Kapitel 45: ṛgvede 4.45 · eṣa sya bhānur ud iyarti yujyate rathaḥ parijmā divo asya sānavi
Honigwagen der Aśvin bei Morgenanbruch
Ein Lied im Zeichen von madhu (Honig, Süße): Aufbruch des Aśvin-Wagens im Morgenlicht, Honigtrunk, Schwanen-Rosse, Soma. V. 1 ist ein Rätselvers (drei Paare Nahrung, vierter Schlauch): kosmisch-mythologisch plausibel, Einzeldeutung spekulativ. Im PP mehrere Tippfehler (tanmaḥ, varanim, aśvi nā, susāva).
eṣa sya bhānur ud iyarti yujyate rathaḥ parijmā divo asya sānavi / pṛkṣāso asmin mithunā adhi trayo dṛtis turīyo madhuno vi rapśate
Dieser da, der Lichtstrahl, erhebt sich; angeschirrt wird der rings umlaufende Wagen auf dem Rücken dieses Himmels. / Auf ihm sind paarweise drei Nahrungen; der vierte Schlauch strotzt von Honig. [Anm.: Rätsel; kosmisch (Sonnenaufgang, Aśvin-Wagen) plausibel, die Zählung drei plus vierter spekulativ.]
Euch heben sich empor die honigreichen Nahrungen, die Wagen, die Rosse bei den Aufleuchten der Morgenröten, / das ringsum gehüllte Dunkel aufdeckend, wie die Sonne den hellen Raum ausbreitend.
Wort für Wort
ut
empor (Präverb)
vām
euch (Akk./Gen. Du.)
pṛkṣāsaḥ
Nahrungen (Nom. Pl.)
madhu-mantaḥ
honigreich (Nom. Pl.)
īrate
sie erheben sich (3. Pl. Med.)
rathāḥ
Wagen (Nom. Pl.)
aśvāsaḥ
Rosse (Nom. Pl.)
uṣasaḥ
der Morgenröten (Gen. Pl.)
vi-uṣṭi ṣu
bei den Aufleuchten (Lok. Pl.; PP verderbt: vi-uṣṭi ṣu)
Trinkt vom Honig mit honigtrinkenden Mündern, und schirrt euren lieben Wagen für den Honig an. / Die Bahn belebt ihr mit Honig, die Pfade; ihr fahrt einen honigvollen Schlauch, Aśvin.
haṃsāso ye vām madhumanto asridho hiraṇyaparṇā uhuva uṣarbudhaḥ / udapruto mandino mandinispṛśo madhvo na makṣaḥ savanāni gachathaḥ
Die Schwäne, die euch honigreich, ohne Fehl, goldgeflügelt, fahrend, zur Morgenröte erwachend, / wassersprühend, berauschend, Berauschendes berührend [?] [ziehen]: wie Fliegen zum Honig, so kommt ihr zu den Somapressungen. [Anm.: haṃsa ‚Schwan/Gans‘ als Bildrede für die Rosse oder Vögel plausibel.]
svadhvarāso madhumanto agnaya usrā jarante prati vastor aśvinā / yan niktahastas taraṇir vicakṣaṇaḥ somaṃ suṣāva madhumantam adribhiḥ
Die schön verehrenden, honigreichen Feuer begrüßen, die morgendlichen, am Morgen euch, Aśvin, / wenn der mit gewaschenen Händen, der Durchdringende, der Umsichtige, den honigreichen Soma mit den Presssteinen gepresst hat.
Die nahe [Wache] Haltenden [?], bei Tagen flimmernd, wie die Sonne den hellen Raum ausbreitend, / selbst die Sonne fährt, die Rosse angeschirrt, dahin; alle Pfade erkennt ihr gemäß eigener Kraft. [Anm.: ākenipāsaḥ unsicher.]
pra vām avocam aśvinā dhiyaṃdhā rathaḥ svaśvo ajaro yo asti / yena sadyaḥ pari rajāṃsi yātho haviṣmantaṃ taraṇim bhojam acha
Ich habe euch verkündet, Aśvin, als Gedankenträger den Wagen mit schönen Rossen, den alterslosen, der [euch gehört], / mit dem ihr sogleich die Räume umfahrt, zum spendenreichen, durchdringenden, freigebigen [Menschen] hin.