Kapitel 39: Vyāsasya Gāndhārīvākya, Aṃśāvataraṇaprakāśana, Gaṅgābhigamana
Vyāsas Rede an Gāndhārī: die Enthüllung der göttlichen Herkunft der Krieger; Aufbruch zur Gaṅgā
Vyāsa sprach: „Du wirst sehen, Holde Gāndhārī, deine Söhne, Brüder, Gefährten und ebenso die Schwiegertöchter zusammen mit ihren Gatten, wie aus dem Schlaf erwacht, in dieser Nacht.
Wort für Wort
bhadre drakṣyasi gāndhāri
du wirst sehen, Holde Gāndhārī (Vok. + Fut. + Vok.)
putrān bhrātṝn sakhīṃs tathā
deine Söhne, Brüder, Gefährten (Akk. Pl.)
vadhūś ca patibhiḥ sārdham
und die Schwiegertöchter zusammen mit ihren Gatten (Akk. + Instr.)
niśi suptotthitā iva
in der Nacht, wie aus dem Schlaf erwacht (Lok. + Adj.)
na te śocyā mahātmānaḥ sarva eva nararṣabhāḥ kṣatradharmaparāḥ santas tathā hi nidhanaṃ gatāḥ
Nicht zu betrauern sind sie, jene Hochherzigen, alle Stiere unter den Männern; da sie dem Kṣatriya-Recht ergeben waren, gingen sie ebenso in den Tod ein.
Wort für Wort
na te śocyā mahātmānaḥ
nicht zu betrauern sind sie, die Hochherzigen (Nom. Pl.)
sarva eva nararṣabhāḥ
alle Stiere unter den Männern (Nom. Pl.)
kṣatradharmaparāḥ santaḥ
da sie dem Kṣatriya-Recht ergeben waren (Adj. + Ptz.)
tathā hi nidhanaṃ gatāḥ
ebenso gingen sie in den Tod ein (Adv. + Akk. + Ptz.)
Und wisse, dass Bhīmasena, der Starke, der Feindebezwinger, aus der Marut-Schar stammt, und diesen Pārtha Dhanaṃjaya erkenne als den Seher Nara; Nārāyaṇa ist Hṛṣīkeśa; die beiden Zwillinge sind die Aśvins.
Wort für Wort
marudgaṇād bhīmasenam
aus der Marut-Schar, Bhīmasena (Abl. + Akk.)
balavantam ariṃdamam
den Starken, den Feindebezwinger (Akk.)
viddhi ca tvaṃ naram ṛṣim
und wisse du: der Seher Nara (Imp. + Nom. + Akk. + Akk.)
dvidhā kṛtvātmano deham ādityaṃ tapatāṃ varam lokāṃś ca tāpayānaṃ vai viddhi karṇaṃ ca śobhane yaś ca vairārtham udbhūtaḥ saṃgharṣajananas tathā
Wisse, o Holde, dass Karṇa der Sonnengott ist, der Beste der Erhitzenden, der seinen eigenen Leib zweigeteilt hat und die Welten erhitzt, jener, der um der Feindschaft willen entstanden ist und ebenso Zwietracht hervorbringt.
Wort für Wort
dvidhā kṛtvātmano deham
der seinen Leib zweigeteilt hat (Adv. + Abs. + Akk.)
ādityaṃ tapatāṃ varam
der Sonnengott, der Beste der Erhitzenden (Akk. + Gen. Pl. + Akk.)
lokāṃś ca tāpayānaṃ vai
und die Welten erhitzend (Akk. + Ptz. + Partikel)
viddhi karṇaṃ ca śobhane
wisse, dass Karṇa [dies ist], o Holde (Imp. + Akk. + Vok.)
yaś ca pāṇḍavadāyādo hataḥ ṣaḍbhir mahārathaiḥ sa soma iha saubhadro yogād evābhavad dvidhā
Und jener Erbe der Pāṇḍavas, der von sechs großen Streitwagenkämpfern erschlagen wurde, er ist hier der Mond, der Sohn der Subhadrā, der durch Yoga eben zweigeteilt wurde.
Wort für Wort
yaś ca pāṇḍavadāyādaḥ
und jener Erbe der Pāṇḍavas (Nom.)
hataḥ ṣaḍbhir mahārathaiḥ
der von sechs großen Streitwagenkämpfern erschlagen wurde (Ptz. + Instr.)
sa soma iha saubhadraḥ
er ist hier der Mond, der Sohn der Subhadrā (Nom.)
yogād evābhavad dvidhā
wurde durch Yoga eben zweigeteilt (Abl. + Impf. + Adv.)
droṇaṃ bṛhaspater bhāgaṃ viddhi drauṇiṃ ca rudrajam bhīṣmaṃ ca viddhi gāṅgeyaṃ vasuṃ mānuṣatāṃ gatam
Wisse, dass Droṇa ein Anteil Bṛhaspatis ist, und den Sohn Droṇas als von Rudra erzeugt; und wisse, dass Bhīṣma, der Sohn der Gaṅgā, ein Vasu ist, der in die Menschengestalt eingegangen ist.
Wort für Wort
droṇaṃ bṛhaspater bhāgam
Droṇa, ein Anteil Bṛhaspatis (Akk. + Gen. + Akk.)
viddhi drauṇiṃ ca rudrajam
wisse, und den Sohn Droṇas als von Rudra erzeugt (Imp. + Akk. + Akk.)
bhīṣmaṃ ca viddhi gāṅgeyam
und wisse, Bhīṣma, den Sohn der Gaṅgā (Akk. + Imp. + Akk.)
vasuṃ mānuṣatāṃ gatam
einen Vasu, der in die Menschengestalt eingegangen ist (Akk. + Akk. + Ptz.)
So sind diese, o Hochweise, als Götter in die Menschenwelt eingegangen und, nachdem sie ihr herrliches Werk vollbracht hatten, wiederum zum Himmel gegangen.
Wort für Wort
evam ete mahāprājñe
so sind diese, o Hochweise (Adv. + Nom. + Vok.)
devā mānuṣyam etya hi
die Götter, in die Menschenwelt eingegangen (Nom. + Akk. + Abs.)
tataḥ punar gatāḥ svargam
wiederum zum Himmel gegangen (Adv. + Ptz. + Akk.)
kṛte karmaṇi śobhane
nachdem sie ihr herrliches Werk vollbracht hatten (Lok. Abs.)
yac ca vo hṛdi sarveṣāṃ duḥkham enac ciraṃ sthitam tad adya vyapaneṣyāmi paralokakṛtād bhayāt
Und was für ein Kummer euch allen im Herzen lange schon wohnt, aus Furcht davor, was im Jenseits geschehen sein könnte – das werde ich heute vertreiben.
Wort für Wort
yac ca vo hṛdi sarveṣām
und was in eurer aller Herzen (Nom. + Gen. + Lok. + Gen.)
duḥkham enac ciraṃ sthitam
dieser Kummer, lange schon wohnend (Nom. + Adv. + Ptz.)
tad adya vyapaneṣyāmi
das werde ich heute vertreiben (Akk. + Adv. + Fut.)
paralokakṛtād bhayāt
aus Furcht vor dem, was im Jenseits geschieht (Abl.)
tato gaṅgāṃ samāsādya krameṇa sa janārṇavaḥ nivāsam akarot sarvo yathāprīti yathāsukham
Dann, nachdem er die Gaṅgā erreicht hatte, schlug jener Ozean von Menschen der Reihe nach überall sein Lager auf, jeder nach Belieben und Bequemlichkeit.
Wort für Wort
tato gaṅgāṃ samāsādya
dann, nachdem er die Gaṅgā erreicht hatte (Adv. + Akk. + Abs.)
krameṇa sa janārṇavaḥ
der Reihe nach, jener Ozean von Menschen (Instr. + Nom.)
Und der weise König schlug zusammen mit den Pāṇḍavas, mit seinem Gefolge, an einem erwünschten Ort sein Lager auf, mit den Frauen und den Alten vorangehend.
Wort für Wort
rājā ca pāṇḍavaiḥ sārdham
und der König zusammen mit den Pāṇḍavas (Nom. + Instr.)
iṣṭe deśe sahānugaḥ
an einem erwünschten Ort, mit Gefolge (Lok. + Adj.)
nivāsam akarod dhīmān
schlug der Weise sein Lager auf (Akk. + Impf. + Nom.)