Kapitel 18: ṛgvede 4.18 · ayam panthā anuvittaḥ purāṇo yato devā udajāyanta viśve
Indras Geburt: Wortwechsel im Mutterleib und Erzählung seiner frühen Not
Rätselhaftes Erzähllied: Indra spricht vor der Geburt (1-2), die Mutter und Wasser-Dialoge (3-9), Geburt und Mutter-Bild (10-11), Fragen an Indra über seine Kindheit und erste Taten (12) und dessen Rückblick auf Not und Beistand des Falken (13). Sprecherwechsel sind im Text nicht markiert; die Zuweisungen der Verse sind fast durchweg unsicher und mehrdeutig, viele Wortformen (Vers 4, 5, 8, 10) sind textkritisch schwierig.
Dies ist der gefundene alte Weg, auf dem alle Götter hervorgingen; / von da soll er, erstarkt, geboren werden; man mache [seine] Mutter nicht zu jenem [Weg] zum Hinsinken [?] [Anm.: Sprecher wohl Indra im Mutterleib; Sinn von amuyā pattave unsicher].
nāham ato nir ayā durgahaitat tiraścatā pārśvān nir gamāṇi / bahūni me akṛtā kartvāni yudhyai tvena saṃ tvena pṛchai
Nicht will ich von hier hinausgehen, [es ist] schwer zu passieren; quer, seitlich will ich hinausgehen. / Vieles Ungetane ist von mir zu tun; mit dem einen will ich kämpfen, mit dem anderen mich beraten [?].
parāyatīm mātaram anv acaṣṭa na nānu gāny anu nū gamāni / tvaṣṭur gṛhe apibat somam indraḥ śatadhanyaṃ camvoḥ sutasya
Der wegziehenden Mutter blickte er nach; 'nein, nicht will ich [ihr] nachgehen, aber nun will ich gehen [?].' / Im Haus des Tvaṣṭṛ trank Indra den Soma, den hunderfältig [?] gepressten, aus den beiden Schalen.
kiṃ sa ṛdhak kṛṇavad yaṃ sahasram māso jabhāra śaradaś ca pūrvīḥ / nahī nv asya pratimānam asty antar jāteṣūta ye janitvāḥ
Was soll der Besondere [?] ausrichten, den tausend Monde und viele Herbste [im Leib] trugen? / Denn er hat kein Gegenstück unter den Geborenen und denen, die geboren werden sollen.
Als Makel gleichsam ansehend, hat die Mutter Indra im Verborgenen [zu bergen versucht?], den durch Heldenkraft Niedergestreckten [?]; / da stand er von selbst auf, ein Gewand anlegend; beide Welten erfüllte er, als er geboren wurde [Anm.: niṛṣṭam unsicher].
etā arṣanty alalābhavantīr ṛtāvarīr iva saṃkrośamānāḥ / etā vi pṛcha kim idam bhananti kam āpo adrim paridhiṃ rujanti
Diese [Wasser] strömen, laut lallend, wie die Rechtmäßigen, zusammenschreiend; / frage sie [aus]: Was tönen sie hier? Welchen Fels, welchen Umschließer brechen die Wasser auf? [?]
kim u ṣvid asmai nivido bhanantendrasyāvadyaṃ didhiṣanta āpaḥ / mamaitān putro mahatā vadhena vṛtraṃ jaghanvāṃ asṛjad vi sindhūn
Was haben ihm denn die Verkündungen gesagt? Die Wasser wollen Indras Makel [vor]halten [?]. / Mein Sohn hat diese [Wasser], mit großer Waffe Vṛtra erschlagend, die Ströme freigelassen [Anm.: Sprecher wohl die Mutter].
Sogar [aus] meinem [Kreis] hat dich die Junge weggeworfen; sogar mich [d. h. das Meine] hat Kuṣavā verschlungen [?]; / sogar meine Wasser waren dem Kind gnädig; sogar Indra stand mit Kraft auf [Anm.: Sinn und Sprecher unsicher; mamat cana wörtlich 'auch von mir/mein'].
mamac cana te maghavan vyaṃso nivividhvāṃ apa hanū jaghāna / adhā nividdha uttaro babhūvāñ chiro dāsasya sam piṇak vadhena
Sogar [aus] meinem [Kreis], Gabenreicher, hat [dich] Vyaṃsa, der [dich] durchbohrt hatte, die beiden Kinnladen weggeschlagen [?]; / dann wurdest du, obwohl durchbohrt, überlegen, und den Kopf des Dāsa hast du mit der Waffe zerschmettert.
Die Kuh gebar den Kräftigen [?], den Unbezwingbaren, den Stier, den Drängenden, Indra; / das unbeleckte Kalb, das die Mutter, selbst einen Weg für den eigenen Leib begehrend, zum Umherziehen [entließ] [?] [Anm.: tavāgām verderbt].
uta mātā mahiṣam anv avenad amī tvā jahati putra devāḥ / athābravīd vṛtram indro haniṣyan sakhe viṣṇo vitaraṃ vi kramasva
Und die Mutter sehnte sich nach dem Mächtigen [?]: 'Diese Götter verlassen dich, Sohn.' / Da sprach Indra, im Begriff Vṛtra zu erschlagen: 'Freund Viṣṇu, schreite weiter aus!'
kas te mātaraṃ vidhavām acakrac chayuṃ kas tvām ajighāṃsac carantam / kas te devo adhi mārḍīka āsīd yat prākṣiṇāḥ pitaram pādagṛhya
Wer hat deine Mutter zur Witwe gemacht, die Daliegende? Wer wollte dich, als du umherzogst, erschlagen? / Welcher Gott war dir bei der Gnade [zur Seite], als du den Vater, an den Füßen gepackt, zerschlugst?
avartyā śuna āntrāṇi pece na deveṣu vivide marḍitāram / apaśyaṃ jāyām amahīyamānām adhā me śyeno madhv ā jabhāra
In der Not kochte ich Hundedärme; unter den Göttern fand ich keinen Gnädigen. / Ich sah meine Gattin nicht geehrt; da holte mir der Falke Honig [Anm.: Rückblick Indras; fest im Wortlaut, Bezug zu Mythen plausibel].