brāhmaṇa uvāca na tad duryodhanakṛtaṃ na ca tad bhavatā kṛtam na karṇasaubalābhyāṃ ca kuravo yat kṣayaṃ gatāḥ
Der Brahmane sprach: Nicht ist dies von Duryodhana getan, noch ist dies von dir getan, noch von Karṇa und dem Sohn Subalas, dass die Kurus dem Untergang verfielen.
Wort für Wort
na tad duryodhanakṛtam
nicht ist dies von Duryodhana getan (Nom.)
kṣayaṃ gatāḥ
dem Untergang verfielen (Akk. + Perf.)
Fortsetzung derselben, bereits in Kap.15 V013 eröffneten Rede des Brahmanen Sāmba - kein neues CQ-Ereignis, da kein echter Sprecherwechsel vorliegt.
caturbhiḥ pāṇḍuputraiś ca bhīmārjunayamair nṛpa janakṣayo 'yaṃ nṛpate kṛto daivabalātkṛtaiḥ
und von den vier Söhnen des Pāṇḍu – Bhīma, Arjuna und den Zwillingen, o König – wurde diese Vernichtung der Menschen bewirkt, o Herrscher, durch die vom Schicksal Gezwungenen.
avaśyam eva saṃgrāme kṣatriyeṇa viśeṣataḥ kartavyaṃ nidhanaṃ loke śastreṇa kṣatrabandhunā
Notwendig ist es doch für den Kṣatriya, besonders in der Schlacht, dass er in der Welt den Tod durch die Waffe findet, für den, der der Kṣatriya-Familie angehört.
tair iyaṃ puruṣavyāghrair vidyābāhubalānvitaiḥ pṛthivī nihatā sarvā sahayā sarathadvipā
Von jenen Tigern unter den Männern, ausgestattet mit Wissen und Armeskraft, wurde diese ganze Erde niedergeschlagen, mit ihren Pferden, Wagen und Elefanten.
Wort für Wort
puruṣavyāghrair vidyābāhubalānvitaiḥ
von den Männer-Tigern, mit Wissen und Armeskraft ausgestattet (Instr.)
gurur mato bhavān asya kṛtsnasya jagataḥ prabhuḥ dharmātmānam atas tubhyam anujānīmahe sutam
Du wirst als Lehrer angesehen, als Herr dieser ganzen Welt; daher erteilen wir dir unsere Zustimmung bezüglich deines frommen Sohnes.
Wort für Wort
gurur mato bhavān
du wirst als Lehrer angesehen (Nom.)
anujānīmahe sutam
wir erteilen Zustimmung bezüglich des Sohnes (Präs. + Akk.)
Der genaue Bezug von „anujānīmahe... sutam“ (vermutlich eine Segens-/Zustimmungsformel bezüglich Duryodhanas jenseitigem Los, im Anschluss an V011) bleibt syntaktisch nicht ganz eindeutig [?].
labhatāṃ vīralokān sa sasahāyo narādhipaḥ dvijāgryaiḥ samanujñātas tridive modatāṃ sukhī
Möge jener Herrscher der Menschen, zusammen mit seinen Gefährten, die Welten der Helden erlangen; von den Ersten der Zweimalgeborenen dazu ermächtigt, möge er glücklich im dritten Himmel frohlocken.
Wort für Wort
labhatāṃ vīralokān
möge er die Welten der Helden erlangen (Opt.)
dvijāgryaiḥ samanujñātaḥ
von den Ersten der Zweimalgeborenen ermächtigt (Instr. + Ptz.)
Von uns wurden die Heldentaten der Pāṇḍavas, der Stiere unter den Männern, gesehen; fähig sind sie sogar, den dritten Himmel zu beschützen – wie viel mehr die Erde!
Wort für Wort
dṛṣṭāpadānāḥ pāṇḍavāḥ
die Pāṇḍavas, deren Heldentaten gesehen wurden (Nom.)
tridivasyāpi pālane samarthāḥ
fähig sogar zum Schutz des dritten Himmels (Gen. + Lok. + Nom.)
anuvatsyanti cāpīmāḥ sameṣu viṣameṣu ca prajāḥ kurukulaśreṣṭha pāṇḍavāñ śīlabhūṣaṇān
Und diese Untertanen werden, in guten wie in schlechten Zeiten, den Pāṇḍavas folgen, o Bester des Kuru-Geschlechts, ihnen, die mit gutem Charakter geschmückt sind.
brahmadeyāgrahārāṃś ca parihārāṃś ca pārthiva pūrvarājātisargāṃś ca pālayaty eva pāṇḍavaḥ
Und die den Brahmanen geschenkten Landgüter, die Abgabenbefreiungen, und die von früheren Königen gewährten Vergünstigungen schützt der Pāṇḍava-König fürwahr.
Wort für Wort
brahmadeyāgrahārān
die den Brahmanen geschenkten Landgüter (Akk. Pl.)
pūrvarājātisargān
die von früheren Königen gewährten Vergünstigungen (Akk. Pl.)
apy amitre dayāvāṃś ca śuciś ca bharatarṣabha ṛju paśyati medhāvī putravat pāti naḥ sadā
Auch dem Feind gegenüber mitleidsvoll und rein, o Stier der Bharatas, schaut er gerade und unparteiisch, der Kluge, und beschützt uns stets wie seine eigenen Söhne.
Wort für Wort
amitre dayāvāṃś ca śuciḥ
dem Feind gegenüber mitleidsvoll und rein (Lok. + Nom.)
Sanftmütig gegenüber den Sanften sind die Kauravyas, den Giftschlangen gleich gegenüber den Scharfen; kraftvoll, hochherzig, und dem Wohl der Stadtbewohner zugetan.
Wort für Wort
mandā mṛduṣu
sanftmütig gegenüber den Sanften (Nom. + Lok.)
tīkṣṇeṣv āśīviṣopamāḥ
den Giftschlangen gleich gegenüber den Scharfen (Lok. + Nom.)
adharmiṣṭhān api sataḥ kuntīputrā mahārathāḥ mānavān pālayiṣyanti bhūtvā dharmaparāyaṇāḥ
Auch die Menschen, die nicht dem Dharma treu sind, werden die Söhne der Kuntī, die großen Wagenkämpfer, beschützen, indem sie selbst dem Dharma ergeben bleiben.
Wort für Wort
adharmiṣṭhān api
auch die dem Dharma nicht Treuen (Akk.)
dharmaparāyaṇāḥ bhūtvā
indem sie dem Dharma ergeben bleiben (Nom. + Abs.)
sa rājan mānasaṃ duḥkham apanīya yudhiṣṭhirāt kuru kāryāṇi dharmyāṇi namas te bharatarṣabha
So vertreibe, o König, den seelischen Schmerz wegen Yudhiṣṭhira, und vollbringe die dem Dharma gemäßen Pflichten; Verehrung dir, o Stier der Bharatas.“
Wort für Wort
mānasaṃ duḥkham apanīya
den seelischen Schmerz vertreibend (Akk. + Abs.)
namas te
Verehrung dir (Nom.)
Hier endet die in Kap.15 V013 begonnene Rede des Brahmanen Sāmba; Kap.16 setzt mit reiner Erzählung fort (bestätigt).
vaiśaṃpāyana uvāca tasya tad vacanaṃ dharmyam anubandhaguṇottaram sādhu sādhv iti sarvaḥ sa janaḥ pratigṛhītavān
Vaiśaṃpāyana sprach: Jenes dharmagemäße, an Vorzügen überreiche Wort nahm das ganze Volk lobend als wohlgesprochen an.
Wort für Wort
dharmyam anubandhaguṇottaram
dharmagemäß, an Vorzügen überreich (Akk.)
sādhu sādhv iti pratigṛhītavān
nahm es als wohlgesprochen an (indirekt wiedergegeben)
Die formelhafte Zustimmungsfloskel „sādhu sādhu“ (‚wohl gesprochen‘) wird gemäß Konvention als indirekte Paraphrase wiedergegeben, ohne eigene Anführungszeichen.