kunty uvāca bhagavañ śvaśuro me 'si daivatasyāpi daivatam sa me devātidevas tvaṃ śṛṇu satyāṃ giraṃ mama
Kuntī sprach: „Erhabener, du bist mein Schwiegervater, der Gott selbst der Gottheit; du bist mir der Gott über die Götter – höre mein wahrhaftiges Wort.
Wort für Wort
bhagavañ śvaśuro me 'si
Erhabener, du bist mein Schwiegervater (Vok. + Nom. + Präs.)
daivatasyāpi daivatam
der Gott selbst der Gottheit (Gen. + Nom.)
sa me devātidevas tvam
du bist mir der Gott über die Götter (Nom. + Nom.)
tataḥ śāpabhayād vipram avocaṃ punar eva tam evam astv iti ca prāha punar eva sa māṃ dvijaḥ
Da, aus Furcht vor einem Fluch, sprach ich abermals zu jenem Brahmanen; und wiederum sprach der Zweifachgeborene zu mir: ‚So sei es.
Wort für Wort
tataḥ śāpabhayād vipram
da, aus Furcht vor einem Fluch, zu dem Brahmanen (Abl. + Akk.)
avocaṃ punar eva tam
sprach ich abermals zu ihm (Impf. + Adv.)
evam astv iti ca prāha
„So sei es“, sprach er (Zitat + Perf.)
punar eva sa māṃ dvijaḥ
wiederum jener Zweifachgeborene zu mir (Adv. + Nom. + Akk.)
Das 'iti' nach 'evam astu' steht im Original mitten im Zitat (metrisch bedingt); die direkte Rede des Durvāsas setzt sich sinngemäß über V006 fort, da V006 ihn weiterhin in der 2. Person ansprechend zeigt.[?]
atha harmyatalasthāhaṃ ravim udyantam īkṣatī saṃsmṛtya tad ṛṣer vākyaṃ spṛhayantī divākaram sthitāhaṃ bālabhāvena tatra doṣam abudhyatī
Dann, auf der Terrasse des Palastes stehend, den aufgehenden Sonnengott betrachtend, mich an jenes Wort des Sehers erinnernd, nach dem Tagesbereiter verlangend, stand ich dort in kindlicher Unbedachtheit, ohne das Unrecht daran zu erkennen.
Wort für Wort
atha harmyatalasthāham
dann, auf der Terrasse des Palastes stehend, ich (Adv. + Adj. + Nom.)
ravim udyantam īkṣatī
den aufgehenden Sonnengott betrachtend (Akk. + Ptz. + Ptz.)
saṃsmṛtya tad ṛṣer vākyam
mich an jenes Wort des Sehers erinnernd (Abs. + Akk.)
atha devaḥ sahasrāṃśur matsamīpagato 'bhavat dvidhā kṛtvātmano dehaṃ bhūmau ca gagane 'pi ca tatāpa lokān ekena dvitīyenāgamac ca mām
Da nahte sich mir der Gott der tausend Strahlen; nachdem er seinen eigenen Leib zweigeteilt hatte, auf der Erde und zugleich am Himmel, erhitzte er mit dem einen die Welten, und mit dem anderen kam er zu mir.
Wort für Wort
atha devaḥ sahasrāṃśuḥ
da der Gott der tausend Strahlen (Adv. + Nom.)
matsamīpagato 'bhavat
kam in meine Nähe (Ptz. + Impf.)
dvidhā kṛtvātmano deham
nachdem er seinen Leib zweigeteilt hatte (Adv. + Abs. + Akk.)
tatāpa lokān ekena
erhitzte mit dem einen die Welten (Perf. + Akk. + Instr.)
sa mām uvāca tigmāṃśur vṛthāhvānaṃ na te kṣamam dhakṣyāmi tvāṃ ca vipraṃ ca yena datto varas tava
Der Scharfstrahlige sprach zu mir: ‚Ein vergebliches Herbeirufen ziemt dir nicht; ich werde dich verbrennen, und den Brahmanen dazu, durch den dir die Gunst gewährt wurde.‘
Wort für Wort
sa mām uvāca tigmāṃśuḥ
der Scharfstrahlige sprach zu mir (Nom. + Akk. + Perf.)
vṛthāhvānaṃ na te kṣamam
ein vergebliches Herbeirufen ziemt dir nicht (Nom. + Gen. + Adj.)
dhakṣyāmi tvāṃ ca vipraṃ ca
ich werde dich verbrennen und den Brahmanen (Fut. + Akk.)
yena datto varas tava
durch den dir die Gunst gewährt wurde (Instr. + Ptz. + Nom.)
tato māṃ tejasāviśya mohayitvā ca bhānumān uvāca bhavitā putras tavety abhyagamad divam
Da, nachdem er mit seiner Glut in mich eingegangen war und mich betört hatte, sprach der Sonnenträger: ‚Ein Sohn wird dir geboren werden.‘ Und er ging zum Himmel empor.
Wort für Wort
tato māṃ tejasāviśya
da, nachdem er mit seiner Glut in mich eingegangen war (Adv. + Akk. + Instr. + Abs.)
mohayitvā ca bhānumān
und mich betört hatte, der Sonnenträger (Abs. + Nom.)
uvāca bhavitā putras tava
sprach: „Ein Sohn wird dir geboren werden“ (Perf. + Fut.Ptz. + Nom. + Gen.)
sa mayā mūḍhayā putro jñāyamāno 'py upekṣitaḥ tan māṃ dahati viprarṣe yathā suviditaṃ tava
Jenen Sohn habe ich, in meiner Torheit, obwohl ich ihn kannte, vernachlässigt; das verbrennt mich, o Weiser unter den Brahmanen, wie dir wohlbekannt ist.
Wort für Wort
sa mayā mūḍhayā putraḥ
jener Sohn von mir, der Törichten (Nom. + Instr. + Nom.)
jñāyamāno 'py upekṣitaḥ
obwohl gekannt, vernachlässigt (Ptz. + Ptz.)
tan māṃ dahati viprarṣe
das verbrennt mich, o Weiser unter den Brahmanen (Nom. + Akk. + Präs. + Vok.)
aparādhaś ca te nāsti kanyābhāvaṃ gatā hy asi devāś caiśvaryavanto vai śarīrāṇy āviśanti vai
Und es ist keine Schuld in dir; du warst ja im Zustand der Jungfräulichkeit; die Götter, die fürwahr über Herrschermacht verfügen, gehen wahrlich in Körper ein.
Wort für Wort
aparādhaś ca te nāsti
und es ist keine Schuld in dir (Nom. + Gen. + Präs.)
kanyābhāvaṃ gatā hy asi
du warst ja im Zustand der Jungfräulichkeit (Akk. + Ptz. + Präs.)
devāś caiśvaryavanto vai
die Götter, die fürwahr über Herrschermacht verfügen (Nom. Pl. + Adj.)
santi devanikāyāś ca saṃkalpāj janayanti ye vācā dṛṣṭyā tathā sparśāt saṃgharṣeṇeti pañcadhā
Es gibt Scharen von Göttern, die durch bloßen Willen zeugen, durch Wort, durch Blick, ebenso durch Berührung und durch Vereinigung – auf fünferlei Weise.
Wort für Wort
santi devanikāyāś ca
es gibt Scharen von Göttern (Präs. + Nom. Pl.)
saṃkalpāj janayanti ye
die durch bloßen Willen zeugen (Abl. + Präs. + Rel.)
vācā dṛṣṭyā tathā sparśāt
durch Wort, durch Blick, ebenso durch Berührung (Instr.)
saṃgharṣeṇeti pañcadhā
und durch Vereinigung – auf fünferlei Weise (Instr. + Zitat + Adv.)