Kapitel 21: ṛgvede 4.21 · ā yātv indro 'vasa upa na iha stutaḥ sadhamād astu śūraḥ
Indra, der Held: Preis, Kommen und Gabe
Einladung an Indra und Preis seiner Macht; die Verse 6 bis 8 sind sehr dunkel (Auśija-Versteck, Berg, Wildrinder) und nur bruchstückhaft gedeutet. V. 11 ist der Kehrvers.
Indra soll zur Hilfe zu uns kommen, hier gepriesen; aus der Festgemeinschaft [?] soll er (da) sein, der Held, / erstarkend, dessen viele Kräfte – wie der Himmel [?] – überwältigende Herrschaft nähren mögen [?]. [Anm.: sadhamāt ‚aus der gemeinsamen Festfreude‘ unsicher; Bezug des Vergleichs dyaur na unklar.]
Wort für Wort
ā
her
yātu
soll kommen (3. Sg. Imp.)
indraḥ
Indra
avase
zur Hilfe (Dat. Sg.)
upa
zu (Prä.)
naḥ
uns
iha
hier
stutaḥ
gepriesen (Nom. Sg.)
sadha-māt
aus der Tischgemeinschaft/Festfreude (Abl. Sg.) [?]
tasyed iha stavatha vṛṣṇyāni tuvidyumnasya tuvirādhaso nṝn / yasya kratur vidathyo na samrāṭ sāhvān tarutro abhy asti kṛṣṭīḥ
Eben dessen Mannestaten preist hier, (ebenso) die Männer [?] des an Glanz und Gabe Reichen; / dessen Einsicht, wie ein Allherrscher der Versammlung, überwindend, als Bezwinger, über den Völkern ist.
Indra soll kommen vom Himmel, von der Erde, rasch, vom Meer oder aus der Fülle [?]; / vom Lichtreich [?] (soll) der Marut-Begleiter uns zur Hilfe (kommen), oder aus der Ferne, oder vom Sitz des Ṛta (der Ordnung).
sthūrasya rāyo bṛhato ya īśe tam u ṣṭavāma vidatheṣv indram / yo vāyunā jayati gomatīṣu pra dhṛṣṇuyā nayati vasyo acha
Den, der über den mächtigen, großen Reichtum gebietet, den wollen wir bei den Versammlungen preisen, Indra; / der mit dem Wind (Schwung) [?] in den rinderreichen (Kämpfen/Herden) gewinnt, kühn führt er zum Besseren hin.
upa yo namo namasi stabhāyann iyarti vācaṃ janayan yajadhyai / ṛñjasānaḥ puruvāra ukthair endraṃ kṛṇvīta sadaneṣu hotā
Wer zur Verehrung hin, die Verehrung stützend, die Rede in Bewegung setzt, sie erzeugend, um (den Gott) zu verehren, / der Vielbegehrte, sich mit Lobsprüchen aufschwingend [?], der soll Indra (zu sich) herbeimachen, der Rufer in den Sitzen. [Anm.: namasi Lok.; Konstruktion schwierig.]
Wort für Wort
upa
hin
yaḥ
der
namaḥ
Verehrung (Akk. Sg.)
namasi
in der Verehrung/Verneigung (Lok. Sg.)
stabhāyan
stützend (Nom. Sg.)
iyarti
setzt in Bewegung (3. Sg.)
vācam
Rede (Akk. Sg.)
janayan
erzeugend (Nom. Sg.)
yajadhyai
um zu verehren (Inf.)
ṛñjasānaḥ
sich (gerade) streckend/aufschwingend (Nom. Sg.) [?]
dhiṣā yadi dhiṣaṇyantaḥ saraṇyān sadanto adrim auśijasya gohe / ā duroṣāḥ pāstyasya hotā yo no mahān saṃvaraṇeṣu vahniḥ
Wenn sie, mit Schau und Eifer strebend, die Eilenden [?], sich am Stein im Versteck des Auśija niedersetzen – / (dann) der Duroṣa [?], Rufer des Hausstands [?], der unser großer Zugführer (Träger) bei den Absperrungen [?] ist. [Anm.: Sehr dunkel; ‚Stein‘ evtl. Pressstein oder Fels einer Höhle; ‚Versteck des Auśija‘ kehrt in V. 7 und 8 wieder; alles spekulativ.]
satrā yad īm bhārvarasya vṛṣṇaḥ siṣakti śuṣma stuvate bharāya / guhā yad īm auśijasya gohe pra yad dhiye prāyase madāya
Wenn stets [?] die Kraft des stierhaften Bhārvara [?] ihn begleitet, dem Preisenden zur Beute [?]; / wenn (er) im Versteck, im Versteck des Auśija (ist), wenn zur Schau, zum Aufbruch [?], zum Rausch. [Anm.: Satz elliptisch/unvollständig; bhārvara unsicher.]
vi yad varāṃsi parvatasya vṛṇve payobhir jinve apāṃ javāṃsi / vidad gaurasya gavayasya gohe yadī vājāya sudhyo vahanti
Wenn die Umzäunungen des Berges aufgedeckt werden [?], belebt er mit Milchsäften die Eile der Wasser [?]; / er fand des Gaur, des Gavaya (Wildrinder) im Versteck, wenn die Wohlgesinnten [?] zum Gewinn fahren. [Anm.: gaura/gavaya Wildrinder; Ebene (kosmisch oder rituell) unklar.]
bhadrā te hastā sukṛtota pāṇī prayantārā stuvate rādha indra / kā te niṣattiḥ kim u no mamatsi kiṃ nod-ud u harṣase dātavā u
Gütig sind deine Hände, gut gemacht, und die Hände (pāṇī), die dem Preisenden Gabe reichen, Indra. / Was ist dein Verweilen [Zaudern]? Was – berauschst du dich nicht für uns? Was – regst du dich nicht auf und auf (in Freude), um zu geben?
Wort für Wort
bhadrā
heilvoll/gütig (Nom. Du.)
te
dir
hastā
Hände (Nom. Du.)
su-kṛtā
gutgemacht/geschickt (Nom. Du.)
uta
und
pāṇī iti
Hände (Nom. Du.)
pra-yantārā
Reicher/Spender (Nom. Du.)
stuvate
dem Preisenden (Dat. Sg.)
rādhaḥ
Gabe (Akk. Sg.)
indra
Indra
kā
was
te
dein
ni-sattiḥ
Sitz/Zaudern (Nom. Sg.) [?]
kim
was
oṃ iti
doch (u)
naḥ
uns
mamatsi
berauschst du dich/erfreust du dich (2. Sg. Konj.)
So (ist) Indra der wahre Allherrscher [über] das Gut, der Vṛtra-Töter; für Pūru schuf er Weite. / Vielgepriesener, hilf uns mit Kraft zu Gütern; möge ich deiner göttlichen Hilfe teilhaftig werden. [Anm.: vasvaḥ ‚des Gutes‘ wohl ‚Gebieter über Gut‘, unsicher.]
nū ṣṭuta indra nū gṛṇāna iṣaṃ jaritre nadyo na pīpeḥ / akāri te harivo brahma navyaṃ dhiyā syāma rathyaḥ sadāsāḥ
Jetzt, Indra, gepriesen, jetzt besungen, lass dem Sänger Labung schwellen wie Flüsse! / Ein neues Brahman (heiliges Wort) ist dir gemacht, Falbenherr; / mit Dichtgedanken mögen wir Wagenbesitzer sein, immer gewinnend. [Anm.: Kehrvers, in 4.19 bis 4.24 am Ende jedes Liedes gleich.]