Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Āśramavāsikaparva

Kapitel 24: hāstinapuranivṛttir gaṅgātīravāsaś ca Rückkehr nach Hāstinapura und Dhṛtarāṣṭras Ankunft am Gangesufer

vaiśaṃpāyana uvāca kuntyās tu vacanaṃ śrutvā pāṇḍavā rājasattama vrīḍitāḥ saṃnyavartanta pāñcālyā sahitānaghāḥ

Vaiśaṃpāyana sprach: Nachdem sie Kuntīs Worte gehört hatten, o Bester der Könige, kehrten die Pāṇḍavas, beschämt, zusammen mit der Pāñcālī, die Makellosen, um.

Wort für Wort
vrīḍitāḥ saṃnyavartanta
beschämt kehrten sie um (Nom. Pl. + Impf.)
pāñcālyā sahitānaghāḥ
zusammen mit der Pāñcālī, die Makellosen (Instr. + Nom. Pl.)

tataḥ śabdo mahān āsīt sarveṣām eva bhārata antaḥpurāṇāṃ rudatāṃ dṛṣṭvā kuntīṃ tathāgatām

Da erhob sich ein gewaltiger Laut von allen, o Bhārata, den weinenden Frauen des Gemachs, als sie Kuntī so fortgehend sahen.

Wort für Wort
śabdo mahān āsīt
ein gewaltiger Laut erhob sich (Nom. + Impf.)
dṛṣṭvā kuntīṃ tathāgatām
als sie Kuntī so fortgehend sahen (Abs. + Akk.)

pradakṣiṇam athāvṛtya rājānaṃ pāṇḍavās tadā abhivādya nyavartanta pṛthāṃ tām anivartya vai

Dann, nachdem sie den König rechts umschritten hatten, verneigten sich die Pāṇḍavas und kehrten um, ohne jene Pṛthā zur Umkehr bewegt zu haben.

Wort für Wort
pradakṣiṇam āvṛtya
nachdem sie rechts umschritten hatten (Akk. + Abs.)
pṛthāṃ tām anivartya
ohne jene Pṛthā zur Umkehr bewegt zu haben (Akk. + Abs. neg.)

tato 'bravīn mahārājo dhṛtarāṣṭro 'mbikāsutaḥ gāndhārīṃ viduraṃ caiva samābhāṣya nigṛhya ca

Da sprach der Großkönig Dhṛtarāṣṭra, der Sohn der Ambikā, nachdem er Gāndhārī und Vidura angesprochen und sich beherrscht hatte:

Wort für Wort
samābhāṣya nigṛhya ca
nachdem er angesprochen und sich beherrscht hatte (Abs. + Abs.)
gāndhārīṃ viduraṃ caiva
Gāndhārī und Vidura (Akk.)

yudhiṣṭhirasya jananī devī sādhu nivartyatām yathā yudhiṣṭhiraḥ prāha tat sarvaṃ satyam eva hi

„Die Mutter Yudhiṣṭhiras, die Fürstin, soll gütig zur Umkehr bewogen werden; alles, was Yudhiṣṭhira gesagt hat, ist wahrlich wahr.

Wort für Wort
sādhu nivartyatām
soll gütig zur Umkehr bewogen werden (Adv. + Präs. Pass. Imp.)
tat sarvaṃ satyam eva hi
alles das ist wahrlich wahr (Nom.)

putraiśvaryaṃ mahad idam apāsya ca mahāphalam kā nu gacched vanaṃ durgaṃ putrān utsṛjya mūḍhavat

Wer würde wohl, nachdem sie diese große Herrschaft ihres Sohnes und deren große Frucht zurückgewiesen hat, wie eine Törin die Söhne verlassend, in den unwegsamen Wald gehen?

Wort für Wort
mahad putraiśvaryam apāsya
nachdem sie die große Herrschaft des Sohnes zurückgewiesen hat (Akk. + Abs.)
putrān utsṛjya mūḍhavat
die Söhne verlassend, wie eine Törin (Abs. + Adv.)

rājyasthayā tapas taptaṃ dānaṃ dattaṃ vrataṃ kṛtam anayā śakyam adyeha śrūyatāṃ ca vaco mama

Askese kann geübt, Gaben können gegeben, Gelübde können erfüllt werden von ihr, während sie im Königreich weilt, auch heute hier; und man höre mein Wort.

Wort für Wort
rājyasthayā tapas taptam
Askese kann geübt werden von ihr, die im Königreich weilt (Instr. + Nom.)
śrūyatāṃ ca vaco mama
und man höre mein Wort (Präs. Pass. Imp. + Nom.)

gāndhāri parituṣṭo 'smi vadhvāḥ śuśrūṣaṇena vai tasmāt tvam enāṃ dharmajñe samanujñātum arhasi

Gāndhārī, ich bin sehr zufrieden mit dem Dienst der Schwiegertochter; deshalb solltest du, Kennerin der Pflicht, ihr die Erlaubnis geben.“

Wort für Wort
parituṣṭo 'smi vadhvāḥ śuśrūṣaṇena
ich bin zufrieden mit dem Dienst der Schwiegertochter (Nom. + Gen. + Instr.)
samanujñātum arhasi
du solltest die Erlaubnis geben (Inf. + Verbaladj.)

ity uktā saubaleyī tu rājñā kuntīm uvāca ha tat sarvaṃ rājavacanaṃ svaṃ ca vākyaṃ viśeṣavat

So vom König angesprochen, sagte die Tochter Subalas zu Kuntī all dies, das Wort des Königs, und ihr eigenes Wort noch dazu.

Wort für Wort
ity uktā saubaleyī
so angesprochen, die Tochter Subalas (Nom.)
rājavacanaṃ svaṃ ca vākyaṃ
das Wort des Königs und ihr eigenes Wort (Akk.)

na ca sā vanavāsāya devīṃ kṛtamatiṃ tadā śaknoty upāvartayituṃ kuntīṃ dharmaparāṃ satīm

Doch sie vermochte nicht, die Fürstin Kuntī, die zum Waldleben entschlossen war, die der Pflicht ergebene, tugendhafte, zur Umkehr zu bewegen.

Wort für Wort
vanavāsāya kṛtamatim
die zum Waldleben entschlossen war (Dat. + Akk.)
na śaknoty upāvartayitum
sie vermochte nicht, zur Umkehr zu bewegen (Neg. + Präs. + Inf.)

tasyās tu taṃ sthiraṃ jñātvā vyavasāyaṃ kurustriyaḥ nivṛttāṃś ca kuruśreṣṭhān dṛṣṭvā prarurudus tadā

Als sie deren festen Entschluss erkannten und die Besten der Kurus umkehren sahen, weinten die Frauen der Kurus da laut auf.

Wort für Wort
sthiraṃ vyavasāyaṃ jñātvā
nachdem sie den festen Entschluss erkannt hatten (Akk. + Abs.)
prarurudus tadā
weinten sie da laut auf (Perf.)

upāvṛtteṣu pārtheṣu sarveṣv antaḥpureṣu ca yayau rājā mahāprājño dhṛtarāṣṭro vanaṃ tadā

Als die Pārthas und alle Frauen des Gemachs umgekehrt waren, zog da der hochweise König Dhṛtarāṣṭra in den Wald.

Wort für Wort
upāvṛtteṣu pārtheṣu
als die Pārthas umgekehrt waren (Lok. Abs.)
yayau rājā vanaṃ tadā
zog der König da in den Wald (Impf. + Akk.)

pāṇḍavā api dīnās te duḥkhaśokaparāyaṇāḥ yānaiḥ strīsahitāḥ sarve puraṃ praviviśus tadā

Die Pāṇḍavas aber, elend, von Kummer und Leid überwältigt, zogen alle, zusammen mit den Frauen, auf Fahrzeugen in die Stadt ein.

Wort für Wort
dīnās duḥkhaśokaparāyaṇāḥ
elend, von Kummer und Leid überwältigt (Nom. Pl.)
puraṃ praviviśus tadā
zogen da in die Stadt ein (Akk. + Perf.)

tad ahṛṣṭam ivākūjaṃ gatotsavam ivābhavat nagaraṃ hāstinapuraṃ sastrīvṛddhakumārakam

Da wurde die Stadt Hāstinapura, mit ihren Frauen, Alten und Kindern, wie freudlos, wie verstummt, wie ohne Festlichkeit.

Wort für Wort
gatotsavam ivābhavat
wurde wie ohne Festlichkeit (Nom. + Impf.)
sastrīvṛddhakumārakam
mit seinen Frauen, Alten und Kindern (Nom.)

sarve cāsan nirutsāhāḥ pāṇḍavā jātamanyavaḥ kuntyā hīnāḥ suduḥkhārtā vatsā iva vinākṛtāḥ

Und alle Pāṇḍavas waren mutlos, von Kummer erfüllt, der Kuntī beraubt, von schwerem Leid gequält, wie Kälber, die von ihrer Mutter getrennt sind.

Wort für Wort
nirutsāhāḥ jātamanyavaḥ
mutlos, von Kummer erfüllt (Nom. Pl.)
vatsā iva vinākṛtāḥ
wie Kälber, die getrennt sind (Nom. Pl., Vergleich)

dhṛtarāṣṭras tu tenāhnā gatvā sumahad antaram tato bhāgīrathītīre nivāsam akarot prabhuḥ

Dhṛtarāṣṭra aber, nachdem er an jenem Tag eine sehr große Strecke zurückgelegt hatte, nahm dann am Ufer der Bhāgīrathī Wohnung, der Herr.

Wort für Wort
sumahad antaram gatvā
nachdem er eine sehr große Strecke zurückgelegt hatte (Akk. + Abs.)
bhāgīrathītīre nivāsam akarot
nahm am Ufer der Bhāgīrathī Wohnung (Lok. + Akk. + Impf.)

prāduṣkṛtā yathānyāyam agnayo vedapāragaiḥ vyarājanta dvijaśreṣṭhais tatra tatra tapodhanaiḥ prāduṣkṛtāgnir abhavat sa ca vṛddho narādhipaḥ

Die vorschriftsgemäß entzündeten Feuer erstrahlten durch die im Veda Bewanderten, dort und da durch die besten Zweifachgeborenen, die reich an Askese waren; und jener alte Herrscher der Menschen hatte sein eigenes Feuer entzündet.

Wort für Wort
prāduṣkṛtā yathānyāyam agnayaḥ
die vorschriftsgemäß entzündeten Feuer (Nom. Pl.)
prāduṣkṛtāgnir abhavat
hatte sein Feuer entzündet (Nom. + Impf.)

sa rājāgnīn paryupāsya hutvā ca vidhivat tadā saṃdhyāgataṃ sahasrāṃśum upātiṣṭhata bhārata

Jener König, nachdem er die Feuer verehrt und vorschriftsgemäß geopfert hatte, wartete da auf die tausendstrahlige Sonne, die zur Dämmerung gekommen war, o Bhārata.

Wort für Wort
agnīn paryupāsya hutvā ca
nachdem er die Feuer verehrt und geopfert hatte (Akk. + Abs. + Abs.)
sahasrāṃśum upātiṣṭhata
wartete auf die Tausendstrahlige (Akk. + Impf.)

viduraḥ saṃjayaś caiva rājñaḥ śayyāṃ kuśais tataḥ cakratuḥ kuruvīrasya gāndhāryāś cāvidūrataḥ

Vidura und Saṃjaya bereiteten dann dem König, dem Helden der Kurus, ein Lager aus Kuśa-Gras, und ebenso, nicht weit davon, für Gāndhārī.

Wort für Wort
rājñaḥ śayyāṃ kuśais cakratuḥ
bereiteten dem König ein Lager aus Kuśa-Gras (Gen. + Akk. + Instr. + Perf.)
gāndhāryāś cāvidūrataḥ
und nicht weit von Gāndhārī (Gen. + Adv.)

gāndhāryāḥ saṃnikarṣe tu niṣasāda kuśeṣv atha yudhiṣṭhirasya jananī kuntī sādhuvrate sthitā

In der Nähe Gāndhārīs aber setzte sich dann auf das Kuśa-Gras die Mutter Yudhiṣṭhiras, Kuntī, die einem guten Gelübde folgte.

Wort für Wort
gāndhāryāḥ saṃnikarṣe niṣasāda
setzte sich in der Nähe Gāndhārīs (Gen. + Lok. + Impf.)
sādhuvrate sthitā
die einem guten Gelübde folgte (Lok. + Nom.)

teṣāṃ saṃśravaṇe cāpi niṣedur vidurādayaḥ yājakāś ca yathoddeśaṃ dvijā ye cānuyāyinaḥ

Und in Hörweite von ihnen setzten sich Vidura und die anderen, und die Opferpriester, jeder an seinem Platz, die Zweifachgeborenen, die Gefolgsleute.

Wort für Wort
teṣāṃ saṃśravaṇe niṣedur
setzten sich in Hörweite von ihnen (Gen. + Lok. + Impf.)
yājakāś ca yathoddeśam
und die Opferpriester, jeder an seinem Platz (Nom. + Adv.)

prādhītadvijamukhyā sā saṃprajvālitapāvakā babhūva teṣāṃ rajanī brāhmīva prītivardhanī

Jene Nacht wurde für sie, erfüllt vom Rezitieren der ersten Brahmanen, mit entzündeten Feuern, freudenmehrend wie eine brahmische Nacht.

Wort für Wort
prādhītadvijamukhyā
erfüllt vom Rezitieren der ersten Brahmanen (Nom.)
brāhmīva prītivardhanī
freudenmehrend wie eine brahmische [Nacht] (Nom., Vergleich)

tato rātryāṃ vyatītāyāṃ kṛtapūrvāhṇikakriyāḥ hutvāgniṃ vidhivat sarve prayayus te yathākramam udaṅmukhā nirīkṣanta upavāsaparāyaṇāḥ

Dann, als die Nacht vergangen war, nachdem sie die Vormittagsriten verrichtet und vorschriftsgemäß das Feuer geopfert hatten, zogen sie alle der Reihe nach weiter, nach Norden blickend, dem Fasten ergeben.

Wort für Wort
kṛtapūrvāhṇikakriyāḥ
nachdem sie die Vormittagsriten verrichtet hatten (Nom. Pl.)
udaṅmukhā nirīkṣanta upavāsaparāyaṇāḥ
nach Norden blickend, dem Fasten ergeben (Nom. Pl. + Ptz.)

sa teṣām atiduḥkho 'bhūn nivāsaḥ prathame 'hani śocatāṃ śocyamānānāṃ paurajānapadair janaiḥ

Jener Aufenthalt am ersten Tag wurde für sie überaus leidvoll, da sie trauerten und von den Bürgern und Landbewohnern betrauert wurden.

Wort für Wort
atiduḥkho 'bhūn nivāsaḥ
der Aufenthalt wurde überaus leidvoll (Nom. + Impf.)
paurajānapadair janaiḥ śocyamānānām
von den Bürgern und Landbewohnern betrauert (Instr. + Gen. Pl.)

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