Kapitel 30: ṛgvede 4.30 · nakir indra tvad uttaro na jyāyāṃ asti vṛtrahan
Indras Größe und seine Taten gegen Uṣas, Śuṣṇa, Śambara und andere
Preislied auf Indra: Vers 1-7 rühmen seine Unvergleichlichkeit und Kämpfe (Sonnenrad, Etaśa), Vers 8-11 den Schlag gegen Uṣas und ihren Karren, Vers 12-21 Kämpfe gegen Dämonen und Feinde für Kutsa, Divodāsa und Dabhīti, Vers 22-24 Schluss mit Bitte um Gaben. Viele Namen und Einzelmotive sind nur angedeutet; einige Wörter (vibālya, agru, aṣṭave, ādure, karūḷatī) bleiben unsicher.
Alle Götter, Indra, kämpften doch mit dir auf diese Weise, als du Tage (und) Nächte hindurchdrangst [?]. [Anm.: ā-√tṝ hier unsicher: ‚hindurchführen, überwältigen‘.]
Wort für Wort
viśve
alle (Nom. Pl.)
cana
selbst, auch
it
fürwahr
anā
so, dadurch (Instr.)
tvā
dich (Akk.)
devāsaḥ
Götter, göttliche Mächte (Nom. Pl.)
indra
Indra (Vok.)
yuyudhuḥ
sie kämpften (3. Pl. Perf.)
yat
als (Konj.)
ahā
Tage (Akk. Pl.)
naktam
bei Nacht (Adv./Akk.)
ā
hin (Präverb)
at iraḥ
du drangst durch / du überwältigtest (2. Sg. Impf.) [?]
Wo das Rad für die Bedrängten für Kutsa kämpft — da raubtest du, Indra, die Sonne. [Anm.: ‚Rad‘ = Sonnenrad; Mythos vom Kutsa und dem entrückten Sonnenrad.]
kim ād utāsi vṛtrahan maghavan manyumattamaḥ / atrāha dānum ātiraḥ
Was (bist) du denn sonst noch, Vṛtratöter, Gabenreicher, der Grimmigste? Hier überwältigtest du den Dānu. [Anm.: kim ād uta asi sinngemäß unsicher; ātiraḥ ‚du überwältigtest‘ [?].]
Dies (ist) fürwahr die Heldentat, Indra, die Mannestat, die du vollbracht hast: dass du die Frau, die Übles Suchende [?], erschlugst, die Tochter des Himmels.
apoṣā anasaḥ sarat sampiṣṭād aha bibhyuṣī / ni yat sīṃ śiśnathad vṛṣā
Uṣas floh weg von ihrem Karren, dem zerschmetterten, furchtsam, als der Stier sie (nieder-)stieß. [Anm.: mythologisch erzählt (Uṣas mit Karren); tiefere Deutung offen.]
Dieser ihr Karren liegt da, gut zerschmettert, in der Vipāś [?]; sie selbst floh in die Ferne. [Anm.: vi-pāś: entweder Flussname Vipāś (Beas) oder ‚entfesselt‘ [?].]
Und den Strom, den ... [vibālya unklar], unter den auf der Erde Ausgebreiteten — umstandest du, Indra, mit Zauberkraft. [Anm.: vibālya nicht sicher gedeutet; pari sthā = ‚umringen, überragen‘.]
Wort für Wort
uta
und
sindhum
Strom, Fluss (Akk. Sg.)
vi-bālyam
unklar (Akk. Sg.) [?]
vi-tasthānām
der Auseinanderstehenden, Ausgebreiteten (Gen. Pl. Part.)
Und jenen Sohn der Unverheirateten [?], den Verstoßenen, ließ Śatakratu, Indra, bei den Lobgesängen Anteil haben [?]. [Anm.: agruvaḥ = ‚der Jungfrau [?]‘; ābhajat ‚gab Anteil / gewann‘.]
anu dvā jahitā nayo 'ndhaṃ śroṇaṃ ca vṛtrahan / na tat te sumnam aṣṭave
Nach diesen beiden Verlassenen führtest du den Blinden und den Lahmen, Vṛtratöter [?]; dein Wohlwollen ist dafür nicht zu erlangen [?]. [Anm.: Vers schwer zu deuten; aṣṭave ‚zu erreichen‘.]
sa ghed utāsi vṛtrahan samāna indra gopatiḥ / yas tā viśvāni cicyuṣe
Du bist es fürwahr, Vṛtratöter, der gleiche Indra, der Herr der Rinder, der du all dies in Bewegung gebracht hast [?]. [Anm.: samāna hier ‚derselbe/gleich‘; gopati wörtlich ‚Herr der Rinder‘.]
Wort für Wort
saḥ
er, du (Nom.)
gha
fürwahr
it
eben
uta
auch
asi
du bist (2. Sg.)
vṛtra-han
Vṛtratöter (Vok.)
samānaḥ
gleich, derselbe (Nom. Sg.)
indra
Indra (Vok.)
go--patiḥ
Herr der Rinder (Nom. Sg.)
yaḥ
der (Nom. Sg.)
tā
jene (Akk. Pl. n.)
viśvāni
alle (Akk. Pl. n.)
cicyuṣe
du hast erschüttert, in Bewegung gebracht (2. Sg. Perf. Med.) [?]
Jedes Begehrenswerte gebe dir der Gott Aryaman [ādure: unklar]; Pūṣan (gebe) Begehrenswertes, Bhaga Begehrenswertes, der Gott Karūḷatī Begehrenswertes [?]. [Anm.: ādure und Karūḷatī sind unsicher.]