vaiśaṃpāyana uvāca sa taiḥ saha naravyāghrair bhrātṛbhir bharatarṣabha rājā rucirapadmākṣair āsāṃ cakre tadāśrame
Vaiśaṃpāyana sprach: Er, der König, setzte sich mit jenen Brüdern, den Tigern unter den Männern mit den schönen Lotusaugen, o Stier der Bharatas, dort in der Einsiedelei nieder,
Wort für Wort
naravyāghrair bhrātṛbhiḥ
mit den Brüdern, den Tigern unter den Männern (Instr. Pl.)
tāpasaiś ca mahābhāgair nānādeśasamāgataiḥ draṣṭuṃ kurupateḥ putrān pāṇḍavān pṛthuvakṣasaḥ
und mit den hochgesegneten Asketen, die aus verschiedenen Ländern zusammengekommen waren, um die Söhne des Kuru-Herrschers, die breitbrüstigen Pāṇḍavas, zu sehen.
Wort für Wort
nānādeśasamāgataiḥ
aus verschiedenen Ländern zusammengekommen (Instr. Pl.)
„Dieser hier, dessen Leib rein-golden ist wie Jāmbūnada-Gold, groß gewachsen wie ein mächtiger Löwe, mit kühner Nase, breiten, langen Augen und einem kupferfarbenen, länglichen Antlitz - dies ist der Kururāja.
Wort für Wort
jāmbūnadaśuddhagauratanuḥ
dessen Leib rein-golden wie Jāmbūnada-Gold ist (Nom.)
Und dieser hier wiederum, mit dem Gang eines brünstigen Elefantenfürsten, rein-golden wie erhitztes Gold, mit breiten, weiten Schultern und breiten, langen Armen - das ist Vṛkodara, seht, seht ihn an!
Wort für Wort
mattagajendragāmī
mit dem Gang eines brünstigen Elefantenfürsten (Nom.)
Und der hier an seiner Seite, mit dem großen Bogen, dunkel, jugendlich, einem Elefantenherden-Führer gleich, mit löwenhaft erhobenen Schultern, mit dem Gang eines spielenden Elefanten und langen Lotusaugen - dies ist der Held Arjuna.
kuntīsamīpe puruṣottamau tu yamāv imau viṣṇumahendrakalpau manuṣyaloke sakale samo 'sti yayor na rūpe na bale na śīle
Nahe bei Kuntī aber stehen diese beiden vortrefflichsten Männer, die Zwillinge, Viṣṇu und Mahendra gleich - in der ganzen Welt der Menschen gibt es niemanden, der ihnen an Gestalt, Kraft oder Wesen gleichkäme.
Wort für Wort
yamāv imau viṣṇumahendrakalpau
diese beiden Zwillinge, Viṣṇu und Mahendra gleich (Nom. Dual)
na rūpe na bale na śīle
weder an Gestalt noch an Kraft noch an Wesen (Lok.)
Und diese hier wiederum, mit langen Lotusblattaugen, das mittlere Alter gerade eben berührend, blau-lotus-farben wie die Schutzgottheit einer Stadt - Kṛṣṇā steht da wie die verkörperte Lakṣmī.
An ihrer Seite aber steht diese, von höchstem Goldglanz, deren Strahlen wie die verkörperte Gaurī sind - in der Mitte stehend ist dies die Schwester von vornehmster Abkunft jenes unvergleichlichen Trägers der Diskuswaffe.
Wort für Wort
kanakottamābhā
von höchstem Goldglanz (Nom.)
bhaginī dvijāgryā
die Schwester von vornehmster [zweifachgeborener] Abkunft (Nom.)
[Anm.: 'Träger der Diskuswaffe' bezeichnet Kṛṣṇa; gemeint ist demnach dessen Schwester Subhadrā.]
iyaṃ svasā rājacamūpates tu pravṛddhanīlotpaladāmavarṇā paspardha kṛṣṇena nṛpaḥ sadā yo vṛkodarasyaiṣa parigraho 'gryaḥ
Diese hier aber ist die Schwester des Heerführer-Königs, von der Farbe einer voll erblühten blauen Lotusgirlande - jenes Königs, der stets mit Kṛṣṇa wetteiferte - dies ist Vṛkodaras vortrefflichste Gemahlin.
Wort für Wort
rājacamūpateḥ svasā
die Schwester des Heerführer-Königs (Gen. + Nom.)
vṛkodarasyaiṣa parigraho 'gryaḥ
dies ist Vṛkodaras vortrefflichste Gemahlin (Nom.)
[Anm.: Die Identität dieses stets mit Kṛṣṇa wetteifernden Königs, des Bruders dieser Gemahlin Bhīmas, wird im Vers nicht namentlich genannt und bleibt hier offen [?].]
Und diese hier ist die Tochter des Königs, des Herrschers von Magadha, der als Jarāsaṃdha bekannt war - sie gilt als die Gemahlin des jüngeren Sohnes der Mādravatī, von der Farbe einer Campaka-Blütengirlande.
Wort für Wort
magadhādhipasya sutā
die Tochter des Herrschers von Magadha (Gen. + Nom.)
yavīyaso mādravatīsutasya bhāryā
die Gemahlin des jüngeren Sohnes der Mādravatī [Sahadeva] (Gen. + Nom.)
[Anm.: Der hier genannte Magadha-König 'Jarāsaṃdha' kann nicht der von Bhīma erschlagene historische Jarāsaṃdha selbst sein; vermutlich ein Nachfahre gleichen Namens [?]. Der jüngere Sohn der Mādravatī ist Sahadeva.]
indīvaraśyāmatanuḥ sthitā tu yaiṣāparā sannamahītale ca bhāryā matā mādravatīsutasya jyeṣṭhasya seyaṃ kamalāyatākṣī
Und diese andere hier, mit einem Leib dunkel wie eine Indīvara-Lotosblüte, die dort auf ebenem Boden steht, gilt als die Gemahlin des älteren Sohnes der Mādravatī - sie, mit lang gestreckten Lotusaugen.
Wort für Wort
indīvaraśyāmatanuḥ
mit einem Leib dunkel wie eine Indīvara-Lotosblüte (Nom.)
jyeṣṭhasya mādravatīsutasya bhāryā
die Gemahlin des älteren Sohnes der Mādravatī [Nakula] (Gen. + Nom.)
[Anm.: Der ältere Sohn der Mādravatī ist Nakula. Die genaue Bedeutung von 'sannamahītale' [?] ist unsicher, hier sinngemäß als 'auf ebenem Boden' wiedergegeben.]
iyaṃ tu niṣṭaptasuvarṇagaurī rājño virāṭasya sutā saputrā bhāryābhimanyor nihato raṇe yo droṇādibhis tair virathaḥ rathasthaiḥ
Diese hier aber, golden wie geschmolzenes Feingold, ist die Tochter des Königs Virāṭa, mitsamt ihrem Sohn - die Gemahlin Abhimanyus, der in der Schlacht erschlagen wurde, wagenlos, von jenen auf ihren Wagen stehenden Kriegern, angeführt von Droṇa.
Diese hier aber, mit gescheiteltem Haar, in weiße Obergewänder gekleidet, die Gemahlinnen der Menschenkönige - sind die Schwiegertöchter dieses greisen Königs, mehr als hundert an Zahl genannt, ihrer Helden beraubt, ihrer erschlagenen Söhne ohne Beschützer.
Wort für Wort
sīmantaśiroruhā
mit gescheiteltem Haar (Nom. Pl., Witwenzeichen)
hataputranāthāḥ
ihrer erschlagenen Söhne ohne Beschützer (Nom. Pl.)
[Anm.: Der gescheitelte Haarschmuck kennzeichnet hier die verwitweten Kaurava-Frauen.]
Diese sind euch nun der Reihe nach nach ihrem Rang genannt worden, o ihr von rechtschaffener Einsicht und brahmanenhaftem Wesen - alle diese von euch erfragten Gemahlinnen der Menschenfürsten, von vollkommen reinem Wesen.“
Wort für Wort
yathāmukhyam udāhṛtā
der Reihe nach nach ihrem Rang genannt (Adv. + Ptz.)
evaṃ sa rājā kuruvṛddhavaryaḥ samāgatas tair naradevaputraiḥ papraccha sarvān kuśalaṃ tadānīṃ gateṣu sarveṣv atha tāpaseṣu
So erkundigte sich jener König, der Vornehmste der Kuru-Alten, nachdem er mit jenen Söhnen der Götterkönige zusammengetroffen war, damals bei allen nach dem Wohlergehen, als alle Asketen gegangen waren.
Wort für Wort
kuruvṛddhavaryaḥ
der Vornehmste der Kuru-Alten (Nom.)
papraccha kuśalam
erkundigte sich nach dem Wohlergehen (Perf. + Akk.)
Und auch bei den Kriegern, die sich, nachdem sie [ihre Rüstung] abgelegt hatten, in jenem Kreis der Einsiedelei niedergelassen hatten, und bei den wohlversammelten Frauen, Alten und Kindern, erkundigte er sich, wie es sich gebührte, nach ihrem Wohlergehen.
Wort für Wort
āśramamaṇḍalaṃ niviṣṭeṣu
die sich im Kreis der Einsiedelei niedergelassen hatten (Akk. + Lok. Pl.)
yathārhataḥ kuśalaṃ paryapṛcchat
erkundigte sich, wie es sich gebührte, nach dem Wohlergehen (Adv. + Akk. + Impf.)
[Anm.: Die genaue Bedeutung von 'vimucya patram' [?] (wörtl. etwa 'das Blatt/Gefäß ablegend') ist unsicher; sinngemäß als Ablegen der Rüstung/Ausrüstung gedeutet.]