Quellen der Menschheit

Lakṣmī-Tantra

Paṭala 1: Prathamo 'dhyāyaḥ (Śāstrāvatāraḥ) Erster Adhyāya – Die Herabkunft der Lehre (Vv. 22–61)

Quelle: archive.org, Digitalisat der Digital Library of India (Identifier in.ernet.dli.2015.326285) der Ausgabe Lakṣmī-Tantra, hg. v. Paṇḍit V. Krishnamacharya, The Adyar Library and Research Centre, Madras 1959 (Adyar Library Series 87) – über 65 Jahre alte, rein philologische kritische Edition (Sanskrit-Text und textkritischer Apparat, keine eigene Übersetzung dieser Ausgabe verwendet); nach der im Projekt geltenden Faustregel zur redaktionellen Schutzfrist (vgl. Projekt 3) frei nutzbar als Grundlage einer eigenständigen Übersetzung. Zugriff über den im Claude-Browser eingebetteten OCR-Volltext (Tesseract, Sanskrit-Devanāgarī-Modell), da WebFetch bei diesem und vergleichbaren archive.org-Digitalisaten bislang an einer harten Kurzzitat-Politik des Zusammenfassungsmodells sowie an Verarbeitungsabbrüchen bei sehr langen OCR-Dateien scheiterte (s. Projektnotiz 2026-09-19) – der direkte Volltextzugriff über document.body.innerText im Browser-Tool umgeht dieses Problem vollständig und liefert den kompletten OCR-Text ohne Kürzung oder Zusammenfassung. WICHTIGE EINSCHRÄNKUNG dieses ersten Kapitels: Die Verse 1–21 (eine kurze Hayagrīva-/Lakṣmī-Invokation sowie ein dicht mit Fußnoten des Herausgebers durchsetzter Rahmen-Abschnitt, in dem offenbar Anasūyā und mehrere Ṛṣis auftreten) ließen sich aus dem linearisierten OCR-Text NICHT zuverlässig rekonstruieren: die Verszahlen springen dort unsystematisch (u.a. 15, 16, 18, 10, 11, 12, 13, 21 in dieser Reihenfolge), was auf eine im flachen OCR-Text nicht mehr auflösbare Vermischung von Wurzeltext und dem begleitenden Fußnoten-/Variantenapparat der gedruckten Seite hindeutet. Um keinen geratenen oder durch Spaltenvermischung verfälschten Text als Quellentext auszugeben, beginnt diese Übersetzung erst mit dem ab Vers 22 wieder klar durchlaufenden, eindeutigen Fließtext (der eigentliche Rahmen: die Bitte der Ṛṣis an Nārada und dessen Erzählung). Verse 1–21 bleiben als Lücke dokumentiert und sollen in einer späteren Sitzung nachgetragen werden, sobald eine spaltenreine Texterfassung (z.B. direkte Bildseitenlektüre) möglich ist. Die Verszählung folgt durchgehend der Quelle (beginnt daher bei 22); einzelne unnummeriert erscheinende Verse (nach 23 bzw. nach 45) sind im Original ebenfalls ohne erkennbare Nummer und werden mit [?] markiert. Inhalt der Verse 22–61: die Bitte der Ṛṣis an Nārada um die Lakṣmī-Lehre; Nāradas Erzählung von Indras Sturz durch Durvāsas' Fluch, dem Verlust der Śrī aus den drei Welten, dem Milchozean-Quirlen und Śrīs Wiedererscheinen an Viṣṇus Brust; Bṛhaspatis Rat an Indra, bei Padminī Zuflucht zu suchen, mit einer kurzen Theologie der Śrī als Wesensgrund aller vedischen wie tantrischen Erkenntniswege; Indras hundertjährige Buße am Milchozean; Śrīs Erscheinen, Segen und Indras Lobpreis; Śrīs Ankündigung, sich selbst zu offenbaren – der Rahmen, den Kapitel 2 (Śrīs Selbstoffenbarung als Nārāyaṇī) unmittelbar fortsetzt.

tatra tattvārthakathane lakṣmīmāhātmyam uttamam | sūcitaṃ tatra tatraiva nāptena prakāśitam ||

Dort, in der Darlegung der wahren Bedeutung, wurde die erhabene Größe der Lakṣmī hier und da angedeutet, [aber] nicht von einem verlässlichen [Lehrer] offenbart.

Wort für Wort
tatra
dort (Lok.)
tattva-artha-kathane
in der Darlegung des wahren Sinns (Lok.)
lakṣmī-māhātmyam
die Größe/Herrlichkeit der Lakṣmī (Nom. Sg. n.)
uttamam
die höchste, erhabene
sūcitam
angedeutet, angezeigt (PPP)
tatra tatra eva
gerade hier und da
na āptena
nicht durch einen Vertrauenswürdigen/Erreichten (Instr.)
prakāśitam
offenbart, kundgetan (PPP)

[?] „nāptena“ (,nicht durch einen Verlässlichen/Erreichten') ist unsicher gelesen; im Quelltext an dieser Stelle nicht restlos von Fußnotenzeichen zu trennen.

icchāmas tad idaṃ śrotuṃ bhavasāgaratārakam | padminīvaibhavaṃ sarvaṃ prajñāpayatu no bhavān ||

Wir wünschen eben dies zu hören, was über den Ozean des Daseins hinüberträgt: die gesamte Herrlichkeit der Padminī [Lakṣmī] möge Euer Ehren uns kundtun.

Wort für Wort
icchāmaḥ
wir wünschen (1.Pl.)
tat idam
eben dies
śrotum
zu hören (Inf.)
bhava-sāgara-tārakam
das über den Ozean des [weltlichen] Daseins hinüberträgt (Akk. Sg. n.)
padminī-vaibhavam
die Herrlichkeit der Padminī (Lakṣmī) (Akk.)
sarvam
die ganze
prajñāpayatu
möge kundtun (Kaus. Imp. 3.Sg.)
naḥ
uns
bhavān
Euer Ehren, Ihr (höfl. 3.Sg. für 'Ihr')

natāḥ sma śirasā prahvās tava saṃsāratārakau [pādau] | adhīhi no mune divyaṃ prapannāṃs tvāṃ ciraṃ kramam [?]

Verneigt haben wir uns mit dem Haupt, demütig, [vor] deinen beiden Füßen, die über das Daseins-Meer hinübertragen – lehre uns, o Weiser, das göttliche Verfahren, uns, die wir uns dir längst anvertraut haben.

Wort für Wort
natāḥ sma
wir haben uns verneigt (Perf. periphr. 1.Pl.)
śirasā
mit dem Haupt (Instr.)
prahvāḥ
demütig geneigt (Nom. Pl. m.)
tava
deine (Gen.)
saṃsāra-tārakau
die beiden [Füße], die über das [Daseins-]Kreisen hinübertragen
adhīhi
lehre! (Imp. 2.Sg. von adhi-√i)
naḥ
uns
mune
o Weiser (Vok.)
divyam ... kramam
das göttliche Verfahren/den göttlichen Weg (Akk.)
prapannān
die sich anvertraut haben (Akk. Pl., zu 'uns')
tvām
dir (Akk., Bezugspunkt von prapannān)
ciram
seit langem

[?] Vers im Quelltext ohne erkennbare Nummer und syntaktisch nicht restlos sicher (v.a. „kramam“ am Versende); sinngemäß statt wortwörtlich sicher wiedergegeben.

[nāradaḥ:] sādhu saṃbodhito 'smi adya munayaḥ saṃśitavratāḥ | prasannaḥ kathayāmy adya lakṣmītantraṃ sanātanam ||

Nārada [sprach]: Gut bin ich heute angesprochen worden, o Weise von strengen Gelübden; gerne erzähle ich heute das ewige Lakṣmī-Tantra,

Wort für Wort
nāradaḥ
Nārada (Sprecherangabe)
sādhu
gut, trefflich
saṃbodhitaḥ asmi
ich bin angesprochen/aufgefordert worden (Pass. Perf.)
adya
heute
munayaḥ
o Weise (Vok. Pl.)
saṃśita-vratāḥ
von geschärften/strengen Gelübden (Vok. Pl.)
prasannaḥ
heiter, gerne bereit
kathayāmi
ich erzähle (1.Sg.)
lakṣmītantram
das Lakṣmī-Tantra (Akk.)
sanātanam
das ewige

yatra sā dṛśyate devī svarūpaguṇaiḥ sarvaiḥ | padminī padmanābhasya mahiṣī padmasaṃbhavā ||

worin jene Göttin mit all ihrem eigenen Wesen und ihren Eigenschaften geschaut wird: Padminī, die Gemahlin des Padmanābha [Viṣṇu], die Lotos-Entsprungene.

Wort für Wort
yatra
worin
sā devī
jene Göttin
dṛśyate
wird geschaut (Pass.)
svarūpa-guṇaiḥ sarvaiḥ
mit all ihrem eigenen Wesen und ihren Eigenschaften (Instr.)
padminī
die Lotosgeborene, Beiname Lakṣmīs
padmanābhasya
des Padmanābha [Viṣṇu] (Gen.)
mahiṣī
die [Haupt-]Gemahlin
padma-saṃbhavā
die aus dem Lotos Entstandene

purā durvāsasaḥ śāpād abhibhūte puraṃdare | niḥsvādhyāyavaṣaṭkāre aśrīke jagattraye ||

Einst, als Purandara [Indra] durch den Fluch des Durvāsas überwältigt war, [und] die drei Welten ohne vedisches Rezitieren und Opferruf, ohne Śrī waren,

Wort für Wort
purā
einst
durvāsasaḥ śāpāt
durch den Fluch des Durvāsas (Abl.)
abhibhūte
überwältigt (Lok. abs.)
puraṃdare
[als] Purandara [Indra] (Lok. abs.)
niḥsvādhyāya-vaṣaṭkāre
ohne vedisches Selbststudium und Opferruf ,vaṣaṭ'
aśrīke
ohne Śrī, glanzlos
jagattraye
[als] die drei Welten (Lok. abs.)

daridre devadharme ca kṣīṇe dharme nirantare [?] | pitāmahe suraiḥ sārdhaṃ kṣīrārṇavam upeyuṣi [?] ||

als der Götter-Dharma verarmt und der Dharma ununterbrochen geschwunden war, [und] als der Großvater [Brahmā] zusammen mit den Göttern zum Milchozean gegangen war,

Wort für Wort
daridre
[als] verarmt war
deva-dharme
der Götter-Dharma (Lok. abs.)
kṣīṇe dharme
[als] der Dharma geschwunden war (Lok. abs.)
nirantare
ununterbrochen
pitāmahe
[als] der Großvater [Brahmā] (Lok. abs.)
suraiḥ sārdham
zusammen mit den Göttern
kṣīra-arṇavam
zum Milchozean (Akk.)
upeyuṣi
[als er] gegangen war (Lok. abs., Perf.Part.)

[?] Diese Halbverse sind im Quelltext an mehreren Stellen unsicher überliefert (u.a. „nirantare“ statt der im Apparat vermerkten Variante); Sinn nach Kontext (Brahmās Aufsuchen Viṣṇus am Milchozean, vgl. Viṣṇu-Purāṇa) erschlossen.

bahūn varṣagaṇān divyān taptvā tīvraṃ mahat tapaḥ | saṃbodhite jagannāthe devadeve janārdane ||

nachdem er viele göttliche Jahresreihen hindurch heftige, große Askese geübt hatte – als der Herr der Welt, der Gott der Götter, Janārdana, [von ihm] angesprochen worden war,

Wort für Wort
bahūn varṣagaṇān divyān
viele göttliche Jahresreihen hindurch (Akk. der Zeitdauer)
taptvā
nachdem er geübt hatte (Abs.)
tīvram mahat tapaḥ
heftige, große Askese (Akk.)
saṃbodhite
[als] angesprochen worden war (Lok. abs.)
jagannāthe
der Herr der Welt (Lok. abs.)
devadeve
der Gott der Götter
janārdane
Janārdana [Viṣṇu]

pitāmahena devāya kāryaṃ ca vinivedite | kṣīrode mathite devais tad ādiṣṭaṃ yathā tathā [?] ||

und die Angelegenheit dem Gott durch den Großvater [Brahmā] vorgetragen worden war, [und] der Milchozean von den Göttern gequirlt wurde, so wie es [von Viṣṇu] angeordnet worden war,

Wort für Wort
pitāmahena
durch den Großvater [Brahmā] (Instr.)
devāya
dem Gott (Dat.)
kāryam
die Angelegenheit (Akk.)
vinivedite
[als] vorgetragen worden war (Lok. abs.)
kṣīrode mathite
[als] der Milchozean gequirlt wurde (Lok. abs.)
devaiḥ
durch die Götter (Instr.)
tat ādiṣṭam
das Angeordnete
yathā tathā
so wie [es angeordnet war]

[?] Versende („yathā tathā“) im Quelltext beschädigt/unklar, sinngemäß wiedergegeben.

pārijāte hayaśreṣṭhe gajendre 'psarasāṃ gaṇe | kālakūṭe samudbhūte vāruṇyām amṛte tathā ||

als der Pārijāta[-Baum], das beste Pferd [Uccaiḥśravas], der Elefantenfürst [Airāvata], die Schar der Apsaras, das Kālakūṭa[-Gift], die Vāruṇī [Weingöttin] und ebenso die Amṛta [entstanden] waren,

Wort für Wort
pārijāte
[als] der Pārijāta[-Baum] (Lok. abs.)
hayaśreṣṭhe
das beste Pferd [Uccaiḥśravas]
gajendre
der Elefantenfürst [Airāvata]
apsarasām gaṇe
die Schar der Apsaras
kālakūṭe
das Kālakūṭa-Gift
samudbhūte
[als] entstanden war
vāruṇyām
die Weingöttin Vāruṇī
amṛte
der Unsterblichkeitstrank
tathā
ebenso

saha candramasā devyām utthitāyāṃ mahārṇavāt | padminyāṃ padmanābhasya vakṣaḥsthāyām anantaram ||

als – zusammen mit dem Mond – die Göttin aus dem großen Ozean emporgestiegen war, [und] Padminī unmittelbar darauf an Padmanābhas Brust [ihren Platz] hatte,

Wort für Wort
saha candramasā
zusammen mit dem Mond
devyām utthitāyām
[als] die Göttin emporgestiegen war (Lok. abs.)
mahārṇavāt
aus dem großen Ozean (Abl.)
padminyām
[als] Padminī [war]
padmanābhasya
Padmanābhas (Gen.)
vakṣaḥsthāyām
an [seiner] Brust befindlich
anantaram
unmittelbar darauf

tayāvalokite devavarge śriyam upeyuṣi | tayānavekṣite daityavarge caiva parājite ||

als, von ihr angeblickt, die Schar der Götter zu Glanz gelangte, und, von ihr nicht beachtet, die Schar der Daityas [Dämonen] eben besiegt wurde,

Wort für Wort
tayā avalokite
[als] von ihr angeblickt (Lok. abs.)
deva-varge
die Götterschar
śriyam upeyuṣi
[als sie] zu Glanz/Wohlstand gelangt war
tayā anavekṣite
[als] von ihr nicht angesehen
daitya-varge
die Daitya-Schar
ca eva parājite
und eben besiegt war

sarvarājyam akhilaṃ prāpya modamāne puraṃdare | bṛhaspatir upāgamya rahasīdaṃ vaco 'bravīt ||

als Purandara, der das gesamte, vollständige Königreich [wieder]erlangt hatte, sich freute, da trat Bṛhaspati heran und sprach im Vertraulichen dieses Wort:

Wort für Wort
sarva-rājyam akhilam
das gesamte, vollständige Königreich
prāpya
nachdem er erlangt hatte
modamāne puraṃdare
[als] Purandara sich freute (Lok. abs.)
bṛhaspatiḥ
Bṛhaspati (Nom.)
upāgamya
herangetreten
rahasi
im Vertraulichen, insgeheim
idam vacaḥ
dieses Wort
abravīt
sprach (3.Sg. Impf.)

[bṛhaspatiḥ:] kāle saṃbodhayāmy etac chṛṇu vākyaṃ puraṃdara | anvayavyatirekābhyāṃ lakṣmyās te kathitā purā [?]

Bṛhaspati [sprach]: Zur rechten Zeit belehre ich [dich] hierüber; höre [dieses] Wort, o Purandara – durch positive wie negative Wesensverknüpfung ist dir Lakṣmīs [Wesen] schon früher erklärt worden.

Wort für Wort
bṛhaspatiḥ
Bṛhaspati (Sprecherangabe)
kāle
zur [rechten] Zeit
saṃbodhayāmi
ich belehre (1.Sg.)
etat vākyam
dieses Wort
śṛṇu
höre! (Imp.)
puraṃdara
o Purandara (Vok.)
anvaya-vyatirekābhyām
durch positive und negative [logische] Konkomitanz (Instr. Dual)
lakṣmyāḥ
der Lakṣmī [Wesen] (Gen.)
te
dir (Dat.)
kathitā
erklärt (PPP, f.)
purā
schon früher

[?] Letzte Versworte unsicher; „anvaya-vyatireka“ (positive/negative logische Konkomitanz) ist ein Fachbegriff der Nyāya-Methodik, hier auf Lakṣmīs alldurchdringende Bedeutung angewandt (vgl. V.38ff.).

mahattā mahatāṃ nātha tasyām āyattā sthitiḥ | na bhraśyeta yathaiṣā tava rājyasthitiḥ parā ||

O Herr, die Größe der Großen beruht auf ihr, [und] der Bestand [beruht auf ihr] – möge dieser dein höchster Königsbestand nicht schwinden,

Wort für Wort
mahattā mahatām
die Größe der Großen
nātha
o Herr (Vok.)
tasyām āyattā
auf ihr beruhend
sthitiḥ
der Bestand
na bhraśyeta
möge nicht schwinden (Opt.)
yathā eṣā
so wie/dass dieser
tava rājyasthitiḥ parā
dein höchster Königsbestand

tathā yatasva deveśa śaraṇaṃ gaccha padminīm | eṣā hi śreyaso mūlam eṣā hi paramā gatiḥ ||

darum bemühe dich, o Herr der Götter: geh zu Padminī in die Zuflucht – sie ist ja die Wurzel des Heils, sie ist ja das höchste Ziel.

Wort für Wort
tathā
darum
yatasva
bemühe dich! (Imp. Med.)
deveśa
o Herr der Götter (Vok.)
śaraṇam gaccha
geh in die Zuflucht
padminīm
zu Padminī (Akk.)
eṣā hi
sie ist ja
śreyasaḥ mūlam
die Wurzel des Heils
paramā gatiḥ
das höchste Ziel

śrutīnām abhisaṃdhiś ca saiva devī sanātanī | eṣaiva jagatāṃ prāṇā eṣaiva jagatāṃ kriyāḥ ||

Und sie allein, die ewige Göttin, ist der [wahre] Sinn der vedischen Offenbarungstexte; sie allein sind die Lebensatem der Welten, sie allein die Handlungen der Welten,

Wort für Wort
śrutīnām abhisaṃdhiḥ
der [eigentliche] Sinn/die Absicht der Śrutis (Veden)
ca
und
sā eva devī sanātanī
eben sie, die ewige Göttin, [ist das]
eṣā eva jagatām prāṇāḥ
sie allein [ist] der Lebensatem der Welten
eṣā eva jagatām kriyāḥ
sie allein [sind] die Handlungen der Welten

eṣaiva jagatām icchā jñānam eṣā parāvarā | eṣaiva sṛjate kāle seṣā pāti jagattrayam ||

sie allein ist der Wille der Welten, sie das Wissen, das höhere wie das niedere; sie allein erschafft zu [rechter] Zeit, sie, eben sie, erhält die drei Welten,

Wort für Wort
eṣā eva jagatām icchā
sie allein [ist] der Wille der Welten
jñānam eṣā parāvarā
sie [ist] das Wissen, das höhere wie niedere
eṣā eva sṛjate
sie allein erschafft
kāle
zu [rechter] Zeit
sā eṣā pāti jagattrayam
eben sie erhält die drei Welten

jagat saṃharate cānte tattatkāraṇasaṃsthitā | mātaraṃ jagatām enām anārādhya mahat kutaḥ ||

und am Ende zieht sie die Welt[en] zurück, als die jeweilige Ursache bestehend; ohne diese Mutter der Welten zu verehren, woher [käme] Größe?

Wort für Wort
jagat saṃharate
sie zieht die Welt[en] zurück
ca ante
und am Ende
tattat-kāraṇa-saṃsthitā
als die jeweils [zuständige] Ursache bestehend
mātaram jagatām enām
diese Mutter der Welten
anārādhya
ohne zu verehren
mahat kutaḥ
woher [käme] Größe

etat tu vaiṣṇavaṃ dhāma yato nāvartate yatiḥ | eṣā sā paramā niṣṭhā sāṃkhyānāṃ viditātmanām ||

Dies ist jene Wohnstatt Viṣṇus, von der aus der Asket nicht [in den Kreislauf] zurückkehrt; sie ist jenes höchste Ziel der Sāṃkhyas, die das [wahre] Selbst erkannt haben,

Wort für Wort
etat tu vaiṣṇavam dhāma
dies aber [ist] die Wohnstatt Viṣṇus
yataḥ
von wo aus
na āvartate
nicht zurückkehrt
yatiḥ
der Asket
eṣā sā paramā niṣṭhā
sie [ist] jenes höchste Ziel
sāṃkhyānām viditātmanām
der Sāṃkhyas, die das Selbst erkannt haben (Gen. Pl.)

eṣā sā yogināṃ niṣṭhā yatra gatvā na śocati | eṣā pāramapadī [?] niṣṭhā seṣā vedavidāṃ gatiḥ ||

sie ist jenes Ziel der Yogins, wohin gegangen man nicht [mehr] trauert; sie ist jenes Ziel [des] höchsten Ortes [?], eben sie ist der Gang der Kenner des Veda.

Wort für Wort
eṣā sā yogināṃ niṣṭhā
sie [ist] jenes Ziel der Yogins
yatra gatvā
wohin gegangen
na śocati
man nicht [mehr] trauert
eṣā ... niṣṭhā
sie [ist] das Ziel ...
sā eṣā vedavidāṃ gatiḥ
eben sie [ist] der Gang der Vedakenner

[?] „pāramapadī“ unsicher gelesen (denkbar auch „parā ca padī“ o.ä.); Sinn – ,das Ziel des höchsten Ortes' – aus dem Kontext (Mokṣa-Terminologie) erschlossen.

pāñcarātrasya kṛtsnasya saiṣā niṣṭhā sanātanī | saiṣā nārāyaṇī devī sthitā nārāyaṇātmanā ||

sie ist das ewige Ziel des gesamten Pāñcarātra; sie, eben sie, ist die Göttin Nārāyaṇī, die im Wesen Nārāyaṇas selbst besteht.

Wort für Wort
pāñcarātrasya kṛtsnasya
des gesamten Pāñcarātra (Gen.)
sā eṣā niṣṭhā sanātanī
sie [ist] das ewige Ziel
sā eṣā nārāyaṇī devī
sie, eben sie, [ist] die Göttin Nārāyaṇī
sthitā nārāyaṇātmanā
bestehend im Selbst/Wesen Nārāyaṇas (Instr.)

pṛthagbhūtāpṛthagbhūtā jyotsnā iva himadīdhiteḥ | taistair jñānaiḥ pṛthagbhūtair āgamaiś ca pṛthagvidhaiḥ ||

Getrennt-seiend [und doch] nicht-getrennt-seiend, wie das Mondlicht vom kühlstrahligen [Mond] – durch jene je verschiedenen Erkenntnisse und die verschiedenartigen Offenbarungsschriften

Wort für Wort
pṛthagbhūtā apṛthagbhūtā
getrennt-seiend [und doch] nicht-getrennt-seiend
jyotsnā iva himadīdhiteḥ
wie das Mondlicht vom ,Kühlstrahligen' [Mond] (Abl. des Vergleichs)
taiḥ taiḥ jñānaiḥ pṛthagbhūtaiḥ
durch jene je verschiedenen Erkenntnisse (Instr.)
āgamaiḥ ca pṛthagvidhaiḥ
und durch die verschiedenartigen Offenbarungsschriften (Instr.)

ekaiveṣā parā devī bahudhā samupāsyate | tām upehi mahābhāgāṃ śaraṇaṃ padmasaṃbhavām ||

wird diese eine höchste Göttin auf vielfache Weise verehrt; geh zu ihr, der großglückhaften Lotos-Entsprungenen, in die Zuflucht.

Wort für Wort
ekā eva eṣā parā devī
diese eine, einzige höchste Göttin
bahudhā samupāsyate
wird auf vielfache Weise verehrt
tām upehi
geh zu ihr!
mahābhāgām
die großglückhafte
śaraṇam
in die Zuflucht
padmasaṃbhavām
die Lotos-Entsprungene

tapoviśeṣair vividhais taistaiś ca niyamaiḥ śubhaiḥ | ārādhya mahiṣīṃ viṣṇoḥ sthirīkuru nijāṃ śriyam [?]

Durch besondere, mannigfache Bußübungen und durch jene je verschiedenen, heilvollen Observanzen – nachdem du Viṣṇus Gemahlin verehrt hast, festige [so] dein eigenes [Königs-]Glück.

Wort für Wort
tapoviśeṣaiḥ vividhaiḥ
durch besondere, mannigfache Bußübungen (Instr.)
taiḥ taiḥ ca niyamaiḥ śubhaiḥ
und durch jene je verschiedenen heilvollen Observanzen
ārādhya
nachdem du verehrt hast
mahiṣīm viṣṇoḥ
Viṣṇus Gemahlin (Akk.)
sthirīkuru
festige!
nijām śriyam
dein eigenes Glück

[?] Vers im Original ohne eigene Nummer zwischen 45 und 47 stehend.

eṣā prasannavadanā svaṃ padaṃ prāpayiṣyati | abhīpsitārthadā devī kāminām api kāmadā ||

Sie wird mit gnädigem Antlitz [dich] zu deiner [rechtmäßigen] Stellung gelangen lassen – die Göttin, die das erwünschte Ziel gewährt, [ja] sogar den Begehrenden die Wünsche erfüllt.

Wort für Wort
eṣā prasannavadanā
sie, mit gnädigem Antlitz
svam padam
zu [deiner] eigenen Stellung
prāpayiṣyati
wird gelangen lassen (Kaus. Fut.)
abhīpsitārthadā devī
die Göttin, die das erwünschte Ziel gewährt
kāminām api kāmadā
sogar den Begehrenden die Wünsche erfüllend

iti saṃbodhitaḥ śakro guruṇā guruṇā svayam | ārādhayitukāmas tāṃ kṣīrodasyottaraṃ yayau ||

So von seinem Guru selbst, dem [Götter-]Lehrer, unterwiesen, begab sich Śakra, sie zu verehren wünschend, zum nördlichen [Ufer] des Milchozeans.

Wort für Wort
iti saṃbodhitaḥ
so unterwiesen
śakraḥ
Śakra [Indra]
guruṇā guruṇā svayam
durch den Guru, den [Götter-]Lehrer selbst
ārādhayitukāmaḥ
sie zu verehren wünschend
tām
sie (Akk.)
kṣīrodasya uttaram
zum nördlichen [Ufer] des Milchozeans
yayau
er ging (Perf.)

tatra divyaṃ tapas tepe bilvamūlaniketanaḥ | ekapādasthito maunī kāṣṭhabhūto 'niḥśvasan ||

Dort übte er göttliche Askese, am Fuß eines Bilva-Baumes wohnend – auf einem Fuß stehend, schweigend, holzgleich [regungslos], ohne zu atmen,

Wort für Wort
tatra
dort
divyam tapaḥ tepe
er übte göttliche Askese
bilvamūlaniketanaḥ
am Fuß eines Bilva-Baumes wohnend
ekapādasthitaḥ
auf einem Fuß stehend
maunī
schweigend
kāṣṭhabhūtaḥ
holzgleich [geworden]
aniḥśvasan
nicht atmend

ūrdhvabāhur [?] mukhaś ca niyato niyatātmavān | divyaṃ varṣaśataṃ vai tapas tepe suduścaram ||

mit erhobenen Armen [?] und [aufwärts gewandtem] Antlitz, beherrscht, von gebändigtem Selbst – ein volles göttliches Jahrhundert lang übte er diese überaus schwer zu vollbringende Askese.

Wort für Wort
ūrdhvabāhuḥ
mit erhobenen Armen
mukhaḥ ca
und [im Antlitz]
niyataḥ
beherrscht, gezügelt
niyatātmavān
von gebändigtem Selbst
divyam varṣaśatam vai
ein wahrhaft göttliches Jahrhundert lang
tapaḥ tepe
übte er Askese
suduścaram
überaus schwer zu vollbringen

[?] „ūrdhvabāhuḥ“ im Quelltext leicht verderbt gelesen; die Ergänzung folgt dem gängigen Askese-Topos ,mit erhobenen Armen'.

tapaso 'vabhṛthe tasya sā devī padmasaṃbhavā | prasannavadanā viṣṇor mahiṣī darśanaṃ yayau ||

Beim Abschlussbad seiner Askese kam jene Göttin, die Lotos-Entsprungene, die gnädig blickende Gemahlin Viṣṇus, zur Erscheinung/zum Anblick.

Wort für Wort
tapasaḥ avabhṛthe
beim [rituellen] Abschlussbad der Askese (Lok.)
tasya
seiner
sā devī padmasaṃbhavā
jene Göttin, die Lotos-Entsprungene
prasannavadanā
mit gnädigem Antlitz
viṣṇoḥ mahiṣī
Viṣṇus Gemahlin
darśanam yayau
kam zur Erscheinung (wörtl.: ging zum Anblick)

agrataḥ saṃsthitāṃ devīṃ jagatāṃ mātaraṃ parām | tāṃ śakraś cakṣuṣā vīkṣya vismayaṃ paramaṃ yayau ||

Die vor ihm stehende Göttin, die höchste Mutter der Welten, sie mit den Augen erblickend, geriet Śakra in höchstes Staunen.

Wort für Wort
agrataḥ saṃsthitām devīm
die vorn/vor ihm stehende Göttin
jagatām mātaram parām
die höchste Mutter der Welten
tām śakraḥ cakṣuṣā vīkṣya
sie, von Śakra mit dem Auge erblickt
vismayam paramam yayau
geriet in höchstes Staunen

vihastaḥ [?] praṇipatyātha prāñjaliḥ balasūdanaḥ | śriyaṃ bhaktyā tuṣṭāva padminīṃ pākaśāsanaḥ ||

[Wie] entgeistert [?], nachdem er sich niedergeworfen hatte, mit gefalteten Händen, pries der Balavernichter [Indra], der Bezwinger des Pāka, voller Hingabe Śrī, die Padminī.

Wort für Wort
vihastaḥ
außer sich, entgeistert [?]
praṇipatya atha
nachdem er sich niedergeworfen hatte
prāñjaliḥ
mit gefalteten Händen
balasūdanaḥ
der Balavernichter [Indra]
śriyam bhaktyā tuṣṭāva
er pries Śrī voller Hingabe
padminīm
die Padminī
pākaśāsanaḥ
der Bezwinger des [Dämonen] Pāka [Indra]

[?] „vihastaḥ“ (etwa ,außer sich, mit unwillkürlicher Handbewegung') unsicher gelesen; sinngemäß als Ausdruck des überwältigten Staunens wiedergegeben.

ekāntabhāvam āpannam anyājāṃ [?] bhaktim āsthitam | taṃ vīkṣya jagatāṃ mātā vākyam etad uvāca ha ||

Als sie ihn sah, der zu ausschließlicher Gesinnung gelangt war, in ungeheuchelter [?] Hingabe verharrend, da sprach die Mutter der Welten dieses Wort:

Wort für Wort
ekāntabhāvam āpannam
der zu ausschließlicher/einziger Gesinnung gelangt war
anyājām bhaktim āsthitam
in unverfälschter [?] Hingabe verharrend
tam vīkṣya
ihn erblickend
jagatām mātā
die Mutter der Welten
vākyam etat uvāca ha
sprach dieses Wort

[?] „anyājām“ unsicher gelesen, sinngemäß als ,unverfälscht, echt' (etwa für an-yājām oder ähnlich) gedeutet.

[śrīḥ:] vatsa śakra prasannāsmi tapasāṃ tava suvrata | varaṃ vṛṇu mahābhāga kim iṣṭaṃ karavāṇi te ||

Śrī [sprach]: Kind Śakra, ich bin erfreut über deine Bußübungen, o du von guten Gelübden. Erbitte eine Gabe, Großglückhafter: was Erwünschtes soll ich dir erweisen?

Wort für Wort
śrīḥ
Śrī (Sprecherangabe)
vatsa śakra
Kind Śakra (Vok.)
prasannā asmi
ich bin erfreut/gnädig gestimmt
tapasām tava
über deine Bußübungen (Gen.)
suvrata
o du von guten Gelübden (Vok.)
varam vṛṇu
erbitte eine Gabe!
mahābhāga
o Großglückhafter (Vok.)
kim iṣṭam karavāṇi te
was Erwünschtes soll ich dir erweisen?

[śakraḥ:] sadyaḥ phalam avāptaṃ yad dṛṣṭā bhagavatī mayā | yadi cāpi varo deyas tvayā me parameśvari | tat tvaṃ kathaya deveśi yāsi tvaṃ yatkārikā ||

Śakra [sprach]: Sogleich ist [mir schon] Frucht zuteilgeworden, indem die Erhabene von mir erblickt wurde. Und wenn dennoch eine Gabe von dir mir zu gewähren ist, höchste Herrin, so sage du mir dies, Herrin der Götter: wer du bist, [und] was du bewirkst.

Wort für Wort
sadyaḥ phalam avāptam
sogleich ist Frucht erlangt worden
yat dṛṣṭā bhagavatī mayā
dass die Erhabene von mir erblickt wurde
yadi ca api varaḥ deyaḥ
und wenn auch eine Gabe zu gewähren ist
tvayā me parameśvari
von dir mir, höchste Herrin
tat tvam kathaya deveśi
so sage du, Herrin der Götter
yā asi tvam
wer du bist
yatkārikā
was du bewirkst, was deine Wirkweise ist

[?] Verszählung an dieser Stelle im Original unklar (mehrere Verse ohne fortlaufende Nummer); Übersetzung folgt dem erkennbaren Sinnzusammenhang von Indras Antwort.

yac cānyad veditavyaṃ te mac chāstropabṛṃhitam [?] | kathayeśvari tat sarvam upasanno 'smy adhīṣva mām [?]

Und was sonst noch von dir zu wissen ist, durch [dein] Lehrgebäude bekräftigt [?] – sage, Herrin, dies alles; als [dir] Genahter bitte ich: unterweise mich.

Wort für Wort
yat ca anyat veditavyam te
und was sonst noch von dir zu wissen ist
mat śāstra-upabṛṃhitam
durch [meine/dein] Lehrgebäude bekräftigt/erweitert [?]
kathaya īśvari
sage, Herrin!
tat sarvam
dies alles
upasannaḥ asmi
ich bin [als Schüler] genaht
adhīṣva mām
unterweise mich! (Imp. Med.)

[?] Beide Halbverse an dieser Stelle im OCR-Text unsicher; „mac chāstropabṛṃhitam“ und „adhīṣva mām“ sinngemäß, nicht wortwörtlich gesichert wiedergegeben.

iti śakreṇa prasāditā tena vatseneva payasvinī | sadyas tapaso devi yamasya niyamasya ca | snigdhena manasā padmayā pākaśāsanam abravīt ||

So von Śakra, jenem gleichsam [ihrem eigenen] Kinde, günstig gestimmt, sprach die Nährende [Śrī] – sogleich, [erfreut] über die Askese, die Selbst- und Fremdzucht [seiner Gelübde] –, mit liebevollem Sinn, Padmā, zu Pākaśāsana [Indra]:

Wort für Wort
iti śakreṇa prasāditā
so von Śakra günstig gestimmt
tena vatsena iva
durch jenen [ihr] gleichsam [wie ein eigenes] Kind
payasvinī
die ,Nährende, Milchreiche' (Beiname der Śrī)
sadyaḥ tapasaḥ ... yamasya niyamasya ca
[erfreut] über die Askese, die Selbst- und Fremdzucht
snigdhena manasā
mit liebevollem Sinn
padmayā
durch/als Padmā
pākaśāsanam abravīt
sprach sie zu Pākaśāsana [Indra]

[?] Diese drei Halbverse sind im Quelltext syntaktisch stark verdichtet und teils unsicher überliefert; „sadyas tapaso devi yamasya niyamasya ca“ sinngemäß als Aufzählung dessen, worüber Śrī sich freut, gedeutet.

[śrīḥ:] śṛṇu śakra mahābhāga yāhaṃ yatprakārikā [?] | yasyāhaṃ tena vā yat saṃbandho mama vṛtrahan ||

Śrī [sprach]: Höre, Śakra, Großglückhafter: [wer] ich bin [und] von welcher Art ich bin, wessen ich bin und welche Beziehung zu ihm die meine ist, o Vṛtratöter.

Wort für Wort
śṛṇu śakra mahābhāga
höre, Śakra, Großglückhafter
yā aham
[wer] ich [bin]
yatprakārikā
von welcher Art/Wirkweise [ich bin]
yasya aham
wessen ich [bin]
tena vā yat saṃbandhaḥ
und welche Beziehung zu ihm [besteht]
mama
die meine
vṛtrahan
o Vṛtratöter (Vok., Indra)

[?] „yatprakārikā“ unsicher gelesen (,von welcher Art/Wirkweise'); mit diesem Vers bricht der hier gesicherte Quelltext des Kapitels ab – Śrīs Selbstoffenbarung wird in Kapitel 2 fortgesetzt.

iti śrīpāñcarātrasāre lakṣmītantre śāstrāvatāro nāma prathamo 'dhyāyaḥ |

So [endet] im Kern des heiligen Pāñcarātra, im Lakṣmī-Tantra, der erste Adhyāya, betitelt ,Die Herabkunft der Lehre'.

Kolophon des ersten Kapitels.

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