Kapitel 17: ṛgvede 4.17 · tvam mahāṃ indra tubhyaṃ ha kṣā anu kṣatram maṃhanā manyata dyauḥ
Preis Indras: Vṛtra-Sieg, Größe und Schutz für den Sänger
Indra-Lied: seine Größe und der Vṛtra-Kampf (1-4, 7), sein Rang unter den Göttern und Menschen (5-6, 8-13), Radtat und Anruf um Freundschaft (14-20). Vers 15 ist offenbar ein zerstörter Fragmentvers; Vers 21 wiederholt 4.16.21.
tvam mahāṃ indra tubhyaṃ ha kṣā anu kṣatram maṃhanā manyata dyauḥ / tvaṃ vṛtraṃ śavasā jaghanvān sṛjaḥ sindhūṃr ahinā jagrasānān
Du bist groß, Indra; dir hat die Erde, dir ja der Himmel die Herrschaft in Fülle zugestanden. / Du hast Vṛtra mit Kraft erschlagen und die Ströme freigelassen, die der Drache verschlungen hatte.
Bei deiner Geburt erzitterten deine Glanzkräfte; der Himmel bebte, die Erde bebte, aus Furcht vor deinem eigenen Zorn. / Die schönbrauigen Berge tobten, die Steppen wurden feucht, die Wasser setzten sich in Lauf.
Er spaltete den Berg mit Kraft, die Keule schleudernd, die Stärke offenbarend, überwältigend; / er erschlug den Vṛtra mit der Keule, berauscht; ihres Stieres beraubt liefen die Wasser mit Ungestüm.
suvīras te janitā manyata dyaur indrasya kartā svapastamo bhūt / ya īṃ jajāna svaryaṃ suvajram anapacyutaṃ sadaso na bhūma
Der Himmel, dein Erzeuger, hält sich für einen guten Männerbesitzer; Indras Schöpfer wurde der Kunstfertigste, / der ihn zeugte, den lichthaften, mit guter Keule, nicht von seinem Sitz zu verdrängen, wie die Erde [?].
ya eka ic cyāvayati pra bhūmā rājā kṛṣṭīnām puruhūta indraḥ / satyam enam anu viśve madanti rātiṃ devasya gṛṇato maghonaḥ
Der als Einziger die Stämme in Fülle vorwärts treibt, der König der Menschenstämme, der viel angerufene Indra: / wahrlich, ihm gemäß freuen sich alle über die Gabe des Gottes, des Preisenden, des Gabenreichen.
Stets waren alle Somas sein, stets die berauschenden Tränke des Großen die berauschendsten; / stets warst du Herr der Güter; bei der Gabe hast du alle Menschenstämme unter dir gehalten, Indra [?].
Wort für Wort
satrā
stets/ganz (Adv.)
somāḥ
Somas (Nom. Pl.)
abhavan
waren (3. Pl. Impf.)
asya
sein (Gen. Sg.)
viśve
alle (Nom. Pl.)
satrā
stets/ganz (Adv.)
madāsaḥ
Rauschtränke (Nom. Pl.)
bṛhataḥ
des Großen (Gen. Sg.)
madiṣṭhāḥ
die berauschendsten (Nom. Pl.)
satrā
stets (Adv.)
abhavaḥ
warst (2. Sg. Impf.)
vasu-patiḥ
Herr der Güter (Nom. Sg.)
vasūnām
der Güter (Gen. Pl.)
datre
bei der Gabe (Lok. Sg.)
viśvāḥ
alle (Akk. Pl.)
adhithāḥ
hieltest unter dir/unterwarfst (2. Sg. Aor. Med.) [?]
tvam adha prathamaṃ jāyamāno 'me viśvā adhithā indra kṛṣṭīḥ / tvam prati pravata āśayānam ahiṃ vajreṇa maghavan vi vṛścaḥ
Du hast, als du zuerst geboren wurdest, in [deinem] Ungestüm alle Menschenstämme unter dich gehalten, Indra [?]; / du hast den auf den Abhängen liegenden Drachen mit der Keule zerhauen, Gabenreicher.
Wort für Wort
tvam
du (Nom. Sg.)
adha
dann (Adv.)
prathamam
als Erster (Adv.)
jāyamānaḥ
geboren werdend (Nom. Sg. Part.)
ame
im Ungestüm/Kampf (Lok. Sg.) [?]
viśvāḥ
alle (Akk. Pl.)
adhithāḥ
hieltest unter dir/unterwarfst (2. Sg. Aor. Med.) [?]
Den Allbezwinger, Kühnen, Drängenden, Indra, den Großen, Uferlosen, den Stier, mit guter Keule [preisen wir], / der Vṛtra tötet und Beute gewinnt und Gaben gibt, der Gabenreiche, gut Verleihende.
ayaṃ vṛtaś cātayate samīcīr ya ājiṣu maghavā śṛṇva ekaḥ / ayaṃ vājam bharati yaṃ sanoty asya priyāsaḥ sakhye syāma
Dieser, der Erwählte, treibt die anstürmenden [Scharen] fort, der Gabenreiche, der in den Kämpfen als Einziger gehört wird; / dieser bringt Beute, die er gewinnt; seiner Freundschaft wollen wir liebe [Freunde] sein.
Dieser wird gehört, wenn er siegt und schlägt; dieser bringt im Kampf die Rinder hervor. / Wenn Indra seinen Zorn wahr werden lässt, fürchtet sich alles Feste, Bebende vor ihm.
sam indro gā ajayat saṃ hiraṇyā sam aśviyā maghavā yo ha pūrvīḥ / ebhir nṛbhir nṛtamo asya śākai rāyo vibhaktā sambharaś ca vasvaḥ
Indra hat Rinder gewonnen, Gold, Rosse-Scharen, der Gabenreiche, [wie] die vielen [früheren]; / mit diesen Männern, der Männerbeste, mit seinen Kräften ist er Verteiler der Reichtümer und Sammler der Güter.
kiyat svid indro adhy eti mātuḥ kiyat pitur janitur yo jajāna / yo asya śuṣmam muhukair iyarti vāto na jūta stanayadbhir abhraiḥ
Wie weit geht Indra über die Mutter hinaus, wie weit über den Vater, den Erzeuger, der ihn zeugte? / Der seine Kraft mit Stößen in Bewegung setzt, wie der Wind, angetrieben von donnernden Wolken.
Den Wohnenden macht er zum Nicht-Wohnenden [?]; der Gabenreiche wirbelt den Staub, ein Zusammenschieben, auf, / zerbrechend wie der Himmel mit dem Blitzstein; und den Preisenden setzt der Gabenreiche in den Besitz [von Gut].
Wort für Wort
kṣiyantam
den Wohnenden (Akk. Sg.)
tvam
du/dein [?] (Nom. Sg.)
akṣiyantam
den Nicht-Wohnenden (Akk. Sg.)
kṛṇoti
macht (3. Sg.)
iyarti
setzt in Bewegung (3. Sg.)
reṇum
Staub (Akk. Sg.)
magha-vā
Gabenreicher (Nom. Sg.)
sam-oham
Zusammenschieben/Anhäufen (Akk. Sg.)
vi--bhañjanuḥ
zerbrechend (Nom. Sg.)
aśanimān-iva
wie der mit Blitzstein Versehene (Nom. Sg. + 'wie')
ayaṃ cakram iṣaṇat sūryasya ny etaśaṃ rīramat sasṛmāṇam / ā kṛṣṇa īṃ juhurāṇo jigharti tvaco budhne rajaso asya yonau
Dieser trieb das Rad der Sonne an, ließ den dahineilenden Etaśa zur Ruhe kommen; / der schwarze, sich krümmende [Widersacher] [?] – er [begießt/überwältigt] ihn auf dem Grund der Hülle, an der Geburtsstätte dieses Luftraums [Anm.: Satzbau und Bezug unsicher].
Rinder begehrend, [rufen] wir Redegewandten den Indra zur Freundschaft, Rosse begehrend, den Stier, Beute begehrend, / Frauen begehrend, den Frauen-Geber, den mit unversiegbarer Hilfe, bringen wir her wie einen Eimer am Brunnen [?].
Sei unser Retter, sichtbar, ein Verwandter, Ansager, Gnädiger der Soma-Trinker; / Freund, Vater, der väterlichste der Väter, Schöpfer, der dem Verlangenden Raum schafft, Lebenskraft-Verleiher.
sakhīyatām avitā bodhi sakhā gṛṇāna indra stuvate vayo dhāḥ / vayaṃ hy ā te cakṛmā sabādha ābhiḥ śamībhir mahayanta indra
Der Freundschaft Suchenden sei Helfer, sei Freund, besungen, Indra; dem Preisenden gib Lebenskraft. / Denn wir haben dir [diese Gaben] dargebracht, obwohl bedrängt, mit diesen Werken dich verherrlichend, Indra [?].
stuta indro maghavā yad dha vṛtrā bhūrīṇy eko apratīni hanti / asya priyo jaritā yasya śarman nakir devā vārayante na martāḥ
Gepriesen erschlägt Indra, der Gabenreiche, als Einziger viele unüberwindliche Widerstände; / dessen lieber Sänger, in dessen Schutz weder Götter noch Sterbliche [ihn] hindern [Anm.: der Sänger als 'lieb' Indra, im Schutze Indras].
So möge Indra, der Gabenreiche, der Gewaltige, uns wahrhaftig machen, der Menschen-Tragende, unwiderstehlich; / du, König der Geschöpfe, leg uns Ruhm bei, ein großes [Gut], das dem Sänger [gilt].
nū ṣṭuta indra nū gṛṇāna iṣaṃ jaritre nadyo na pīpeḥ / akāri te harivo brahma navyaṃ dhiyā syāma rathyaḥ sadāsāḥ
Jetzt, gepriesen, Indra, jetzt, besungen, lass dem Sänger Labung schwellen wie Flüsse; / gemacht ist dir, Falbenherr, ein neues Brahman; mit dem Gedanken mögen wir Wagenbesitzer sein, stets gewinnend [Anm.: wörtlich = 4.16.21].