Quellen der Menschheit

Ṛgveda · Maṇḍala 4

Kapitel 4: ṛgvede 4.4 · kṛṇuṣva pājaḥ prasitiṃ na pṛthvīṃ yāhi rājevāmavāṃ ibhena Agni als Vernichter der Rakṣas und Schützer der Sänger

Kampf- und Schutzlied an Agni: er soll die Rakṣas und Zauberer (yātu) verbrennen, dann Schützer der Sänger sein und Gastfreundschaft und Reichtum lohnen. Schwierig sind prasiti (Netz/Ausdehnung/Angriff?), ibha und drūṇāna in Vers 1 sowie māmateya und gotama in 13 bzw. 11.

kṛṇuṣva pājaḥ prasitiṃ na pṛthvīṃ yāhi rājevāmavāṃ ibhena / tṛṣvīm anu prasitiṃ drūṇāno 'stāsi vidhya rakṣasas tapiṣṭhaiḥ

Mach Kraft wie eine weite Ausdehnung [Anm.: prasiti = Netz/Gespinst oder Angriffsbreite, unsicher]; fahre wie ein König, kraftvoll, mit dem Gefolge [ibha = Gefolge/Elefant?, unsicher]. Der gierigen Ausdehnung nach, versengend [?], bist du ein Schütze: durchbohre die Rakṣas mit den heißesten [Strahlen/Geschossen].

Wort für Wort
kṛṇuṣva
mache (2. Sg. Imp. Med.)
pājaḥ
Kraft, Wucht (Akk. Sg.)
pra-sitim
Ausdehnung, Netz, Angriff (Akk. Sg.) [?]
na
wie
pṛthvīm
weit (Akk. Sg. f.)
yāhi
fahre (2. Sg. Imp.)
rājāiva
wie ein König
ama-vān
kraftvoll (Nom. Sg.)
ibhena
mit dem Gefolge/Elefanten (Instr. Sg.) [?]
tṛṣvīm
gierig, durstig (Akk. Sg. f.)
anu
entlang, nach
pra-sitim
Ausdehnung, Netz (Akk. Sg.) [?]
drūṇānaḥ
versengend, verzehrend (Part. Med. Nom. Sg.) [?]
astā
Schütze (Nom. Sg.)
asi
du bist
vidhya
durchbohre (2. Sg. Imp.)
rakṣasaḥ
Rakṣas (Akk. Pl.)
tapiṣṭhaiḥ
mit den heißesten (Instr. Pl.)

tava bhramāsa āśuyā patanty anu spṛśa dhṛṣatā śośucānaḥ / tapūṃṣy agne juhvā pataṃgān asaṃdito vi sṛja viṣvag ulkāḥ

Deine Wirbel/Flammenwirbel fliegen schnell; berühre mit Kühnheit, hell aufflammend. Schleudere, Agni, mit der Zunge die Gluten, die Flatterer [Anm.: pataṅga = Flieger, hier Funken oder Geflügeltes], ungebunden, nach allen Seiten die Feuerbrände.

Wort für Wort
tava
dein (Gen. Sg.)
bhramāsaḥ
Wirbel, Flackern (Nom. Pl.)
āśu-yā
schnell (Instr. Sg. f., adv.)
patanti
fliegen (3. Pl.)
anu
entlang, nach
spṛśa
berühre (2. Sg. Imp.)
dhṛṣatā
mit Kühnheit (Instr. Sg.)
śośucānaḥ
hell aufflammend (Part. Nom. Sg.)
tapāūṃṣi
Gluten, Hitzen (Akk. Pl.)
agne
Agni (Vok.)
juhvā
mit der Zunge/dem Schöpflöffel (Instr. Sg.) [?]
pataṅgān
Flatterer, Fliegende (Akk. Pl.)
asam-ditaḥ
ungebunden, unbezwungen (Nom. Sg.)
vi
auseinander
sṛja
schleudere (2. Sg. Imp.)
viṣvak
nach allen Seiten
ulkāḥ
Feuerbrände, Meteore (Akk. Pl.)

prati spaśo vi sṛja tūrṇitamo bhavā pāyur viśo asyā adabdhaḥ / yo no dūre aghaśaṃso yo anty agne mākiṣ ṭe vyathir ā dadharṣīt

Schleudere die Späher/Kundschafter zurück [Anm.: spaś = Späher, hier Agnis Wächter oder gegen die Späher der Feinde]; sei ganz schnell, ein Hüter dieser Sippe, unverletzt. Wer uns fern ist, ein Übelredner, und wer nahe ist, Agni: kein Bedränger von dir soll wagen, sich heranzuwagen.

Wort für Wort
prati
entgegen
spaśaḥ
Späher (Akk. Pl.)
vi
auseinander
sṛja
schleudere (2. Sg. Imp.)
tūrṇi-tamaḥ
sehr schnell (Nom. Sg.)
bhava
sei (2. Sg. Imp.)
pāyuḥ
Hüter (Nom. Sg.)
viśaḥ
Sippe (Akk. Pl.)
asyāḥ
dieser (Gen. Sg. f.)
adabdhaḥ
unverletzt, unbetrogen (Nom. Sg.)
yaḥ
wer (Nom. Sg.)
naḥ
uns (Gen./Akk. Pl.)
dūre
fern (Lok. Sg.)
agha-śaṃsaḥ
Übles nachredend (Nom. Sg.)
yaḥ
wer
anti
nahe (Adv.)
agne
Agni (Vok.)
mākiḥ
nicht einer
te
dein (Gen.)
vyathiḥ
Bedränger, Schwankender (Nom. Sg.) [?]
ā
heran
dadharṣīt
soll wagen (3. Sg. Aor. Inj.)

ud agne tiṣṭha praty ā tanuṣva ny amitrāṃ oṣatāt tigmahete / yo no arātiṃ samidhāna cakre nīcā taṃ dhakṣy atasaṃ na śuṣkam

Erhebe dich, Agni; stelle dich entgegen und spanne dich [Anm.: ā-tan = ausspannen, wohl wie ein Bogen]; verbrenne die Unfreunde, du Scharfgeschossiger. Wer uns Kargheit/Missgunst angetan hat, Aufgeflammter, den verbrenne hinab, wie dürres Gestrüpp.

Wort für Wort
ut
auf
agne
Agni (Vok.)
tiṣṭha
stehe (2. Sg. Imp.)
prati
entgegen
ā
her
tanuṣva
spanne (2. Sg. Imp. Med.)
ni
nieder
amitrān
Unfreunde (Akk. Pl.)
oṣatāt
verbrenne (2. Sg. Imp.)
tigma-hete
scharfgeschossig, du mit scharfem Geschoss (Vok.)
yaḥ
wer (Nom. Sg.)
naḥ
uns (Dat./Gen.)
arātim
Missgunst, Geiz, Kargheit (Akk. Sg.)
sam-idhāna
du Entflammter (Vok.)
cakre
hat gemacht (3. Sg. Perf. Med.)
nīcā
nieder, abwärts (Adv.)
tam
ihn
dhakṣi
wirst verbrennen (2. Sg. Fut./Konj.)
atasam
Gestrüpp, Buschwerk (Akk. Sg.) [?]
na
wie
śuṣkam
dürr, trocken (Akk. Sg.)

ūrdhvo bhava prati vidhyādhy asmad āviṣ kṛṇuṣva daivyāny agne / ava sthirā tanuhi yātujūnāṃ jāmim ajāmim pra mṛṇīhi śatrūn

Sei aufrecht, durchbohre [sie] von uns weg; mach die göttlichen [Kräfte] sichtbar, Agni. Löse die festen [Bogen/Bindungen] der Zauberer; die Verwandten und Nichtverwandten, die Feinde, zermalme.

Wort für Wort
ūrdhvaḥ
aufrecht (Nom. Sg.)
bhava
sei (2. Sg. Imp.)
prati
entgegen
vidhya
durchbohre (2. Sg. Imp.)
adhi
von, herab
asmat
von uns (Abl.)
āviḥ
sichtbar (Adv.)
kṛṇuṣva
mache (2. Sg. Imp. Med.)
daivyāni
göttliche (Akk. Pl. n.)
agne
Agni (Vok.)
ava
herab, ab
sthirā
feste (Akk. Pl. n.)
tanuhi
spanne (2. Sg. Imp.) [Anm.: ava-tan = den Bogen entspannen]
yātu-jūnām
Zauberer-treibend/Zauberer (Gen. Pl.) [?]
jāmim
Verwandter (Akk. Sg.)
ajāmim
Nichtverwandter (Akk. Sg.)
pra
vorwärts
mṛṇīhi
zermalme (2. Sg. Imp.)
śatrūn
Feinde (Akk. Pl.)

sa te jānāti sumatiṃ yaviṣṭha ya īvate brahmaṇe gātum airat / viśvāny asmai sudināni rāyo dyumnāny aryo vi duro abhi dyaut

Der kennt dein Wohlwollen, du Jüngster, der dem Gebet-Sprecher [oder: dem Brahman] den Weg fahren lässt [ā-īr = in Gang setzen]. Für ihn sollst du alle guten Tage, Reichtümer und Glanzkräfte [herbei]leuchten, der Herr [soll] die Türen aufleuchten lassen.

Wort für Wort
saḥ
der (Nom. Sg. m.)
te
dein (Gen.)
jānāti
kennt (3. Sg.)
su-matim
Wohlwollen, Gunst (Akk. Sg.)
yaviṣṭha
du Jüngster (Vok.)
yaḥ
wer (Nom.)
īvate
der Fahrende/Eilende, der es betreibt (Dat. Sg.) [?]
brahmaṇe
dem Gebet(sspruch)/Brahman (Dat. Sg.)
gātum
Weg (Akk. Sg.)
airat
ließ/lässt gehen (3. Sg. Impf.)
viśvāni
alle (Akk. Pl. n.)
asmai
ihm (Dat.)
su-dināni
gute Tage (Akk. Pl.)
rāyaḥ
Reichtümer (Akk. Pl.)
dyumnāni
Glanzkräfte (Akk. Pl.)
aryaḥ
Herr, Fremder (Nom. Sg.) [?]
vi
auseinander
duraḥ
Türen (Akk. Pl.)
abhi
zu, hin
dyaut
leuchtete (3. Sg. Aor.)

sed agne astu subhagaḥ sudānur yas tvā nityena haviṣā ya ukthaiḥ / piprīṣati sva āyuṣi duroṇe viśved asmai sudinā sāsad iṣṭiḥ

Der soll glückreich sein, Agni, ein guter Geber, der dich mit beständiger Opferspeise und mit Lobsprüchen zu erfreuen wünscht im eigenen Lebensalter, im eigenen Haus. Für ihn soll jeder Tag gut sein; er soll Erfolg haben, die Erstrebung [Anm.: iṣṭi = Wunsch/Bestrebung; auch Verehrung].

Wort für Wort
saḥ
der (Nom.)
it
eben
agne
Agni (Vok.)
astu
soll sein (3. Sg. Imp.)
su-bhagaḥ
glückreich (Nom. Sg.)
su-dānuḥ
gut gebend (Nom. Sg.)
yaḥ
wer (Nom.)
tvā
dich (Akk.)
nityena
beständig (Instr. Sg.)
haviṣā
mit Opferspeise (Instr. Sg.)
yaḥ
wer
ukthaiḥ
mit Lobsprüchen (Instr. Pl.)
piprīṣati
zu erfreuen wünscht (3. Sg. Desid.)
sve
im eigenen (Lok. Sg.)
āyuṣi
Lebensalter, Lebenskraft (Lok. Sg.)
duroṇe
im Haus (Lok. Sg.)
viśvā
alle (Nom. Pl. f.)
it
eben, gerade
asmai
ihm (Dat.)
su-dinā
gute Tage (Nom. Pl. f.)
sā
sie
asat
soll sein (3. Sg. Inj.)
iṣṭiḥ
Erstrebung, Wunsch/Verehrung (Nom. Sg.)

arcāmi te sumatiṃ ghoṣy arvāk saṃ te vāvātā jaratām iyaṃ gīḥ / svaśvās tvā surathā marjayemāsme kṣatrāṇi dhārayer anu dyūn

Ich singe dein Wohlwollen; nahe [dir] rufe ich. Mit dir [zusammen] möge dieses Lied, [von uns] erfleht, altern. Mit guten Rossen, guten Wagen möchten wir dich schmücken; halte uns die Herrschaftsmacht Tag um Tag.

Wort für Wort
arcāmi
ich singe/preise (1. Sg.)
te
dein (Gen./Dat.)
su-matim
Wohlwollen (Akk. Sg.)
ghoṣi
ich rufe (1. Sg.) [?]
arvāk
zugewandt, hierher (Adv.)
sam
zusammen
te
dir (Gen./Dat.)
vavātā
erfleht/erlangt (Part. Nom. Sg.) [?]
jaratām
möge altern (3. Sg. Inj.)
iyam
dieses (Nom. Sg. f.)
gīḥ
Lied (Nom. Sg.)
su-aśvāḥ
mit guten Rossen (Nom. Pl.)
tvā
dich (Akk.)
su-rathāḥ
mit guten Wagen (Nom. Pl.)
marjayema
wir möchten schmücken (1. Pl. Opt.)
asme iti
uns (Lok./Dat.)
kṣatrāṇi
Herrschaftsmacht (Akk. Pl.)
dhārayeḥ
mögest halten (2. Sg. Opt.)
anu
Tag um Tag, entlang
dyūn
Tage (Akk. Pl.)

iha tvā bhūry ā cared upa tman doṣāvastar dīdivāṃsam anu dyūn / krīḷantas tvā sumanasaḥ sapemābhi dyumnā tasthivāṃso janānām

Hier möge vielfach [Volk] zu dir kommen, von selbst, du Abendlicht [Anm.: doṣāvastar = Abend und Morgen], leuchtend Tag um Tag. Wir, spielend, wohlgesinnt, wollen dich verehren, die Glanzkräfte der Leute übertreffend [Anm.: oder: über die Glanzkräfte der Leute hinaus stehend].

Wort für Wort
iha
hier
tvā
dich (Akk.)
bhūri
viel (Adv.)
ā
herzu
caret
möge kommen (3. Sg. Opt.)
upa
zu, hin
tman
selbst, von sich aus (Lok. Sg.)
doṣāvastaḥ
du am Abend und Morgen leuchtend (Vok. Sg.) [?]
dīdivāṃsam
leuchtend (Part. Akk. Sg.)
anu
entlang
dyūn
Tage (Akk. Pl.)
krīḷantaḥ
spielend, sich vergnügend (Nom. Pl.)
tvā
dich (Akk.)
su-manasaḥ
wohlgesinnt (Nom. Pl.)
sapema
wir wollen verehren (1. Pl. Opt.)
abhi
über, hinaus
dyumnā
Glanzkräfte (Akk. Pl.)
tasthivāṃsaḥ
stehend, überragend (Part. Perf. Nom. Pl.)
janānām
der Leute (Gen. Pl.)

yas tvā svaśvaḥ suhiraṇyo agna upayāti vasumatā rathena / tasya trātā bhavasi tasya sakhā yas ta ātithyam ānuṣag jujoṣat

Wer mit guten Rossen, mit gutem Gold, Agni, mit gütererfülltem Wagen zu dir kommt, dessen Retter wirst du, dessen Freund, der dir Gastfreundschaft in Folge gern gewährt.

Wort für Wort
yaḥ
wer (Nom.)
tvā
dich (Akk.)
su-aśvaḥ
mit guten Rossen (Nom. Sg.)
su-hiraṇyaḥ
mit gutem Gold (Nom. Sg.)
agne
Agni (Vok.)
upa-yāti
kommt heran (3. Sg.)
vasu-matā
mit gütererfülltem (Instr. Sg.)
rathena
Wagen (Instr. Sg.)
tasya
dessen (Gen.)
trātā
Retter (Nom. Sg.)
bhavasi
du wirst (2. Sg.)
tasya
dessen
sakhā
Freund (Nom. Sg.)
yaḥ
wer
te
dir (Dat.)
ātithyam
Gastfreundschaft (Akk. Sg.)
ānuṣak
in Folge, ununterbrochen (Adv.)
jujoṣat
gern hat/haben möge (3. Sg. Aor. Konj.)

maho rujāmi bandhutā vacobhis tan mā pitur gotamād anv iyāya / tvaṃ no asya vacasaś cikiddhi hotar yaviṣṭha sukrato damūnāḥ

Ich, mit Verwandtschaft [zu ihm], breche [ihn] mit meinen Reden groß heraus [?]; das ist mir von dem Vater Gotama gefolgt. Du, achte auf diese unsere Rede, Rufer, Jüngster, Wohlkundiger, Hausfreund.

Wort für Wort
mahaḥ
groß (Akk./Adv.)
rujāmi
ich breche/zerstöre (1. Sg.) [?]
bandhutā
durch Verwandtschaft (Instr. Sg.)
vacaḥ-bhiḥ
mit Reden (Instr. Pl.)
tat
das (Nom. Sg. n.)
mā
mir (Dat./Akk.)
pituḥ
vom Vater (Abl.)
gotamāt
von Gotama (Abl.) [Anm.: gotama = Name/Ahn oder Superlativ ‚der rindreichste‘; unsicher]
anu
entlang, nach
iyāya
ist gefolgt (3. Sg. Perf.)
tvam
du (Nom.)
naḥ
unser (Dat./Gen.)
asya
dieser (Gen. Sg.)
vacasaḥ
Rede (Gen. Sg.)
cikiddhi
beachte, erkenne (2. Sg. Imp. Perf.)
hotaḥ
Rufer (Vok.)
yaviṣṭha
Jüngster (Vok.)
sukrato itisu-krato
du mit guter Einsicht/Kraft (Vok.)
damūnāḥ
Hausfreund, im Haus [wohnend] (Nom./Vok. Sg.) [?]

asvapnajas taraṇayaḥ suśevā atandrāso 'vṛkā aśramiṣṭhāḥ / te pāyavaḥ sadhryañco niṣadyāgne tava naḥ pāntv amūra

Die nicht im Schlaf Geborenen, die Raschen, Gütigen, Unermüdlichen, Wolflosen [=ungefährlichen], Unerschöpflichen, diese Hüter, gemeinsam gerichtet, sollen sich niedersetzend uns, dein[e Leute], schützen, du Nicht-Betörter.

Wort für Wort
asvapna-jaḥ
nicht im Schlaf geboren/entstanden (Nom. Sg.)
taraṇayaḥ
Rasche, Vorwärtsdrängende (Nom. Pl.)
su-śevāḥ
Gütige, wohltuende (Nom. Pl.)
atandrāsaḥ
unermüdlich (Nom. Pl.)
avṛkāḥ
wolflos, ohne Räuber (Nom. Pl.)
aśramiṣṭhāḥ
unermüdbare, unerschöpfliche (Nom. Pl.)
te
diese (Nom. Pl.)
pāyavaḥ
Hüter (Nom. Pl.)
sadhryañcaḥ
gemeinsam gerichtet (Nom. Pl.)
ni-sadya
sich niedergelassen habend (Abs.)
agne
Agni (Vok.)
tava
deine (Gen.)
naḥ
uns (Akk.)
pāntu
sollen schützen (3. Pl. Imp.)
amūra
unbetört, du Nicht-Verwirrter (Vok.)

ye pāyavo māmateyaṃ te agne paśyanto andhaṃ duritād arakṣan / rarakṣa tān sukṛto viśvavedā dipsanta id ripavo nāha debhuḥ

Die Hüter, die, Agni, den Sohn der Mamatā [Anm.: māmateya = Dīrghatamas, Sohn der Mamatā], blind, vor dem Unheil bewahrten, sehend: diese hat der gutes Tuende, der Allkundige, beschützt; die Bedränger, [ihn] verletzen wollend, haben es nicht vermocht [Anm.: nāha debhuḥ = ‚nicht haben [ihn] getäuscht/verletzt‘].

Wort für Wort
ye
die (Nom. Pl.)
pāyavaḥ
Hüter (Nom. Pl.)
māmateyam
Sohn der Mamatā (Akk. Sg.)
te
dein (Gen.)
agne
Agni (Vok.)
paśyantaḥ
sehend (Part. Nom. Pl.)
andham
blind (Akk. Sg.)
duḥ-itāt
vor Unheil (Abl.)
arakṣan
bewahrten (3. Pl. Impf.)
rarakṣa
beschützte (3. Sg. Perf.)
tān
sie (Akk. Pl.)
su-kṛtaḥ
der gut Handelnde (Nom. Sg.)
viśva-vedāḥ
allkundig (Nom. Sg.)
dipsantaḥ
schädigen wollend (Nom. Pl.)
it
eben
ripavaḥ
Bedränger, Schädiger (Nom. Pl.)
na
nicht
aha
fürwahr
debhuḥ
haben getäuscht/verletzt (3. Pl. Perf.)

tvayā vayaṃ sadhanyas tvotās tava praṇīty aśyāma vājān / ubhā śaṃsā sūdaya satyatāte 'nuṣṭhuyā kṛṇuhy ahrayāṇa

Mit dir wollen wir, mit Gütern versehen, von dir gefördert, durch deine Führung Kraftgewinne erlangen. Beide Preisungen [=beider Seiten Lob?] treibe an, du Wahrhaftigkeits-Gemäßer; mache es [mit deinem] Lobspruch, du Nicht-Zürnender [oder: mach uns wieder gut].

Wort für Wort
tvayā
mit dir (Instr.)
vayam
wir (Nom.)
sadhanyaḥ
mit Gütern (Nom. Pl.)
tvāūtāḥ
von dir gefördert (Nom. Pl.)
tava
deine (Gen.)
pra-nītī
durch Führung (Instr. Sg.)
aśyāma
wir möchten erlangen (1. Pl. Opt.)
vājān
Kraftgewinne, Siegespreise (Akk. Pl.)
ubhā
beide (Akk. Du.)
śaṃsā
Preisungen (Akk. Du.) [?]
sūdaya
treibe an/lass gelingen (2. Sg. Imp.)
satya-tāte
durch Wahrhaftigkeit, der Wahrhaftige (Lok. Sg.) [?]
anuṣṭhuyā
mit Lobrede (Instr. Sg.) [?]
kṛṇuhi
mache (2. Sg. Imp.)
ahrayāṇa
du Nicht-Zürnender/Unverzagter (Vok.)

ayā te agne samidhā vidhema prati stomaṃ śasyamānaṃ gṛbhāya / dahāśaso rakṣasaḥ pāhy asmān druho nido mitramaho avadyāt

Mit diesem Scheit wollen wir dich verehren, Agni; nimm das gesprochene Loblied an [entgegen]. Verbrenne die Unbotmäßigen, die Rakṣas; schütze uns vor Trug, vor Schmähung, vor Tadelnswertem, du Freundes-Großer [oder: Mitra-gleicher].

Wort für Wort
ayā
mit diesem (Instr. Sg. f.)
te
dir (Dat.)
agne
Agni (Vok.)
sam-idhā
mit dem Brennholz (Instr. Sg.)
vidhema
wir möchten verehren (1. Pl. Opt.)
prati
entgegen
stomam
Loblied (Akk. Sg.)
śasyamānam
gesprochen werdend (Part. Akk. Sg.)
gṛbhāya
fasse, nimm an (2. Sg. Imp.)
daha
verbrenne (2. Sg. Imp.)
aśasaḥ
Unbotmäßige, die Fluch-Sprecher (Akk. Pl.) [?]
rakṣasaḥ
Rakṣas (Akk. Pl.)
pāhi
schütze (2. Sg. Imp.)
asmān
uns (Akk.)
druhaḥ
vor Trug (Abl.)
nidaḥ
vor Schmähung, Schmähern (Abl.)
mitra-mahaḥ
du Mitra-gleich/Freundes-Großer (Vok.)
avadyāt
vor Tadelnswertem (Abl.)

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