Kapitel 10: ṛgvede 4.10 · agne tam adyāśvaṃ na stomaiḥ kratuṃ na bhadraṃ hṛdispṛśam
Lob des herzberührenden Agni und Bitte um seine Freundschaft
Agni wird mit Lobliedern wie ein Ross bzw. ein Wille (kratu) geehrt, sein Anblick als süßester, goldener Glanz gepriesen; am Ende steht die Bitte um Freundschaft und Bruderschaft unter den Göttern. Schwierig: ohaiḥ (4.10.1), sanemi (4.10.7).
agne tam adyāśvaṃ na stomaiḥ kratuṃ na bhadraṃ hṛdispṛśam / ṛdhyāmā ta ohaiḥ
Agni, dich, heute, wie ein Ross, mit Loblisten, wie [deinen] guten Willen, den herzberührenden: wir möchten durch deine Fügungen [Anm.: ohaiḥ = mit Gaben/Fügungen, unsicher] gedeihen.
ebhir no arkair bhavā no arvāṅ svar ṇa jyotiḥ / agne viśvebhiḥ sumanā anīkaiḥ
Mit diesen Liedern sei uns zugewandt, sei uns [zugekehrt]; [du], das Licht wie die Sonne [=wie das Himmelslicht], Agni, wohlwollend mit allen deinen Erscheinungen.
Denn schon hast du bisher [den Menschen] von uraltem Hass, Agni, den Sterblichen weggetrieben [?], so auch vom Verehrer, Ṛta-Besitzender [Anm.: sanemi = von alters her, ‚seit jeher‘; inoṣi von √inv = bewegen, wegtreiben; unsicher].
śivā naḥ sakhyā santu bhrātrāgne deveṣu yuṣme / sā no nābhiḥ sadane sasminn ūdhan
Freundschaft und Brüderschaft sollen uns freundlich sein, Agni, unter euch Göttern; sie [sei] unser Nabel im gemeinsamen Sitz, im Euter [Anm.: nābhi = Nabel, Verwandtschaft; sasmin ūdhan = ‚im eigenen Euter‘].