Kapitel 54: ṛgvede 4.54 · abhūd devaḥ savitā vandyo nu na idānīm ahna upavācyo nṛbhiḥ
Savitṛ als Spender von Schätzen, Unsterblichkeit und Vergebung
Savitṛ verteilt Schätze, gibt den Göttern die Unsterblichkeit und den Menschen das Leben; die Sprecher bitten um Freisprechung von Verfehlungen. Rätselhaft sind dāmānam (V. 2), prabhūtī (V. 3) und viyemire (V. 5).
abhūd devaḥ savitā vandyo nu na idānīm ahna upavācyo nṛbhiḥ / vi yo ratnā bhajati mānavebhyaḥ śreṣṭhaṃ no atra draviṇaṃ yathā dadhat
Der Gott Savitṛ ist uns nun preisenswert geworden, jetzt am Tag von den Männern anzurufen, / er, der den Menschen die Schätze zuteilt: damit er uns hier das beste Gut verleihe.
devebhyo hi prathamaṃ yajñiyebhyo 'mṛtatvaṃ suvasi bhāgam uttamam / ād id dāmānaṃ savitar vy ærṇuṣe 'nūcīnā jīvitā mānuṣebhyaḥ
Denn den Göttern, den verehrungswürdigen, gibst du zuerst die Unsterblichkeit als höchsten Anteil. / Dann öffnest du, Savitṛ, die Gabe [?]: die nachfolgenden Lebensspannen für die Menschen [Anm.: dāmānam unsicher, ‚Gabe, Spende‘].
acittī yac cakṛmā daivye jane dīnair dakṣaiḥ prabhūtī pūruṣatvatā / deveṣu ca savitar mānuṣeṣu ca tvaṃ no atra suvatād anāgasaḥ
Was wir aus Unverstand gegenüber der göttlichen Schar gefehlt haben, mit schwachen Kräften, aus Übermut [?], nach Menschenart: / unter Göttern und unter Menschen, Savitṛ, mögest du uns hier schuldlos machen (antreiben) [Anm.: suvatāt = ‚antreiben, in Gang setzen‘, hier wohl ‚(zu Schuldlosen) machen‘].
na pramiye savitur daivyasya tad yathā viśvam bhuvanaṃ dhārayiṣyati / yat pṛthivyā varimann ā svaṅgurir varṣman divaḥ suvati satyam asya tat
Ich verletze nicht jenes (Werk) des göttlichen Savitṛ [?], dadurch er die ganze Welt tragen wird; / was der Schönfingrige in der Weite der Erde, auf der Höhe des Himmels antreibt: das ist seine Wahrheit (wirklich).
Du erzeugst diesen (Wesen) Wohnstätten, die mit Indra als Ältestem, mit Behausungen versehen, aus (über) den großen Bergen; / wie immer sie fliegend auseinanderfuhren [?], genau so blieben sie stehen, Savitṛ, auf deine Antreibung.
Wort für Wort
indra-jyeṣṭhān
mit Indra als Ältestem (Akk. Pl.)
bṛhat-bhyaḥ
aus großen (Abl. Pl.)
parvatebhyaḥ
Bergen (Abl. Pl.)
kṣayān
Wohnstätten (Akk. Pl.)
ebhyaḥ
für diese (Dat. Pl.)
suvasi
du treibst an, setzt (2. Sg.)
pastya-vataḥ
mit Behausungen versehen (Akk. Pl.)
yathāyathā
wie immer (Adv.)
patayantaḥ
fliegend (Part. Nom. Pl.)
vi-yemire
sie fuhren auseinander / hielten sich [?] (3. Pl. Perf. Med.)
ye te trir ahan savitaḥ savāso dive-dive saubhagam āsuvanti / indro dyāvāpṛthivī sindhur adbhir ādityair no aditiḥ śarma yaṃsat
Die dreimal am Tag stattfindenden Antreibungen, Savitṛ, die Tag für Tag Glück zuführen: / Indra, Himmel und Erde, der Strom mit den Wassern, Aditi mit den Ādityas mögen uns Schutz reichen.