Kummer um ihre Söhne gequält, bittet euch gleichermaßen wie ich.
Wort für Wort
kṛpaṇā vṛddhā hataputrā
die Bejammernswerte, Alte, ihrer Söhne Beraubte (Nom.)
hataputrāv imau vṛddhau viditvā duḥkhitau tathā anujānīta bhadraṃ vo vrajāvaḥ śaraṇaṃ ca vaḥ
Da ihr wisst, dass wir beide, alt und unserer Söhne beraubt, leidend sind, gewährt uns eure Erlaubnis – Segen euch! – wir werden fortgehen, und euch sei Schutz gewährt.
Wort für Wort
hataputrāv imau vṛddhau
wir beide, alt und unserer Söhne beraubt (Nom. Dual)
śaraṇaṃ ca vaḥ
und euch Zuflucht/Schutz (Akk. + Dat., unsicher [?])
Der genaue Sinn von „śaraṇaṃ ca vaḥ“ (wörtl. „und euch Zuflucht/Schutz“) am Versende bleibt unklar - möglicherweise ein wechselseitiger Segenswunsch [?].
ayaṃ ca kauravo rājā kuntīputro yudhiṣṭhiraḥ sarvair bhavadbhir draṣṭavyaḥ sameṣu viṣameṣu ca na jātu viṣamaṃ caiva gamiṣyati kadā cana
Und dieser kauravische König, Yudhiṣṭhira, der Sohn der Kuntī, soll von euch allen angesehen werden, in guten wie in schlechten Zeiten; niemals wird er sich je Unrecht zuwenden.
avaśyam eva vaktavyam iti kṛtvā bravīmi vaḥ eṣa nyāso mayā dattaḥ sarveṣāṃ vo yudhiṣṭhiraḥ bhavanto 'sya ca vīrasya nyāsabhūtā mayā kṛtāḥ
In dem Gedanken, dass dies unbedingt gesagt werden muss, sage ich euch: Dieser Yudhiṣṭhira ist von mir euch allen als anvertrautes Gut übergeben; und auch ihr seid von mir zum anvertrauten Gut für diesen Helden gemacht worden.
Wort für Wort
eṣa nyāso mayā dattaḥ
dies ist von mir als anvertrautes Gut übergeben (Nom. + Ptz.)
nyāsabhūtā mayā kṛtāḥ
von mir zum anvertrauten Gut gemacht (Nom. Pl. + Ptz.)