dhṛtarāṣṭra uvāca spṛśa māṃ pāṇinā bhūyaḥ pariṣvaja ca pāṇḍava jīvāmīva hi saṃsparśāt tava rājīvalocana
„Dhṛtarāṣṭra sprach: Berühre mich noch einmal mit deiner Hand, und umarme mich, o Sohn Pāṇḍus; denn durch deine Berührung lebe ich gleichsam wieder auf, o Lotusäugiger.
mūrdhānaṃ ca tavāghrātum icchāmi manujādhipa pāṇibhyāṃ ca parispraṣṭuṃ prāṇā hi na jahur mama
Und ich wünsche, dein Haupt zu küssen, o Herrscher der Menschen, und dich mit beiden Händen zu berühren; denn mein Lebensatem hat mich nicht verlassen.
Wort für Wort
mūrdhānam āghrātum
das Haupt zu küssen (Inf.)
prāṇā na jahuḥ
der Lebensatem hat nicht verlassen (Nom. Pl. + Perf.)
mūrdhānam āghrātum (wörtl. „das Haupt riechen“): die epische Umschreibung des Kusses auf den Kopf als Segensgeste.
Und diese Anstrengung wurde von mir, der ich dich inständig bat, übermäßig unternommen; daher wurde ich, mein Sohn, ermattet an Sinn und wie ohne Bewusstsein.
Nachdem ich diese deine, dem Nektar gleichende Berührung deiner Hand erlangt habe, o Mächtiger, denke ich, dass ich wiederbelebt bin, o Erster des Kuru-Geschlechts.“
Nachdem er so seine Lebenskraft wiedererlangt hatte, umarmte Dhṛtarāṣṭra, der Herrscher der Erde, den Sohn Pāṇḍus mit beiden Armen und küsste ihn auf das Haupt.
Wort für Wort
upalabhya prāṇān
nachdem er die Lebenskraft wiedererlangt hatte (Absol.)
gāndhārī tv eva dharmajñā manasodvahatī bhṛśam duḥkhāny avārayad rājan maivam ity eva cābravīt
Doch Gāndhārī, die Dharma-Kundige, ihr eigenes heftiges Leid im Sinn tragend, hielt das Leid zurück, o König, und sprach nur mahnend, es solle nicht so sein.
Wort für Wort
manasodvahatī
im Sinn tragend (Ptz.)
duḥkhāny avārayat
sie hielt das Leid zurück (Akk. + Impf.)
Kurze formelhafte Ermahnung Gāndhārīs (im Original nur zwei Worte: „nicht so!“) indirekt statt als eigenständiges Zitat wiedergegeben, gemäß Konvention für sehr kurze formelhafte Einwürfe.