Paṭala 48: Aṣṭacatvāriṃśo'dhyāyaḥ (Jayāmantrasiddhiprakāśaḥ)
Achtundvierzigstes Kapitel (Die Offenlegung der Vollendung des Jayā-Mantra)
Kurzes, stark technisches Kapitel (36 Verse), Gegenstück zu Kap. 46–47 für die dritte Gestalt, Jayā: Yantra-Konstruktion und ein Katalog von Kriegs- und Sieges-Siddhis, darunter die anschauliche Szene eines Einzelkämpfers, der ein ganzes Heer durchbricht.
[V. 1–21, gemäß OCR-Kolophon-Suche und Kontext; Text streckenweise stark verderbt]
[Anm.: Wie in Kap. 46–47 wird zunächst ein Yantra konstruiert – ein Rund mit einem blaugefärbten Lotos darin –, in dessen Mitte Jayā, auf Viṣṇus Schoß sitzend, sowie ihre vier lotosäugigen, edelsteinstrahlenden Gefährtinnen (Jayantī u. a.) und ihre vier Diener (großgestaltig, vierarmig, mit Schwert, Schild, Pfeil und Sonnenschirm) plaziert werden. Es folgt Verehrung, Rezitation und ein Feueropfer mit Sesam-Senfkörnern, Ghee und Kampfer, gefolgt von strenger Askese (Schweigen, Wurzeln und Früchte, Fasten) in Einsamkeit.]
nirjitya nyāyatas taṃ vai jayam āpnoty avyayaṃ tataḥ │ gajāśvarathapadātipūrṇam api sainyaṃ balānvitam ‖22‖ dṛṣṭvānyasya samāyuktam indhum[?] abhyudyataṃ raṇe │ parijapya dhanuḥ khaḍgaṃ kheṭakaṃ bāṇapañcakam ‖23‖ prayacched[?] yasya vai dattvā sa gatvā tu camūmukham │ vidārayati caikākī jayam āpnoti śāśvatam ‖24‖
So besiegt er rechtmäßig [jenes Heer] und erlangt darüber unvergänglichen Sieg — selbst über ein mit Elefanten, Pferden, Streitwagen und Fußvolk vollzähliges, starkes Heer. Hat er das aufgestellte, zum Kampf bereite Heer eines anderen erblickt, und Bogen, Schwert, Schild und ein Fünferbündel Pfeile mit dem Mantra besprochen, so übergebe er sie[?] jenem, welcher, allein zur Vorderfront des Heeres vorrückend, es durchbricht und dauerhaften Sieg erlangt.
[Anm.: Eine anschauliche Kriegsmagie-Szene: der mantrisch geweihte Waffensatz verleiht seinem Träger die Kraft, allein ein ganzes vierteiliges Heer (Elefanten, Reiterei, Streitwagen, Fußvolk — die klassische altindische caturaṅgabala-Formation) zu durchbrechen.]
[V. 25–36, gemäß OCR-Kolophon-Suche und Kontext; Text streckenweise stark verderbt]
[Anm.: Bei der Begegnung mit rasenden Elefanten, Löwen oder Dieben hält man die mit dem Mantra besprochene, aus Khadira-Holz gefertigte Handfläche vor, worauf diese augenblicklich zurückweichen. Mit entsprechenden Zeichen lassen sich feindliche Belagerungsmaschinen (yantra) zerschlagen und gegnerische Helden bezwingen; wer inmitten aller Menschen ein besänftigendes Getränk aus eigener Hand trinkt, gelangt mitsamt Gattin auf demselben Weg zum Himmel. Wer stets an Gott denkt, erlangt, Keule und Diskus erhebend, ohne Zögern Sieg, andernfalls durch Pfeilregen. Schreibt man die verbundenen Namen [von sich und einem Rivalen] mit Gorocanā-Salbe und Safran auf Birkenrinde und legt das Blatt unter Menschen nieder, erlangt man mühelosen Sieg auf jede Weise; mit Sandelpaste, Milch und Safran gefärbt und am Hals oder an der linken bzw. rechten Hand getragen, erlangt selbst Śakra [Indra] jederzeit unbedenklich den Sieg. Der Abschnitt schließt mit der Formel: „Dies, Śakra, ist dir die Vorschrift für meine dritte Gestalt, genannt Jayā, dargelegt worden.“]