Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Āśramavāsikaparva

Kapitel 22: kuntyā vanavāsanirṇayaḥ Kuntīs Entschluss, im Wald zu bleiben

vaiśaṃpāyana uvāca tataḥ prāsādaharmyeṣu vasudhāyāṃ ca pārthiva strīṇāṃ ca puruṣāṇāṃ ca sumahān nisvano 'bhavat

Vaiśaṃpāyana sprach: Da erhob sich, o Fürst, auf den Palästen und Terrassen und auf dem Erdboden ein gewaltiger Lärm von Frauen und Männern.

Wort für Wort
sumahān nisvano 'bhavat
ein gewaltiger Lärm entstand (Nom. + Impf.)
prāsādaharmyeṣu
auf Palästen und Terrassen (Lok. Pl.)

sa rājā rājamārgeṇa nṛnārīsaṃkulena ca kathaṃ cin niryayau dhīmān vepamānaḥ kṛtāñjaliḥ

Jener weise König zog, nur mit Mühe, über die von Männern und Frauen überfüllte Königsstraße hinaus, zitternd, mit gefalteten Händen.

Wort für Wort
kathaṃ cin niryayau
zog nur mit Mühe hinaus (Adv. + Impf.)
vepamānaḥ kṛtāñjaliḥ
zitternd, mit gefalteten Händen (Nom.)

sa vardhamānadvāreṇa niryayau gajasāhvayāt visarjayām āsa ca taṃ janaughaṃ sa muhur muhuḥ

Durch das Vardhamāna-Tor zog er aus Gajasāhvaya hinaus, und immer wieder entließ er jene Menschenschar.

Wort für Wort
vardhamānadvāreṇa niryayau
zog durch das Vardhamāna-Tor hinaus (Instr. + Impf.)
visarjayām āsa muhur muhuḥ
entließ immer wieder (Perf. periphr. + Adv.)

vanaṃ gantuṃ ca viduro rājñā saha kṛtakṣaṇaḥ saṃjayaś ca mahāmātraḥ sūto gāvalgaṇis tathā

Und Vidura hatte sich mit dem König verabredet, in den Wald zu gehen, ebenso Saṃjaya, der hohe Minister, der Wagenlenker, der Sohn Gavalgaṇas.

Wort für Wort
vanaṃ gantuṃ kṛtakṣaṇaḥ
hatte sich verabredet, in den Wald zu gehen (Inf. + Nom.)
sūto gāvalgaṇiḥ
der Wagenlenker, Sohn Gavalgaṇas (Nom., Beiname Saṃjayas)

kṛpaṃ nivartayām āsa yuyutsuṃ ca mahāratham dhṛtarāṣṭro mahīpālaḥ paridāya yudhiṣṭhire

Kṛpa aber und den großen Wagenkämpfer Yuyutsu ließ der Herrscher der Erde, Dhṛtarāṣṭra, umkehren, nachdem er sie Yudhiṣṭhira übergeben hatte.

Wort für Wort
kṛpaṃ nivartayām āsa
ließ Kṛpa umkehren (Akk. + Perf. periphr.)
paridāya yudhiṣṭhire
nachdem er [sie] Yudhiṣṭhira übergeben hatte (Abs. + Lok.)

Yuyutsu ist Dhṛtarāṣṭras Sohn von einer Vaiśya-Frau, der einzige seiner Söhne, der im Krieg zu den Pāṇḍavas übergetreten war; er und Kṛpa werden hier nach Hastināpura zurückgeschickt und Yudhiṣṭhira anvertraut.

nivṛtte pauravarge tu rājā sāntaḥpuras tadā dhṛtarāṣṭrābhyanujñāto nivartitum iyeṣa saḥ

Als die Bürgerschaft zurückgekehrt war, da wünschte der König [Yudhiṣṭhira], zusammen mit dem Frauengemach, umzukehren, nachdem er von Dhṛtarāṣṭra die Erlaubnis dazu erhalten hatte.

Wort für Wort
nivṛtte pauravarge
als die Bürgerschaft zurückgekehrt war (Lok. Abs.)
dhṛtarāṣṭrābhyanujñātaḥ
von Dhṛtarāṣṭra die Erlaubnis erhalten habend (Nom.)

so 'bravīn mātaraṃ kuntīm upetya bharatarṣabha ahaṃ rājānam anviṣye bhavatī vinivartatām

Er trat zu seiner Mutter Kuntī heran, o Stier der Bharatas, und sprach: „Ich will dem König noch folgen; du aber mögest umkehren.

Wort für Wort
ahaṃ rājānam anviṣye
ich werde dem König folgen (Nom. + Fut.)
bhavatī vinivartatām
du mögest umkehren (Nom. + Imp.)

vadhūparivṛtā rājñi nagaraṃ gantum arhasi rājā yātv eṣa dharmātmā tapase dhṛtaniścayaḥ

Umgeben von den Schwiegertöchtern, o Königin, sollst du zur Stadt gehen; lass diesen frommen König ziehen, der zur Askese fest entschlossen ist.“

Wort für Wort
vadhūparivṛtā nagaraṃ gantum arhasi
umgeben von den Schwiegertöchtern sollst du zur Stadt gehen (Nom. + Inf. + Verbaladj.)
tapase dhṛtaniścayaḥ
zur Askese fest entschlossen (Dat. + Nom.)

ity uktā dharmarājena bāṣpavyākulalocanā jagādaivaṃ tadā kuntī gāndhārīṃ parigṛhya ha

So vom Dharmarāja angesprochen, mit von Tränen verwirrten Augen, sprach da Kuntī, Gāndhārī bei der Hand fassend, Folgendes:

Wort für Wort
bāṣpavyākulalocanā
mit von Tränen verwirrten Augen (Nom.)
gāndhārīṃ parigṛhya
Gāndhārī bei der Hand fassend (Akk. + Abs.)

sahadeve mahārāja mā pramādaṃ kṛthāḥ kva cit eṣa mām anurakto hi rājaṃs tvāṃ caiva nityadā

„Gegenüber Sahadeva, o Großkönig, sei niemals nachlässig; denn dieser ist mir zugetan, o König, und dir auch stets.

Wort für Wort
mā pramādaṃ kṛthāḥ kva cit
sei niemals nachlässig (Verneg. + Aor. Inj. + Adv.)
mām anurakto
mir zugetan (Nom.)

karṇaṃ smarethāḥ satataṃ saṃgrāmeṣv apalāyinam avakīrṇo hi sa mayā vīro duṣprajñayā tadā

Gedenke stets Karṇas, der in den Schlachten niemals floh; denn jener Held wurde von mir damals, aus schlechtem Verstand, preisgegeben.

Wort für Wort
saṃgrāmeṣv apalāyinam
der in den Schlachten nicht floh (Lok. Pl. + Akk.)
avakīrṇo mayā duṣprajñayā
von mir aus schlechtem Verstand preisgegeben (Nom. + Instr.)

Kuntī offenbart hier erstmals öffentlich, dass Karṇa, der im Krieg gefallene Gegner, in Wahrheit ihr erstgeborener, vor der Ehe geborener und ausgesetzter Sohn war.

āyasaṃ hṛdayaṃ nūnaṃ mandāyā mama putraka yat sūryajam apaśyantyāḥ śatadhā na vidīryate

Von Eisen ist wohl das Herz von mir Törin, mein Söhnchen, da es, wenn ich den Sohn der Sonne nicht mehr sehe, nicht in hundert Stücke zerspringt.

Wort für Wort
āyasaṃ hṛdayaṃ nūnam
von Eisen ist wohl das Herz (Nom.)
śatadhā na vidīryate
zerspringt nicht in hundert Stücke (Adv. + Präs. Pass.)

evaṃgate tu kiṃ śakyaṃ mayā kartum ariṃdama mama doṣo 'yam atyarthaṃ khyāpito yan na sūryajaḥ tannimittaṃ mahābāho dānaṃ dadyās tvam uttamam

Da es nun so steht, was vermag ich zu tun, o Bezwinger der Feinde? Dies ist meine Schuld, die aufs Äußerste kundgemacht wurde, dass er nicht als Sohn der Sonne [erkannt wurde]; aus diesem Grunde, o Starkarmiger, sollst du ihm die höchste Totengabe geben.

Wort für Wort
mama doṣo 'yam atyarthaṃ khyāpitaḥ
dies ist meine Schuld, die aufs Äußerste kundgemacht wurde (Nom. + Adv. + Ptz.)
dānaṃ dadyās tvam uttamam
du sollst die höchste Gabe geben (Akk. + Opt.)

sadaiva bhrātṛbhiḥ sārdham agrajasyārimardana draupadyāś ca priye nityaṃ sthātavyam arikarśana

Stets zusammen mit den Brüdern, o Zermalmer der Feinde, sollst du dem Ältesten treu bleiben, und der geliebten Draupadī immerdar, o Bezwinger der Feinde.

Wort für Wort
sadaiva bhrātṛbhiḥ sārdham
stets zusammen mit den Brüdern (Adv. + Instr.)
nityaṃ sthātavyam
immerdar sollst du [treu] bleiben (Adv. + Ger.)

bhīmasenārjunau caiva nakulaś ca kurūdvaha samādheyās tvayā vīra tvayy adya kuladhūr gatā

Bhīmasena und Arjuna, und Nakula, o Erster der Kurus, sollen von dir zusammengehalten werden, o Held; auf dich ist heute das Joch der Familie übergegangen.

Wort für Wort
samādheyās tvayā vīra
sollen von dir zusammengehalten werden, o Held (Nom. Pl. + Instr.)
kuladhūr gatā
das Joch der Familie ist übergegangen (Nom. + Perf. Ptz.)

śvaśrūśvaśurayoḥ pādāñ śuśrūṣantī vane tv aham gāndhārīsahitā vatsye tāpasī malapaṅkinī

Den Füßen von Schwiegermutter und Schwiegervater dienend, werde ich im Wald, zusammen mit Gāndhārī, als Asketin wohnen, mit Schmutz und Staub bedeckt.“

Wort für Wort
śvaśrūśvaśurayoḥ pādāñ śuśrūṣantī
den Füßen von Schwiegermutter und Schwiegervater dienend (Gen. Dual + Akk. + Ptz.)
tāpasī malapaṅkinī vatsye
ich werde als Asketin, mit Schmutz bedeckt, wohnen (Nom. + Fut.)

evam uktaḥ sa dharmātmā bhrātṛbhiḥ sahito vaśī viṣādam agamat tīvraṃ na ca kiṃ cid uvāca ha

So angesprochen, geriet jener fromme, beherrschte [Yudhiṣṭhira], zusammen mit seinen Brüdern, in heftige Verzweiflung, und er sprach gar nichts.

Wort für Wort
viṣādam agamat tīvram
geriet in heftige Verzweiflung (Akk. + Impf.)
na ca kiṃ cid uvāca ha
und sprach gar nichts (Neg. + Perf.)

sa muhūrtam iva dhyātvā dharmaputro yudhiṣṭhiraḥ uvāca mātaraṃ dīnaś cintāśokaparāyaṇaḥ

Nachdem er einen Augenblick wie in Gedanken verharrt hatte, sprach der Sohn des Dharma, Yudhiṣṭhira, elend, von Sorge und Kummer überwältigt, zu seiner Mutter:

Wort für Wort
muhūrtam iva dhyātvā
nachdem er einen Augenblick wie nachgesonnen hatte (Akk. + Abs.)
cintāśokaparāyaṇaḥ
von Sorge und Kummer überwältigt (Nom.)

kim idaṃ te vyavasitaṃ naivaṃ tvaṃ vaktum arhasi na tvām abhyanujānāmi prasādaṃ kartum arhasi

„Was ist dies, das du beschlossen hast? So solltest du nicht sprechen. Ich gebe dir nicht meine Zustimmung; du solltest mir die Gunst erweisen [davon abzulassen].

Wort für Wort
kim idaṃ te vyavasitam
was ist dies, das du beschlossen hast (Nom.)
na tvām abhyanujānāmi
ich gebe dir nicht meine Zustimmung (Neg. + Akk. + Präs.)

vyarocayaḥ purā hy asmān utsāhya priyadarśane vidurāyā vacobhis tvam asmān na tyaktum arhasi

Du hast uns einst ermutigt, o Liebliche-anzuschauende, durch die Worte der Vidurā; du solltest uns nicht verlassen.

Wort für Wort
vyarocayaḥ purā utsāhya
du hast uns einst ermutigt (Impf. + Abs.)
vidurāyā vacobhiḥ
durch die Worte der Vidurā (Gen. + Instr. Pl.)

Vidurā (auch Vidulā) ist die Titelheldin einer bekannten Beispielerzählung, in der eine Mutter ihren mutlosen Sohn mit eindringlichen Worten zum Kampf ermahnt; Kuntī hatte sich einst dieser Worte bedient, um ihre eigenen Söhne vor dem Krieg zu ermutigen.

nihatya pṛthivīpālān rājyaṃ prāptam idaṃ mayā tava prajñām upaśrutya vāsudevān nararṣabhāt

Nachdem ich die Herrscher der Erde erschlagen hatte, habe ich dieses Königreich erlangt, nachdem ich deine Weisheit, durch Vāsudeva, den Stier der Männer, vernommen hatte.

Wort für Wort
nihatya pṛthivīpālān
nachdem ich die Herrscher der Erde erschlagen hatte (Abs. + Akk.)
tava prajñām upaśrutya
nachdem ich deine Weisheit vernommen hatte (Akk. + Abs.)

kva sā buddhir iyaṃ cādya bhavatyā yā śrutā mayā kṣatradharme sthitiṃ hy uktvā tasyāś calitum icchasi

Wo ist nun jene Weisheit, die ich damals von dir vernahm? Nachdem du vom Verbleiben in der Kṣatriya-Pflicht gesprochen hast, willst du nun davon abweichen?

Wort für Wort
kva sā buddhir iyaṃ cādya
wo ist nun jene Weisheit (Nom.)
tasyāś calitum icchasi
willst du davon abweichen (Abl. + Inf. + Präs.)

asmān utsṛjya rājyaṃ ca snuṣāṃ cemāṃ yaśasvinīm kathaṃ vatsyasi śūnyeṣu vaneṣv amba prasīda me

Nachdem du uns und das Königreich und diese ruhmreiche Schwiegertochter verlassen hast, wie willst du in den leeren Wäldern wohnen? O Mutter, sei mir gnädig!“

Wort für Wort
asmān utsṛjya rājyaṃ ca
nachdem du uns und das Königreich verlassen hast (Abs. + Akk.)
śūnyeṣu vaneṣv amba prasīda
sei gnädig, Mutter, [wie willst du wohnen] in den leeren Wäldern (Lok. Pl. + Imp.)

iti bāṣpakalāṃ vācaṃ kuntī putrasya śṛṇvatī jagāmaivāśrupūrṇākṣī bhīmas tām idam abravīt

So die von Tränen erstickte Rede ihres Sohnes hörend, ging Kuntī dennoch weiter, die Augen voller Tränen; da sprach Bhīma zu ihr Folgendes:

Wort für Wort
bāṣpakalāṃ vācaṃ śṛṇvatī
die von Tränen erstickte Rede hörend (Akk. + Ptz.)
jagāmaivāśrupūrṇākṣī
ging dennoch, die Augen voller Tränen (Impf. + Nom.)

yadā rājyam idaṃ kunti bhoktavyaṃ putranirjitam prāptavyā rājadharmāś ca tadeyaṃ te kuto matiḥ

„Wenn dieses Königreich, o Kuntī, das von deinem Sohn errungen wurde, zu genießen war, und die Königspflichten zu erlangen waren — woher kommt dir jetzt dieser Sinn?

Wort für Wort
putranirjitam bhoktavyam
das von deinem Sohn errungene, zu genießende [Königreich] (Akk.)
tadeyaṃ te kuto matiḥ
woher kommt dir jetzt dieser Sinn (Nom.)

kiṃ vayaṃ kāritāḥ pūrvaṃ bhavatyā pṛthivīkṣayam kasya hetoḥ parityajya vanaṃ gantum abhīpsasi

Wozu hast du uns damals veranlasst, die Erde zu erobern? Aus welchem Grund wünschst du nun, uns zu verlassen und in den Wald zu gehen?

Wort für Wort
kiṃ vayaṃ kāritāḥ pūrvam
wozu wurden wir damals veranlasst (Nom. Pl. + Kaus. Ptz.)
parityajya vanaṃ gantum abhīpsasi
du wünschst, uns zu verlassen und in den Wald zu gehen (Abs. + Inf. + Präs.)

vanāc cāpi kim ānītā bhavatyā bālakā vayam duḥkhaśokasamāviṣṭau mādrīputrāv imau tathā

Warum wurden wir denn, als wir Kinder waren, von dir aus dem Wald zurückgeholt, und ebenso diese beiden Söhne der Mādrī, die nun von Kummer und Leid ergriffen sind?

Wort für Wort
vanāc cāpi kim ānītā vayam
warum wurden wir aus dem Wald zurückgeholt (Abl. + Nom. Pl.)
duḥkhaśokasamāviṣṭau mādrīputrau
die beiden von Kummer und Leid ergriffenen Söhne der Mādrī (Nom. Dual)

prasīda mātar mā gās tvaṃ vanam adya yaśasvini śriyaṃ yaudhiṣṭhirīṃ tāvad bhuṅkṣva pārthabalārjitām

Sei gnädig, Mutter; geh heute nicht in den Wald, du Ruhmreiche; genieße doch die Herrlichkeit Yudhiṣṭhiras, die durch die Kraft der Pārthas erworben wurde.“

Wort für Wort
prasīda mātar mā gās tvaṃ vanam
sei gnädig, Mutter, geh nicht in den Wald (Imp. + Neg. + Inj.)
śriyaṃ yaudhiṣṭhirīṃ bhuṅkṣva
genieße die Herrlichkeit Yudhiṣṭhiras (Akk. + Imp.)

iti sā niścitaivātha vanavāsakṛtakṣaṇā lālapyatāṃ bahuvidhaṃ putrāṇāṃ nākarod vacaḥ

So [angefleht], befolgte sie dennoch, fest entschlossen und auf das Waldleben bedacht, das vielfache Klagen der Söhne nicht.

Wort für Wort
niścitaivātha vanavāsakṛtakṣaṇā
fest entschlossen und auf das Waldleben bedacht (Nom.)
lālapyatāṃ bahuvidhaṃ vacaḥ nākarot
befolgte das vielfache Klagen nicht (Gen. Pl. + Akk. + Impf.)

draupadī cānvayāc chvaśrūṃ viṣaṇṇavadanā tadā vanavāsāya gacchantīṃ rudatī bhadrayā saha

Und Draupadī, mit betrübtem Antlitz, folgte da ihrer Schwiegermutter, die zum Waldleben aufbrach, weinend, zusammen mit Bhadrā.

Wort für Wort
viṣaṇṇavadanā chvaśrūm anvayāt
folgte mit betrübtem Antlitz der Schwiegermutter (Nom. + Akk. + Impf.)
vanavāsāya gacchantīṃ rudatī
die zum Waldleben aufbrach, weinend (Dat. + Ptz. + Nom.)

„bhadrayā“ [?] – unklar, ob hiermit eine namentlich genannte Begleiterin gemeint ist oder ob eine Kurzform für Subhadrā (Arjunas Gattin) vorliegt; die Stelle bleibt im Quelltext mehrdeutig.

sā putrān rudataḥ sarvān muhur muhur avekṣatī jagāmaiva mahāprājñā vanāya kṛtaniścayā

Sie, immer wieder alle ihre weinenden Söhne betrachtend, ging dennoch, die Hochweise, fest entschlossene, zum Wald.

Wort für Wort
muhur muhur avekṣatī
immer wieder betrachtend (Adv. + Ptz.)
mahāprājñā kṛtaniścayā jagāma
die hochweise, fest entschlossene ging (Nom. + Impf.)

anvayuḥ pāṇḍavās tāṃ tu sabhṛtyāntaḥpurās tadā tataḥ pramṛjya sāśrūṇi putrān vacanam abravīt

Die Pāṇḍavas aber folgten ihr da, zusammen mit den Dienern und dem Frauengemach; dann, ihre Tränen abwischend, sprach sie zu den Söhnen ein Wort.

Wort für Wort
anvayuḥ pāṇḍavās tāṃ tu
die Pāṇḍavas aber folgten ihr (Perf. + Akk.)
pramṛjya sāśrūṇi vacanam abravīt
die Tränen abwischend sprach sie ein Wort (Abs. + Akk. + Impf.)

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