Kapitel 35: ṛgvede 4.35 · ihopa yāta śavaso napātaḥ saudhanvanā ṛbhavo māpa bhūta
Die Ṛbhus und das dritte Soma-Pressen
Einladung an die Ṛbhus (Söhne des Sudhanvan) zum dritten Pressen; Rückblick auf die Vierteilung des Bechers und ihre Aufnahme unter die Götter. Rätselhaft bleibt die Frage nach dem Stoff des Bechers (4.35.4).
ihopa yāta śavaso napātaḥ saudhanvanā ṛbhavo māpa bhūta / asmin hi vaḥ savane ratnadheyaṃ gamantv indram anu vo madāsaḥ
Kommt hierher, ihr Enkel der Kraft, ihr Saudhanvanas, ihr Ṛbhus, bleibt nicht fern! / Denn bei diesem Pressen ist die Schatzverleihung für euch; / zu Indra hin sollen euch die Räusche folgen.
Gekommen ist hierher der Ṛbhus Schatzverleihung, / geworden der Trunk des gut gepressten Soma, / als ihr mit gutem Werk und mit Werkgeschick / den einen Becher vierfach zerlegtet.
Ihr machtet den Becher vierfach; 'Freund, teile auseinander!' sprach [einer]. / Dann gingt ihr, Vājas, den Weg der Unsterblichkeit, / zur Schar der Götter, ihr Ṛbhus, geschickthändig.
Woraus wohl bestand dieser Becher, / den ihr mit Sehergabe in vier teiltet? / Dann presst das Pressen zum Rausch, / trinkt, ihr Ṛbhus, vom Honig des Somatranks!
Mit Kunstkraft machtet ihr die beiden Eltern jung, / mit Kunstkraft machtet ihr den götterbekömmlichen Becher, / mit Kunstkraft zimmertet ihr die beiden Falben, / die Steppen durcheilenden, Indra fahrenden, ihr Ṛbhus, Vāja-Schatzbesitzer.
Wort für Wort
śacyā
mit Kunstkraft, Geschick (Instr. Sg.)
akarta
ihr machtet (2. Pl. Aor. Med.)
pitarā
die beiden Eltern (Akk. Du.)
yuvānā
jung (Akk. Du.)
śacyā
mit Kunstkraft (Instr. Sg.)
akarta
ihr machtet (2. Pl. Aor. Med.)
camasam
Becher (Akk. Sg.)
deva-pānam
von Göttern getrunken, götterbekömmlich (Akk. Sg.)
Wer euch zur Zeit, wenn die Tage sich neigen, das scharfe Pressen presst, / ihr Vājas, zum Rausch, / dem zimmert, ihr Ṛbhus, Reichtum mit lauter Männern, / ihr Stiere, berauscht.
Wort für Wort
yaḥ
der (Nom. Sg.)
vaḥ
euch (Dat. Pl.)
sunoti
presst (3. Sg.)
abhi-pitve
beim Herankommen, gegen Abend (Lok. Sg.)
ahnām
der Tage (Gen. Pl.)
tīvram
scharf, kräftig (Akk. Sg.)
vājāsaḥ
Vājas (Vok. Pl.)
savanam
Pressen (Akk. Sg.)
madāya
zum Rausch (Dat. Sg.)
tasmai
dem (Dat. Sg.)
rayim
Reichtum (Akk. Sg.)
ṛbhavaḥ
Ṛbhus (Vok. Pl.)
sarva-vīram
mit lauter Männern (Akk. Sg.)
ā
her (Verbalpräfix)
tākṣata
zimmert (2. Pl. Imp. Med.) [PP 'tākṣata' verschrieben]
prātaḥ sutam apibo haryaśva mādhyaṃdinaṃ savanaṃ kevalaṃ te / sam ṛbhubhiḥ pibasva ratnadhebhiḥ sakhīṃr yāṃ indra cakṛṣe sukṛtyā
Am Morgen gepresst hast du getrunken, Falbenroßiger; / das mittägliche Pressen gehört allein dir. / Trink zusammen mit den Ṛbhus, den Schatzverleihern, / mit den Freunden, die du, Indra, durch gute Tat dir gemacht hast.
ye devāso abhavatā sukṛtyā śyenā ived adhi divi niṣeda / te ratnaṃ dhāta śavaso napātaḥ saudhanvanā abhavatāmṛtāsaḥ
Die ihr durch gute Taten zu Göttern wurdet, / wie Falken saßt ihr im Himmel [?]; / diese, gebt Schatz, Enkel der Kraft, / ihr Saudhanvanas, ihr wurdet unsterblich.
yat tṛtīyaṃ savanaṃ ratnadheyam akṛṇudhvaṃ svapasyā suhastāḥ / tad ṛbhavaḥ pariṣiktaṃ va etat sam madebhir indriyebhiḥ pibadhvam
Das dritte Pressen, das ihr zur Schatzverleihung machtet, / kunstfertig, geschickthändig – / das, ihr Ṛbhus, ist euch ringsum eingegossen [bereitet]; / trinkt es zusammen mit den Räuschen, den Indra-Kräften.