Kapitel 29: ṛgvede 4.29 · ā na stuta upa vājebhir ūtī indra yāhi haribhir mandasānaḥ
Indra wird zum Somatrank gebeten
Kurzer Anruf an Indra: Er soll mit den Falben zur Somapressung kommen, dem Sänger helfen und uns Reichtum geben. Die Verse 3 und 5 enthalten seltene Wörter (ākāyya, tīrthā) und sind unsicher.
Komm zu uns, gepriesen, Indra, mit Stärkungen, zur Hilfe, mit den Falben, dich berauschend, — auch wenn du an vielen Pressungen des Fremden vorbeigehst — mit Lobrufen besungen, du, dessen Gabe wahr ist.
ā hi ṣmā yāti naryaś cikitvān hūyamānaḥ sotṛbhir upa yajñam / svaśvo yo abhīrur manyamānaḥ suṣvāṇebhir madati saṃ ha vīraiḥ
Denn er kommt, der Mannhafte, Wissende, von den Pressern gerufen, zur Weihehandlung hin, der mit guten Rossen, der Furchtlose, sich (stark) wähnend, er berauscht sich an den Somapressenden zusammen mit den Männern (Helden).
śrāvayed asya karṇā vājayadhyai juṣṭām anu pra diśam mandayadhyai / udvāvṛṣāṇo rādhase tuviṣmān karan na indraḥ sutīrthābhayaṃ ca
Lass (ihn) seine Ohren hören, um (uns) anzufeuern, der gewünschten Weisung entlang, um zu erfreuen; der Hochsprudelnde, Starke, Indra, möge uns zur Gabe eine gute Furt und Furchtlosigkeit schaffen. [Anm.: śrāvaya ist 2. Sg. Imp.; wer angesprochen ist, ist unklar; ‚Furt‘ = wörtlich sutīrthā ‚guter Zugang/Übergang‘.]
Der zum Flehenden mit Hilfe kommen wird, ebenso zum Seher, dem Rufenden, Preisenden, indem er selbst die Schnellen am Joch anlegt — Tausende, Hunderte —, der Keulenarmige. [Anm.: ‚Tausende, Hunderte‘ ohne Bezugswort (Gaben/Rosse?).]
Von dir geschützt, gabenreicher Indra, wir Seher, wollen die Deinen sein, wir Herren, die wir preisen, teilhabend am Reichtum des Weithimmligen, des ersehnten [?], zur Gabe des Raumweiten. [Anm.: ākāyya ‚der ersehnte/anzurufende [?]‘; bṛhaddiva und purukṣu sind Beiwörter (‚großhimmlig‘, ‚viel wohnend/viel Nahrung‘).]
Wort für Wort
tvāūtāsaḥ
von dir geschützt (Nom. Pl.)
magha-van
Gabenreicher (Vok.)
indra
Indra (Vok.)
viprāḥ
Seher, Weise (Nom. Pl.)
vayam
wir (Nom.)
te
dein (Gen./Dat.)
syāma
wir mögen sein (1. Pl. Opt.)
sūrayaḥ
Herren, Gönner, Sänger (Nom. Pl.)
gṛṇantaḥ
preisend (Nom. Pl. Part.)
bhejānāsaḥ
teilhabend, genießend (Nom. Pl. Part. Med.)
bṛhat-divasya
des Weithimmligen (Gen. Sg.)
rāyaḥ
des Reichtums (Gen. Sg.)
ākāyyasya
des zu Ersehnenden / Anzurufenden (Gen. Sg.) [?]
dāvane
zur Gabe (Dat. Sg.)
puru-kṣoḥ
des Vielwohnenden / Vielgutbesitzenden (Gen. Sg.) [?]