Kapitel 26: ṛgvede 4.26 · aham manur abhavaṃ sūryaś cāhaṃ kakṣīvām ṛṣir asmi vipraḥ
Ich-Rede: Manu, Sonne, Kakṣīvant und der Falke des Soma
Ein Ich-Lied (V. 1 bis 3), in dem der Sprecher sich mit Manu, der Sonne, Kakṣīvant und Uśanā gleichsetzt und Erde, Regen, Wasser und Burgenbrechen für sich beansprucht (wohl Indra oder ein Ṛṣi in Identifikation mit ihm; nicht ausdrücklich genannt). V. 4 bis 7 erzählen vom Falken, der den Soma aus dem Himmel bringt.
Ich wurde Manu und die Sonne; ich bin der Seher Kakṣīvant, der Inspirierte; / ich richte den Kutsa Ārjuneya nieder [?]; ich (bin) der Dichter Uśanā – seht mich! [Anm.: Sprecher nicht genannt; ny ṛñje unsicher (‚unterwerfen‘ oder ‚zurechtbringen‘).]
aham bhūmim adadām āryāyāhaṃ vṛṣṭiṃ dāśuṣe martyāya / aham apo anayaṃ vāvaśānā mama devāso anu ketam āyan
Ich gab die Erde dem Ārya, ich den Regen dem darbringenden Sterblichen; / ich führte die brüllenden Wasser; mir folgten die Götter nach (meinem) Willen.
aham puro mandasāno vy airaṃ nava sākaṃ navatīḥ śambarasya / śatatamaṃ veśyaṃ sarvatātā divodāsam atithigvaṃ yad āvam
Ich, berauscht, zerstreute die Burgen des Śambara, neun (und) neunzig zugleich; / die hundertste Wohnstatt [?], als ich Divodāsa Atithigva insgesamt half.
pra su ṣa vibhyo maruto vir astu pra śyenaḥ śyenebhya āśupatvā / acakrayā yat svadhayā suparṇo havyam bharan manave devajuṣṭam
Vor den Vögeln, ihr Marut, soll er (sich) hervortun, der Vogel; hervor (vor den) Falken der schnell fliegende Falke [?], / als er ohne Rad [?], aus Eigenkraft, der Schönfiedrige, dem Manu die von den Göttern gern angenommene Darbringung brachte. [Anm.: Falken-Mythos: der Falke bringt den Soma aus dem Himmel; hier kurz angedeutet.]
bharad yadi vir ato vevijānaḥ pathoruṇā manojavā asarji / tūyaṃ yayau madhunā somyenota śravo vivide śyeno atra
Als der Vogel (ihn) von dort brachte, zitternd, auf weitem Weg, gedankenschnell, wurde er entsandt [?]; / schnell ging er mit dem Somahonig; und Ruhm fand hier der Falke.
Ṛjīpin [?], der Falke, den Stängel [nehmend/gebend?] [?], aus der Ferne der Vogel – / den erfreuenden Rausch, den Soma, brachte er, festhaltend, götterbegleitend, vom jenem oberen Himmel genommen.
ādāya śyeno abharat somaṃ sahasraṃ savāṃ ayutaṃ ca sākam / atrā puraṃdhir ajahād arātīr made somasya mūrā amūraḥ
Genommen habend, brachte der Falke den Soma, tausend und zehntausend Pressungen zugleich; / hier ließ der Einsichtsreiche [?] die Missgünstigen zurück, im Rausch des Soma – die Betörten, der Unbetörte [?]. [Anm.: puraṃdhi hier unsicher (‚Einsichtsreicher‘ oder Name).]