Kapitel 20: ṛgvede 4.20 · ā na indro dūrād ā na āsād abhiṣṭikṛd avase yāsad ugraḥ
Anruf an Indra: Hilfe, Gaben, Kampfbeistand
Bitt- und Preislied an Indra um Beistand und Reichtum; Bildreich (V. 5, 6). V. 11 ist derselbe Kehrvers wie in 4.19. In V. 1 fehlt turvaṇiḥ im Padapāṭha der Quelle.
ā na indro dūrād ā na āsād abhiṣṭikṛd avase yāsad ugraḥ / ojiṣṭhebhir nṛpatir vajrabāhuḥ saṃge samatsu turvaṇiḥ pṛtanyūn
Aus der Ferne zu uns, aus der Nähe zu uns soll Indra kommen zur Hilfe, Überlegenheit schaffend, gewaltig, / mit den Stärksten [?], der Männerherr, der Keulenarme, / der im Zusammenstoß, in den Kämpfen die Kampflustigen überwältigt. [Anm.: turvaṇiḥ steht in der Saṃhitā, fehlt aber im Padapāṭha der Quelle.]
ā na indro haribhir yātv achārvācīno 'vase rādhase ca / tiṣṭhāti vajrī maghavā virapśīmaṃ yajñam anu no vājasātau
Zu uns soll Indra mit den Falben kommen, uns zugewandt, zur Hilfe und zur Gabe; / der Keulenträger, der Gabenherr, der Überreiche [?] tritt bei dieser unserer Weihehandlung an, im Beutegewinn. [Anm.: tiṣṭhāti evtl. ‚steht bereit‘; virapśin ‚überströmend, überreich‘.]
Diese unsere Weihehandlung voranstellend, wirst du, Indra, unsere Einsicht gewinnen [?]; / wie ein Würfelgewinner [?], Keulenträger, zum Gewinn der Schätze: / mit dir möchten wir den Wettkampf des Fremden [?] gewinnen. [Anm.: śvaghnin ‚Glücksspieler, der gewinnt‘ plausibel; aryaḥ Gen. von arí ‚Fremder/Herr‘ unsicher.]
uśann u ṣu ṇaḥ sumanā upāke somasya nu suṣutasya svadhāvaḥ / pā indra pratibhṛtasya madhvaḥ sam andhasā mamadaḥ pṛṣṭhyena
Verlangend, uns wohlgesinnt, hier in der Nähe (trinke) jetzt vom gut gepressten Soma, Eigenmächtiger; / trinke, Indra, vom dargebrachten Honigtrank, berausche dich am Saft, dem [rücken-/höhenzugehörigen] [?]. [Anm.: pṛṣṭhya unsicher, evtl. technischer Ausdruck des Somaritus.]
vi yo rarapśa ṛṣibhir navebhir vṛkṣo na pakvaḥ sṛṇyo na jetā / maryo na yoṣām abhi manyamāno 'chā vivakmi puruhūtam indram
Der von den neuen Sehern laut besungen wird [?], wie ein reifer Baum, wie ein Sieger mit der Sichel [?], / wie ein Mann, der auf ein Mädchen bedacht ist [?] – zu dem vielgerufenen Indra hin spreche ich.
Wort für Wort
vi
auseinander/laut (vi)
yaḥ
der
rarapśe
laut ausgesprochen/besungen wird (3. Sg. Perf. Med.) [?]
girir na yaḥ svatavām ṛṣva indraḥ sanād eva sahase jāta ugraḥ / ādartā vajraṃ sthaviraṃ na bhīma udneva kośaṃ vasunā nyṝṣṭam
Der wie ein Berg selbstkräftig ist, erhaben, Indra, von jeher zur Überwältigung geboren, gewaltig; / der die wuchtige Keule handhabt [?], furchtbar wie ein Wuchtiger [?]; / ein Behälter, wie mit Wasser, so mit Gut vollgefüllt [?].
na yasya vartā januṣā nv asti na rādhasa āmarītā maghasya / udvāvṛṣāṇas taviṣīva ugrāsmabhyaṃ daddhi puruhūta rāyaḥ
Dessen Abwehrer es von Geburt an nicht gibt, noch einen Zerstörer seiner Gabe, seines Gabenreichtums – / aufschwellend (wie Regen), Kraftvoller, Gewaltiger: gib uns, Vielgerufener, Güter.
Er [du?] überblickt den Reichtum, den Besitz der Menschen [?]; und du bist der Öffner der Hürde der Rinder. / Männern helfend in den Zusammenkünften, prahāvān [?], bist du Herbeiführer eines reichen Haufens von Gut. [Anm.: īkṣe (Person) und prahāvān unsicher.]
kayā tac chṛṇve śacyā śaciṣṭho yayā kṛṇoti muhu kā cid ṛṣvaḥ / puru dāśuṣe vicayiṣṭho aṃho 'thā dadhāti draviṇaṃ jaritre
Mit welcher Kraft(tat) wird jenes von ihm gehört, der Kraftvollste – mit der, mit der er, der Erhabene, immer wieder irgendetwas tut [?]. / Dem Darbringenden räumt er als der Gründlichste viel Bedrängnis weg [?], und dann verleiht er dem Sänger Habe.
mā no mardhīr ā bharā daddhi tan naḥ pra dāśuṣe dātave bhūri yat te / navye deṣṇe śaste asmin ta ukthe pra bravāma vayam indra stuvantaḥ
Lass uns nicht im Stich; bring herbei, gib uns jenes viele, das du hast, um es dem Darbringenden zu geben. / Bei dieser neuen Gabe [?], bei diesem gepriesenen (?) [Lobspruch] – in diesem deinem Lobspruch mögen wir, dich preisend, Indra, (dies) verkünden.
nū ṣṭuta indra nū gṛṇāna iṣaṃ jaritre nadyo na pīpeḥ / akāri te harivo brahma navyaṃ dhiyā syāma rathyaḥ sadāsāḥ
Jetzt, Indra, gepriesen, jetzt besungen, lass dem Sänger Labung schwellen wie Flüsse! / Ein neues Brahman (heiliges Wort) ist dir gemacht, Falbenherr; / mit Dichtgedanken mögen wir Wagenbesitzer sein, immer gewinnend. [Anm.: Kehrvers, in 4.19 bis 4.24 am Ende jedes Liedes gleich.]